Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Mephisto - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Mephisto

Электронная книга - «Mephisto». Краткое содержание книги:

Mephisto
1 ... 23 24 25 26 27 28 29 30 31 ... 76
Перейти на страницу:

Hendrik war so best�rzt �ber diese Redewendung, da� er das Monokel aus dem Auge fallen lie�. Marder inzwischen stie� ihn lustig vor den Bauch. �Nichts f�r ungut!� rief er, pl�tzlich gl�nzend gelaunt. �Vielleicht schaffen Sie es - kann man nie wissen - sind ja 'ne dolle Type!�

Auf der Nachhausefahrt, im Dampfer, erkl�rte Nicoletta, ganz �hnlich wie Theophil Marder m�sse ihr Vater, der Abenteurer, gewesen sein. �Ich besitze ja kein Bild von Papa�, sagte sie, und schaute sinnend �ber das Wasser, auf dem es kein Sonnenlicht mehr gab, sondern das perlmuttergrau und unbewegt im sinkenden Abend lag. �Kein Bild - nur die Opiumpfeife. Aber er mu� mit Theophil viel gemeinsam gehabt haben. Ich sp�re es. Daher bin ich Marder so tief verwandt.� Nach einer kleinen Pause lie� sich Barbara h�ren: �Sicher war dein Vater viel, viel netter als Marder. Marder ist ja �berhaupt nicht nett.� Nicoletta schaute t�ckisch und belustigt aus den gr�nen Katzenaugen und kicherte leise in sich hinein. -

Nicoletta machte nun fast jeden Tag die Dampferfahrt zum gegen�berliegenden Ufer, wo sich Marders Villa befand. Sie brach gegen Mittag auf, um meistens erst sp�t in der Nacht zur�ckzukehren. Barbara wurde immer stiller und nachdenklicher, besonders w�hrend der kurzen Stunden, da Nicoletta noch in ihrer N�he war.

�brigens war Nic.olet.tas- unvern�nftig-eigensinniger Flirt mit Theophil nicht der einzige Umstand, der Barbara versonnen stimmte. Wenn sie nachts allein in ihrem Bett lag - und sie lag allein -, lauschte sie in ihr Inneres, um zu erfahren, ob Hendriks wunderliches und ein wenig blamables Verhalten - das man wohl auch ein Versagen nennnen konnte - sie erleichterte oder entt�uschte. Ja, es erleichterte sie, und es entt�uschte Sie doch auch�

Die Zimmer Barbaras und Hendriks hatten eine Verbindungst�r. Zu sp�ter Stunde pflegte H�fgen noch bei seiner Gattin einzutreten, dekorativ geh�llt in seinen schadhaft-prunkvollen Schlafrock. Den Kopf im Nacken, �ber dem schillernd-schielenden Blick halb die Lider gesenkt, eilte er durchs Zimmer und versicherte Barbara mit singender Stimme, wie froh und dankbar er sei und da� sie stets das Zentrum seines Lebens bleiben werde. Er umarmte sie auch, aber nur fl�chtig, und w�hrend er sie in den Armen hielt, ward er bleich. Er litt, er bebte, ihm stand der Schwei� auf der Stirn. Scham und Zorn f�llten ihm die Augen mit Tr�nen.

Auf dieses Fiasko war er nicht vorbereitet gewesen. Er hatte geglaubt, Barbara zu lieben - ja, er liebte sie wirklich. Hatte ihn die Freundschaft mit Prinzessin Te-bab so verdorben? Ach, er konnte sich an Barbaras sch�nen Beinen keine gr�nen Schaftstiefel vorstellen� Die kl�glichen und erfolglosen Umarmungen wurden ihm zur Qual. Er meinte, in Barbaras Augen, die doch nur eine stille, etwas verwunderte Frage enthielten, Hohn und Vorwurf zu lesen. Um �ber die grauenvolle Situation hinwegzukommen, schwatzte er, was ihm gerade einfiel; er wurde munter, von einem nerv�sen Lachen gesch�ttelt rannte er auf und ab.

�Hast du auch so scheu�liche kleine Erinnerungen wie ich?� fragte er Barbara, die regungslos im Bett lag und ihn beobachtete. �Wei�t du: Erinnerungen von der Art, da� einem ganz hei� und kalt wird, wenn man an sie denkt - und man mu� oft an sie denken�� Er blieb, an Barbaras Bett gelehnt, stehen; mit fiebriger Hast - ein ungesund helles Rot auf den Wangen und immer wieder von Lachen gesch�ttelt - begann er zu erz�hlen.

�Ich mu� elf oder zw�lf Jahre alt gewesen sein, als ich im Knabenchor unseres Gymnasiums mitsingen durfte.

Mir machte das eine ungeheure Freude, und ich bildete mir wohl auch ein, h�bscher als alle anderen singen zu k�nnen. - Nun kommt die teuflische kleine Erinnerung - pa� auf, sie wird gar nicht arg klingen, wenn ich sie jetzt berichte. - Unser Knabenchor sollte, anl��lich irgendeiner Hochzeit, bei der kirchlichen Feier, mitwirken. Das war eine gro�e Sache, und wir waren alle ziemlich aufgeregt. Mich aber ritt der Teufe, ich wollte mich ganz besonders hervortun. Als unser Chor mit seinem frommen Lied einsetzte, hatte ich den abscheulichen Einfall, eine Oktave h�her als alle anderen zu singen. Ich tat mir so viel zugute auf meinen Sopran, und ich dachte wohl, es w�rde einen reizenden Effekt machen, wenn mein schriller Ton durch das Gew�lbe hallte. Ich stand ganz stolzgebl�ht und sang gellend - da sah mich der Musiklehrer, der den Chor dirigierte, mit einem Blick an, der eigentlich noch mehr angewidert als strafend war, und er sagte: Sei doch still! - Verstehst du, Barbara?!� rief Hendrik und legte die H�nde vor sein hei�es Gesicht. �Verstehst du denn, wie infernalisch das ist? So ganz trocken, ganz leise sagte er zu mir: Sei doch still! Und ich war mir doch noch gerade vorgekommen wie ein jubilierender Erzengel�� Hendrik verstummte. Nach einer langen Pause sagte er: �Solche Erinnerungen sind wie kleine H�llen, in die wir zuweilen steigen m�ssen�� Mit einem mi�trauischen Gesichtsausdruck fragte er: �Du hast wohl keine Erinnerungen von dieser Art, Barbara?�

Nein, Barbara hatte solche Erinnerungen nicht. Hier�ber wurde Hendrik pl�tzlich gereizt, beinah zornig. �Das ist es eben!� rief er geh�ssig, und in seinen Augen gab es ein b�ses Leuchten. �Das ist es eben: du hast dich in deinem Leben nie richtig sch�men m�ssen� Mir ist das oft widerfahren, damals war es nur ein erstes Mal. Ich mu� mich h�ufig so entsetzlich stark sch�men - mich so in die H�lle hinunter sch�men� Verstehst du denn, was ich meine, Barbara? Kannst du mich denn verstehen?!�

V Der Ehemann

Ende August reiste das junge Ehepaar H�fgen mit Nicoletta von Niebuhr nach Hamburg. In der Villa der Frau Konsul M�nkeberg hatte Hendrik das ganze Parterre, bestehend aus drei R�umen, einer kleinen K�che, und einem Badezimmer, gemietet. Die Einrichtung der gro�en und behaglichen Stuben wurde erg�nzt durch einige Neuanschaffungen, f�r deren ziemlich erhebliche Kosten Geheimrat Bruckner aufkommen mu�te.

Nicoletta zog es vor, im Hotel zu wohnen. �Die spie�b�rgerliche Luft im Hause dieser Dame M�nkeberg kann ich nicht aushaken�, erkl�rte sie stolz und nerv�s. Barbara meinte vers�hnlich, da� Frau Konsul doch auf ihre Art eine sehr brave und dekorative Person sei. �Jedenfalls vertrage ich mich gl�nzend mit ihr�, stellte sie fest. Frau M�nkeberg hatte ihr zum Einzug zwei junge K�tzchen geschenkt, eine schwarze und eine wei�e, und erwies ihr �berhaupt jede nur erdenkliche Artigkeit. �Ich bin froh, mein Kind, Sie in meinem Hause zu haben�, versicherte die alte Dame ihrer neuen Mieterin. �Wir geh�ren doch zu denselben Kreisen.� Frau Konsul, deren Vater Universit�tsprofessor gewesen war, hatte in ihrer Jugend den Dr. Bruckner als Privatdozenten in Heidelberg gekannt. Sie lud Barbara zum Tee ins obere Stockwerk ein, zeigte ihr Familienphotographien und stellte sie ihren Freundinnen vor.

Nicoletta spottete grimmig dar�ber, da� Barbara solche Einladungen akzeptierte. Sie ihrerseits empfing in ihrem Hotelzimmer Varieteakrobaten, Eint�nzer und Kokotten - Hendrik zitterte bei dem Gedanken, in diesen originellen Kreis k�nnte durch einen unseligen, aber keineswegs unwahrscheinlichen Zufall Juliette, genannt �Prinzessin Tebab�, geraten. Mit wieviel Vergn�gen w�rde Fr�ulein von Niebuhr die Schwarze Venus bei sich empfangen haben! Denn sie tat sich viel zugute auf ihren Snobismus der Exzentrizit�t und der Verworfenheit. �Die Leute, die mein Vater f�r wert hielt, seine Freunde zu hei�en, werden auch f�r mich nicht zu schlecht sein�, pflegte sie erhobenen Hauptes jedem, der es h�ren wollte, zu versichern.

�brigens war nicht zu leugnen, da� Nicoletta um diese Zeit blendend in Form war. Alles an ihr schien gespannt; alles blitzte, verf�hrte, knisterte wie geladen mit Elektrizit�t. Siegesgewisser denn je trug sie das k�hne [�nglingshaupt mit der gew�lbten Stirne, der gro�en, gebogenen Nase und den grellen Lippen, zwischen denen die Z�hne funkelten.

Obwohl Oskar H. Kroge Fr�ulein von Niebuhr im Cirunde nicht leiden konnte, hatte er ihr - auf dringenden Rat seines Freundes Schmilz, der behauptete, da� die Leute �so etwas� sehen wollten - die Hauptrolle in der ersten Herbstnovit�t1 anvertraut: Nicoletta spielte in einem franz�sischen Rei�er die tragische Demimondai-nea, die am Schlu� des dritten Aktes von einem ihrer Geliebten auf offener Szene ermordet wird. Den jungen M�rder hatte Bonetti darzustellen, dessen vor lauter Blasiertheit und Eitelkeit angewidertes, sehr hochm�tiges Mienenspiel vorz�glich zu dieser Rolle pa�te; der Zuh�lter, der das Aussehen eines gro�en Herrn hat, im Cirunde aber ein gemeiner Geselle ist, war H�fgen; w�hrend Frau von Herzfeld, die das St�ck �bersetzt und bearbeitet hatte, die Regie f�hrte. �Sie werden in diesem Machwerk einen noch gr��eren Erfolg haben als in �Knorke�, prophezeite sie Nicoletta, der gegen�ber sie ein m�tterliches Interesse an den Tag legte, seitdem ihre Eifersucht, Hendrik betreffend, sich auf eine andere Person hatte konzentrieren m�ssen. �Dieser Ansicht bin ich in der Tat auch�, versetzte scharf und k�hl Nicoletta. �Eine Leistung, wie ich sie morgen abend hinlegen werde, d�rfte man in Hamburg kaum je gesehen haben.�

1 ... 23 24 25 26 27 28 29 30 31 ... 76
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)