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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L

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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
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»Gift!«, jammerte Grover. »Lasst euch von diesem Zeug ja nicht berühren, sonst …«

»Sonst müssen wir sterben?«, vermutete ich.

»Na ja … nachdem ihr zu Staub zerfallen seid, ja.«

»Wir weichen den Schwertern aus«, beschloss ich.

»Briareos, kämpfen!«, drängte Tyson. »Nimm deine volle Größe an!«

Aber Briareos schien immer noch weiter schrumpfen zu wollen. Er hatte sein absolut panisches Gesicht aufgesetzt.

Kampe kam auf ihren Drachenbeinen auf uns zugestürmt, und Hunderte von Schlangen glitten um ihren Körper.

Eine Sekunde lang spielte ich mit dem Gedanken, Springflut zu ziehen und mich ihr zu stellen, aber mein Herz kroch mir dabei in die Kehle. Und dann sprach Annabeth meine Gedanken aus: »Weg hier!«

Das war das Ende der Diskussion. Es war unmöglich, gegen dieses Wesen zu kämpfen. Wir rannten über den Gefängnishof und durch die Tore, dicht gefolgt von dem Monster. Sterbliche schrien auf und nahmen die Beine in die Hand. Alarmsirenen kreischten los.

Wir erreichten das Hafenbecken, als gerade ein weiteres Ausflugsboot eingetroffen war. Diese neuen Besucher erstarrten, als wir auf sie zugestürzt kamen, gefolgt von einer Meute aus verängstigten Touristen, gefolgt von … ich weiß nicht, was sie durch den Nebel sahen, aber etwas Gutes kann es nicht gewesen sein.

»Aufs Boot?«, fragte Grover.

»Zu langsam«, sagte Tyson. »Zurück ins Labyrinth. Einzige Chance.«

»Wir müssen sie ablenken«, sagte Annabeth.

Tyson riss einen Laternenpfahl aus dem Boden. »Ich lenke Kampe ab. Ihr rennt schon mal vor.«

»Ich helfe dir«, sagte ich.

»Nein«, sagte Tyson. »Du gehst. Gift tut Zyklopen weh. Große Schmerzen. Aber es bringt mich nicht um.«

»Bist du sicher?«

»Geh, Bruder. Wir sehen uns drinnen.«

Ich fand diese Vorstellung schrecklich. Schon einmal hätte ich Tyson fast verloren, und ich wollte dieses Risiko niemals wieder eingehen. Aber für Diskussionen war keine Zeit, und mir fiel nichts Besseres ein. Annabeth, Grover und ich nahmen jeweils eine von Briareos’ Händen und zogen ihn zu den Verkaufsbuden, während Tyson brüllte, den Laternenpfahl senkte und auf Kampe losging wie ein Ritter beim Turnier.

Sie hatte Briareos angestarrt, aber dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf Tyson, der ihr den Pfahl in die Brust bohrte und sie nach hinten gegen die Wand drückte. Sie kreischte, schlug mit ihren Schwertern um sich und schnitt den Pfahl in Streifen. Gift triefte in Strömen von ihr herunter und traf zischend auf den Zement auf.

Tyson sprang zurück, als Kampes Haare nach ihm schlugen und zischten und die Vipern an ihren Beinen ließen ihre Zungen in alle Richtungen schnellen. Ein Löwe erhob sich aus den seltsamen halb geformten Gesichtern um ihre Taille und brüllte.

Während wir auf die Gefängnisgebäude zujagten, sah ich noch gerade, wie Tyson einen Eiswagen hochhob und auf Kampe warf. Eis und Gift explodierten in alle Richtungen, und die kleinen Schlangen in Kampes Haaren bekamen bunte Tupfen. Wir stürzten zurück auf den Gefängnishof.

»Schaff das nicht«, keuchte Briareos.

»Tyson setzt sein Leben aufs Spiel, um dir zu helfen«, schrie ich ihn an. »Du hast das zu schaffen!«

Als wir die Tür des Gebäudes erreicht hatten, hörte ich ein wütendes Gebrüll. Ich schaute mich um und sah, dass Tyson im Affenzahn auf uns zugerannt kam, dicht gefolgt von Kampe. Sie war am ganzen Körper mit Eiscreme und T-Shirts beklebt. Einer der Bärenköpfe an ihrer Taille trug eine zerbrochene Alcatraz-Sonnenbrille.

»Beeil dich«, sagte Annabeth, als ob es nötig gewesen wäre, mir das zu sagen.

Endlich hatten wir die Zelle gefunden, durch die wir gekommen waren, aber die hintere Wand war vollkommen glatt – keine Spuren von Quadern oder so.

»Sucht nach dem Zeichen«, sagte Annabeth.

»Da!« Grover berührte einen winzigen Kratzer und er wurde zu einem griechischen Δ. Das Zeichen des Dädalus glühte blau und die Mauer öffnete sich kreischend.

Zu langsam. Tyson kam durch den Gang gerannt und Kampes Schwerter hinter ihm durchschnitten Zellengitter und Mauern.

Ich stieß Briareos ins Labyrinth und Annabeth und Grover folgten.

»Du kannst es schaffen!«, schrie ich Tyson zu. Aber sofort wurde mir klar, dass das nicht stimmte. Kampe kam immer näher. Sie hob ihre Schwerter. Ich musste sie ablenken – mit etwas Großem. Ich schlug auf meine Armbanduhr und sie öffnete sich zu einem Bronzeschild. Verzweifelt warf ich ihn ins Gesicht des Monsters.

SCHMACK! Der Schild traf sie ins Gesicht und sie zögerte gerade lang genug, damit Tyson an mir vorbei ins Labyrinth jagen konnte. Ich folgte ihm auf dem Fuße.

Kampe griff an, aber sie kam zu spät. Die Steintür schloss sich und Magie versiegelte den Eingang. Ich fühlte, wie der ganze Tunnel bebte, als Kampe mit wütendem Gebrüll darauf einhämmerte. Wir blieben allerdings nicht stehen, um mit ihr Klopfspiele zu machen. Wir rannten in die Dunkelheit und zum ersten (und letzten) Mal war ich froh darüber, wieder im Labyrinth zu sein.

Wir besuchen die Dämonen-Ranch

Irgendwann gelangten wir in einen Saal voller Wasserfälle. Der Boden war eine einzige Riesenpfütze, umgeben von einem glitschigen Steinpfad. An allen vier Wänden um uns herum schoss Wasser aus riesigen Rohren. Das Wasser strömte in die Pfütze, und nicht einmal mit meiner Taschenlampe konnte ich deren Grund erkennen.

Briareos ließ sich an der Wand nach unten gleiten. Er schöpfte mit einem Dutzend Händen Wasser und wusch sich das Gesicht. »Diese Pfütze führt direkt in den Tartarus«, murmelte er. »Ich sollte hineinspringen und euch viel Ärger ersparen.«

»Sag so was nicht«, mahnte Annabeth. »Du kannst mit uns zurück ins Camp kommen und uns bei den Vorbereitungen helfen. Du weißt mehr darüber, wie man mit Titanen kämpft, als irgendwer sonst.«

»Ich kann euch nichts bieten«, sagte Briareos. »Ich habe alles verloren.«

»Was ist mit deinen Brüdern?«, fragte Tyson. »Die beiden anderen sind bestimmt noch so hoch wie Berge. Wir könnten dich zu ihnen bringen.«

Briareos’ Gesicht wurde noch trauriger, er setzte seine Leidensmiene auf. »Es gibt sie nicht mehr. Sie sind verblichen.«

Die Wasserfälle dröhnten. Tyson starrte in die Pfütze und blinzelte sich Tränen aus dem Auge.

»Was genau soll das heißen, sie sind verblichen?«, fragte ich. »Ich dachte, Monster seien unsterblich, wie Götter.«

»Percy«, sagte Grover müde. »Sogar Unsterblichkeit hat ihre Grenzen. Manchmal … manchmal werden Monster vergessen, und dann verlieren sie den Willen zur Unsterblichkeit.«

Als ich Grover ins Gesicht schaute, fragte ich mich, ob er an Pan dachte. Mir fiel etwas ein, das die Medusa uns einmal erzählt hatte: wie ihre beiden Schwestern, die anderen Gorgonen, weitergezogen waren und sie allein gelassen hatten. Und im vergangenen Jahr hatte Apollo etwas darüber gesagt, dass der alte Gott Helios verschwunden war und ihm die Pflichten des Sonnengottes hinterlassen hatte. Ich hatte nie besonders viel darüber nachgedacht, aber jetzt, wo ich Briareos ansah, ging mir auf, wie entsetzlich es sein musste, so alt zu sein – Tausende und Abertausende von Jahren – und ganz und gar allein.

»Ich muss los«, sagte Briareos.

»Kronos’ Armee wird das Camp überfallen«, sagte Tyson. »Wir brauchen Hilfe.«

Briareos ließ den Kopf hängen. »Ich kann nicht, Zyklop.«

»Du bist stark.«

»Nicht mehr.« Briareos stand auf.

»Hey.« Ich packte einen seiner Arme und zog ihn beiseite, damit das Tosen des Wassers unsere Worte übertönte. »Briareos, wir brauchen dich. Falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte, Tyson glaubt an dich. Er hat sein Leben für dich aufs Spiel gesetzt.«

Ich erzählte ihm alles – von Lukes Invasionsplan über den Labyrintheingang im Camp bis zu Dädalus’ Werkstatt und Kronos’ goldenem Sarg.

Briareos schüttelte immer wieder den Kopf. »Ich kann nicht, Halbgott. Ich habe keine Fingerpistole, um dieses Spiel zu gewinnen.« Zum Beweis machte er hundert Fingerpistolen.

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