Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Die spannenden Schilderungen vom Leben auf den russischen Landgütern und in der Stadt, mit seinen Familienfesten, Bällen, Jagden und Schlittenfahrten, wechseln mit Kampfhandlungen, Märschen oder Lagebesprechungen der Schicksalsschlachten von Schöngraben, Austerlitz oder Borodino.
Der atemberaubende Monumentalroman über die schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege. Das vielleicht bedeutendste Meisterwerk russischer Erzählkunst in meisterhafter Übersetzung. Über 1600 Seiten voll dramatischer historischer Schilderung.
1 ... 236 237 238 239 240 241 242 243 244 ... 458
Перейти на страницу:

Der französische Husarenoberst, der sichtlich soeben erst aus dem Bett aufgestanden war, kam auf einem hübschen, feisten Grauschimmel, von zwei Husaren begleitet, vom Dorf herangeritten. Der Offizier, die Soldaten und auch ihre Pferde machten einen satten, stutzerhaften Eindruck.

Es war ja auch in jener ersten Zeit des Feldzuges, in der sich die Truppen noch in tadellosem Zustand befanden, fast wie bei einer Besichtigung oder im Friedensdienst, nur mit einem leisen Anflug schmucker Feldzugsmäßigkeit im Äußeren und jener Lustigkeit und Unternehmungslust im Innern, die mit jedem Feldzugsbeginn Hand in Hand geht.

Der französische Oberst konnte nur mit Mühe das Gähnen unterdrücken, aber er war höflich und begriff augenscheinlich Balaschews Bedeutung voll und ganz. Er geleitete ihn an seinen Soldaten vorbei bis hinter die Vorpostenkette und teilte ihm mit, daß sein Wunsch, dem Kaiser vorgestellt zu werden, wahrscheinlich gleich erfüllt werden könne, da, soviel er wisse, das Quartier des Kaisers nicht allzu weit entfernt sei.

Sie ritten durch den Ort Rikonti, an den Koppeln französischer Husarenpferde, an Wachen und Soldaten vorbei, die ihrem Oberst Ehrenbezeigungen erwiesen und neugierig die russische Uniform betrachteten, und verließen dann auf der anderen Seite das Dorf. Der Oberst sagte, der Divisionskommandeur befinde sich zwei Kilometer von hier, er werde Balaschew empfangen und seiner Bestimmung zuführen.

Die Sonne war nun ganz aufgegangen und bestrahlte heiter das leuchtende Grün.

Kaum waren sie hinter der Schenke bergauf geritten, als ihnen von der anderen Seite der Anhöhe von unten her ein Reitertrupp entgegenkam. Voraus ritt auf einem Rappen mit in der Sonne glitzerndem Geschirr ein hochgewachsener Mann in Federhut, schwarzem bis auf die Schultern herabwallendem Haar und einem roten Mantel. Er ritt, die langen Beine nach vorn gestreckt, wie die Franzosen zu reiten pflegen. Dieser Mann kam Balaschew im Galopp entgegen, wobei seine Edelsteine und goldenen Tressen in der grellen Junisonne blitzten und die Federn am Hut im Winde flatterten.

Balaschew war nur noch zwei Pferdelängen von dem ihm entgegensprengenden, mit Armbändern, Federn, Orden und Gold überladenen Reiter, der eine feierlich theatralische Miene zur Schau trug, entfernt, als der französische Husarenoberst ihm respektvoll zuflüsterte: »Le roi de Naples.«

Und wirklich war es Murat, der sich jetzt König von Neapel nannte. Obgleich es vollkommen unverständlich war, warum er gerade König von Neapel hieß, wurde er doch so genannt, und er selbst war von dieser Würde so sehr durchdrungen, daß er nunmehr eine noch feierlichere und wichtigere Miene aufsetzte als früher. Er war von seiner Wichtigkeit als König von Neapel so überzeugt, daß er, als er am Vorabend seiner Abreise aus Neapel mit seiner Frau durch die Straßen gegangen war und einige Italiener ihm zugerufen hatten: »Viva il re!«, sich mit trübem Lächeln an seine Gattin gewandt und gesagt hatte: »Les malheureux, ils ne savent pas, que je les quitte demain.«

Doch wenn er auch fest daran glaubte, König von Neapel zu sein, und Mitleid mit seinen von ihm verlassenen Untertanen fühlte, hatte er doch jetzt, als ihm befohlen worden war, wieder in den Militärdienst einzutreten, und besonders nach dem Wiedersehen mit Napoleon in Danzig, wo der erlauchte Schwager zu ihm gesagt hatte: »Je vous ai fait roi pour régner à ma manière, mais pas à la vôtre …«, das ihm so wohlvertraute Kriegshandwerk freudig wieder aufgenommen und galoppierte nun wie ein wohlgenährtes, aber nicht überfüttertes Pferd, das sich wieder eingeschirrt fühlt und, so bunt und kostbar wie nur möglich herausgeputzt, spielend an der Deichsel zieht, heiter und zufrieden auf den Straßen Polens einher, ohne selber zu wissen, wohin und zu welchem Zweck.

Als er den russischen General erblickte, warf er feierlich und auf königliche Art den Kopf mit dem bis auf die Schultern herabwallenden Haar zurück und warf dem französischen Obersten einen fragenden Blick zu. Der Oberst setzte Seiner Majestät ehrerbietigst Balaschews Bedeutung auseinander, dessen Namen er nicht aussprechen konnte.

»De Bal-Machève!« sagte der König, mit der ihm eigenen Energie die Schwierigkeit, die dieser Name dem Obersten bereitete, überwindend, und fügte dann mit einer königlich gnädigen Gebärde hinzu: »Charmé de faire votre connaissance, général.«

Sobald der König laut und schnell zu sprechen anfing, ließ ihn seine ganze königliche Würde augenblicklich im Stich, und er ging, ohne es selber zu merken, in einen Ton gutmütiger Familiarität über. Er legte seine Hand auf den Hals von Balaschews Pferd.

»Eh bien, général, tout est à la guerre, à ce qu’il paraît«, sagte er, als wolle er über eine Tatsache, die er nicht beurteilen könne, sein Bedauern aussprechen.

»Sire«, erwiderte Balaschew, »l’empereur mon maître ne désire point la guerre, comme Votre Majesté le voit.« Balaschew gebrauchte den Titeclass="underline" Votre Majesté in allen nur möglichen Fällen und wiederholte somit einer Person gegenüber, für die dieser Titel noch etwas Neues war, mit einer zwar unvermeidlichen Geziertheit diese Anrede immer wieder und wieder.

Die ganze Zeit über, die Murat Monsieur de Balacheff anhörte, strahlte sein Gesicht in törichter Befriedigung. Aber royauté oblige: und so fühlte er als König und Verbündeter Napoleons die Verpflichtung, mit dem Gesandten Alexanders von Staatsangelegenheiten zu sprechen. Er stieg vom Pferd, nahm Balaschews Arm, führte ihn ein paar Schritte von seinem ehrerbietig wartenden Gefolge beiseite, ging mit ihm auf und ab und gab sich Mühe, ein bedeutsames Gespräch in Gang zu bringen. Er erinnerte daran, daß sich Kaiser Napoleon durch die Forderung, seine Truppen aus Preußen zurückzuziehen, beleidigt gefühlt habe, hauptsächlich deshalb, weil diese Forderung zu aller Kenntnis gelangt und dadurch die Würde Frankreichs verletzt worden sei.

Balaschew erwiderte, in dieser Forderung könne nichts Beleidigendes liegen, das ja … Aber Murat unterbrach ihn.

»So halten Sie also Kaiser Alexander gar nicht für den Anstifter des Krieges?« fragte er plötzlich mit einem einfältig gutmütigen Lächeln.

Balaschew erklärte ihm, warum er der Ansicht sei, daß in Wirklichkeit Napoleon den Krieg angefangen habe.

»Eh, mon cher général«, unterbrach ihn wieder Murat, »je désire de tout mon cœur, que les empereurs s’arrangent entre eux et que la guerre commencée malgré moi se termine le plus tôt possible.« Er sagte das in einem Ton, wie Diener sprechen, wenn sie, ungeachtet der Streitigkeiten zwischen ihren Herrschaften, untereinander Freunde bleiben wollen.

Dann leitete er das Gespräch auf den Großfürsten über, fragte, wie es ihm gehe, und gedachte der heiteren, ergötzlichen Zeiten, die er mit ihm zusammen in Neapel verlebt hatte. Dann aber richtete sich Murat, als fiele ihm seine königliche Würde plötzlich wieder ein, auf einmal feierlich gerade, nahm die Pose an, die er bei der Krönung gezeigt haben mochte, winkte mit der rechten Hand und sagte: »Je ne vous retiens plus, général; je souhaite le succès de votre mission«, und mit seinem roten gestickten Mantel, dem Federhut und den blitzenden Edelsteinen trat er wieder auf sein Gefolge zu, das ehrerbietig auf ihn gewartet hatte.

Balaschew setzte seinen Weg fort und nahm nach den Worten Murats an, daß er Napoleon selbst nun sehr bald vorgestellt werden würde. Aber statt der ersehnten Zusammenkunft mit Napoleon hielt ihn eine Infanteriewache des Davoustschen Korps am nächsten Dorf wieder ebenso an, wie er schon an der Vorpostenkette angehalten worden war, und der herbeigerufene Adjutant des Korpskommandeurs geleitete ihn ins Dorf hinein zu Marschall Davoust.

5

Davoust war der Araktschejew Kaiser Napoleons. Ebenso wie Araktschejew war auch er kein Feigling, aber er war auch ebenso pedantisch und tyrannisch und wußte seiner Ergebenheit für den Kaiser nicht anders Ausdruck zu verleihen als durch Grausamkeit.

Im Räderwerk eines Staates sind solche Leute notwendig, ebenso notwendig wie die Wölfe im Haushalt der Natur, und immer und überall sind sie da, tauchen immer wieder auf und behaupten sich, wie sinnwidrig auch ihre Gegenwart in der Nähe eines Regierungshauptes scheint. Nur aus dieser Notwendigkeit ist es zu erklären, daß ein so ungebildeter, linkischer, grausamer Mensch wie Araktschejew, der den Grenadieren eigenhändig die Schnurrbärte herausriß, dabei aber aus Nervenschwäche keine Gefahr ertragen konnte, sich mit einer solchen Macht in der Nähe des ritterlich edlen und zarten Alexander behaupten konnte.

1 ... 236 237 238 239 240 241 242 243 244 ... 458
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)