Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
»Sollte ich eine Decke holen?«
»Red keinen Blödsinn. Bloß weil ich Sex auf dem Teppich hatte, heißt das nicht, dass ich auch dort schlafen will. Du hast zwei Kojen in deinem Quartier. Ich werde eine davon benutzen.«
»Also werde ich allein schlafen müssen?«
»Ich werde dich dafür entschädigen«, sagte Jesse. »Erinnere mich daran, wenn ich aufwache.«
Sie hielt ihr Versprechen.
»Meine Fresse!«, sagte Thomas, als er sich an den Tisch setzte. Sein Tablett war so schwer mit Essen beladen, dass es kaum vorstellbar war, wie er es hatte anheben können. »Wir alle sehen einfach unbeschreiblich toll aus!«
Er hatte Recht. Die Alten Scheißer hatten sich erstaunlich gut gemacht. Thomas, Harry und Alan hätten problemlos als männliche Models arbeiten können. Von uns vieren war ich eindeutig das hässliche Entlein◦– trotzdem sah ich, nun ja, immer noch sehr gut aus. Was die Frauen betraf: Jesse war hinreißend. Susan noch mehr. Und Maggie sah offen gesagt wie eine Göttin aus. Es schmerzte regelrecht, sie anzuschauen.
Das galt im Prinzip für uns alle. Wir waren Schönheiten, bei denen einem für einen Moment die Luft wegblieb. Wir alle standen ein paar Minuten lang einfach nur da und starrten uns gegenseitig an. Aber so war es nicht nur mit uns. Als ich mich im Raum umsah, entdeckte ich darin nicht einen einzigen hässlichen Menschen. Es war auf angenehme Weise verstörend.
»Das ist einfach unmöglich«, sagte Harry plötzlich zu mir. »Auch ich habe mich umgeschaut. Es kann einfach nicht sein, dass alle Leute in diesem Raum so gut ausgesehen haben, als sie so jung waren, wie sie jetzt aussehen.«
»Schließ nicht von dir auf andere, Harry«, sagte Thomas. »Ich würde meinen, dass ich jetzt eine Spur weniger attraktiv bin als in meinen alten Tagen.«
»Selbst wenn wir unseren Ungläubigen Thomas als Ausnahme akzeptieren …«
»Ich muss heulen, wenn ich vor einen Spiegel trete«, warf Thomas ein.
»… ist es schlichtweg unmöglich, dass alle, die hier versammelt sind, in der gleichen Liga spielen. Ich zumindest habe mit zwanzig Jahren nicht so gut ausgesehen. Ich war dick. Ich hatte starke Akne. Ich verlor bereits die ersten Haare.«
»Hör auf«, sagte Susan. »Du machst mich ganz heiß.«
»Und ich versuche zu essen«, sagte Thomas.
»Jetzt kann ich darüber lachen, weil ich so aussehe«, sagte Harry und reckte seinen Körper, als wollte er sich modelmäßig in Pose setzen. »Aber mein neues Ich hat nur sehr wenig mit meinem alten zu tun, das kann ich euch sagen.«
»Du klingst, als würde es dich stören«, sagte Alan.
»Ein wenig schon«, gab Harry zu. »Ich meine, ich werde es akzeptieren. Aber dem geschenkten Gaul werde ich ins Maul schauen. Warum sehen wir so verdammt gut aus?«
»Gute Gene«, sagte Alan.
»Klar«, sagte Harry. »Aber wessen? Unsere? Oder etwas, das sie irgendwo im Labor zusammengebraut haben?«
»Wir sind jetzt einfach nur ausgezeichnet in Schuss«, sagte Jesse. »Ich habe schon zu John gesagt, dass dieser Körper hier besser in Form ist, als es mein wirklicher Körper war.«
Unvermittelt meldete sich Maggie zu Wort. »Genauso sehe ich es auch. Und ich spreche von meinem ›wirklichen Körper‹, wenn ich meinen alten meine. Es ist, als wäre dieser Körper für mich noch gar nicht ganz real.«
»Er ist durchaus real«, sagte Susan. »Damit musst du immer noch pinkeln. Ich weiß es.«
»Und das von der Frau, die mich wegen zu intimer Details kritisiert hat«, sagte Thomas.
»Ich wollte darauf hinaus«, sagte Jesse, »dass sie nicht nur neue, sondern gleich bessere Körper für uns gemacht haben.«
»Genau«, sagte Harry. »Aber das erklärt noch nicht, warum sie es getan haben.«
»Damit wir uns besser verstehen«, sagte Maggie.
Alle starrten sie an. »Schau mal einer an, wer da aus seinem Schneckenhaus kommt!«
»Du mich auch, Susan«, sagte Maggie, worauf Susan nur grinste. »Es ist eine ganz simple psychologische Erkenntnis, dass Menschen dazu neigen, Menschen zu mögen, die sie attraktiv finden. Wir alle in diesem Raum, selbst unsere Gruppe, sind uns praktisch immer noch völlig fremd, und wir haben kaum Ansatzpunkte, die uns in kurzer Zeit enger zusammenbringen könnten. Wenn man uns alle füreinander attraktiv macht, ist das eine gute Methode, um die Gruppenbindung zu stärken, wenn unsere Ausbildung beginnt.«
»Ich sehe nicht ein, was es der Armee nützt, wenn wir alle viel zu sehr damit beschäftigt sind, uns gegenseitig lüsterne Blicke zuzuwerfen«, sagte Thomas.
»Darum geht es gar nicht«, sagte Maggie. »Sexuelle Attraktivität ist in diesem Zusammenhang nur nebensächlich. Es geht darum, sehr schnell Vertrauen und Hingabe aufzubauen. Menschen sind instinktiv bereit, anderen Menschen zu vertrauen und ihnen zu helfen, wenn sie sie anziehend finden, unabhängig von sexuellen Begierden. Deshalb sehen Nachrichtensprecher immer so gut aus. Deshalb müssen sich attraktive Menschen in der Schule nicht so sehr anstrengen.«
»Aber jetzt sind wir alle attraktiv«, sagte ich. »Im Land der atemberaubend Schönen können jene, die einfach nur gut aussehen, sehr schnell in Schwierigkeiten kommen.«
»Und selbst jetzt sehen manche von uns schöner als andere aus«, sagte Thomas. »Jedes Mal, wenn ich Maggie anschaue, habe ich das Gefühl, als würde der Luft in diesem Raum der Sauerstoff entzogen werden. Nichts für ungut, Maggie.«
»Kein Problem«, sagte Maggie. »Die Vergleichsgrundlage ist sowieso nicht unser jetziger Zustand, sondern wie wir vorher waren. Kurzfristig ist das die Grundlage, auf der wir Vergleiche anstellen werden, und viel mehr als einen kurzfristigen Vorteil dürften sie sich ohnehin nicht davon versprechen.«
»Willst du damit sagen, dass du keinen Sauerstoffmangel verspürst, wenn du mich ansiehst?«, sagte Susan zu Thomas.
»Ich wollte mit dieser Bemerkung niemanden beleidigen«, sagte Thomas.
»Daran werde ich mich erinnern, wenn ich dich erwürge«, sagte Susan. »So viel zum Thema Sauerstoffentzug.«
»Hört auf zu flirten, ihr beiden«, sagte Alan und wandte sich Maggie zu. »Du könntest mit dieser Attraktivitätsgeschichte Recht haben, aber ich glaube, du vergisst die Person, zu der wir uns angeblich am meisten hingezogen fühlen: uns selbst. So oder so sind uns diese neuen Körper immer noch fremd. Ich meine, abgesehen von der Tatsache, dass ich grün bin und einen Computer namens ›Dumpfbacke‹ im Kopf habe …« Er stockte und sah in die Runde. »Wie habt ihr eigentlich eure BrainPals genannt?«
»Arschloch«, sagte ich.
»Zicke«, sagte Jesse.
»Saftsack«, sagte Harry.
»Satan«, sagte Maggie
»Schätzchen«, sagte Susan. »Anscheinend bin ich hier die Einzige, die ihren BrainPal mag.«
»Wahrscheinlich warst du nur die Einzige, die es nicht irritiert hat, plötzlich eine Stimme im Kopf zu haben«, sagte Alan. »Aber eigentlich wollte ich auf Folgendes hinaus. Plötzlich jung zu sein und mit beträchtlichen physischen und psychischen Verbesserungen konfrontiert zu werden, kann eine gewaltige Belastung sein. Auch wenn wir froh sind, wieder jung zu sein◦– jedenfalls weiß ich, dass ich es bin -, dürften wir alle uns von unserem neuen Ich entfremdet fühlen. Wenn wir uns selbst attraktiv finden, hilft es uns, mit der Situation klarzukommen.«
»Die Leute, mit denen wir es hier zu tun haben, verstehen ihr Handwerk«, sagte Harry mit unheilvoller Endgültigkeit.
»Ach, sieh es nicht so verkrampft«, sagte Jesse und boxte ihm in die Seite. »Du bist der einzige Mensch, für den es eine düstere Verschwörung sein muss, jung und sexy zu sein.«
»Du hältst mich für sexy?«, fragte Harry.
»Du träumst, Schätzchen«, sagte Jesse und verdrehte theatralisch die Augen.