Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
1 ... 279 280 281 282 283 284 285 286 287 ... 421
Перейти на страницу:

Ich zog die Tür auf, wodurch ich eine kräftige Ammoniakwolke aus dem dunklen Stallinneren entließ, hielt den Atem an, zog die Hühner aus dem Baum und warf sie ohne Umschweife hinein. Lizzie rannte in den Wald, zog Hühner unter den Büschen hervor und hastete zurück, um sie in den Stall zu schubsen. Große Tropfen begannen jetzt, aus den Wolken zu stürzen. Sie waren so schwer wie Kiesel und landeten laut klatschend über uns im Laub.

»Schnell!« Ich warf hinter dem letzten der gackernden Hühner die Tür zu, schob den Riegel vor und packte Lizzie am Arm. Von einem Windstoß getragen, rannten wir auf das Haus zu, und unsere Röcke wirbelten wie Taubenflügel um uns auf.

Die Sommerküche war uns am nächsten; wir platzten just in dem Moment durch die Tür, als der Regen mit Getöse über uns kam, eine feste Wasserwand, die mit dem Geräusch fallender Ambosse auf das Dach traf.

Wir standen keuchend im Inneren des Küchenhäuschens. Lizzie hatte beim Rennen ihre Haube verloren, und ihr Zopf hatte sich gelöst, so dass ihr das Haar in glänzenden, cremeblonden Strähnen über die Schulter hing; ein deutlicher Unterschied zu dem stumpfen, zotteligen Aussehen, das sie normalerweise mit ihrem Vater teilte. Hätte ich sie ohne ihre Haube gesehen, hätte ich sofort Bescheid gewusst. Ich ließ mir Zeit, wieder zu Atem zu kommen, während ich mir überlegte, was in aller Welt ich zu ihr sagen sollte.

Sie machte sich unter großem Theater wieder zurecht, zupfte keuchend an ihrem Leibchen und strich ihre Röcke glatt – und versuchte dabei unablässig, meinem Blick auszuweichen.

Nun, es gab eine Frage, die seit Mr. Wemyss’ schockierender Enthüllung an mir genagt hatte; besser, wenn ich sie sofort aus dem Weg räumte. Das anfängliche Dröhnen des Regens hatte sich zu regelmäßigem Getrommel abgeschwächt; es war laut, aber zumindest war es möglich, sich zu unterhalten.

»Lizzie.« Sie sah etwas erschrocken von ihrem Röcke-Rücken auf. »Sag mir die Wahrheit«, forderte ich. Ich legte ihr die Hände um beide Wangen und blickte ihr ernst in die blassblauen Augen. »Bist du vergewaltigt worden?«

Sie blinzelte, und der Ausdruck völliger Verblüffung, der ihre Gesichtszüge überlief, war beredter, als es jede verbale Verneinung hätte sein können.

»O nein, Ma’am!«, sagte sie nicht minder ernst. »Ihr könnt doch nicht glauben, dass Jo oder Kezzie so etwas tun würden?« Ihre schmalen Lippen zuckten sacht. »Meint Ihr vielleicht, sie haben mich abwechselnd festgehalten?«

»Nein«, sagte ich gereizt und ließ sie los. »Aber ich dachte, ich frage vorsichtshalber lieber.«

Ich hatte es nicht ernsthaft geglaubt. Aber die Beardsleys waren eine derart seltsame Mischung aus Zivilisiertheit und Wildheit, dass es unmöglich war, mit Sicherheit zu sagen, was sie tun würden und was nicht.

»Aber sie waren es … äh … beide? Das hat dein Vater gesagt. Der arme Mann«, fügte ich mit tadelnder Stimme hinzu.

»Oh.« Sie runzelte ihre hellen Augenbrauen und tat so, als hätte sie einen losen Faden an ihrem Rock gefunden. »Ähm … nun ja, aye, das stimmt. Ich fühle mich schrecklich, weil ich Pa solche Schande gemacht habe. Und wir haben es ja eigentlich nicht mit Absicht getan …«

»Elizabeth Wemyss«, sagte ich mit beträchtlicher Schärfe, »von einer Vergewaltigung abgesehen – und das haben wir ja ausgeschlossen –, ist es nicht möglich, mit zwei Männern Verkehr zu haben, ohne es zu beabsichtigen. Mit einem vielleicht, aber nicht mit zweien. Und was das betrifft …« Ich zögerte, aber meine ganz vulgäre Neugier war einfach zu stark. »Beide gleichzeitig?«

Jetzt sah sie schockiert aus, was mich doch erleichterte.

»O nein, Ma’am! Es war … ich meine, ich wusste doch nicht, dass es …« Sie wurde rot und verstummte.

Ich zog zwei Hocker unter dem Tisch hervor und schob ihr einen hin.

»Setz dich«, befahl ich, »und erzähl es mir. Wir sitzen hier vorerst fest«, fügte ich hinzu und blickte durch die halboffene Tür in den strömenden Regen. Ein silberner Dunstschleier überzog den Hof kniehoch, während die Regentropfen in kleinen Nebelexplosionen im Gras landeten, und ein scharfer Geruch durchspülte die Sommerküche.

Lizzie zögerte, nahm aber den Hocker; ich konnte sehen, wie sie zu dem Entschluss gelangte, dass ihr eigentlich nichts anderes übrigblieb, als es mir zu erklären – immer vorausgesetzt, die Situation ließ sich erklären.

»Du, äh, sagst, du hast es nicht gewusst«, sagte ich, um ihr einen Ausgangspunkt zu verschaffen. »Du meinst – du dachtest, es wäre nur ein Zwilling, aber sie, äh, haben dich an der Nase herumgeführt?«

»Nun, aye«, sagte sie und atmete die würzige Luft tief ein. »Etwas in der Art. Seht Ihr, es war, als Ihr und Ehrwürden in Bethabara wart. Mrs. Bug hatte einen Hexenschuss, und Pa und ich waren allein im Haus – aber dann ist er zur Mühle gegangen, um das Mehl zu holen, und ich war allein.«

»In Bethabara? Das ist doch fast sechs Monate her! Und du bist im vierten Monat – du meinst, ihr habt die ganze Zeit … nun, egal. Was ist dann passiert?«

»Das Fieber«, sagte sie schlicht. »Es ist zurückgekehrt.«

Sie hatte Brennholz gesammelt, als der erste Schüttelfrost sie überkommen hatte. Weil sie richtig erkannte, was los war, hatte sie das Holz fallen gelassen und versucht, das Haus zu erreichen. Doch auf halbem Weg war sie zusammengebrochen, weil ihre Muskeln wie Fäden erschlafften.

»Ich habe auf dem Boden gelegen«, erklärte sie, »und konnte spüren, wie das Fieber über mich hergefallen ist. Es ist wie ein Raubtier, aye? Ich kann spüren, wie es mich zwischen die Kiefer nimmt und zubeißt – als würde mein Blut zuerst kochen und dann einfrieren, und die Zähne senken sich bis in meine Knochen. Dann kann ich spüren, wie es sich festbeißt und versucht, sie entzweizubrechen, um das Mark herauszusaugen.« Sie erschauerte bei der Erinnerung daran.

Einer der Beardsleys – sie hatte vermutet, dass es Kezzie war, doch ihr war nicht danach gewesen zu fragen – hatte sie als zerwühltes Häufchen auf dem Hof gefunden. Er hatte im Laufschritt seinen Bruder geholt, und zu zweit hatten sie sie hochgehoben, sie ins Haus getragen und sie nach oben in ihr Bett gebracht.

»Meine Zähne haben so fest geklappert, dass ich dachte, sie brechen ab, aber ich habe ihnen gesagt, sie sollen die Salbe holen, die Ihr gemacht hattet, die Salbe mit den Gallbeeren.«

Sie hatten den Sprechzimmerschrank durchwühlt, bis sie sie gefunden hatten. Panisch, weil Lizzies Fieber stieg und stieg, hatten sie ihr die Schuhe und Strümpfe ausgezogen und angefangen, ihr die Salbe in Hände und Füße zu reiben.

»Ich habe ihnen gesagt – ihnen gesagt, sie müssten mich überall einreiben«, sagte sie, und ihre Wangen wurden tiefrot. Sie blickte zu Boden und spielte mit einer Haarsträhne herum. »Ich war – nun ja, ich war durch das Fieber von Sinnen, Ma’am, wirklich. Aber ich wusste, dass ich dringend meine Medizin brauche.«

Ich nickte und begann zu verstehen. Ich machte ihr keine Vorwürfe; ich hatte ja schon miterlebt, wie sie von der Malaria überwältigt wurde. Und was das anging, so hatte sie das Richtige getan; sie brauchte die Medizin und hätte sie niemals selbst auftragen können.

Panisch hatten die beiden Jungen getan, was sie sagte, ihr umständlich die Kleider ausgezogen und jeden Zentimeter ihres nackten Körpers gründlich mit der Salbe eingerieben.

»Ich habe immer wieder das Bewusstsein verloren«, erklärte sie, »und die Fieberträume sind aus meinem Kopf geradewegs ins Zimmer spaziert, deswegen erinnere ich mich nur verworren. Aber ich glaube, einer der Jungen hat gesagt, der andere hätte überall Salbe kleben und würde sich noch das Hemd ruinieren, also sollte er es besser ausziehen.«

1 ... 279 280 281 282 283 284 285 286 287 ... 421
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)