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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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»Manchmal muss man einfach die Kurve kratzen, Master Sergeant!« Ich hatte etwa fünfzehn Sekunden gebraucht, um auf diesen Spruch zu kommen und ihn hinzuschreiben. Was für eine Welt!

»Genau!«, sagte er. »Und als ich auf dieses Plakat starrte, hatte ich so etwas wie meinen Moment der Erleuchtung. Plötzlich wusste ich, dass ich einfach die Kurve kratzen musste. Ich habe mich von der bösen Giftschlange scheiden lassen, ich dankte meinem Schicksal, packte meine Sachen in eine Satteltasche und ritt davon. Seit jenem gesegneten Tag ist Rolli Roller mein Avatar gewesen, das Symbol meiner Sehnsucht nach Freiheit und Selbstverwirklichung. Er hat mir das Leben gerettet, Rekrut, und dafür bin ich ihm auf ewig dankbar.«

»Das freut mich, Master Sergeant!«, brüllte ich.

»Rekrut, es ist mir eine Ehre, dich kennen gelernt zu haben. Außerdem bist du der erste Rekrut in meiner Militärlaufbahn, der mir keinen unmittelbaren Anlass zur Verachtung gegeben hat. Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr mich das irritiert und entnervt. Doch ich tröste mich mit der ungetrübten Gewissheit, dass du schon bald, höchstwahrscheinlich innerhalb der nächsten paar Stunden, etwas tun wirst, das mich ankotzt. Damit sich meine Hoffnung erfüllt, ernenne ich dich hiermit zum Kompanieführer. Das ist ein undankbarer Scheißjob, der nichts Erstrebenswertes hat, da du noch viel härter mit den armseligen Rekruten umspringen musst als ich, denn für jeden Mist, den sie bauen, wirst du den doppelten Ärger bekommen. Die Leute werden dich hassen, dich verachten, dir das Leben schwer machen, und ich werde dir eine Extraration Scheiße verpassen, wenn es ihnen gelingen sollte. Was hälst du davon, Rekrut? Antworte mir ehrlich!«

»Ich scheine ziemlich tief in der Scheiße zu stecken, Master Sergeant!«, brüllte ich.

»So ist es, Rekrut«, sagte Ruiz. »Aber du steckst schon längst tief in der Scheiße, und zwar seit dem Moment, als du in meiner Kompanie gelandet sind. Jetzt renn los! Wenn die ganze Kompanie rennt, kann der Anführer nicht als Einziger zurückbleiben. Beweg dich!«

»Ich weiß nicht, ob ich dir gratulieren oder dich bedauern soll«, sagte Alan, als wir uns zum Frühstück vor der Messe wiedertrafen.

»Du darfst beides tun«, sagte ich. »Obwohl es wahrscheinlich angemessener wäre, mich zu bedauern. Ach, da sind sie ja.« Ich zeigte auf eine Gruppe von fünf Rekruten, drei Männer und zwei Frauen, die vor der Messe herumlungerten.

Etwas früher, während ich zum Sendeturm gelaufen war, wäre ich fast gegen einen Baum gerannt, als mein BrainPal mir mit einer Nachricht das Sichtfeld versperrte. Ich konnte dem Baum im letzten Moment ausweichen, streifte den Stamm lediglich mit einer Schulter und sagte Arschloch, dass er wieder auf Sprachmodus gehen sollte, bevor ich mir sämtliche Knochen brach. Arschloch gehorchte und las mir noch einmal die Nachricht vor.

Die Ernennung von John Perry zum Anführer der 63. Ausbildungskompanie durch Master Sergeant Antonio Ruiz wird offiziell bestätigt. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Beförderung. Sie haben jetzt Zugriff auf persönliche Daten und BrainPal-Informationen der Rekruten der 63. Ausbildungskompanie. Wir weisen Sie darauf hin, dass diese Informationen nur für offizielle Zwecke verwendet werden dürfen; eine Verwendung für nichtmilitärische Zwecke führt zur sofortigen Enthebung vom Posten des Kompanieführers und einem Disziplinarverfahren nach Maßgabe des Basiskommandanten.

»Toll«, sagte ich und sprang über einen kleinen Bach.

Bis zum Ende der Frühstückspause Ihrer Kompanie müssen Sie Master Sergeant Ruiz Ihre Vorschläge für die Truppführer der Kompanie vorlegen, fuhr Arschloch fort. Möchten Sie zur Unterstützung des Auswahlverfahrens die persönlichen Daten Ihrer Kompanie einsehen?

Ich bestätigte. Während ich weiterrannte, spuckte Arschloch in hohem Tempo Informationen über alle Rekruten aus. Als ich den Sendeturm erreicht hatte, war meine Liste auf zwanzig Kandidaten zusammengeschrumpft, als ich mich der Basis näherte, hatte ich die komplette Kompanie auf einzelne Trupps verteilt und allen fünf neuen Truppführern Nachrichten geschickt, dass sie sich vor der Messe mit mir treffen sollten. Dieser BrainPal war in der Tat eine äußerst praktische Einrichtung.

Außerdem stellte ich fest, dass ich es in fünfundfünfzig Minuten zurück zur Basis geschafft hatte, und ich hatte unterwegs keine anderen Rekruten überholt. Ich konsultierte Arschloch, der mir verriet, dass der langsamste von ihnen (ironischerweise einer der ehemaligen Marines) achtundfünfzig Minuten und dreizehn Sekunden gebraucht hatte. Also würden wir morgen nicht geschlossen zum Sendeturm und zurück rennen◦– zumindest nicht, weil wir zu langsam gewesen waren. Ich zweifelte jedoch nicht an Ruiz’ Fähigkeit, einen anderen Vorwand zu finden. Ich hoffte nur, dass ich nicht derjenige war, der ihm einen lieferte.

Als die fünf Rekruten Alan und mich sahen, nahmen sie alle mehr oder weniger Haltung an. Drei von ihnen salutierten sofort, worauf die anderen zwei etwas unbeholfen nachzogen. Ich erwiderte den Gruß und lächelte. »Übertreibt es nicht«, sagte ich zu den beiden. »Das alles ist auch für mich noch neu. Kommt jetzt. Wir stellen uns an und unterhalten uns während des Essens.«

»Möchtest du, dass ich mich absetze?«, fragte Alan mich, als wir in der Schlange standen. »Wahrscheinlich hast du eine Menge vertrauliche Sachen mit diesen Leuten zu bereden.«

»Nein. Ich möchte dich dabeihaben. Ich würde gerne wissen, was du von ihnen hältst. Außerdem habe ich eine Neuigkeit für dich. Du bist der stellvertretende Anführer unseres Trupps. Da ich den Babysitter für eine komplette Kompanie machen muss, heißt das, dass du praktisch die ganze Arbeit übernehmen musst. Ich hoffe, es macht dir nichts aus.«

»Wird schon schiefgehen«, sagte Alan lächelnd. »Danke, dass du mich in deine Kompanie aufgenommen hast.«

»Welchen Sinn haben führende Posten, wenn man sie nicht für ein wenig Cliquenwirtschaft nutzen kann? Außerdem wirst du mich auffangen, wenn ich in Ungnade fallen sollte.«

»Ich werde dir ein guter Karriere-Airbag sein«, versicherte Alan.

Die Messe war bis auf den letzten Platz besetzt, aber unserer siebenköpfigen Gruppe gelang es, einen Tisch für uns zu beschlagnahmen. »Als Erstes wollen wir uns miteinander bekannt machen«, sagte ich. »Ich bin John Perry und zumindest vorläufig der Anführer der Kompanie. Das ist der stellvertretende Anführer meines Trupps, Alan Rosenthal.«

»Angela Merchant«, sagte die Frau, die mir gegenübersaß. »Aus Trenton, New Jersey.«

»Terry Duncan«, sagte der Mann neben ihr. »Aus Missoula, Montana.«

»Mark Jackson. St. Louis.«

»Sarah O’Connell. Boston.«

»Martin Garabedian. Aus dem sonnigen Fresno in Kalifornien.«

»Damit wäre eine ausreichende geografische Vielfalt gegeben«, sagte ich, worauf die anderen leise lachten. Das war gut. »Ich werde es kurz machen. Wenn ich zu viel rede, wird möglicherweise klar, dass ich keinen blassen Schimmer habe, was ich hier mache. Ich habe euch fünf hauptsächlich deswegen ausgesucht, weil ihr im Laufe eures Lebens etwas gemacht habt, das euch zum Truppführer qualifiziert. Angela, weil sie als Geschäftsführerin gearbeitet hat. Terry hat eine Ranch verwaltet. Mark war Colonel in der Armee, und bei allem Respekt vor Sergeant Ruiz glaube ich, dass das ein Vorteil ist.«

»Das freut mich zu hören«, sagte Mark.

»Martin war im Stadtrat von Fresno. Und Sarah war dreißig Jahre lang Betreuerin in einem Kindergarten, womit sie die beste Qualifikation von uns allen hat.« Wieder lachten sie. Mann, ich war richtig gut!

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