Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #6
- Год: 2018
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Ein fleckiges Rot stieg ihr in die Wangen.
»Ich bin keine Hure!«
»Das habe ich auch nicht behauptet«, erwiderte Jamie ruhig. »Aber andere werden es sagen, wenn es sich herumspricht, was du getan hast, Kleine. Für zwei Männer die Beine breitmachen und mit keinem davon verheiratet sein? Und jetzt mit einem Kind, dessen Vater du nicht benennen kannst?«
Sie wandte wütend den Kopf ab – und sah ihren Vater an, der sein Haupt gesenkt hatte und dessen Wangen sich nun vor Scham verfärbten. Sie stieß ein leises, erschüttertes Geräusch aus und vergrub das Gesicht in ihren Händen.
Die Zwillinge rutschten beklommen hin und her, und Jo machte Anstalten aufzustehen – dann fing er einen Blick verletzten Tadels von Mr. Wemyss auf und überlegte es sich anders.
Jamie seufzte schwer und rieb sich den Nasenrücken. Dann stand er auf, bückte sich vor dem Kamin und zog zwei Strohhalme aus dem Korb mit Zunder. Er steckte sie in seine Faust und hielt sie den Zwillingen hin.
»Wer den kurzen zieht, heiratet sie«, sagte er resigniert.
Die Zwillinge glotzten ihn mit offenem Mund an. Dann schluckte Kezzie deutlich sichtbar, schloss die Augen und zog vorsichtig einen Strohhalm, als könnte dieser an etwas Explosivem hängen. Jo hielt die Augen offen, ohne den Strohhalm anzusehen, den er gezogen hatte; sein Blick war auf Lizzie geheftet.
Alle schienen gleichzeitig auszuatmen, als sich die Blicke auf die Strohhalme richteten.
»Also schön. Steht auf«, sagte Jamie zu Kezzie, der den kürzeren Strohhalm in der Hand hatte. Er sah benommen aus, als er Jamie Folge leistete.
»Nehmt ihre Hand«, sagte Jamie geduldig zu ihm. »Also, schwört Ihr vor diesen Zeugen –«, er wies kopfnickend auf mich und Mr. Wemyss, »dass Ihr Elizabeth Wemyss zur Frau nehmt?«
Kezzie nickte, dann räusperte er sich und richtete sich auf.
»Jawohl«, sagte er entschlossen.
»Und nimmst du, mein Fräulein, Keziah – Ihr seid doch Keziah?«, fragte er und blinzelte den Zwilling argwöhnisch an. »Aye, schön, Keziah. Dass du ihn zu deinem Mann nimmst?«
»Aye«, sagte Lizzie und klang hoffnungslos verwirrt.
»Gut«, sagte Jamie ohne Umschweife. »Ihr seid handfast. Sobald wir einen Pastor finden, lassen wir Euch offiziell segnen, aber Ihr seid verheiratet.« Er richtete die Augen auf Jo, der sich erhoben hatte.
»Und Ihr«, sagte er entschlossen, »Ihr werdet gehen. Noch heute. Ihr kommt nicht zurück, bis das Kind geboren ist.«
Jos Lippen waren weiß, doch er nickte. Er hatte beide Hände an den Körper gepresst – nicht auf die Stelle, wo ihn Jamies Faust getroffen hatte, sondern höher, auf sein Herz. Ich spürte einen scharfen Schmerz an derselben Stelle, als ich sein Gesicht sah.
»Nun denn.« Jamie holte tief Luft und ließ die Schultern sinken. »Joseph – habt Ihr den Ehevertrag noch, den Ihr für Eure Tochter und den McGillivray-Jungen aufgesetzt habt? Holt ihn, aye, und wir ändern den Namen.«
Mr. Wemyss, der aussah wie eine Schnecke, die nach einem Gewitter den Kopf herausstreckt, nickte vorsichtig. Er sah Lizzie an, die unverändert Hand in Hand mit ihrem frischgebackenen Bräutigam dastand. Sie sahen aus wie Lot und seine Frau. Mr. Wemyss klopfte ihr sacht auf die Schulter, hastete aus dem Zimmer, und seine Schritte tappten die Treppe hinauf.
»Du brauchst dazu doch bestimmt eine neue Kerze, oder?«, sagte ich zu Jamie und neigte den Kopf vielsagend in die Richtung Lizzies und der Zwillinge. Der Stummel in seinem Kerzenhalter war noch ungefähr vier Zentimeter hoch, doch ich hielt es für anständig, ihnen ein paar Minuten unter sich zu gewähren.
»Oh? Oh, aye«, sagte er, denn er verstand, was ich meinte. Er hustete. »Ich, äh, komme mit und hole mir eine.«
Im selben Moment, als wir mein Sprechzimmer betraten, schloss er die Tür, lehnte sich dagegen, ließ den Kopf nach vorn fallen und schüttelte ihn.
»O Gott«, sagte er.
»Die armen Dinger«, sagte ich mitfühlend. »Ich meine – man muss doch Mitleid mit ihnen haben.«
»Ach ja?« Er roch an seinem Hemd, das zwar getrocknet war, aber immer noch einen deutlichen Fleck von Erbrochenem an der Vorderseite hatte, dann richtete er sich auf und räkelte sich, bis sein Rücken ächzte. »Aye, das muss man wohl«, gab er zu. »Aber – o Gott! Hat sie dir erzählt, wie es passiert ist?«
»Ja. Ich erzähle dir die schmutzigen Details später.« Ich hörte Mr. Wemyss’ Schritte die Treppe herunterkommen. Unter der Decke hing eine Ansammlung von Kerzen, und ich zog ein Paar herunter und hielt sie so vor mich hin, dass der lange Docht, der sie verband, gerade gezogen wurde. »Hast du ein Messer dabei?«
Seine Hand fuhr automatisch an seine Hüfte, doch er trug keinen Dolch.
»Nein. Aber ich habe ein Taschenmesser auf meinem Schreibtisch.«
Er öffnete die Tür im selben Moment, als Mr. Wemyss vor dem Zimmer anlangte. Mr. Wemyss’ Schreckensruf drang gemeinsam mit dem Geruch von Blut zu mir.
Jamie schubste Mr. Wemyss beiseite, und ich hastete hinter ihm ins Zimmer, das Herz in der Kehle.
Die drei standen dicht beieinander vor dem Tisch. Versprühte Blutströpfchen befleckten den Tisch, und Kezzie hielt mein blutiges Taschentuch um seine Hand geschlungen. Er blickte zu Jamie auf, sein Gesicht gespenstisch im flackernden Licht. Er hatte die Zähne fest zusammengebissen, doch er brachte ein Lächeln zuwege.
Ich fing eine kleine Bewegung auf, und ich sah, dass Jo die Klinge von Jamies Taschenmesser sorgfältig über die Kerzenflamme hielt. Als sei niemand da, nahm er die Hand seines Bruders, entfernte das Taschentuch und drückte das heiße Metall auf das rohe Oval der Wunde an Kezzies Daumen.
Mr. Wemyss stieß ein leises Würgegeräusch aus, und der Geruch angesengten Fleisches vermischte sich mit dem Duft des Regens. Kezzie holte tief Luft, atmete wieder aus und lächelte Jo schief an.
»Gott mit dir, Bruder«, sagte er, und seine Stimme war etwas zu laut und flach.
»Viel Glück, Bruder«, sagte Jo – mit der gleichen Stimme.
Lizzie stand zwischen ihnen, klein und zerzaust, die geröteten Augen auf Jamie geheftet. Und lächelte.
Kapitel 74
So romantisch
Brianna fuhr mit dem kleinen Auto langsam den abschüssigen Quilt über Rogers Bein hinauf, über seinen Bauch und in die Mitte seiner Brust, wo er das Auto und ihre Hand umfasste und sie ironisch angrinste.
»Das ist wirklich ein gutes Auto«, sagte sie. Sie befreite ihre Hand und drehte sich neben ihm auf die Seite. »Alle vier Räder drehen sich. Was für ein Modell ist es? Ein Morris Minor, wie diese kleine orange Kiste, die du in Schottland hattest? Das war das Niedlichste, was ich je gesehen habe, aber ich habe nie verstanden, wie du dich da hineinquetschen konntest.«
»Mit Talkumpuder«, versicherte er ihr. Er hob das Spielzeugauto hoch und versetzte mit einem Schnippen seines Daumens ein Vorderrad in Bewegung. »Aye, es ist wirklich gut geworden, nicht wahr? Eigentlich soll es kein bestimmtes Modell sein, aber ich glaube, ich hatte deinen Ford Mustang im Hinterkopf. Kannst du dich noch an das eine Mal erinnern, als wir aus den Bergen gekommen sind?«
Seine Augen wurden sanft bei dieser Erinnerung, ihr Grün fast schwarz im Licht des abgedämmten Feuers.
»O ja. Ich bin fast von der Straße gerumpelt, als du mich bei Tempo hundert geküsst hast.«
Sie rückte automatisch dichter an ihn heran und stieß ihn mit dem Knie an. Er drehte sich gehorsam so, dass er ihr zugewandt war, und küsste sie erneut, während er mit dem Auto eilig rückwärts über ihre Wirbelsäule und die Rundung ihrer Pobacken fuhr. Sie wand sich jaulend an ihm, um den kitzelnden Rädern zu entgehen, dann boxte sie ihn in die Rippen.
»Hör auf damit.«
»Ich dachte, du findest Geschwindigkeit erotisch. Brumm«, murmelte er, während er das Auto über ihren Arm lenkte – und dann unvermittelt in den Ausschnitt ihres Hemds. Sie grabschte nach dem Auto, doch er hielt es weg, schob danach die Hand unter die Bettdecke und rollte die Räder an ihrem Oberschenkel hinunter – und rasend wieder herauf.