Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Die spannenden Schilderungen vom Leben auf den russischen Landgütern und in der Stadt, mit seinen Familienfesten, Bällen, Jagden und Schlittenfahrten, wechseln mit Kampfhandlungen, Märschen oder Lagebesprechungen der Schicksalsschlachten von Schöngraben, Austerlitz oder Borodino.
Der atemberaubende Monumentalroman über die schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege. Das vielleicht bedeutendste Meisterwerk russischer Erzählkunst in meisterhafter Übersetzung. Über 1600 Seiten voll dramatischer historischer Schilderung.
1 ... 259 260 261 262 263 264 265 266 267 ... 458
Перейти на страницу:

Schinschin hatte noch nicht Zeit gehabt, seinen in Bereitschaft gehaltenen Witz über den Patriotismus des Grafen loszulassen, als Natascha von ihrem Platz aufsprang und auf den Vater zulief.

»Was für ein prächtiger Papa das ist!« rief sie aus, küßte ihn und warf dabei Pierre einen Blick zu in jener unbewußten Koketterie, die mit der Begeisterung zusammen wieder über sie gekommen war.

»Da seht nur, die kleine Patriotin!« lachte Schinschin.

»Gar nicht Patriotin, sondern einfach …« entgegnete Natascha erzürnt. »Sie machen sich über alles lustig, dies aber ist durchaus kein Scherz …«

»Wie sollte das ein Scherz sein!« fiel der Graf ein. »Wenn der Kaiser nur ein Wort sagt, ziehen wir alle mit in den Krieg … Wir sind doch nicht wie die Deutschen …«

»Haben Sie bemerkt«, meinte Pierre, »daß hier gesagt wird: ›zur Beratung‹?«

»Nun wie dem auch sei, gleichviel wozu …«

In diesem Augenblick trat Petja, den bisher niemand beachtet hatte, mit feuerrotem Kopf auf den Vater zu und sagte mit seiner mutierenden Stimme, die bald hoch, bald tief klang: »Jetzt aber, Papa, sage ich Ihnen, daß es mein fester Entschluß ist … und Mama ebenfalls … sagen Sie, was Sie wollen … es ist mein fester Entschluß … lassen Sie mich in den Kriegsdienst treten, denn ich kann gar nicht anders … das ist alles …«

Die Gräfin richtete entsetzt die Augen gen Himmel, schlug die Hände zusammen und wandte sich ärgerlich an ihren Mann.

»Das kommt von eurem Gerede!« sagte sie.

Aber der Graf kam augenblicklich aus seiner Begeisterung wieder zu sich.

»Na, na!« sagte er. »Du wärst mir ein schöner Krieger! Laß die Dummheiten beiseite und lern erst mal was!«

»Das sind keine Dummheiten, Papa! Fedja Obolenskij ist jünger als ich und tritt auch ein, und die Hauptsache ist, es ist ja doch ganz gleich, ich kann ja jetzt sowieso nichts lernen, wo …« Petja stockte, wurde über und über rot und murmelte dann: »wo das Vaterland in Gefahr ist.«

»Geh, hör auf! Das sind Dummheiten!«

»Aber Sie haben doch selber gesagt, daß wir zu jedem Opfer bereit sind.«

»Petja, ich sage dir, hör auf!« rief der Graf mit einem Blick auf die Gräfin, die ihren jüngsten Sohn bleich und mit schweren Augen ansah.

»Aber ich sage Ihnen, daß es mir ernst damit ist! Hier Peter Kirillytsch wird Ihnen ebenfalls …«

»Und ich sage dir, daß dies Unsinn ist. Ist noch nicht trocken hinter den Ohren und will in den Kriegsdienst treten! Nein, nein, ich sage dir …« und der Graf raffte die Papiere zusammen, wahrscheinlich, um sie vor der Mittagsruhe in seinem Zimmer noch einmal durchzulesen, und wollte den Salon verlassen. »Nun, Peter Kirillytsch, wie ist’s, wollen wir drüben ein bißchen rauchen?«

Pierre war verwirrt und unentschieden. Die außergewöhnlich glänzenden und lebhaften Augen Nataschas, die ununterbrochen mehr als freundlich auf ihn gerichtet waren, hatten ihn in diesen Zustand versetzt.

»Nein, ich glaube, ich muß nach Hause …«

»Wieso nach Hause? Sie wollten doch den Abend bei uns bleiben? Und dabei kommen Sie jetzt so selten. Und mein Liebling«, sagte der Graf gutmütig und zeigte auf Natascha, »ist nur vergnügt, wenn Sie da sind.«

»Ja, ich habe nicht daran gedacht … Ich muß unbedingt nach Hause … in Geschäften …« murmelte Pierre hastig.

»Nun, dann auf Wiedersehen«, sagte der Graf und verließ das Zimmer.

»Warum gehen Sie weg? Weshalb sind Sie so verstimmt? Warum?« fragte Natascha Pierre, und blickte ihm aufmunternd in die Augen.

Weil ich dich liebe! wollte er sagen, aber er sprach es nicht aus, wurde so rot, daß ihm fast die Tränen kamen, und schlug die Augen nieder.

»Weil es besser für mich ist, wenn ich seltener bei Ihnen bin … weil … nein, ich habe ganz einfach Geschäfte …«

»Warum? Nein, sagen Sie es mir«, wollte Natascha mit aller Entschiedenheit in ihn dringen, plötzlich aber schwieg sie still.

Beide sahen einander ganz erschrocken und verwirrt an. Er versuchte zu lächeln, brachte es aber nicht fertig: sein Lächeln drückte Leiden aus. Schweigend küßte er ihr die Hand und ging.

Bei sich selber faßte Pierre den Entschluß, nie wieder zu den Rostows zu gehen.

21

Nach dem abschlägigen Bescheid, der ihm mit solcher Entschiedenheit erteilt worden war, ging Petja auf sein Zimmer, schloß sich dort vor allen ein und weinte fürchterlich. Als er dann zum Tee schweigend und finster und mit verweinten Augen erschien, taten alle, als bemerkten sie es nicht.

Am nächsten Tag kam der Kaiser. Einige vom Rostowschen Gesinde baten um Urlaub, um den Zaren einziehen zu sehen. An diesem Morgen zog sich Petja lange an, kämmte sich und band sich den Kragen so, wie er es bei Erwachsenen gesehen hatte. Vor dem Spiegel legte er die Stirn in Falten, machte ein paar Gesten, zuckte mit den Achseln und nahm endlich, ohne jemandem etwas davon zu sagen, seine Mütze, lief die Hintertreppe hinunter und verließ das Haus, bemüht, von niemandem gesehen zu werden. Petja hatte den Entschluß gefaßt, geradeswegs dorthin zu gehen, wo der Kaiser war, und irgendeinem Kammerherrn zu erklären – er glaubte, der Kaiser müsse immer von Kammerherrn umringt sein –, daß er, Graf Rostow, trotz seiner jungen Jahre dem Vaterland zu dienen wünsche, daß Jugend kein Hinderungsgrund für Vaterlandsliebe und Ergebenheit sei, und daß er bereit sei … Petja hatte sich, während er sich anzog, eine Unmenge schöner Worte zurechtgelegt, die er dem Kammerherrn sagen wollte.

Petja zählte bei dieser persönlichen Vorstellung beim Kaiser hauptsächlich deshalb auf Erfolg, weil er noch ein Kind war, er malte sich sogar aus, wie alle über seine Jugend staunen würden, dabei aber wollte er doch durch das Anlegen seines Hemdkragens und seine Frisur sowie durch einen langsamen, gemessenen Gang den Erwachsenen spielen. Aber je weiter er kam, je mehr er durch die von allen Seiten zum Kreml herbeiströmenden Volksmassen abgelenkt wurde, um so mehr vergaß er, jene den Erwachsenen eigene Gemessenheit und Würde zu beachten. Als er bis zum Kreml vorgedrungen war, mußte er schon auf der Hut sein, um nicht allzu viele Püffe zu bekommen, und entschlossen und mit drohender Miene stemmte er beide Arme in die Seiten. Doch am Troizkija-Tor[143] wurde er, trotz aller Entschlossenheit, von Leuten, die offenbar nicht ahnten, in welch patriotischer Absicht er sich in den Kreml begab, dermaßen an die Mauer gequetscht, daß er nachgeben und stehen bleiben mußte, während die Equipagen mit lautem Rollen, das dumpf im Gewölbe widerhallte, durch das Tor einfuhren. Neben Petja standen eine Frau mit ihrem Diener, zwei Kaufleute und ein ehemaliger Soldat. Nachdem er eine Weile in diesem Torbogen gestanden hatte, wollte er, ohne abzuwarten, bis die Equipagen alle eingefahren waren, vor allen anderen weiter hineindrängen und fing energisch mit den Ellbogen zu arbeiten an, aber die Frau, die neben ihm stand und als erste seine Ellbogen zu fühlen bekam, fuhr ihn grimmig an: »Was knuffst du denn so, Bürschchen! Du siehst doch, daß alle stehen bleiben müssen. So eine Drängelei!«

»Da könnte jeder kommen und sich vordrängen«, sagte der Diener, fing nun ebenfalls an, sich seiner Ellbogen zu bedienen, und drängte Petja ganz in den stinkenden Winkel des Torbogens zurück.

Petja wischte sich mit der Hand den Schweiß ab, der sein Gesicht bedeckte, und rückte den verschwitzten Kragen zurecht, den er sich zu Hause so sorgsam wie ein Erwachsener umgebunden hatte.

Er fühlte, daß er nicht mehr sehr präsentabel aussah, und hatte Angst, daß der Kammerherr ihn nicht zum Kaiser vorlassen würde, wenn er sich ihm in solchem Zustand vorstellte. Aber es war ein so großes Gedränge, daß es unmöglich war, den Anzug in Ordnung zu bringen und auf einen anderen Platz hinüberzugehen. Da fuhr ein den Rostows bekannter General vorüber. Petja wollte ihn anfänglich um Beistand bitten, doch sogleich ging es ihm durch den Kopf, daß dies seiner Würde als Mann nicht entspräche. Als alle Equipagen vorübergefahren waren, schob sich die Menge vor und trug auch Petja mit auf den Platz hinein, wo schon eine dichte Volksmenge Kopf an Kopf gedrängt stand. Und nicht nur auf dem Platz selber, auch auf den Brüstungen, auf den Dächern – überall standen Menschen. Kaum war Petja auf den Platz hinausgetrieben worden, so hörte er deutlich das Läuten der Glocken, das den ganzen Kreml erfüllte, und das freudige Stimmengewirr der Menge.

вернуться

143

Troizkija-Tor das Dreifaltigkeitstor zum Kreml

1 ... 259 260 261 262 263 264 265 266 267 ... 458
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)