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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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Drei Viertel von Ihnen werden in drei Jahren gestorben sein. Trotz der Verbesserungen an den Körpern der Soldaten sowie an den Waffen und anderer Technik ist diese Zahl eine Konstante. Doch Sie werden dafür sorgen, dass dieses Universum zu einem Ort wird, an dem Ihre Kinder und die Kinder der gesamten Menschheit leben und gedeihen können. Es ist ein hoher Preis, aber es lohnt sich, ihn zu zahlen.

Manche von Ihnen werden sich fragen, was Sie persönlich durch Ihren Dienst gewinnen. Nach Ablauf Ihrer Dienstzeit werden Sie ein neues Leben erhalten. Sie werden zu Kolonisten und können auf einer neuen Welt von vorn anfangen. Die Koloniale Verteidigungsarmee wird Sie dabei unterstützen und Ihnen alles zur Verfügung stellen, was Sie benötigen. Wir können Ihnen nicht versprechen, dass Ihr neues Leben erfolgreich verlaufen wird, das liegt allein an Ihnen. Aber Sie werden exzellente Startbedingungen erhalten◦– und die Dankbarkeit der anderen Kolonisten, weil Sie etwas Wichtiges für sie getan haben. Oder Sie können es genauso machen wie ich und Ihren Dienst fortsetzen. Sie werden überrascht sein, wie viele es tun.«

Das Bild von Beta Pyxis III flackerte kurz, dann verschwand es, sodass Higgee nun allein im Zentrum der Aufmerksamkeit stand. »Ich hoffe, Sie alle haben meinen Ratschlag befolgt und in der vergangenen Woche viel Spaß gehabt. Jetzt beginnt Ihre Arbeit. In einer Stunde werden Sie die Henry Hudson verlassen, um mit Ihrer Ausbildung zu beginnen. Hier gibt es mehrere Trainingsbasen. Über Ihren BrainPal werden Sie informiert, welcher Basis Sie zugewiesen wurden. Sie werden jetzt in Ihre Quartiere zurückkehren und Ihre persönlichen Sachen zusammenpacken. Machen Sie sich keine Gedanken über Kleidung; sie wird Ihnen in der Basis zur Verfügung gestellt. Ihr BrainPal wird Ihnen sagen, wo Sie sich zum Abtransport versammeln sollen.

Viel Glück, Rekruten. Möge Gott Sie schützen, und mögen Sie der Menschheit mit Würde und mit Stolz dienen.«

Lieutenant Colonel Higgee salutierte. Ich wusste nicht, wie ich darauf reagieren sollte. Keiner von uns wusste es.

»Sie haben Ihre Befehle«, sagte er. »Sie sind entlassen.«

Unsere siebenköpfige Truppe drängte sich um die Plätze, auf denen wir bis eben gesessen hatten.

»Sie lassen uns nicht viel Zeit zum Verabschieden«, sagte Jesse.

»Fragt eure Computer«, sagte Harry. »Vielleicht sind einige von uns derselben Basis zugeteilt.«

Wir konsultierten unsere BrainPals. Harry und Susan gingen zur Basis Alpha, Jesse nach Beta, Maggie und Thomas nach Gamma, Alan und ich nach Delta.

»Die Alten Scheißer werden auseinandergerissen«, sagte Thomas.

»Werd nicht sentimental«, sagte Susan. »Wir alle haben gewusst, dass es so kommen würde.«

»Ich werde sentimental, wann ich will«, sagte Thomas. »Dort kenne ich sonst niemanden. Selbst du wirst mir fehlen, du alte Schreckschraube.«

»Ihr habt etwas vergessen«, sagte Harry. »Auch wenn wir nicht mehr zusammen sind, können wir ständig in Verbindung bleiben. Wir haben unsere BrainPals. Wir müssen nur eine Mailbox für uns alle einrichten. Einen Gemeinschaftsraum für die Alten Scheißer.«

»Das mag hier funktionieren«, sagte Jesse. »Aber ich weiß nicht, wie es ist, wenn wir im aktiven Dienst sind. Wir könnten über die halbe Galaxis verstreut sein.«

»Alle Raumschiffe kommunizieren über Phoenix miteinander«, sagte Alan. »Jedes Schiff verfügt über Skip-Drohnen, die Meldung erstatten und neue Befehle abholen. Damit wird auch Post transportiert. Es könnte eine Weile dauern, bis eine Nachricht den Empfänger erreicht, aber so könnten wir Kontakt halten.«

»Als würden wir per Flaschenpost kommunizieren«, sagte Maggie. »Flaschen mit gewaltiger Feuerkraft.«

»So machen wir es«, sagte Harry. »Wir sind eine Familie, die zusammenhält. Wir bleiben in Verbindung, ganz gleich, wo wir sind.«

»Jetzt wirst auch du sentimental«, sagte Susan.

»Ich mache mir keine Sorgen, dass du mir fehlen wirst, Susan«, sagte Harry. »Du bleibst in meiner Nähe. Die anderen werden mir fehlen.«

»Also schließen wir einen Pakt«, sagte ich. »Dass wir die Alten Scheißer bleiben, ganz gleich, was geschieht.« Ich streckte eine Hand aus. Nacheinander legten die übrigen Mitglieder der Gruppe die Hände auf meine.

»Au weia«, sagte Susan, als sie ihre Hand auf die der anderen legte. »Jetzt werde ich sentimental.«

»Das legt sich wieder«, sagte Alan.

Susan schlug mit der freien Hand nach ihm.

So blieben wir, so lange es ging.

Zweiter Teil

7

Über einer fernen Ebene auf Beta Pyxis III ging Beta Pyxis, die Sonne dieses Systems, gerade im Osten auf. Durch die spezielle Zusammensetzung der Atmosphäre hatte der Himmel eine Färbung, die ins Türkisfarbene ging, mit etwas mehr Grün als auf der Erde, aber im Wesentlichen immer noch blau. Auf der sanft gewellten Ebene wogten die Gräser in Rotund Orangetönen in der morgendlichen Brise. Vogelähnliche Tiere mit zwei Flügelpaaren spielten am Himmel und erkundeten die Luftströmungen in wilden, chaotischen Flugmanövern. Es war unser erster Morgen auf einer neuen Welt, der ersten, auf die ich oder meine Kameraden ihren Fuß gesetzt hatten. Es war wunderschön. Wenn es nicht den großen, wütenden Master Sergeant gegeben hätte, der mir ins Ohr bellte, wäre es ein vollkommener Morgen gewesen.

Leider gab es dieses lästige Detail, das die Vollkommenheit störte.

»Jesus auf der Rodelbahn!«, rief Master Sergeant Antonio Ruiz, nachdem er unsere sechzigköpfige Rekrutenkompanie wütend angefunkelt hatte. Wir standen auf dem Asphalt des Shuttlelandeplatzes der Basis Delta und hatten Haltung angenommen (oder was wir dafür hielten). »Wir haben soeben eindeutig die Schlacht ums verdammte Universum verloren. Wenn ich Sie anschaue, kommen mir sofort die gottverdammten Worte ›total im Arsch‹ in den Sinn. Wenn Sie das Beste sind, was die Erde aufzubieten hat, wird es Zeit, dass wir uns tief bücken und einen Tentakel in den Arsch schieben lassen.«

Das entlockte mehreren Rekruten leises Gelächter. Master Sergeant Antonio Ruiz schien von einem Besetzungsbüro ausgewählt worden zu sein. Er war genauso, wie man sich einen knallharten Ausbilder vorstellte◦– groß, jähzornig und mit einem unbegrenzten Vorrat an phantasievollen Schimpfworten. Zweifellos würde er in den nächsten Sekunden einem der lachenden Rekruten an die Gurgel springen, ihm Unflätigkeiten an den Kopf werfen und zwingen, hundert Liegestütze zu machen. Das kommt davon, wenn man fünfundsiebzig Jahre lang mittelmäßige Kriegsfilme gesehen hat.

»Ha ha ha«, erwiderte Master Sergeant Antonio Ruiz. »Glaubt ihr, ich wüsste nicht, was ihr gerade denkt, ihr blöden Scheißer. Ich weiß, dass ihr euch jetzt noch prächtig über meine Vorstellung amüsiert. Wie köstlich! Ich bin genauso wie alle Ausbilder, die ihr aus Kriegsfilmen kennt! Bin ich nicht einfach unglaublich originell?«

Das Lachen erstarb schlagartig. Seine letzten Sätze standen nicht im Drehbuch.

»Ihr versteht überhaupt nichts«, fuhr er fort. »Ihr bildet euch ein, ich würde so reden, weil das irgendwie zur Rolle eines Ausbilders gehört. Ihr glaubt, dass nach ein paar Wochen der Ausbildung meine böse, aber gerechte Fassade bröckeln wird, worauf ich durchblicken lasse, dass ich doch ein bisschen von euch beeindruckt bin. Und am Ende der Ausbildungszeit werde ich widerstrebend zugeben müssen, dass ihr euch meinen Respekt verdient habt. Ihr bildet euch ein, dass ich es gut mit euch meine, während ihr das Universum etwas sicherer für die Menschheit macht, und dass ich bessere Soldaten und Soldatinnen aus euch gemacht haben werde. Was ihr glaubt und euch einbildet, meine sehr verehrten Rekruten und Rekrutinnen, ist völliger und ausgemachter Blödsinn.«

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