Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #6
- Год: 2018
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Lizzie und die Zwillinge waren gestern Abend bei Roger, und er hat sie mit Jo verheiratet«, sagte ich zu Jamie. Er blinzelte, weil ihm der schmelzende Schnee von den Wimpern über das Gesicht lief.
»Hol mich der Teufel«, sagte er. Er holte tief Luft, dann merkte er, dass er noch voller Schnee war, und ging zum Kamin, um sich zu schütteln, und die Schneeflocken fielen knisternd und zischend ins Feuer.
»Nun«, sagte er, als er an den Tisch zurücktrottete und sich neben mich setzte, »immerhin wird Euer Enkel einen Namen haben, Joseph. Er lautet Beardsley, so oder so.«
Diese lächerliche Bemerkung schien Mr. Wemyss tatsächlich ein wenig zu trösten; seine Wangen nahmen wieder etwas Farbe an, und er gestattete Mrs. Bug, ihm ein frisches Brötchen auf den Teller zu legen.
»Aye, das ist wohl etwas«, sagte er.
»Komm mit«, sagte Jemmy und zupfte ungeduldig an Briannas Arm. »Komm gucken, Mama!«
»Was denn?«
»Ich habe meinen Namen geschrieben! Opa hat es mir gezeigt!«
»Oh, wirklich? Na, wie schön!« Brianna strahlte ihn an, dann legte sich ihre Stirn in Falten. »Was – jetzt gerade?«
»Ja! Komm gucken, bevor es zugedeckt ist!«
Sie musterte Jamie finster.
»Pa, du hast doch nicht –«
Er nahm eine frische Scheibe Toast von der Platte und bestrich sie ordentlich mit Butter.
»Aye, nun ja«, sagte er, »irgendeinen Vorteil muss es doch noch haben, ein Mann zu sein, auch wenn niemand im Geringsten darauf achtet, was man sagt. Reichst du mir die Marmelade, Roger Mac?«
Kapitel 75
Läuse
Jem stützte die Ellbogen auf den Tisch und verfolgte den Weg des Löffels durch den Teig mit dem gebannten Ausdruck eines Löwen, der ein appetitliches Gnu auf dem Weg zum Wasserloch beobachtet.
»Du brauchst gar nicht daran zu denken«, warnte ich mit einem Blick auf seine Schmutzfinger. »Sie sind in ein paar Minuten fertig; dann kannst du einen haben.«
»Aber ich mag so gern rohen Teig, Oma«, protestierte er mit großen, wortlos flehenden Augen.
»Du solltest aber nichts Rohes essen«, sagte ich streng. »Davon kannst du krank werden.«
»Du tust es doch auch, Oma.« Er zeigte mit dem Finger auf meinen Mund, wo ein bräunlicher Teigklecks kleben geblieben war. Ich räusperte mich und wischte das verdächtige Beweismaterial mit einem Handtuch ab.
»Du wirst beim Abendessen keinen Hunger mehr haben«, sagte ich, doch mit der Auffassungsgabe des Dschungelraubtiers spürte er, wie seine Beute schwächer wurde.
»Nein, das verspreche ich. Ich esse alles auf!«, sagte er und hatte die Hand schon nach dem Löffel ausgestreckt.
»Ja, genau davor habe ich Angst«, sagte ich und überließ ihm den Löffel widerstrebend. »Aber es wird nur probiert – lass deinem Papa und Opa auch etwas übrig.«
Er nickte wortlos und leckte den Löffel mit einer langen Bewegung seiner Zunge ab, die Augen ekstatisch geschlossen.
Ich suchte mir einen anderen Löffel und machte mich daran, die Plätzchen in kleinen Portionen sorgfältig auf die beiden Bleche zu klecksen, die ich zum Backen benutzte. Wir wurden gerade eben fertig, und die Bleche waren voll und die Schüssel ganz leer, als im Flur Schritte auf die Tür zukamen. Da ich Briannas Gang erkannte, entriss ich Jemmy den Löffel und rieb ihm schnell mit dem Handtuch über den verschmierten Mund.
Brianna blieb in der Tür stehen, und ihr Lächeln verwandelte sich in Argwohn.
»Was macht ihr denn da?«
»Wir backen Melasseplätzchen«, sagte ich und hob zum Beweis die Bleche, bevor ich sie in den Ziegelofen schob, der in die Kaminwand eingelassen war. »Jemmy hat mir geholfen.«
Eine rote Augenbraue hob sich. Sie blickte von mir zu Jemmy, der eine Miene vollkommen unnatürlicher Unschuld trug. Ich ging davon aus, dass meine eigene Miene auch nicht überzeugender war.
»Das sehe ich«, sagte sie trocken. »Wie viel Teig hast du gegessen, Jem?«
»Wer, ich?«, sagte Jemmy und kullerte mit den Augen.
»Mmm.« Sie beugte sich vor und pickte ihm einen gelblichen Krümel aus den roten Locken. »Und was ist das?«
Er runzelte die Stirn und sah es schielend an.
»Eine fette Laus?«, schlug er munter vor. »Die habe ich bestimmt von Rabbie McLeod.«
»Rabbie McLeod?«, sagte ich und war mir unangenehm bewusst, dass Rabbie noch vor ein paar Tagen hier auf der Kaminbank gelegen hatte und seine wilden schwarzen Locken in Jemmys rote Mähne geströmt waren, als sie beim Warten auf ihre Väter eingeschlafen waren. Ich erinnerte mich noch, dass ich gedacht hatte, wie süß die Jungen aussahen, Kopf an Kopf zusammengerollt und die Gesichter traumverloren.
»Hat Rabbie denn Läuse?«, wollte Brianna wissen und schnippte den Teigkrümel beiseite, als sei er in der Tat ein widerliches Insekt.
»Oh, aye, jede Menge«, versicherte ihr Jemmy fröhlich. »Seine Mama sagt, sie holt sich das Rasiermesser seines Papas und rasiert ihm alle Haare ab, ihm und seinen Brüdern und seinem Papa und seinem Onkel Rufe. Sie sagt, die Läuse hüpfen im ganzen Bett herum. Sie hat keine Lust mehr, lebendig gefressen zu werden.« Ganz beiläufig hob er eine Hand an den Kopf und kratzte sich. Seine Finger durchfurchten sein Haar mit einer typischen Geste, die ich schon allzu oft gesehen hatte.
Brianna und ich wechselten entsetzte Blicke, dann packte sie Jemmy an den Schultern und zerrte ihn zum Fenster hinüber.
»Komm her!«
Und da! Im gleißenden Licht, das der Schnee abstrahlte, wies die empfindliche Haut hinter seinen Ohren und in seinem Nacken die charakteristische Rötung auf, die durch das Kratzen hervorgerufen wurde, und eine rasche Inspektion seines Kopfes förderte das Schlimmste zutage; winzige Nissen, die an den Haaransätzen klebten, und einige ausgewachsene, rötlich braune Läuse, die halb so groß waren wie ein Reiskorn und wie verrückt in die Haarbüschel flüchteten. Brianna fing eine davon, zerquetschte sie zwischen den Daumennägeln und warf die Überreste ins Feuer.
»Igitt!« Sie wischte sich die Hände am Rock ab, dann löste sie das Band, mit dem ihr Haar zusammengebunden war, und kratzte sich heftig. »Habe ich auch welche?«, fragte sie ängstlich und hielt mir ihren Scheitel hin.
Ich durchforstete die dichte Masse aus Kastanienbraun und Zimt, um nach verräterischen, weißlichen Nissen zu suchen, dann trat ich einen Schritt zurück und senkte meinerseits den Kopf.
»Nein, ich denn?«
Die Hintertür öffnete sich, und Jamie trat ein. Es schien ihn kaum zu überraschen, dass Brianna wie ein wild gewordener Affe in meinen Haaren herumsuchte. Dann fuhr sein Kopf auf, und er schnüffelte.
»Brennt hier etwas an?«
»Ich hab sie schon, Opa!«
Dieser Ausruf erreichte mich gleichzeitig mit dem Geruch angesengter Melasse. Ich fuhr auf und stieß mir den Kopf so fest an der Kante des Geschirrbords, dass ich Sterne sah.
Als sich diese wieder verzogen, sah ich gerade noch, wie sich Jemmy auf die Zehenspitzen stellte und in den qualmenden Ofen griff, der weit über seinem Kopf in die Kaminwand eingelassen war. Er hatte die Augen konzentriert zugekniffen und hielt das Gesicht von den Hitzewellen abgewandt, die von den Ziegeln abgestrahlt wurden, und er hatte sich ein Handtuch ungeschickt um die tastende Hand gewunden.
Jamie war mit zwei Schritten bei dem Jungen und riss ihn am Kragen zurück. Er fasste mit der bloßen Hand in den Ofen, riss ein Blech mit qualmenden Plätzchen heraus und schleuderte das heiße Blech mit solcher Wucht von sich, dass es vor die Wand prallte. Kreisrunde braune Plättchen flogen auf und landeten verstreut auf dem Boden.
Adso, der am Fenster gehockt und uns bei der Läusejagd geholfen hatte, hielt sie für Beute und schlug heftig nach einem flüchtenden Plätzchen, an dem er sich prompt die Pfote verbrannte. Er maunzte erschrocken auf, ließ es fallen und flitzte unter die Kaminbank.
Jamie, der seine verbrannten Finger schüttelte und extrem vulgär auf Gälisch vor sich hin fluchte, hatte mit der anderen Hand ein Stück Brennholz gepackt und stieß es in den Ofen, um das zweite Blech aus den Qualmwolken zu ziehen.