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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
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Er traf mit der Schulter auf dem Boden auf, kugelte halb zusammengerollt über den Boden, brach durch einen kleinen Busch und purzelte eine steile Lehmböschung hinunter, an deren Fuß er klatschend im Wasser landete.

Während er nach einem Halt für seine Füße suchte, tauchte er hustend unter und kam dann stehend zum Vorschein. Als er sich Haare und Wasser aus den Augen schüttelte, sah er William MacKenzie über sich auf der Böschung hocken. Als MacKenzie sah, dass er seinem Feind gegenüber im Vorteil war, stürzte er sich johlend auf ihn.

Etwas, das sich anfühlte wie eine Kanonenkugel, donnerte Roger vor die Brust, und er fiel mit einem enormen Klatschen ins Wasser zurück. In der Ferne hörte er Frauenschreie. Er konnte weder atmen noch etwas sehen, sondern kämpfte mit einem sich windenden Durcheinander aus Kleidern und Gliedmaßen und aufgewühltem Schlamm, während seine Füße vergeblich nach Halt suchten und seine Lungen fast explodierten.

Sein Kopf durchbrach die Oberfläche. Sein Mund öffnete und schloss sich wie der eines Fisches, um Luft zu schlucken, und er hörte seine eigenen, heftigen Atemgeräusche – und MacKenzies Keuchen. MacKenzie ließ strampelnd von ihm ab und blieb einen Meter weiter aufrecht stehen. Das Wasser lief ihm aus den Kleidern, und er keuchte wie eine Dampfmaschine. Roger beugte sich heftig atmend vor und stützte sich mit den Händen auf seine Oberschenkel, während seine Arme vor Anstrengung zitterten. Er schnappte ein letztes Mal nach Luft, dann richtete er sich auf und strich das feuchte Haar beiseite, das in seinem Gesicht klebte.

»Hört mir zu«, begann er keuchend, »ich –«

Weiter kam er nicht, denn MacKenzie, der ebenfalls immer noch schwer atmete, kam durch das hüfttiefe Wasser auf ihn zu. Das Gesicht des Mannes trug einen seltsamen, begierigen Blick, und seine moosgrünen Augen leuchteten.

Etwas verspätet fiel Roger noch etwas anderes ein. Der Mann war Dougal MacKenzies Sohn. Doch er war auch der Sohn der Hexe Geillis Duncan.

Irgendwo jenseits der Weiden erscholl ein tiefes Donnern, und die erschrockenen Vögel erhoben sich in kreischenden Scharen von den Bäumen. Die Schlacht hatte begonnen.

Kapitel 65

Alamance

Daraufhin entsandte der Gouverneur Hauptmann Malcolm, einen seiner Feldadjutanten, und den Sheriff von Orange mit seinem Brief, in dem er die Rebellen aufforderte, ihre Waffen niederzulegen, ihre gesetzlosen Rädelsführer auszuliefern etc. Gegen halb elf kehrten Hauptm. Malcolm und der Sheriff zurück und gaben an, der Sheriff habe den Brief vier verschiedene Male vor verschiedenen Divisionen der Rebellen vorgelesen, welche die angebotenen Bedingungen verächtlich ablehnten und sagten, sie bräuchten keine Bedenkzeit, und mit rebellischem Gebrüll zur Schlacht aufriefen.

»Tagebuch der Expedition gegen die Aufrührer«, Wm. Tryon

»Haltet die Augen nach MacKenzie offen.« Jamie tippte Geordie Chisholm an die Schulter, und Geordie wandte den Kopf und gab ihm mit leichtem Kopfnicken zu verstehen, dass er begriff.

Sie wussten alle Bescheid. Sie waren brave Kerle, sie würden aufpassen. Sie würden ihn bestimmt auf seinem Rückweg finden.

Das sagte er sich jetzt schon zum dutzendsten Mal, doch die beruhigenden Worte klangen noch genauso hohl wie zuvor. Himmel, was war dem Mann nur zugestoßen?

Er schob das Unterholz brutal zur Seite, als sei es sein persönlicher Feind, und setzte sich an die Spitze seiner Männer. Wenn sie Acht gaben, würden sie MacKenzie so rechtzeitig sehen, dass sie nicht aus Versehen auf ihn schossen. Das sagte er sich zumindest, obwohl er sehr gut wusste, dass man, wenn man sich von Feinden umringt sah, in der Hitze des Gefechtes auf alles feuerte, was sich bewegte, und man nur selten Zeit hatte, dem Mann, der aus dem Rauch auf einen zukam, prüfend ins Gesicht zu sehen.

Nicht, dass es eine große Rolle spielen würde, wer MacKenzie umlegte, wenn es dazu kam. Brianna und Claire würden ihn für den Tod des Mannes verantwortlich machen, und das mit Recht.

Dann blieb ihm zu seiner Erleichterung keine Zeit mehr zum Nachdenken. Sie brachen ins Freie hervor, und die Männer verteilten sich und rannten gebückt zu dritt und zu viert im Zickzack durch das Gras, wie er es ihnen beigebracht hatte, mit einem erfahrenen Soldaten pro Gruppe. Irgendwo hinter ihm erscholl der erste Kanonenschlag wie Donner aus einem sonnigen Himmel.

In dieser Sekunde entdeckte er die ersten Regulatoren, eine Gruppe von Männern, die von rechts über das offene Feld gelaufen kamen. Sie hatten seine Männer noch nicht gesehen.

Bevor es dazu kam, brüllte er »Casteal an DUIN!« und lief auf sie zu, die Muskete als Signal für die Männer hinter ihm hoch erhoben. Brüllende und kreischende Stimmen zerschnitten die Luft, und die erschrockenen, überrumpelten Regulatoren kamen stolpernd und ungeregelt zum Stehen. Beim Herumhantieren mit ihren Waffen kamen sie sich gegenseitig in die Quere.

»Thugham! Thugham!« Zu mir, zu mir! Nah genug, es war nah genug. Er ließ sich auf ein Knie sinken, beugte sich über die Muskete, legte sie an und feuerte knapp über die Köpfe des Männergewimmels hinweg.

Hinter sich hörte er seine Männer grunzend Feuerposition einnehmen. Feuerstein klickte, dann erscholl der ohrenbetäubende Lärm der Salve.

Einzelne Regulatoren knieten sich hin, um das Feuer zu erwidern. Der Rest ergriff die Flucht und lief auf die Deckung eines sanft ansteigenden, grasigen Abhangs zu.

»A draigha! Nach links! Schneidet ihnen den Weg ab!« Zwar hörte er sich diese Worte bellen, doch es geschah unbewusst, während er bereits selbst in diese Richtung rannte.

Die kleine Regulatorengruppe teilte sich; ein paar hielten auf den Fluss zu, die anderen galoppierten dicht gedrängt wie Schafe auf den Schutz der Anhöhe zu.

Sie schafften es und verschwanden um die Wölbung des Hügels, und Jamie rief mit einem durchdringenden Pfiff, der laut genug war, den zunehmenden Kanonendonner zu übertönen, seine Truppen zurück. Er konnte jetzt Gewehrfeuer hören, Musketengeknatter zu ihrer Linken. Er scherte in diese Richtung aus und baute darauf, dass sie ihm folgen würden.

Ein Fehler; hier war der Boden sumpfig und voll wässriger Löcher und zähem Schlamm. Er rief erneut und wies mit einer Handbewegung wieder auf die Anhöhe. Dorthin konnten sie sich zurückziehen; sollte der Feind doch durch den Sumpf auf sie zukommen, wenn er wollte.

Weiter oben war der Boden mit dichtem Gebüsch bewachsen, doch wenigstens war er trocken. Er winkte mit gespreizten Fingern und signalisierte so seinen Männern, dass sie sich verteilen und Deckung suchen sollten.

Das Blut pumpte durch seine Adern, und seine Haut prickelte und kitzelte. Eine grauweiße Rauchwolke, die scharf nach Schießpulver roch, trieb dicht bei ihnen zwischen den Bäumen hindurch. Das Donnern der Artillerie erscholl jetzt regelmäßig wie das ferne Pulsieren eines riesigen, langsamen Herzens – die Bemannung der Kanonen hatte ihren Rhythmus gefunden.

Er bewegte sich langsam weiter nach Westen und ging dabei sehr achtsam vor. Das Unterholz bestand hier zum Großteil aus Sumach und Judasbäumen, unterbrochen von hüfthohen Brombeerranken und Gruppen von Kiefern, die etwas höher waren als er selbst. Er konnte nicht weit sehen, doch er würde jeden Ankömmling hören, bevor er ihn sah – oder gesehen wurde.

Von seinen eigenen Männern war keiner in Sicht. Er suchte Deckung in einem Hartriegelgestrüpp und gab einen abgehackten Ruf wie den einer Wachtel von sich. Hinter ihm erklangen ähnliche Vogelrufe, nicht jedoch vor ihm. Gut, sie wussten alle in etwa, wo die anderen waren. Vorsichtig zwängte er sich weiter durch die Büsche vor. Durch den Schatten der Bäume war es hier kühler, doch die Luft war feucht, und der Schweiß rann ihm über Hals und Rücken.

Er hörte Schritte kommen und presste sich ins Geäst einer Hemlocktanne. Er ließ die fächerartigen, dunkel benadelten Zweige vor sich wieder zurückschwingen und hielt die Muskete auf eine Lücke im Gebüsch gerichtet. Wer auch immer es war, er näherte sich schnell. Ein Zweig zerbrach knackend unter seinen Füßen, es erschollen angestrengte Atemgeräusche, und ein junger Mann schob sich keuchend durch das Gebüsch. Er trug keine Schusswaffe, doch in seiner Hand glitzerte ein Häutemesser.

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