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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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Natürlich gingen ein paar auch zu weit. Ich erlebte persönlich mit, wie eine Rekrutin von einer hohen Brüstung sprang, entweder weil sie dachte, sie könnte fliegen, oder weil sie zumindest überzeugt war, den Sprung ohne Verletzung zu überstehen. Wie ich hörte, brach sie sich das rechte Bein, den rechten Arm, den Unterkiefer und den Schädel. Doch sie überlebte die Aktion, was ihr während ihrer irdischen Existenz höchstwahrscheinlich nicht gelungen wäre. Noch beeindruckender war die Tatsache, dass sie zwei Tage später wieder auf den Beinen war, was diese durchgeknallte Frau vermutlich eher der Medizintechnik der Kolonialen zu verdanken hatte als ihren regenerativen Fähigkeiten. Ich hoffe, jemand hat ihr gesagt, dass sie in Zukunft solche Dummheiten unterlassen sollte.

Wenn die Leute nicht mit ihren Körpern spielten, taten sie es mit ihrem Geist, beziehungsweise mit ihren BrainPals, was fast das Gleiche war. Während ich im Schiff herumlief, sah ich immer wieder Rekruten, die einfach nur dasaßen, die Augen geschlossen und langsam nickend. Sie hörten Musik oder sahen sich einen Film an oder etwas in der Art. Sie erlebten irgendeine Aufzeichnung, die nur ihrem Gehirn abgespielt wurde. Ich hatte es schon selber getan. Bei der Suche in den Systemen des Schiffes war ich auf eine Sammlung sämtlicher Looney Tunes gestoßen, die jemals geschaffen wurden, sowohl während der klassischen Warner-Epoche als auch später, als die Figuren Public Domain geworden waren. Eines Abends brachte ich mehrere Stunden damit zu, mir anzuschauen, wie Karl der Kojote in die Luft gesprengt oder von Felsbrocken erschlagen wurde. Ich hörte erst damit auf, als Maggie verlangte, dass ich mich entweder für sie oder für den Road Runner entschied. Ich entschied mich für sie. Schließlich konnte ich den Road Runner jederzeit haben. Ich hatte Arschloch angewiesen, sämtliche Zeichentrickfilme runterzuladen.

Freundschaften schließen war etwas, das ich ausgiebig tat. Alle Mitglieder der Alten Scheißer wussten, dass unsere Gruppe bestenfalls vorübergehenden Bestand hatte. Wir waren nicht mehr als sieben Menschen, die der Zufall zusammengeworfen hatte, in einer Situation, in der niemand auf Dauerhaftigkeit hoffen konnte. Aber in der kurzen Zeit, die wir gemeinsam verbringen durften, wurden wir zu Freunden, sogar zu engen Freunden. Es ist keine Übertreibung, wenn ich sage, dass ich Thomas, Susan, Alan, Harry, Jesse und Maggie schließlich so nahe stand wie allen anderen, die ich in der zweiten Hälfte meines »normalen« Lebens gekannt hatte. Wir wurden zu einer Art Familie, in der sich sogar die üblichen kleinlichen Streitereien abspielten. Wir kümmerten uns umeinander, und das brauchten wir dringend in einem Universum, das uns nur Gleichgültigkeit entgegenbrachte oder nicht einmal wusste, dass wir überhaupt existierten.

Wir knüpften starke Bindungen. Und wir hatten es sogar schon getan, bevor wir von den Wissenschaftlern der Kolonien mit biologischen Mitteln dazu gedrängt wurden. Während sich die Henry Hudson ihrem Ziel näherte, wurde mir immer deutlicher bewusst, wie sehr die Alten Scheißer mir fehlen würden.

»In diesem Raum befinden sich exakt 1022 Rekruten«, sagte Lieutenant Colonel Higgee. »In zwei Jahren werden vierhundert von Ihnen tot sein.«

Higgee stand wieder auf der Bühne des Auditoriums◦– diesmal vor einem besonderen Hintergrund. Der Videoschirm zeigte Beta Pyxis III, eine gewaltige Kugel in Blau, Weiß, Grün und Braun. Doch keiner von uns achtete auf den Planeten, wir alle starrten nur auf Lieutenant Colonel Higgee. Mit seiner Statistik hatte er die Aufmerksamkeit aller auf sich gezogen, was eine beträchtliche Leistung war, wenn man die Zeit (sechs Uhr morgens) und die Tatsache bedachte, dass die meisten von uns ausgiebig die vermutlich letzte Nacht in Freiheit ausgekostet hatten.

»Im dritten Jahr«, fuhr er fort, »werden weitere hundert von Ihnen gestorben sein. Und jeweils einhunderfünfzig im vierten und fünften Jahr. Nach zehn Jahren◦– ja, Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die vollen zehn Jahre dienen◦– werden siebenhundertfünfzig von Ihnen bei der Ausübung Ihrer Pflichten das Leben verloren haben. Drei Viertel von Ihnen werden es nicht schaffen. So sieht die Überlebensstatistik aus◦– nicht nur für die vergangenen zehn oder zwanzig Jahre, sondern für die über zweihundert Jahre, seit die Koloniale Verteidigungsarmee aktiv ist.«

Totenstille im Saal.

»Ich weiß, was Sie jetzt denken, weil ich genau dasselbe gedacht habe, als ich an Ihrer Stelle war«, sagte Higgee. »Sie denken: Was, zum Henker, mache ich hier eigentlich? Dieser Kerl erzählt mir, dass ich in zehn Jahren tot sein werde! Aber vergessen Sie nicht, dass Sie auch zu Hause in zehn Jahren mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr am Leben wären. Sie wären alt und gebrechlich geworden und sinnlos gestorben. Vielleicht sterben Sie in der Kolonialen Verteidigungsarmee. Höchstwahrscheinlich werden Sie in der Kolonialen Verteidigungsarmee sterben. Aber dieser Tod wird nicht sinnlos sein. Sie werden sterben, damit die Menschheit in diesem Universum überleben kann.«

Der Projektionsschirm hinter Higgee wurde schwarz, dann erschien ein dreidimensionaler Sternenhimmel. »Ich will Ihnen erklären, in welcher Lage wir uns befinden«, sagte er, und gleichzeitig wurden mehrere Dutzend Sterne, die wahllos über den Raum verteilt schienen, hellgrün. »Das sind die Systeme, die von Menschen kolonisiert wurden, in denen wir uns behaupten konnten. Und das sind die uns bekannten Systeme, die von außerirdischen Spezies bewohnt werden, die ein mit unserem vergleichbares technisches Niveau haben und ähnliche Lebensbedingungen benötigen.« Diesmal leuchteten Hunderte von Sternen in rötlicher Farbe auf. Die menschlichen Lichtpunkte waren von allen Seiten umzingelt. Viele im Publikum schnappten nach Luft.

»Die Menschheit hat zwei Probleme«, sagte Lieutenant Colonel Higgee. »Das erste ist, dass wir in einem Kolonisierungswettkampf mit anderen intelligenten Spezies stehen. Die Kolonisierung ist der Schlüssel zum Überleben der Menschheit. Eine ganz einfache Sache. Wir müssen kolonisieren, wenn wir nicht von anderen Spezies ausgebootet werden wollen. Es ist ein harter Wettkampf. Unter den anderen intelligenten Aliens haben die Menschen nur wenige Verbündete. Sehr wenige von ihnen gehen überhaupt Bündnisse ein. Das war schon so, bevor die Menschheit auf die galaktische Bühne trat.

Ganz gleich, was Sie über die Möglichkeiten diplomatischer Verhandlungen denken, die Realität sieht so aus, dass wir uns in einem gnadenlosen Wettkampf befinden. Wir können unsere Expansion nicht zurückfahren und darauf hoffen, dass wir eine friedliche Lösung finden, die allen Spezies die Kolonisierung erlaubt. Damit würden wir die Menschheit zum Untergang verdammen. Also kämpfen wir um die Kolonien.

Unser zweites Problem ist die Tatsache, dass die Planeten, die wir entdecken und die sich für die Kolonisierung eignen, häufig von intelligenten Lebewesen bewohnt werden. Wenn es möglich ist, leben wir neben der einheimischen Bevölkerung und bemühen uns um eine harmonische Koexistenz. Leider werden wir in vielen Fällen nicht willkommen geheißen. Das ist äußerst bedauerlich, aber die Bedürfnisse der Menschheit müssen für uns höchste Priorität haben. Dann wird die Koloniale Verteidigungsarmee zu einer Invasionsstreitmacht.«

Das Hintergrundbild wechselte wieder zu Beta Pyxis III. »In einem perfekten Universum würden wir die Koloniale Verteidigungsarmee gar nicht benötigen«, sagte Higgee. »Aber dieses Universum ist nicht perfekt. Also verfolgt die Koloniale Verteidigungsarmee drei Aufgaben. Die erste ist der Schutz existierender menschlicher Kolonien vor Angriff und Invasion. Die zweite ist die Suche nach neuen Planeten, die sich für die Kolonisierung eignen, und die Verhinderung von Ausbeutung, Kolonisierung und Invasion durch konkurrierende Spezies. Die dritte ist die Vorbereitung von Planeten mit einheimischer Bevölkerung für die menschliche Kolonisierung.

Als Soldaten der Kolonialen Verteidigungsarmee haben Sie alle drei Aufgaben zu erfüllen. Diese Arbeit ist weder einfach noch sauber, und zwar in mehr als einer Hinsicht. Aber sie muss erledigt werden. Das Überleben der Menschheit hängt davon ab, deshalb werden wir Ihnen alles abverlangen.

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