Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
Das flammende Kreuz: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
1 ... 252 253 254 255 256 257 258 259 260 ... 424
Перейти на страницу:

Jamie stand bei Gideon, den er an einen Baum gebunden hatte. Er würde mit seinen Männern zu Fuß in die Schlacht ziehen. Er holte seine Pistolen aus der Satteltasche und steckte die zusätzliche Munition in den Beutel an seinem Gürtel. Er hielt den Kopf gesenkt und konzentrierte sich ganz auf die Einzelheiten seines Tuns.

Ich spürte ein plötzliches, angstvolles Drängen. Ich musste ihn berühren, etwas zu ihm sagen. Ich versuchte, mir einzureden, dass Brianna Recht hatte; dies war gar nichts; wahrscheinlich würde kein einziger Schuss fallen – und doch standen dreitausend Männer an den Ufern des Alamance, und man konnte fast hören, wie ihre Gedanken um nichts als Blutvergießen kreisten.

Ich ließ Brianna auf ihrem Felsen sitzen, wo sie mit brennenden Augen auf den Wald starrte, und eilte zu ihm.

»Jamie«, sagte ich und legte ihm eine Hand auf den Arm.

Es war, als berührte man einen Hochspannungsdraht; Energie durchsummte ihn unter der Isolation seiner Haut, um bei nächster Gelegenheit knisternd und blitzend zu explodieren. Es heißt, dass man einen solchen Draht nicht mehr loslassen kann; das Opfer des Elektroschocks klebt einfach an dem Draht fest, unfähig, sich zu bewegen oder zu retten, während der Strom ihm Hirn und Herz verbrennt,

Er legte seine Hand auf die meine und sah mich an.

»A nighean donn«, sagte er und lächelte schwach. »Bist du gekommen, um mir Glück zu wünschen?«

Ich erwiderte das Lächeln, so gut ich konnte, obwohl der Strom mich zischend durchlief und meine Gesichtsmuskeln erstarren ließ.

»Ich konnte dich nicht gehen lassen, ohne … wenigstens etwas zu sagen. ›Viel Glück‹ ist wahrscheinlich nicht schlecht.« Ich zögerte, denn weil ich plötzlich am liebsten viel mehr gesagt hätte, als die Zeit zuließ, blieben mir die Worte in der Kehle stecken. Schließlich sagte ich nur die wichtigen Dinge. »Jamie – ich liebe dich. Sei vorsichtig!«

Er konnte sich nicht an Culloden erinnern, sagte er. Ich fragte mich plötzlich, ob sich dieser Gedächtnisverlust auch auf die Stunden vor der Schlacht erstreckte, in denen er und ich Abschied genommen hatten. Dann sah ich ihm in die Augen und wusste, dass es nicht so war.

»›Viel Glück‹ ist nicht schlecht«, sagte er, und seine Hand verstärkte ihren Druck auf die meine, denn er war ebenso durch den Strom gefesselt, der zwischen uns dahinraste. »›Ich liebe dich‹ ist viel besser.«

Er berührte meine Hand, hob die seine, berührte mein Haar und mein Gesicht und sah mir in die Augen, als wollte er sich einprägen, wie ich in diesem Moment aussah – für den Fall, dass es das letzte Mal war, dass er mich zu Gesicht bekam.

»Mag sein, dass einmal ein Tag kommt, an dem wir beide uns wieder trennen müssen«, sagte er schließlich leise, und seine Finger strichen leicht wie die Berührung eines fallenden Blattes über meine Lippen. Er lächelte schwach. »Aber es wird nicht heute sein.«

Die Töne eines Signalhorns drangen durch die Bäume, von weit her, aber durchdringend wie der Ruf eines Spechtes. Ich drehte mich um. Brianna saß reglos wie eine Statue auf ihrem Felsblock und blickte zum Wald.

Kapitel 64

Signal zum Angriff

Zur Beachtung: Auf dem Marsch wird das Abfeuern von drei Kanonenschüssen das Signal zur Bildung der Kampflinien und von fünf das Signal zum Angriff sein.

– Schlachtordnung, Wm. Tryon

Roger entfernte sich gemessenen Schrittes vom Lager der Regulatoren und zwang sich, weder zu laufen noch sich umzusehen. Es wurden zwar ein paar lautstarke Beleidigungen und halbherzige Drohungen in seine Richtung geschleudert, doch als er den Wald betrat, hatte die Menge das Interesse an ihm verloren und sich wieder ihrer lebhaften Kontroverse zugewandt. Es war zwar schon nach zwölf Uhr mittags, und für Mai war es ein heißer Tag, doch sein Hemd war durchgeschwitzt und klebte ihm auf eine Weise am Körper, die besser in den Juli gepasst hätte.

Sobald er außer Sichtweite war, blieb er stehen. Er atmete schnell und fühlte sich ein wenig benommen, und ihm wurde übel von den Nachwirkungen des Adrenalins. Inmitten dieses Kreises feindseliger Gesichter hatte er nicht das Geringste empfunden – nichts. Doch jetzt, wo er heil davon gekommen war, zitterten seine Beinmuskeln, und seine Hände waren schon so lange zu Fäusten geballt, dass sie schmerzten. Er öffnete sie, streckte seine steifen Finger und versuchte, seine Atmung zu verlangsamen.

Vielleicht war es dem nächtlichen Ärmelkanal und den Flugabwehrkanonen ja doch ähnlicher gewesen, als er dachte.

Doch er war davongekommen; er würde zu seiner Frau und seinem Sohn heimkehren. Dieser Gedanke versetzte ihm einen seltsamen Stich; tiefe Erleichterung, in die sich – ganz unerwartet – ein noch tieferer Schmerz um seinen Vater mischte, der weniger Glück gehabt hatte.

Ein leichter Luftzug umwehte ihn, und sein willkommener, kühler Atemhauch spielte mit den feuchten Haaren an Rogers Hals. Er hatte Hemd und Rock durchgeschwitzt, und seine feuchte Halsbinde fühlte sich auf einmal so an, als würde sie ihn erwürgen. Er zog seinen Rock aus und zerrte an dem Halsband, das er schließlich mit bebenden Fingern abriss. Dann stand er mit geschlossenen Augen da, ließ das Stück Stoff an seiner Hand baumeln und atmete in tiefen Zügen, bis das Übelkeitsgefühl verging.

Er rief sich sein letztes Bild von Brianna ins Gedächtnis. Sie hatte im Türrahmen gestanden und Jemmy auf dem Arm gehabt. Er sah ihre tränennassen Wimpern und die runden, ernsten Augen des Babys und spürte ein starkes Echo des Gefühls, das er mit Husband in der Blockhütte erlebt hatte; eine Vision der Schönheit, ein unerschütterlicher Glaube an die Freude, der seinen Verstand und seine Seele in Geborgenheit wiegte. Er würde zu ihnen zurückkehren; das war alles, was zählte.

Nach einer Weile öffnete er die Augen, hob seinen Rock auf und setzte sich in Bewegung. Allmählich wurde er körperlich – wenn auch nicht geistig – ruhiger, als er sich jetzt wieder dem Fluss näherte.

Er hatte Husband nicht mitgebracht, doch mehr als er hätte wohl auch Jamie nicht erreichen können. Es war möglich, dass der Pöbel – was auch immer Tryon von ihnen dachte, sie waren keine Armee – in der Tat jetzt zerfallen, sich zerstreuen und heimkehren würde, da sie sich selbst der provisorischen Führung durch Husband beraubt sahen. Er hoffte es.

Vielleicht aber geschah das auch nicht. Vielleicht erhob sich ja ein anderer Mann aus dieser wimmelnden Menge, einer, der in der Lage war, das Kommando zu übernehmen. Dann erinnerte er sich an eine Formulierung, die er in dem Tumult bei der Hütte aufgeschnappt hatte, und ihm kam ein Gedanke.

»Seid Ihr gekommen, um uns andere Bedingungen anzubieten als Caldwell?« Der Mann mit dem schwarzen Bart hatte ihn das gefragt. Und vorher, als er mit Husband gebetet hatte, hatte er die Worte unter dem Hämmern an der Tür kaum mitbekommen: »Dazu haben wir keine Zeit!«, hatte jemand gerufen. »Caldwell ist vom Gouverneur zurück –« Und dann hatte jemand anders in verzweifeltem Ton hinzugefügt: »Eine Stunde, Hermon! Er gibt uns eine Stunde, nicht länger

»Mist!«, sagte er laut. David Caldwell, der presbyterianische Priester, der ihn und Brianna getraut hatte. Er musste es sein. Offenbar hatte der Mann Tryon aufgesucht, um ihm die Anliegen der Regulatoren vorzutragen – und war mit einer Warnung zurückgewiesen worden.

»Eine Stunde, nicht länger.« Eine Stunde, um sich zu zerstreuen, in Frieden abzuziehen? Oder eine Stunde, um auf irgendein Ultimatum zu reagieren.

Er blickte nach oben; die Sonne stand über ihm, es war kurz nach Mittag. Er zog seinen Rock an und steckte die abgelegte Halsbinde zu der unbenutzten Friedensfahne in die Tasche. Was auch immer sie bedeutete, diese Stunde des Aufschubs, es war eindeutig Zeit zu gehen.

1 ... 252 253 254 255 256 257 258 259 260 ... 424
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)