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Warcraft: Roman zum Film

Электронная книга - «Warcraft: Roman zum Film». Краткое содержание книги:

Die friedliche Welt Azeroth sieht sich plötzlich am Rande eines verheerenden Krieges, als ihre Ländereien von bislang unbekannten und furchteinflößenden Gegnern bedroht werden. Bei den Fremden handelt es sich um Orcs, die ihrer sterbenden Heimat den Rücken gekehrt haben, um neue Lebensräume zu erobern. Als sich ein Portal öffnet, das beide Welten verbindet, prallt eine Armee, die den sicheren Untergang vor Augen hat, auf ein Heer von zu allem entschlossenen Verteidigern. Das Schicksal ganzer Völker liegt nun in den Händen zweier Helden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Beginn einer epischen Saga über Macht und Opferbereitschaft, in der der Krieg viele Gesichter hat und eine Niederlage keine Option ist …
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„Das, was übrig ist?“, echote Lothar. Unter der Schicht aus Schweiß und Dreck war sein Gesicht blass geworden.

Varis zögerte, dann sagte er: „Callan ist unter den Verwundeten.“

Llane hatte ihren Wortwechsel mitgehört, und ungeachtet der Katastrophe, die über ihren Köpfen schwebte, zögerte er nicht: „Nimm den Greif! Geh!“

Lothar riss den Segeltuchvorhang des Zelts, das als provisorisches Feldhospital diente, beiseite und eilte geradewegs zu der einsamen Gestalt auf der Pritsche. Die Augen seines Sohnes waren geschlossen, doch als würde er die Gegenwart seines Vaters spüren, drehte Callan sich unvermittelt zu ihm um und schaffte es sogar, sich teilweise aufzusetzen.

Sein Sohn. Sein Sohn und der von Cally.

Tatsächlich sah der Junge seiner Mutter so ähnlich, dass es Lothar jedes Mal schmerzte, wenn er seiner ansichtig wurde. Dasselbe blond-braune Haar, dieselben sanften, haselnussbraunen Augen. Ihn hier liegen zu sehen, erinnerte Lothar an das letzte Mal, dass er seine Frau erblickt hatte. Ihr geliebtes Antlitz war blass wie Milch gewesen, und Schatten des Schmerzes hatten ihre Augen umringt wie Blutergüsse. Sie war immer so zerbrechlich gewesen, seine kleine Cally. Zu zerbrechlich.

Keine Verbände waren um den schlanken Leib seines Sohnes gewickelt, kein von Rot durchtränktes Weiß, das an einen Tag erinnerte, an dem es Rot gegeben hatte, zu viel Rot. Callan hatte bloß eine klaffende Wunde an der Stirn, die nicht allzu schlimm zu sein schien, doch Lothar nahm den Kopf seines Jungen dennoch in die Hand und drehte ihn prüfend hin und her. Callan schaute ihn mit den haselnussbraunen Augen seiner Mutter beinah verlegen an.

„Vater“, sagte er. „Mir geht es gut. Alles in Ordnung.“

Lothar zwang sich zu einem Lächeln. Diese Augen hatten nichts von ihm, sie waren ganz ihre.

„Ich habe mir Sorgen gemacht“, gestand Lothar. Dem folgte ein unbeholfenes Schweigen, ehe er sich um ein bisschen Ungezwungenheit bemühte und hinzufügte: „Du hättest Bäcker werden sollen, so, wie ich es wollte.“

„Zu gefährlich“, gab Callan todernst zurück. „Da verbrennt man sich ständig am Ofen.“

Lothar gluckste amüsiert. Schon als Callan noch sehr jung gewesen war, hatte er bereits erklärt, dass er Soldat werden wolle. Daraufhin hatte Lothar entgegnet: „Möchtest du stattdessen nicht lieber Bäcker werden? Denk nur an all die Kuchen, die du dann essen könntest!“ Callan hatte für einen Moment darüber nachgedacht und den Kopf dabei auf die Seite gelegt, in einer Geste, die Lothar so sehr an Cally erinnerte, dass sein Herz schwer wie Blei geworden war. Und dann hatte der Junge erklärt: „Na ja, ich wette, viele Leute würden sich freuen, Kuchen für Soldaten zu backen, weil Soldaten so tapfer sind.“ Als Lothar sich mit gespieltem Ernst darüber beschwert hatte, dass für ihn noch nie jemand einen Kuchen gemacht hatte, schlug Callan kurzerhand vor, Lothar solle doch selbst Bäcker werden. Jetzt war er überrascht und bewegt, dass Callan sich an diesen Augenblick erinnerte. Er zerzauste seinem Sohn das Haar und schaute sich um. Er war so auf seinen Sohn konzentriert gewesen, dass ihm gar nicht aufgefallen war, dass Callan der einzige Patient des Spitals war. Ein Frösteln überlief ihn.

„Wo ist der Rest von deinem Trupp?“

Callan schüttelte den Kopf.

„Die können doch nicht alle tot sein?“, fragte Lothar ungläubig.

„Die meisten von uns haben sie lebend verschleppt“, gab Callan zurück. „Sie … die Leute sagen, dass sie uns auffressen –“

„Panikmache“, sagte Lothar, auch wenn das Schicksal, mit dem sich die Gefangenen konfrontiert sahen, wahrscheinlich noch schlimmer war. Die Schroffheit in der Stimme seines Vaters ließ Callan unmerklich zusammenzucken, woraufhin Lothar in sanfterem Tonfall weitersprach. „In jedem Krieg gegen jeden Feind hört man dieselben Geschichten. Keine Angst, Sohn. Wir werden sie retten.“ Callan setzte sich abrupt zur Gänze auf, als wäre er drauf und dran, unverzüglich aufzubrechen, doch Lothar legte ihm eine Hand auf die Brust. „Nicht so hastig.“ Er strich über Callans zerknitterte Uniform und glättete sie, so, wie er es stets getan hatte, als der Junge noch klein gewesen war. „Du bist alles, was ich habe“, sagte er sanft.

Einen Moment lang rührte sich Callan nicht. Dann drückte er den Arm seines Vaters – gleichermaßen eine Geste der Anerkennung wie der Zurückweisung. Lothar nahm seine Hand weg.

Callans Antlitz wirkte auf sonderbare Weise gealtert; seine Miene war die eines Mannes, der zu viel gesehen hatte. „Ich schaffe das, Vater. Ich bin Soldat.“

Lothar dachte an die Brutalität, mit der die Orcs bei ihren Angriffen vorgingen. Unwillkürlich stellte er sich vor, wie sein von Natur aus sanftmütiger, ja, fast schon schüchterner Sohn gegen diese übergroßen Monster, die nicht bloß schockierend stark, sondern für ihre Größe auch unheimlich flink waren, um sein Leben kämpfte, und ihm wurde angst und bange.

Sag’s ihm, dachte er. Sag ihm, dass er mutig ist – vielleicht mutiger, als du es in seinem Alter warst. Sag ihm, dass du ihn liebst und stolz auf ihn bist.

Sag’s ihm … Sag ihm, dass es nicht seine Schuld war.

Doch Lothar nickte bloß und wandte sich zum Gehen.

12

„Garona, zieh dir die Kapuze übers Gesicht und reite zwischen uns“, sagte Karos mit gedämpfter Stimme. Sein Kopf war verbunden und sein Gesicht lädiert, doch angesichts des Umstands, dass er von einem Orc-Häuptling bewusstlos geschlagen worden war, befand er sich in vergleichsweise guter Verfassung.

Hinter ihnen vernahm Garona das Geräusch von Pferden und Karren. Jetzt, da sie sich in den Außenbereichen von Elwynn befanden, waren sie auf der Straße nicht mehr allein unterwegs. Sie hatte gewiss keine Angst vor einer Handvoll Bauern, doch ein Handgemenge würde niemandem dienen. Sie gehorchte und hielt die Augen offen. Mehr und immer noch mehr Menschen schlossen sich ihnen auf dem Pfad an, kamen von allen Seiten wie kleine Rinnsale, die einen Bach zu einem Fluss anschwellen ließen, bis aus dem Fluss am Ende, vor den Stadttoren, ein wahrer Ozean geworden war.

Tausende Flüchtige drängten sich hier, mit den großen, furchtsamen Augen, an die Garona sich aus unzähligen Käfigen erinnerte. Sie erblickte eins dieser kleinen Wesen mit gewaltiger Brust, die „Zwerge“ genannt wurden. Der Zwerg versuchte, ein verängstigtes, winziges Pony zu führen, das einen kleinen Wagen hinter sich herzog. Darin klammerten sich eine Zwergin und zwei kleine Kinder aneinander, die dem zornigen Menschenstrom, der um sie herum wogte, besorgte Blicke zuwarfen.

Einer der gehetzt wirkenden Wachposten hielt eine gepanzerte Hand in die Höhe, um den Zwergen die Durchfahrt zu verwehren. „Die anderen zuerst!“, rief er.

Der Zwerg zog die Augenbrauen zusammen. „Ich arbeite in der Königlichen Rüstkammer, Mann!“, bellte er.

„Such dir eine Höhle, in der du dich verkriechen kannst, Zwerg!“, brüllte ein Mensch aus der Anonymität der Menge heraus zornig. Andere fingen an, den Karren zu schütteln, und eins der Kinder rief nach seinem Vater. Jedwede Geduld, die der Zwerg einst besessen haben mochte, hatte sich offenkundig schon vor langer Zeit in Wohlgefallen aufgelöst, und er griff hinten in den Wagen und schnappte sich einen Hammer, der so gewaltig war, dass Garona verblüfft war, dass er es schaffte, ihn zu schwingen.

„Ich ‚höhle‘ dir gleich deinen Schädel aus, du stinkender …“

„Das ist untragbar“, murmelte Karos. Lauter rief er: „Feldwebel! Sorg dafür, dass sich die Leute in einer Reihe aufstellen. Entweder herrscht hier Ordnung, oder wir schließen die Tore so lange, bis hier Ordnung herrscht!“ Er wandte sich an die Leute, die den Karren angerempelt hatten. „Kaz schmiedet Waffen für unser aller Sicherheit. Noch ein Wort gegen ihn, und ihr werdet sehen, was ihr davon habt!“

Der Zwerg nickte ihm zum Dank mit gerötetem Gesicht zu und durfte passieren. Karos und Garona schickten sich an, dem Karren zu folgen, doch Khadgar ergriff Garonas Arm. „Ich muss einige Nachforschungen anstellen. Sagt dem König, was passiert ist. Ich stoße wieder zu euch, sobald ich kann.“

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