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Warcraft: Roman zum Film

Электронная книга - «Warcraft: Roman zum Film». Краткое содержание книги:

Die friedliche Welt Azeroth sieht sich plötzlich am Rande eines verheerenden Krieges, als ihre Ländereien von bislang unbekannten und furchteinflößenden Gegnern bedroht werden. Bei den Fremden handelt es sich um Orcs, die ihrer sterbenden Heimat den Rücken gekehrt haben, um neue Lebensräume zu erobern. Als sich ein Portal öffnet, das beide Welten verbindet, prallt eine Armee, die den sicheren Untergang vor Augen hat, auf ein Heer von zu allem entschlossenen Verteidigern. Das Schicksal ganzer Völker liegt nun in den Händen zweier Helden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Beginn einer epischen Saga über Macht und Opferbereitschaft, in der der Krieg viele Gesichter hat und eine Niederlage keine Option ist …
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Und sie wusste, dass er recht hatte. Die Hoffnung erstarb, und sie nickte bloß. Der Häuptling schaute nachdenklich auf den Jungen herab, den er noch immer fest in seinem Griff hielt. Der Magier hing totenstarr in seinem Arm und spähte zu ihm auf, ohne auch nur zu blinzeln. Dann gab Durotan ihn frei. Khadgar machte keine Anstalten, wegzulaufen oder einen Zauber zu wirken. Durotan knuffte ihn, sehr behutsam, gegen die Brust – eine fast kameradschaftliche Gebärde. Dann legte er in einer Geste des Respekts und der Dankbarkeit gegenüber Garona, der Halbblut-Sklavin, eine Hand auf seine eigene Brust, wich in die von Licht gesprenkelten Schatten zurück und verschwand zwischen den Bäumen.

Der Rabe kreiste am Himmel, und sein überragendes Sehvermögen zeigte ihm die Szene unter sich in einer Detailliertheit, die an seinem Herzen zehrte. Gleichwohl, selbst jene mit schlechterer Sehkraft wären imstande gewesen, die Zerstörung zu erkennen, denn sie war offenkundig, exzessiv und scheinbar überall. Inmitten des gesunden Grüns des Blattwerks traten die öden Stellen, grau und schwarz und brennend, überdeutlich hervor. Da eine, da wieder eine und da noch eine weitere …

Medivh brach am Becken zusammen, kaum imstande, eine Hand in dessen stärkende Tiefen zu tauchen. Neue Energie durchströmte ihn, wenn auch langsamer und weniger wirkungsvoll als in der Vergangenheit. Er war vollkommen ausgedörrt, und jedes Mal, wenn er sich so verausgabte wie gerade eben, erholte er sich schlechter. Doch ihm blieb keine andere Wahl. Dies war seine Bürde.

Moroes kniete neben ihm – ruhig, beständig, ewig während. Der Kastellan lebte schon seit sehr, sehr langer Zeit in Karazhan. Länger als Medivh. Länger als der vorige Wächter oder der davor. Auf seine ureigene Weise war er ebenso sehr ein Teil von Karazhan wie seine Ställe oder die Küche oder sogar sein magisches Becken.

Leise und bedauernd fragte der ältere Mann: „Ist es so, wie Ihr befürchtet habt?“

Medivh presste die Lippen zusammen und nickte. Während er mit schwacher, brüchiger Stimme antwortete, behielt er seinen Arm im Becken: „Die Fel-Magie – sie ist überall.“

„Dann solltet Ihr nicht wieder fortgehen“, erklärte Moroes.

„Sie brauchen die Hilfe eines Wächters jetzt mehr als jemals zuvor“, entgegnete Medivh. Selbst in seinen eigenen Ohren klang seine Stimme entsetzlich hohl und matt.

„Vielleicht könnte der Junge helfen?“, schlug sein alter Freund vor.

Könnte er? Khadgar hatte Initiative und Mut gezeigt. Ja, vielleicht konnte er tatsächlich helfen. Müde drehte Medivh den Kopf, um Moroes anzusehen – und erstarrte. Er sah über die Schulter des Kastellans hinweg; sein Blick war auf jemanden oder etwas gerichtet, das sich dort befand – oder auch nicht; auf eine geisterhafte schwarze Gestalt, die geradewegs auf ihn zeigte.

„Hinfort!“, zischte Medivh. Moroes wandte sich um, doch da war nichts.

Llane saß auf dem großen Thron von Sturmwind und verzweifelte.

Ein Überfall bestialischer Kreaturen, entschlossen, die ganze Welt an sich zu reißen, war nötig gewesen, damit die Diplomaten, die gegenwärtig mit finsteren Mienen vor ihm standen, auch nur eingewilligt hatten, sich mit ihm zu treffen. Und jetzt, wo sie sich hier versammelt hatten, schien keiner von ihnen gewillt zu sein, ihm zuzuhören.

In der Vergangenheit hatte sich Taria des Öfteren über den „kühlen Kopf“ ihres Gemahls amüsiert, der in den vergangenen Jahren nicht annähernd so kühl gewesen war wie jetzt. Nun jedoch schien es, als würde allein Llane zumindest einen Anflug von Gelassenheit bewahren, während die Versammelten zeterten, protestierten und einander mit verbalen Attacken unter der Gürtellinie angriffen.

Der Abgesandte von Kul Tiras ließ seinem Unmut freien Lauf. Sein Volk hatte erst kürzlich den Zorn der Orcs zu spüren bekommen, und er hegte nicht die Absicht, dies Llane vergessen zu lassen – wenngleich er für seinen Teil durchaus darauf erpicht war, zu ignorieren, dass der Wald von Elwynn zu den ersten Zielen der Bestien gehört hatte.

„Das große, mächtige Sturmwind, das sich selbst stets für etwas Besseres hält als den Rest von uns … Ihr wusstet, was uns widerfahren würde, doch wir kämpften und fielen allein. Wo war Eure Armee, als unsere Schiffe brannten?“

„Meine Armee verliert täglich ein ganzes Regiment“, hielt Llane dagegen. Seine Stimme klang angespannt, auch wenn er darum kämpfte, ruhig zu bleiben. „Sturmwind, Kul Tiras, Lordaeron, Quel’thalas. Zwerge, Menschen und Elfen. Wir alle sind in Gefahr – und wir alle vergeuden kostbare Zeit damit, uns zu streiten. Dabei ist es gerade jetzt unerlässlich, dass wir zusammenarbeiten!“

Der Abgesandte von Lordaeron blickte finster drein. „Was unerlässlich ist“, blaffte er, „sind mehr Waffen! Die Zwergenschmieden müssen rund um die Uhr angeheizt werden.“ Er drehte sich um und sah König Magni mit fordernder Miene an, als erwartete er, dass der Zwerg unverzüglich damit beginnen würde, Schwerter und Streitäxte auszuspucken.

Magni indes raste vor Wut. Als er sich schließlich wieder so weit im Zaum hatte, dass er es schaffte, verständliche Worte hervorzubringen, kamen sie in abgehakten, stakkatohaften Schüben über seine Lippen. „Ihr behandelt uns nicht besser als Hunde! Ihr weigert Euch, uns mit ebenjenen Waffen zu beschützen, die wir für Euch schmieden! Von uns bekommt Ihr nichts mehr!“

Llane sprang auf die Füße. „Genug!“, rief er. Die erhobene Stimme des sonst so gütigen Königs ließ das Gezänk verstummen – jedenfalls fürs Erste. Schlagartig richteten sich alle Blicke auf ihn. „Ihr alle habt Euch in den vergangenen Jahren auf Sturmwinds Hilfe berufen. Entweder, weil Ihr nach Truppen oder nach Schlichtung in Euren Streitigkeiten verlangtet. Doch wenn wir uns jetzt nicht vereinen, um diesen Feind zu bekämpfen, werden wir untergehen. Sturmwind braucht Soldaten, Waffen, Pferde …“

„Ha! Wir müssen uns um unsere eigenen Reiche kümmern!“, rief Magni.

„Unsere eigenen Kriege führen!“, ergänzte der Abgesandte von Lordaeron.

Die Türflügel schwangen auf. Lothar kam hereinmarschiert; Varis folgte einen Schritt hinter ihm. Alle drehten sich zu ihnen um. Beide Männer waren schmutzig und verschwitzt, und in Lothars blauen Augen lag ein wilder, aber entschlossener Ausdruck, den Llane nur zu gut kannte. Was auch immer es für Neuigkeiten gab, es waren keine angenehmen.

„Die Orcs bauen ein Portal“, erklärte Lothar rundheraus, „durch das sie eine Armee herbringen wollen. Wenn wir sie jetzt nicht aufhalten, haben wir vermutlich nie wieder die Möglichkeit dazu.“

Die beiden alten Freunde sahen einander an. Doch während die Frage, die sie alle beschäftigte, unausgesprochen zwischen ihnen hing, hatte der Elfen-Abgesandte keine Schwierigkeiten damit, sie zu formulieren.

„Wo ist er?“, wollte der Elf wissen; seine melodische Stimme war schrill vor Zorn – und wahrscheinlich auch vor Angst. Seine Robe wirbelte um ihn herum, als er sich wieder Llane zuwandte. „Wo ist der Beschützer von Azeroth?“

„Aye!“, mischte sich der Abgesandte von Kul Tiras ein. „Wo ist der Wächter?“

Taria beugte sich vor und flüsterte ihrem Gemahl zu: „Wo ist Medivh?“

Llanes Kiefer verkrampfte sich, nahm einen tiefen Atemzug und zwang sich zur Ruhe, während er der Versammlung die Stirn bot.

„Ich schlage vor, wir vertagen uns …“

„Lasst Euch so viel Zeit, wie Ihr wollt“, unterbrach ihn der Lordaeron-Abgesandte; er und seine Begleiter erhoben sich. „Wir sind hier fertig.“

In diesem Moment drängte sich ein Bote durch die im Aufbruch befindliche Diplomatengruppe aus Lordaeron und reichte Varis ein Sendschreiben, das Varis rasch las, ehe er zu Lothar trat.

„Hauptmann“, sagte er leise. „Das, was von der Vierten übrig ist, hat die Steinwacht aufgegeben.“

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