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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L

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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
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Der Hirte Eurytion versetzte mir einen Rippenstoß. »Sag Mr Geryon Guten Tag.«

»Hallo«, sagte ich. »Schöne Brüste – äh, Ranch. Schöne Ranch, die Sie hier haben.«

Ehe der Mann mit den drei Körpern antworten konnte, kam Nico di Angelo aus einer der Glastüren auf die Veranda.

»Geryon, ich warte nicht länger …«

Bei unserem Anblick erstarrte er. Dann zog er sein Schwert. Die Klinge sah genauso aus wie in meinen Träumen: kurz, scharf und dunkel wie die Mitternacht.

Geryon fauchte, als er sie sah. »Weg damit, Mr di Angelo. Ich lasse nicht zu, dass meine Gäste sich gegenseitig umbringen.«

»Aber das ist …«

»Percy Jackson«, ergänzte Geryon. »Annabeth Chase. Und ein paar von ihren Monsterfreunden. Ja, ich weiß.«

»Monsterfreunde?«, fragte Grover beleidigt.

»Der Typ trägt drei Hemden«, sagte Tyson, als sei ihm das gerade erst aufgefallen.

»Sie haben meine Schwester sterben lassen!« Nicos Stimme zitterte vor Wut. »Sie sind gekommen, um mich zu töten!«

»Nico, wir sind nicht gekommen, um dich zu töten.« Ich hob die Hände. »Was Bianca passiert ist, war …«

»Nenn ja ihren Namen nicht! Du bist es nicht wert, ihn auch nur zu erwähnen.«

»Moment mal«, Annabeth zeigte auf Geryon. »Wieso wissen Sie unsere Namen?«

Der Mann mit den drei Körpern zwinkerte ihr zu. »Ich finde es wichtig, mich auf dem Laufenden zu halten, Schätzchen. Alle Welt schaut ab und zu auf der Ranch vorbei. Alle Welt braucht irgendwas vom alten Geryon. Und jetzt, Mr di Angelo, weg mit diesem hässlichen Schwert, sonst lasse ich es von Eurytion beschlagnahmen.«

Eurytion seufzte, aber er hob seine gestachelte Keule. Zu seinen Füßen knurrte Orthos.

Nico zögerte. Er sah dünner und bleicher aus als in den Iris-Botschaften. Ich fragte mich, ob er in der letzten Woche überhaupt gegessen hatte. Seine schwarze Kleidung war staubig von der Wanderung durch das Labyrinth und seine dunklen Augen loderten vor Hass. Er war zu jung, um so zornig auszusehen. Ich hatte ihn noch als den fröhlichen kleinen Jungen in Erinnerung, der mit seinen mythomagischen Karten spielte.

Widerstrebend steckte er das Schwert in die Scheide. »Wenn du auch nur in meine Nähe kommst, Percy, dann rufe ich um Hilfe. Und ich kann dir versprechen, dass du meinen Helfern lieber nicht begegnen willst.«

»Das glaube ich gern«, sagte ich. Geryon tätschelte Nicos Schulter. »Na also, nun sind wir alle Freunde. Und jetzt los, Leute, dann zeige ich euch die Ranch.«

Geryon hatte eine Minibahn – so wie es sie in Zoos gibt. Sie war in Kuhfellmuster schwarz-weiß angestrichen. Die Lokomotive hatte Hörner, und die Hupe klang wie eine Kuhglocke. Ich überlegte, dass er auf diese Weise vielleicht seine Opfer folterte. Sie schämten sich zu Tode, weil sie mit dem Muhmobil durch die Gegend fahren mussten.

Nico setzte sich in den letzten Wagen, vermutlich, um uns im Auge behalten zu können. Eurytion ließ sich mit seiner gestachelten Keule neben ihn fallen und zog sich den Cowboyhut über die Augen, als ob er ein Nickerchen machen wollte. Orthos sprang neben Geryon auf den Vordersitz und bellte glücklich in einem zweistimmigen Akkord.

Annabeth, Tyson, Grover und ich nahmen die beiden mittleren Wagen.

»Wir haben hier einen Riesenbetrieb«, prahlte Geryon, als das Muhmobil sich in Bewegung setzte. »Vor allem Pferde und Rinder, aber auch alle möglichen exotischen Varianten.«

Wir überquerten einen Hügel und Annabeth schnappte nach Luft. »Hippalektryonen? Ich dachte, die wären ausgestorben!«

Am Fuße des Hügels lag eine eingezäunte Weide mit einem Dutzend der seltsamsten Tiere, die ich je gesehen hatte. Sie hatten die Vorderhälfte eines Pferdes und die Hinterhälfte eines Hahnes. Ihre Hinterfüße waren riesige gelbe Krallen und sie hatten gefiederte Schwänze und rote Flügel. Während ich sie noch bestaunte, gerieten zwei von ihnen über einen Haufen Samenkörner in Streit. Sie erhoben sich auf die Hinterbeine und wieherten und schlugen mit den Flügeln, bis das kleinere die Flucht ergriff, wobei seine Vogelbeine es zu einem leichten Hüpfen zwangen.

»Hähnchenponys«, sagte Tyson verblüfft. »Legen die Eier?«

»Einmal pro Jahr«, Geryon grinste in den Rückspiegel. »Sehr gefragt für Omeletts.«

»Das ist schrecklich«, sagte Annabeth. »Die gehören doch sicher zu den gefährdeten Arten.«

Geryon winkte ab. »Gold ist Gold, Schätzchen. Und du hast noch nie so ein Omelett probiert.«

»Das ist nicht richtig«, murmelte Grover, aber Geryon erzählte einfach weiter.

»Da drüben«, sagte er, »haben wir unsere Pferde mit dem Feueratem, die ihr vielleicht auf dem Weg schon gesehen habt. Sie werden natürlich für den Krieg gezüchtet.«

»Für welchen Krieg?«, fragte ich.

Geryon grinste verschlagen. »Ach, für jeden, der sich gerade ergibt. Und da hinten sind unsere preisgekrönten roten Kühe.«

Und wirklich, am Fuß eines Hügels grasten Hunderte von den kirschroten Rindern.

»So viele«, sagte Grover.

»Ja, na ja, Apollo hat zu viel zu tun, um sich um sie zu kümmern«, erklärte Geryon. »Deshalb hat er uns dafür angeheuert. Wir züchten sie so zahlreich, weil so große Nachfrage besteht.«

»Wonach denn?«, fragte ich.

Geryon hob eine Augenbraue. »Nach dem Fleisch natürlich. Armeen müssen essen.«

»Ihr tötet die heiligen Kühe des Sonnengottes, um Hamburgerfleisch zu bekommen?«, fragte Grover. »Das verstößt gegen die uralten Gesetze.«

»Ach, reg dich nicht so auf, Satyr. Das sind doch nur Tiere.«

»Nur Tiere!«

»Ja, und wenn Apollo was dagegen hätte, würde er es uns bestimmt sagen.«

»Wenn er es wüsste«, murmelte ich.

Nico beugte sich vor. »Das interessiert mich alles nicht, Geryon. Wir wollten über Geschäfte sprechen, und das hier gehört nicht dazu.«

»Alles zu seiner Zeit, Mr di Angelo. Seht mal dort drüben, die gehören zu meinem exotischeren Wild.«

Die nächste Wiese war von Stacheldraht umgeben und wimmelte nur so von riesigen Skorpionen.

»Die Dreimal-G-Ranch«, sagte ich, als mir plötzlich etwas einfiel. »Ihr Zeichen war auf den Kisten im Camp. Quintus bezieht seine Skorpione von Ihnen.«

»Quintus …«, Geryon überlegte. »Kurze graue Haare, muskulös, Schwertkämpfer?«

»Ja.«

»Nie von gehört«, sagte Geryon. »Und hier sind meine preisgekrönten Stallungen. Die müsst ihr euch einfach ansehen.«

Ich musste sie mir nicht ansehen, denn kaum waren wir ihnen auf hundert Meter nahegekommen, konnte ich sie riechen. Am Ufer eines grünen Flusses lag eine Pferdekoppel von der Größe eines Fußballplatzes. Auf der einen Seite befand sich ein Stall neben dem anderen. An die hundert Pferde wateten durch den Mist – und wenn ich Mist sage, dann meine ich Pferdekacke. Es war das Widerlichste, was ich je gesehen hatte, als sei ein Kackesturm vorbeigefegt und habe über Nacht all diesen Dreck abgelagert. Die Pferde waren davon geradezu überzogen, und die Ställe waren genauso schlimm. Es herrschte ein unglaublicher Gestank – schlimmer als von den Müllkähnen auf dem East River.

Sogar Nico würgte. »Was ist das denn?«

»Meine Stallungen«, sagte Geryon. »Na ja, eigentlich gehören sie Augias, aber für einen kleinen monatlichen Beitrag kümmern wir uns darum. Sind sie nicht hübsch?«

»Sie sind widerlich«, sagte Annabeth.

»Viel Kacke«, stellte Tyson fest.

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