Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
Vielen Dank, schrieb der BrainPal. Ihr BrainPal™ ist nun in der Lage, gesprochene Anweisungen von Ihnen entgegenzunehmen. Möchten Sie Ihren BrainPal™ nun personalisieren?
»Ja«, sagte ich.
Viele BrainPal™-Nutzer finden es wünschenswert, ihrem BrainPal™ einen persönlichen Namen zu geben. Möchten Sie Ihrem BrainPal™ jetzt einen persönlichen Namen geben?
»Ja«, sagte ich.
Bitte sprechen Sie den Namen, den Sie Ihrem BrainPal™ geben möchten.
»Arschloch«, sagte ich.
Sie haben »Arschloch« gewählt, schrieb der BrainPal, und er hatte den Namen sogar richtig geschrieben. Viele Rekruten wählen diesen Namen für ihren BrainPal™. Möchten Sie einen anderen Namen wählen?
»Nein«, sagte ich und war stolz darauf, dass so viele andere Rekruten ihrem BrainPal ähnliche Gefühle entgegenbrachten wie ich.
Ihr persönlicher BrainPal™ heißt nun Arschloch, schrieb der BrainPal. Sie können diesen Namen jederzeit ändern. Nun müssen Sie noch eine Anrede wählen, mit der Sie Zugang zu Arschloch erhalten. Arschloch ist zwar die ganze Zeit aktiv, aber er wird nur auf Befehle reagieren, nachdem er aktiviert wurde. Bitte wählen Sie eine möglichst kurze Phrase. Arschloch schlägt Ihnen »Arschloch aktivieren« vor, aber Sie dürfen selbstverständlich eine andere Anrede wählen. Bitte sprechen Sie jetzt die Aktivierungsanrede.
»He, Arschloch«, sagte ich.
Sie haben »He, Arschloch« gewählt. Bitte wiederholen Sie die Anrede, um zu bestätigen.
Ich tat es. Dann forderte er mich auf, eine Deaktivierungsanrede zu wählen. Ich entschied mich (selbstredend) für »Verpiss dich, Arschloch.«
Möchten Sie, dass Arschloch von sich selbst in der ersten Person redet?
»Aber sicher«, sagte ich.
Ich bin Arschloch.
»Völlig richtig.«
Möchten Sie, dass Arschloch Sie weiterhin siezt, oder ziehen Sie eine vertraulichere Anrede vor?
»Mit einem Arschloch bin ich grundsätzlich per du.«
Ich interpretiere diese Antwort als Entscheidung für die vertrauliche Anrede. Ich warte auf deine Befehle oder Fragen.
»Bist du intelligent?«, fragte ich.
Ich bin mit einem natürlichen Sprachprozessor und anderen Systemen ausgestattet, um gesprochene Sätze verstehen und darauf antworten zu können. Diese Fähigkeit erweckt häufig den Eindruck von Intelligenz, vor allem in Verbindung mit größeren Computernetzwerken. Das BrainPal™-System ist jedoch nicht im engeren Sinne intelligent. Dies ist zum Beispiel eine automatische Antwort, auf eine häufig gestellte Frage.
»Wie verstehst du mich?«
In diesem Stadium reagiere ich auf deine Stimme, schrieb Arschloch. Während du sprichst, beobachte ich die Aktivitäten deines Gehirns und lerne, wie es sich verhält, wenn du mit mir kommunizieren möchtest. Nach einiger Zeit werde ich dich verstehen, ohne dass du sprichst. Und du wirst lernen, mich ohne bewusste auditive oder visuelle Hilfsmittel zu benutzen.
»Was kannst du alles?«, fragte ich.
Ich besitze eine große Zahl von Fähigkeiten. Möchtest du eine strukturierte Liste sehen?
»Bitte«, sagte ich.
Vor meinen Augen erschien eine lange Liste. Um die Unterkategorien einzusehen, wähle bitte eine Hauptkategorie aus und sage »[Kategorie] erweitern«. Um eine Aktion auszuführen, sage bitte »[Kategorie] öffnen«.
Ich las die Liste. Offenbar gab es nur sehr wenig, wozu Arschloch nicht fähig war. Er konnte Nachrichten an andere Rekruten schicken. Er konnte Berichte abrufen. Er konnte Musikstücke oder Videos abspielen. Er beherrschte verschiedene Spiele. Er konnte jedes Dokument eines angeschlossenen Systems aufrufen. Er konnte unvorstellbare Datenmengen speichern. Er konnte komplizierte Berechnungen durchführen. Er konnte körperliche Krankheiten diagnostizieren und Behandlungsvorschläge machen. Er konnte ein lokales Netzwerk zwischen verschiedenen BrainPal-Nutzern herstellen. Er konnte aus mehreren hundert menschlichen und etlichen außerirdischen Sprachen simultan übersetzen. Er konnte sogar multimediale Informationen über jeden anderen BrainPal-Nutzer liefern. Ich wählte diese Option. Ich erkannte mich selbst kaum wieder. Ich war mir nicht einmal sicher, ob ich jemand anderen von den Alten Scheißern wiedererkennen würde. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass es äußerst nützlich war, ein kleines Arschloch im Kopf zu haben.
Ich hörte, wie sich die Tür zu meinem Quartier entriegelte. Ich blickte auf. »He, Arschloch«, sagte ich. »Wie spät ist es?«
Es ist genau 12.00 Uhr, schrieb Arschloch. Ich hatte gute anderthalb Stunden damit zugebracht, mich mit ihm vertraut zu machen. Aber jetzt reichte es. Ich war bereit, wieder mit realen Menschen umzugehen.
»Verpiss dich, Arschloch«, sagte ich.
Auf Wiederhören, schrieb Arschloch. Der Text verschwand, sobald ich ihn gelesen hatte.
Es klopfte an der Tür. Ich ging hinüber und machte sie auf. Ich konnte mir vorstellen, dass es Harry war. Wie er wohl aussehen mochte?
Er sah wie eine hinreißende Brünette mit dunkler (also eher olivgrüner) Haut und langen Beinen aus.
»Du bist nicht Harry.« Etwas Intelligenteres fiel mir leider nicht ein.
Die Brünette musterte mich von oben bis unten. »John?«, sagte sie schließlich.
Ich starrte sie eine Sekunde lang verständnislos an, dann wurde mir alles klar◦– unmittelbar bevor die Identitätsdaten geisterhaft vor meinen Augen schwebten. »Jesse«, sagte ich.
Sie nickte. Ich starrte sie an. Ich öffnete den Mund, um etwas zu sagen. Sie griff nach meinem Kopf und küsste mich so wild, dass ich rückwärts ins Zimmer taumelte. Sie schaffte es, die Tür mit einem Fußtritt zu schließen, während wir zu Boden gingen. Ich war beeindruckt.
Ich hatte längst vergessen, wie leicht es für einen jungen Mann war, eine Erektion zu bekommen.
6
Ich hatte auch vergessen, wie oft ein junger Mann eine Erektion bekommen kann.
»Fass es bitte nicht falsch auf«, sagte Jesse, als sie nach dem dritten (!) Mal auf mir lag. »Aber ich fühle mich eigentlich gar nicht so sehr zu dir hingezogen.«
»Gott sei Dank«, sagte ich. »Andernfalls wäre jetzt gar nichts mehr von mir übrig.«
»Versteh mich nicht falsch«, sagte Jesse. »Ich mag dich. Selbst vor der …« Sie wedelte mit der Hand, während sie nach einem Begriff suchte, der eine Verjüngung durch eine totale Körpertransplantation zusammenfasste. »Selbst vor der Veränderung warst du ein intelligenter und angenehmer Zeitgenosse. Ein guter Freund.«
»Weißt du, Jesse«, sagte ich, »normalerweise hält man die Lass-uns-gute-Freunde-sein-Rede, um keinen Sex miteinander zu haben.«
»Ich möchte nur vermeiden, dass du dir falsche Vorstellungen machst, worum es hier geht.«
»Ich hatte den Eindruck, dass es darum geht, auf wundersame Weise in einen zwanzigjährigen Körper versetzt zu werden und das so toll zu finden, dass man unbedingt wilden Sex mit dem ersten Menschen haben möchte, der einem über den Weg läuft.«
Jesse starrte mich eine Sekunde lang an, dann brach sie in schallendes Gelächter aus. »Ja! Genau das ist es. Obwohl es in meinem Fall der zweite Mensch war. Ich teile mein Zimmer mit jemandem, wie du dich vielleicht erinnerst.«
»Richtig. Wie sieht Maggie jetzt aus?«