Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Die spannenden Schilderungen vom Leben auf den russischen Landgütern und in der Stadt, mit seinen Familienfesten, Bällen, Jagden und Schlittenfahrten, wechseln mit Kampfhandlungen, Märschen oder Lagebesprechungen der Schicksalsschlachten von Schöngraben, Austerlitz oder Borodino.
Der atemberaubende Monumentalroman über die schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege. Das vielleicht bedeutendste Meisterwerk russischer Erzählkunst in meisterhafter Übersetzung. Über 1600 Seiten voll dramatischer historischer Schilderung.
1 ... 256 257 258 259 260 261 262 263 264 ... 458
Перейти на страницу:

Gott unserer Väter! Sei eingedenk Deiner Barmherzigkeit und Gnade, die von Ewigkeit her ist, verwirf uns nicht von Deinem Angesicht noch wende Dich in Abscheu von uns ob unserer Unwürdigkeit, sondern siehe bei der Größe Deiner Gnade und der Fülle Deiner Barmherzigkeit über unsere Sünden und Verstöße gegen das Gesetz hinweg. Schenke uns ein reines Herz und erneuere den Geist der Wahrheit in unserm Innern, stärke uns alle im Glauben an Dich, stärke uns in der Hoffnung, beseele uns mit aufrichtiger Liebe zueinander, waffne uns mit Einmütigkeit zum gerechten Schutz unserer Habe, die Du uns und unseren Vätern verliehen hast, auf daß nicht das Zepter der Gottlosen über das Schicksal der Gerechten triumphiere.

Herr unser Gott, an den wir glauben und auf den wir bauen, laß unsere Hoffnung auf Deine Gnade nicht zuschanden werden und vollbringe ein Zeichen zum Heil, auf daß die, so uns und unseren rechten Glauben hassen, es sehen und in Schimpf und Schande zugrunde gehen, und es allen Landen kundwerde, daß Dein Name ›Gott der Herr‹ ist und wir Dein Volk sind. Offenbare uns, o Herr, nunmehr Deine Gnade und gewähre uns Erlösung, erfreue die Herzen Deiner Knechte durch Deine Barmherzigkeit, schmettere unsere Feinde zu Boden und zermalme sie unter den Füßen Deiner Getreuen. Denn Du gewährest Schutz und Schirm, Hilfe und Sieg denen, so auf Dich bauen; und Dich preisen wir, Vater, Sohn und Heiligen Geist, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.«

In jenem Zustand seelischer Aufnahmebereitschaft, in dem sich Natascha befand, übte dieses Gebet starke Wirkung auf sie aus. Sie lauschte auf jedes Wort vom Siege Mosis über Amalek, Gideons über Midian und Davids über Goliath, von der Zerstörung »Deines Jerusalems« und betete zu Gott in jener Inbrunst und weichen Stimmung, die ihr Herz erfüllte, jedoch ohne sich recht darüber klar zu sein, um was sie Gott in diesem Gebet eigentlich anflehte. Von ganzem Herzen nahm sie teil an der Bitte um den Geist der Wahrheit, um Stärkung des Herzens in Glaube und Hoffnung und um Erfüllen der Seele mit Liebe. Aber sie war nicht imstande, um Zermalmung der Feinde unter den Füßen der Truppen zu beten, da sie ja erst vor noch wenigen Augenblicken den Wunsch gehabt hatte, recht viele Feinde zu besitzen, um für sie beten zu können. Doch konnte sie wiederum auch nicht an der Richtigkeit dieses auf den Knien verlesenen Gebetes zweifeln. Sie fühlte in ihrem Herzen eine gottesfürchtige, bange Angst vor der Strafe, die alle Menschen für ihre Sünden ereilen werde, und bat Gott, daß er ihnen allen und auch ihr verzeihen und ein ruhiges, glückliches Leben schenken möge. Und ihr schien, als ob Gott ihr Gebet erhöre.

19

Seit jenem Tag, als Pierre auf der Heimfahrt von den Rostows, in die Erinnerung an Nataschas dankbaren Blick versunken, den am Himmel stehenden Kometen gesehen und gefühlt hatte, daß etwas Neues sich ihm erschloß, hatte die ihn ewig quälende Frage nach der Eitelkeit und Sinnlosigkeit alles Irdischen aufgehört, sich ihm immer und immer wieder aufzudrängen. Diese furchtbare Frage: warum? wozu?, die ihm früher mitten in jeder Beschäftigung gekommen war, war jetzt völlig verdrängt, nicht etwa durch eine Antwort darauf oder durch eine andere Frage, sondern durch den Gedanken an Natascha. Wenn er ein nichtiges Gespräch mit anhörte oder selbst führte, wenn er von menschlicher Gemeinheit las oder sonst wie davon erfuhr, so entsetzte er sich nicht mehr darüber wie früher; auch fragte er sich nicht mehr, warum sich die Menschen so mühten und abplagten und alles so kurz und unsicher ist, sondern dachte nur noch daran, wie er sie zum letztenmal gesehen hatte, und alle seine Zweifel verflüchtigten sich, nicht etwa, weil ihm auf diese Fragen, die sich ihm aufdrängten, dadurch eine Antwort geworden wäre, sondern weil der Gedanke an sie ihn augenblicklich in jene anderen, lichteren Regionen seelischen Auswirkens hinübertrug, in denen es weder Recht noch Unrecht gibt, in die Regionen der Schönheit und Liebe, um derentwillen sich das Leben zu leben lohnt. Welch menschliche Abscheulichkeit sich auch seinem Auge darbot, er sagte sich: Nun, mag nur N.N. Kaiser und Reich bestehlen und Kaiser und Reich ihm dafür Ehre zollen, sie hat mir gestern zugelächelt und mich gebeten, wiederzukommen, und ich liebe sie, und niemand wird dies je erfahren. Und sogleich wurde ihm licht und ruhig ums Herz.

Pierre ging noch ebenso in Gesellschaften, trank noch genau soviel und führte noch dasselbe müßige und zerfahrene Leben, da er ja, außer den Stunden, die er bei den Rostows verlebte, auch die übrige Zeit totschlagen mußte, und weil ihn die Gewohnheit und die Bekanntschaften, die er in Moskau gemacht hatte, unwiderstehlich in dieses Leben hineingezogen hatten, das ihn nun ganz in Anspruch nahm. Als aber in letzter Zeit vom Kriegsschauplatz mehr und mehr beunruhigende Gerüchte eintrafen, als sich Nataschas Zustand besserte und sie in ihm nicht mehr das frühere Gefühl besorgten Mitleides wachrief, bemächtigte sich seiner zusehends eine ihm ganz unbegreifliche Unruhe. Er fühlte, daß die Lage, in der er sich befand, unmöglich von langer Dauer sein konnte, daß eine Katastrophe eintreten werde, die sein ganzes Leben ändern mußte, und voll Ungeduld suchte er nun in allem irgendwelche Vorzeichen für diese herannahende Katastrophe.

Durch einen seiner Freimaurerbrüder war ihm folgende, der Offenbarung St. Johannis entnommene Prophezeiung enthüllt worden, die auf Napoleon Bezug haben sollte. In der Offenbarung, Kapitel 13, Vers 18, steht geschrieben:

»Hier ist Weisheit. Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tiers; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist sechshundertundsechsundsechzig.«

Und im selben Kapitel, Vers 5, steht geschrieben:

»Und es ward ihm gegeben ein Mund, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ward ihm gegeben, daß es mit ihm währete zweiundvierzig Monate lang.«

Wenn man nun die französischen Buchstaben, ähnlich der hebräischen Zahlendarstellung, durch Ziffern ersetzt, so daß die ersten neun Buchstaben die Einer, die folgenden die Zehner bezeichnen, so haben sie nachstehende Bedeutung:

a 1 b 2

c 3 d 4

e 5 f 6

g 7 h 8

i 9 k 10

l 20 m 30

n 40 o 50

p 60 q 70

r 80 s 90

t 100 u 110

v 120 w 130

x 140 y 150

z 160

Schreibt man nun nach diesem Alphabet den Namen L[e]’empereur Napoleon in Ziffern um und zählt dann diese Zahlen zusammen, so kommt als Summe die Zahl 666[142] heraus, und somit mußte Napoleon jenes Tier sein, das in der Offenbarung prophezeit worden war. Schreibt man ferner nach demselben Alphabet die Worte quarante deux ebenfalls in Ziffern um – das heißt die Frist, die dem Tier gegeben war, große Dinge und Lästerungen zu reden –, so ergeben die addierten Zahlen ebenfalls die Summe 666, woraus hervorgeht, daß im Jahr 1812, in dem Napoleon sein zweiundvierzigstes Lebensjahr vollendete, die Frist für seine Macht abgelaufen sein mußte.

Diese Weissagung machte auf Pierre großen Eindruck, und er legte sich oft die Frage vor, was denn nun das Ende der Macht dieses Tieres, das heißt Napoleons, herbeiführen werde, und bemühte sich auf Grund derselben Ziffernbezeichnung und deren Addition eine Antwort auf diese Frage herauszufinden. Zuerst schrieb er als Antwort auf diese Frage: L’empereur Alexandre? La nation russe? Aber die Summe dieser Zahlen betrug mehr oder weniger als 666. Da kam ihm eines Tages, als er sich wieder mit diesen Berechnungen beschäftigte, sein eigner Name in die Feder: Comte Pierre Besouhoff. Doch auch hier kam die Summe nicht richtig heraus. Er änderte die Orthographie, schrieb an Stelle des s ein z, schob de ein, setzte den Artikel le voran, doch nie erhielt er das gewünschte Resultat. Da kam er auf den Gedanken, daß, wenn die gesuchte Antwort wirklich in seinem Namen liegen solle, darin unbedingt auch seine Nationalangehörigkeit genannt sein müsse. So schrieb er: Le Russe Besuhof und erhielt bei der Addition die Summe 671. Nur fünf waren noch zuviel; fünf bedeutete e, dasselbe e, das im Artikel vor dem Wort l’empereur apostrophiert wurde. So strich er, obgleich es der Sprachregel zuwiderlief, einfach jenes e aus, schrieb l’Russe Besuhof und erhielt so die gesuchte Antwort und richtige Summe 666.

вернуться

142

die Zahl 666: vgl. Anm. 2.

1 ... 256 257 258 259 260 261 262 263 264 ... 458
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)