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Fahrstuhl zu den Sternen

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Fahrstuhl zu den Sternen
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»Aber sie liegt nicht in der Mitte! Sie liegt am Ende des zweiten Streckendrittels, von hier aus gesehen.«

»Richtig. Die geometrische Mitte läge bei achtzehn-, nicht fünfundzwanzigtausend. Aber es gibt eine weitere Überlegung: Sicherheit. Wenn das obere Ende abgetrennt wird, stürzt die Station Mitte nicht auf die Erde.«

»Warum nicht?«

»Sie hat genug Impuls für die Stabilisierung ihrer Umlaufbahn. Natürlich sackt sie ab, aber sie wird die Atmosphäre niemals berühren. Es ist eine ganz sichere Sache — sie verwandelt sich einfach in eine Raumstation mit einem elliptischen Zehn-Stunden-Orbit. Zweimal am Tag passiert sie ihren ursprünglichen Standort, und irgendwann könnte man sie wieder mit dem Turm verbinden. Theoretisch, wenigstens …«

»Und praktisch?«

»Oh, ich bin sicher, dass man es fertigbringen könnte. Auf jeden Fall wären die Leute und die Einrichtung an Bord der Station gerettet. Wenn wir sie in geringerer Höhe anbrächten, wäre nicht einmal das gewährleistet. Jedes Objekt, das aus einer Höhe von weniger als fünfundzwanzigtausend Kilometern zu fallen beginnt, trifft auf die Atmosphäre und verbrennt in maximal fünf Stunden.«

»Würden Sie das den Passagieren auf der Strecke Erde-Mitte sagen?«

»Wir hoffen, dass sie mit dem Bewundern der Aussicht viel zu beschäftigt sein werden, als dass sie sich über solche Dinge den Kopf zerbrechen möchten.«

»Wie Sie es darstellen, hört es sich wie ein Aussichtsfahrstuhl an.«

»Warum nicht? Mit dem Unterschied, dass die bisher höchste Aussichtsfahrt auf der Erde nicht weiter als drei Kilometer in die Höhe geht. Was wir vorhaben, ist zehntausendmal höher!«

Eine geraume Zeit war der Scheich mit seinen Gedanken beschäftigt.

»Wir haben eine Gelegenheit versäumt«, sagte er schließlich. »Wir hätten fünf Kilometer hohe Aussichtsfahrstühle in die Pfeiler der Brücke bauen sollen!«

»Sie waren in dem ursprünglichen Entwurf enthalten, aber wir ließen sie weg. Aus dem üblichen Grund: Kosten.«

»Vielleicht haben wir uns verkalkuliert. Sie hätten sich von selbst bezahlt gemacht. Wenn dieser Hyperdraht zu jener Zeit verfügbar gewesen wäre, nehme ich an, hätten wir die Brücke für den halben Preis bauen können.«

»Ich will Ihnen nichts vormachen, Herr Präsident. Für weniger als ein Fünftel. Aber wir hätten mehr als zwanzig Jahre warten müssen, also haben Sie dabei nicht verloren.«

»Ich muss das mit meinen Buchhaltern besprechen. Ein paar von ihnen halten die Brücke noch immer für eine schlechte Idee, obwohl der Zuwachs des Verkehrsaufkommens über den Vorhersagen liegt. Ich versuche, Ihnen zu erklären, dass Geld nicht alles ist — die Republik brauchte die Brücke aus psychologischen und kulturellen Gründen, und darüber hinaus aus wirtschaftlichen. Wussten Sie schon, dass 18 Prozent der Leute, die über die Brücke fahren, dies nur tun, weil sie da ist, aus keinem anderen Anlass? Und dann kehren sie um und fahren wieder zurück und müssen den Brückenzoll ein zweites Mal bezahlen.«

»Ich erinnere mich, glaube ich«, bemerkte Morgan trocken, »seinerzeit etwas Ähnliches vorausgesagt zu haben. Sie waren nicht leicht zu überzeugen.«

»Das ist richtig. Die Oper in Sydney war ihr Lieblingsbeispiel. Sie rechneten mir immer wieder vor, wie viel Mal sie bereits ihren eigenen Preis eingebracht hatte — in bar, das Prestige gar nicht zu rechnen.«

»Vergessen Sie die Pyramiden nicht!«

Der Scheich lachte. »Wie nannten Sie sie? Die beste Investition in der Geschichte der Menschheit.«

»Genau. Nach viertausend Jahren bringen sie noch immer Geld von den Touristen ein.«

»Allerdings kann man das kaum einen fairen Vergleich nennen. Die Unterhaltungskosten lassen sich mit denen der Brücke nicht vergleichen — ganz zu schweigen von denen Ihres Turmes.«

»Der Turm wird womöglich länger stehen als die Pyramiden. Er befindet sich in einer zuträglicheren Umgebung.«

»Das ist ein beeindruckender Gedanke. Glauben Sie wirklich, dass er mehrere tausend Jahre lang funktionieren wird?«

»Natürlich nicht in seiner ursprünglichen Form. Aber im Prinzip, ja. Welch neue Entwicklungen die Technik der Zukunft auch immer bringen mag, ich glaube nicht, dass es jemals eine wirksamere und billigere Methode des Raumtransports geben wird. Stellen Sie sich den Turm als eine Brücke vor. Diesmal allerdings ist es eine Brücke zu den Sternen — oder wenigstens zu den Planeten.«

»Und Sie erwarten von uns, dass wir auch diese finanzieren. Wir haben noch zwanzig Jahre an der letzten Brücke zu zahlen. Der Raumfahrstuhl wird ja schließlich nicht auf unserem Grund und Boden gebaut, noch ist er für uns von unmittelbarer Bedeutung.«

»Ich glaube doch, dass er das ist, Herr Präsident. Ihre Republik ist ein Bestandteil der Weltwirtschaft, deren Wachstum durch die Kosten des Raumtransports beschränkt wird. Wenn Sie sich die Vorhersagen für die 50er und 60er Jahre ansehen …«

»Habe ich schon, habe ich schon! Sehr interessant. Aber obwohl wir nicht eben arm sind, könnten wir kaum einen Bruchteil der benötigten Mittel aufbringen. Das Ding verschlingt das Bruttosozialprodukt der gesamten Welt für mehrere Jahre!«

»Und zahlt es alle fünfzehn Jahre wieder zurück — bis in alle Ewigkeit.«

»Falls Ihre Extrapolation richtig ist.«

»Sie war es für die Brücke. Aber Sie haben natürlich recht. Von der ANAR erwarte ich eigentlich nicht mehr, als dass sie den Stein ins Rollen bringt. Sobald Sie Ihr Interesse gezeigt haben, wird es umso leichter sein, von anderen Stellen Unterstützung zu erhalten.«

»Von welchen zum Beispiel?«

»Von der Weltbank. Den Planetarischen Banken. Der Bundesregierung.«

»Und Ihr eigener Arbeitgeber, die TCC? Was haben Sie wirklich vor, Van?«

Jetzt geht's los, dachte Morgan, fast mit einem Seufzer der Erleichterung. Jetzt konnte er seine Karten auf den Tisch legen — gegenüber einem Gesprächspartner, dem er vertraute, der zu hoch oben stand, um noch in kleinliche Intrigen der Bürokratie verwickelt zu sein, sich aber gut darin auskannte.

»Was ich bisher getan habe, tat ich auf eigene Rechnung. Ich bin zurzeit auf Urlaub. Nebenbei gesagt, genauso hat die Brücke angefangen. Ich erinnere mich nicht, ob ich Ihnen je erzählt habe, dass man mich einst offiziell aufforderte, sie zu vergessen. Ich habe in den vergangenen fünfzehn Jahren mein Teil gelernt.«

»Zur Anfertigung Ihrer Unterlagen haben Sie eine Menge Rechenzeit gebraucht? Wer bezahlt dafür?«

»Ich habe einen Fonds für freistehende Verwendungszwecke. Und mein Stab ist ständig mit Untersuchungen beschäftigt, die niemand sonst versteht. Eine Gruppe von meinen Leuten hat ein paar Monate lang mit meiner Idee gespielt. Sie sind so begeistert, dass sie den größten Teil ihrer Freizeit dafür opferten. Jetzt aber muss die Katze aus dem Sack — oder das Projekt aufgegeben werden.«

»Weiß Ihr geschätzter Vorsitzender davon?«

Morgan lächelte humorlos. »Natürlich nicht. Ich werde ihn nicht in Kenntnis setzen, solange ich nicht alle Einzelheiten ausgearbeitet habe.«

»Ich begreife Ihre Lage«, erklärte der Präsident. »Eines der Dinge, gegen die Sie sich vorsehen müssen, ist, dass Senator Collins den Turm nicht zuerst erfindet.«

»Das kann er nicht — die Idee ist zweihundert Jahre alt. Aber er kann, ebenso wie eine Menge anderer Leute, die Sache hinauszögern. Ich will das Projekt noch zu meinen Lebzeiten verwirklicht sehen.«

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Главный герой
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