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Warcraft: Roman zum Film

Электронная книга - «Warcraft: Roman zum Film». Краткое содержание книги:

Die friedliche Welt Azeroth sieht sich plötzlich am Rande eines verheerenden Krieges, als ihre Ländereien von bislang unbekannten und furchteinflößenden Gegnern bedroht werden. Bei den Fremden handelt es sich um Orcs, die ihrer sterbenden Heimat den Rücken gekehrt haben, um neue Lebensräume zu erobern. Als sich ein Portal öffnet, das beide Welten verbindet, prallt eine Armee, die den sicheren Untergang vor Augen hat, auf ein Heer von zu allem entschlossenen Verteidigern. Das Schicksal ganzer Völker liegt nun in den Händen zweier Helden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Beginn einer epischen Saga über Macht und Opferbereitschaft, in der der Krieg viele Gesichter hat und eine Niederlage keine Option ist …
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Der Orc begann entschlossen auf ihn zuzustapfen und hackte mit seiner Krallenklaue auf jeden ein, der es wagte, ihm in die Quere zu kommen auf dem Weg zu dem Menschen, der ihn seiner Hand beraubt hatte.

Also gut, du Mistkerl, dachte Lothar. Komm her, und ich nehme dir auch noch die andere …

Licht explodierte vor ihm, fast unmittelbar gefolgt von einem ohrenbetäubenden Donner. Er hörte Llane rufen: „Das ist das Werk des Wächters! Rasch! Rückzug zum Plateau!“

Ein weiterer blendender Blitz gleißte, noch mehr Donner grollte und dann noch mal und noch mal. Jetzt ging es Schlag auf Schlag: Hunderte zischender, gleißender Blitze teilten die Luft, schlugen in die Erde und fügten sich Seite an Seite aneinander, um eine Mauer zu bilden, die sich ausbreitete, um die Menschen von ihren Angreifern zu trennen – ein Zaun aus tödlicher Energie, der quer durch die Schlucht verlief.

Und der monströse Orc mit der künstlichen Hand befand sich auf der falschen Seite. Lothar konnte nicht umhin, ein – größtenteils erleichtertes – Lachen auszustoßen, als der Orc seinen Kopf in den Nacken zurückwarf und voller Zorn brüllte.

„Verschwinden wir!“, rief Llane, gab seinem Pferd die Sporen und ritt zwischen seinen Männern dahin, um sie zu dem Plateau und in offenes Gelände zu führen. Lothar nutzte den Moment, um wieder zu Atem zu kommen, und lächelte erleichtert, als sein Blick gen Himmel glitt. „Medivh“, flüsterte er. Bis zu dieser Sekunde war ihm gar nicht richtig klar gewesen, wie besorgt er darüber gewesen war, dass sein alter Freund möglicherweise nicht …

Wo war Callan?

Nein …

Er drehte sich um. Eine kleine Handvoll Soldaten kämpfte noch immer um den Rückzug. Und genau wie der tätowierte Orc befanden sie sich auf der anderen Seite von Medivhs Mauer.

„Weg!“ Das Wort war halb Forderung und halb Schluchzen. Lothar blickte zu dem Plateau hinauf und versuchte, irgendwo seinen alten Freund zu entdecken. „Weg mit der Barriere, Medivh! Medivh, bitte!“

Seine Welt verengte sich zu einem einzigen Punkt, und er lief auf den Jungen zu, bloß um von den Funken sprühenden, gefangenen Blitzen abrupt gestoppt zu werden. Wütend versuchte er, durch die Lücken zwischen diesen Stäben reinster Energie zu greifen, um zu sehen, ob es da irgendeine Stelle gab, an der er die magische Mauer überwinden konnte. Seine Rüstung knisterte, als er sie berührte; Lothar bekam eine Art Schlag und wurde zurückgeschleudert, doch das hinderte ihn nicht daran, erneut nach vorn zu springen und nach einer Spalte in der Blitzmauer zu suchen, nach einer Öffnung, durch die ein schlanker Grünschnabel von einem jungen Mann, ein Junge mit den Augen seiner Mutter, hindurchschlüpfen konnte …

Vergebens. Da waren bloß die unberechenbare, gleißende Mauer und dahinter die Rücken von Callan und den wenigen anderen Soldaten, die zusammen mit ihm in der Falle saßen, allein mit den verrückt gewordenen grünhäutigen Monstern, die sich just in diesem Moment auf sie stürzten.

„Medivh!“

Lothar knirschte verzweifelt mit den Zähnen und stieß seinen Arm durch die Barriere. Die Blitzmauer hatte nicht viel für eine solche Missachtung ihrer Macht übrig und bestrafte ihn für seine Ignoranz, indem sie seine Rüstung rot glühen ließ, wo immer sie das Hindernis berührte. Doch Lothar gab nicht auf und streckte seinen Arm so weit aus, bis sich seine Hand schließlich um die Schulter seines Kindes schloss. Callan drehte sich um. Ihre Gesichter waren bloß ein paar Zentimeter auseinander, doch es hätten ebenso gut Tausende Wegstunden sein können.

„Callan!“, rief er. „Halte durch, Sohn!“

„Vater …!“

Die Blitzmauer knisterte und zwang Lothar, zurückzutaumeln. Callan sah seinen Vater mit demselben sonderbaren, alten, wissenden Gesichtsausdruck an wie schon im Krankenlager. Er lächelte traurig, ja, fast herzlich. Er wusste, was kommen würde, genau, wie Cally es gewusst hatte, als sich der Schatten des Todes über sie breitete. Selbst als sich ihre Lungen zum letzten Mal mit Luft füllten, hatte sie ihren kostbaren Atem genutzt, um Worte des Trostes an ihren am Boden zerstörten Gemahl zu richten. Mit aller Kraft presste sich Lothar gegen die Barriere, stemmte sich gegen die Erde und stieß seinen Arm von Neuem durch die Blitzmauer. Er ist direkt hier – er ist so nah, ich kann ihn erreichen, ich …

Lothar begegnete seinem Blick und hielt ihn, während ihm aus dem Antlitz des Jungen – aus dem Antlitz dieses jungen Mannes – die Augen seiner Frau entgegenlächelten.

„Für Azeroth!“ Und damit drehte Callan sich um und stürmte dem näher kommenden Meer aus brauner und grüner Haut entgegen.

Lothar geriet außer sich vor Verzweiflung.

Er warf sich gegen die Blitzbarriere, in dem Versuch durchzubrechen, vielleicht durch bloße Willenskraft. Diesmal biss er die Zähne zusammen, um den Energiestößen zu trotzen, und kämpfte weiter. Seine Rüstung zischte und glomm überall dort orange, wo die weißen Blitzstäbe sie berührten; er hörte, wie das Metall nachgab.

Er erduldete die Qualen so lange, wie er es irgendwie vermochte, doch schließlich torkelte er benommen zurück, die Nerven brennend vor Schmerz, und verfolgte hilflos, wie die riesigen Monster mit ihren zusammengestückelten Rüstungen und ihren obszön großen Waffen die Handvoll Soldaten umzingelten, um sie vor seinen Blicken zu verbergen.

Lothar schluckte und stieß einen schroffen, gequälten Schrei aus, der ihm an Herz und Kehle riss. Sein Kopf schwang wild herum, auf der Suche nach Medivh, auf der Suche nach irgendetwas oder irgendjemandem, der ihm helfen konnte, außerstande, seinem Jungen beizustehen, außerstande, ihn aufzugeben.

Sein Blick fiel auf den Kadaver seines Pferdes – und auf das Schild mit dem gehörnten Schädel, der Reliants Leben ein Ende gesetzt hatte. Lothar lief hinüber und wuchtete es in die Höhe; seine Arme zitterten unter dem Gewicht. Schiere Willenskraft hielt ihn auf den Beinen, als er von Neuem auf die knisternde Mauer zustürmte, um das Schild als Rammbock zu benutzen in der Hoffnung, damit durchzubrechen. Durch eine der leeren Augenhöhlen des Schädels, die so groß war wie sein ganzer Kopf, konnte er sehen, wie Callan mit einem Geschick und einer Kraft kämpfte, von denen Lothar nicht klar gewesen war, dass sein Sohn sie überhaupt besaß. Er hielt sich wacker.

Dann wich der Pulk grüner und brauner Leiber zurück. Einige starrten in die Mitte ihres Kreises; andere hatten ihren Blick woandershin gewandt. Die Blitzmauer zischte und sprühte Funken. Ein weiterer Energiestoß schleuderte Lothar rückwärts. Er schlug hart auf dem Boden auf, sein Körper von Krämpfen geschüttelt. Zwei seiner Soldaten halfen ihm wieder auf die Beine.

Callan lieferte sich ein Gefecht mit einem der grünen Orcs, einem riesigen Ungetüm mit einem Haarknoten und komplett schwarz tätowiertem Kinn. Der Junge sprang mit erhobenem Schwert vor, doch der Orc fing die Klinge mit seiner eigenen ab – mit einem primitiven, gezackten Ding, das aussah wie der Kieferknochen eines Tieres. Er riss Callan die Waffe aus den Händen.

Callan grunzte, hielt sich jedoch auf den Füßen. Die Lippen des Orcs verzogen sich zu einem Grinsen. Er hob Callans Klinge, in der Absicht, seinen Gegner noch zusätzlich dadurch zu beschämen, dass er ihn mit dem Knauf seiner eigenen Waffe niederstreckte, doch dann brüllte der Anführer der Horde ihm etwas zu. Der Orc ließ das Schwert sinken und trat zurück, um seine Beute dem anderen zu überlassen. Eine schwarze Hand schoss nach vorn, wirbelte Callan herum und packte den Jungen dann an der Kehle.

„Callan!“, rief Lothar. „Sieh mich an, Junge!“

Der Orc drehte sich um und starrte Lothar an, ohne dass sich sein Griff um Callans Hals lockerte. Langsam und bedächtig bewegte Callan seinen Kopf, um seinen Vater anzuschauen. Da lag Furcht in diesen Augen, so, wie sie in diesem Moment in den Augen jeder zurechnungsfähigen Kreatur erschienen wäre. Lothar konnte es nicht ertragen, sie zu sehen, nicht in Callys Augen. Auch er hatte Angst, grässliche Angst; er fürchtete das, was sich mit unheilvoller Unvermeidlichkeit vor ihm abspielte, mehr als seinen eigenen Tod.

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