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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
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»Ich weiß, dass ich nicht viel Geld habe«, sagte er. »Oder Besitz. Aber ich habe eine gute Anstellung, Sir! Lord John zahlt mir zehn Pfund im Jahr und war so gütig, mir anzubieten, auf seinem Grund eine kleine Kate zu bauen, und bis sie fertig ist, können wir in seinem Haus wohnen.«

»Aye, das sagtet Ihr schon.« Mr. Wemyss sah zunehmend erbärmlich aus. Er wandte den Blick immer wieder von Bobby ab; vielleicht zum Teil aus natürlicher Schüchternheit und weil es ihm widerstrebte, ihn direkt abzuweisen – aber sicherlich auch, um nicht den Anschein zu erwecken, dass er das Brandzeichen auf Bobbys Wange anstarrte.

Das Gespräch setzte sich noch eine Weile fort, jedoch ohne Ergebnis, da sich Mr. Wemyss nicht dazu durchringen konnte, Bobby den wirklichen Grund für seine Weigerung zu nennen.

»Ich … ich … nun, ich werde noch einmal darüber nachdenken.« Mr. Wemyss, der die Anspannung nicht länger ertragen konnte, stand abrupt auf und rannte quasi aus dem Zimmer – zwang sich jedoch, an der Tür stehen zu bleiben, sich umzudrehen und zu sagen: »Das heißt aber nicht, dass ich meine Meinung ändern werde!« Dann verschwand er.

Bobby sah ihm verblüfft nach, dann wandte er sich an Jamie.

»Gibt es Hoffnung für mich, Sir? Ich weiß, dass Ihr ehrlich sein werdet.«

Es war mitleiderregend, und selbst Jamie wandte den Blick von diesen großen blauen Augen ab.

»Ich glaube es nicht«, sagte er. Sein Ton war gütig, aber endgültig, und Bobby sackte ein wenig in sich zusammen. Er hatte sein welliges Haar mit Wasser geglättet; inzwischen war es getrocknet, und winzige Locken lösten sich aus der dichten Masse, was ihm das absurde Aussehen eines neugeborenen Lamms verlieh, dem gerade der Schwanz kupiert wurde, erschrocken und bestürzt.

»Hat sie – wisst Ihr, Sir, oder Ma’am –«, wandte er sich an mich, »hat Miss Elizabeth ihr Herz einem anderen geschenkt? Denn wenn das so wäre, würde ich mich natürlich in mein Schicksal ergeben. Doch wenn nicht –« Er zögerte und blickte zur Tür, durch die Joseph so abrupt verschwunden war.

»Glaubt Ihr, ich könnte eine Chance haben, die Einwände ihres Vaters zu überwinden? Vielleicht – vielleicht, wenn ich eine Möglichkeit fände, es zu etwas Geld zu bringen … oder wenn es eine Frage der Religion wäre …« Jetzt sah er ein wenig bleich aus, richtete sich jedoch entschlossen auf. »Ich – ich glaube, ich wäre bereit, mich römisch taufen zu lassen, sollte er es verlangen. Ich wollte ihm das sagen, habe es aber vergessen. Würdet Ihr es ihm vielleicht sagen, Sir?«

»Aye … aye, das werde ich«, sagte Jamie zögernd. »Dann seid Ihr Euch ganz sicher, dass es Lizzie ist? Nicht Malva?«

Diese Frage verblüffte Bobby.

»Nun, ganz ehrlich, Sir – ich hab sie beide so gern, ich bin sicher, dass ich mit jeder von ihnen glücklich würde. Aber – nun ja, um die Wahrheit zu sagen, ich habe Todesangst vor Mr. Christie«, gestand er und wurde rot. »Und ich glaube, er mag Euch nicht, Sir – Mr. Wemyss schon. Wenn Ihr … Euch für mich einsetzen könntet, Sir? Bitte?«

Am Ende war selbst Jamie gegen seine unschuldigen Bitten nicht gefeit.

»Ich versuche es«, gab er nach. »Aber ich verspreche Euch nichts, Bobby. Wie lange werdet Ihr jetzt bleiben, bevor Ihr zu Lord John zurückkehrt?«

»Seine Lordschaft hat mir eine Woche für meine Werbung gegeben, Sir«, sagte Bobby mit viel glücklicherem Gesicht. »Aber Ihr werdet doch sicher selbst morgen oder übermorgen gehen?«

Jamie musterte ihn überrascht.

»Wohin denn?«

Jetzt wirkte Bobby völlig überrascht.

»Nun … ich weiß es nicht genau, Sir. Aber ich dachte, Ihr müsstet es wissen.«

Nach einigem Hin und Her gelang es uns, die Geschichte zu entwirren. Anscheinend hatte er sich unterwegs einer kleinen Gruppe von Reisenden angeschlossen, Farmern, die eine Schweineherde zum Markt trieben. Angesichts der Eigenschaften, die Schweine als Reisegefährten besaßen, war er nur eine Nacht bei ihnen geblieben, doch beim Abendessen hatte er im Lauf einer beiläufigen Unterhaltung gehört, wie sie eine Zusammenkunft ansprachen und darüber spekulierten, wer wohl daran teilnehmen würde.

»Euer Name wurde erwähnt, Sir – ›James Fraser‹, haben sie gesagt und auch von Fraser’s Ridge gesprochen, daher war ich sicher, dass sie Euch gemeint haben.«

»Was für eine Zusammenkunft war es denn?«, fragte ich neugierig. »Und wo?«

Er zuckte hilflos mit den Achseln.

»Ich habe nicht darauf geachtet, Ma’am. Sie haben nur gesagt, es ist nächsten Montag.«

Genauso wenig erinnerte er sich an die Namen seiner Gastgeber, denn er war zu sehr auf den Versuch konzentriert gewesen zu essen, ohne von der Nähe der Schweine überwältigt zu werden. Und im Moment war er eindeutig zu sehr mit den Ergebnissen seiner erfolglosen Freierswerbung beschäftigt, um sich Gedanken über die Details zu machen, und nach ein paar Fragen und verworrenen Antworten schickte ihn Jamie davon.

»Hast du irgendeine Ahnung –?«, begann ich, doch dann sah ich, dass er die Stirn gerunzelt hatte; offensichtlich hatte er das.

»Die Zusammenkunft, bei der die Delegierten für einen Kontinentalkongress gewählt werden«, sagte er. »Das muss es sein.«

Nach dem Empfang für Flora MacDonald hatte er erfahren, dass man Ort und Zeit des ursprünglichen Treffens aufgeben würde, da die Organisatoren Störungen befürchteten. John Ashe hatte ihm gesagt, dass ein neuer Ort und ein neuer Termin bestimmt werden würden – man würde es ihn wissen lassen.

Doch das war vor dem Zwischenfall in Cross Creek.

»Es ist doch wohl möglich, dass ein Brief verlorengegangen ist«, meinte ich, doch es war eine haltlose Vermutung.

»Einer schon«, pflichtete er mir bei. »Aber keine sechs.«

»Sechs?«

»Als ich nichts gehört habe, habe ich meinerseits geschrieben, und zwar an die sechs Männer, die ich im Korrespondenzkomitee persönlich kenne. Nicht eine Antwort.« Sein steifer Finger klopfte einmal gegen sein Bein, doch er bemerkte es und hielt ihn still.

»Sie trauen dir nicht«, sagte ich nach ein paar Sekunden des Schweigens, und er schüttelte den Kopf.

»Das ist ja auch kaum ein Wunder, nachdem ich Simms gerettet und Neil Forbes auf offener Straße geteert habe.« Bei diesem Gedanken huschte ihm unwillkürlich ein kleines Lächeln über das Gesicht. »Und unser armer Bobby war wahrscheinlich auch keine große Hilfe; er hat ihnen sicher gesagt, dass er Briefe zwischen mir und Lord John hin- und hertransportiert.«

Das stimmte wahrscheinlich. Bobby war zwar freundlich und redselig, aber er konnte ein Geheimnis für sich behalten – allerdings nur, wenn man ihm ausdrücklich sagte, was er geheim halten sollte. Ansonsten würde jeder, der mit ihm zusammen aß, spätestens beim Nachtisch alles über seine Aufträge wissen.

»Kannst du noch etwas anderes tun, um es herauszufinden? Wo die Zusammenkunft stattfindet, meine ich?«

Er atmete ein wenig frustriert aus.

»Aye, vielleicht. Aber wenn ich es täte und dort hinginge – ist es sehr wahrscheinlich, dass sie mich fortschicken würden. Wenn nicht noch Schlimmeres. Ich glaube, es ist das Risiko nicht wert.« Er sah mich mit ironischer Miene an. »Ich hätte sie besser den Drucker grillen lassen sollen.«

Ich überhörte diese Bemerkung und trat an seine Seite.

»Dir wird schon etwas anderes einfallen«, versuchte ich, ihn zu ermutigen. Die große Stundenkerze stand halb heruntergebrannt auf seinem Schreibtisch, und er berührte sie. Niemand schien je zu bemerken, dass die Kerze nie kleiner wurde.

»Vielleicht«, sagte er nachdenklich. »Möglich, dass ich einen Weg finde. Obwohl ich dazu nicht gern noch einen benutzen würde.«

Noch einen Edelstein, meinte er; unser kleines Vermögen in Juwelen war im Wachs der Kerze verborgen; in das flüssige Wachs getaucht, solange der Docht brannte, und dann verborgen, nachdem es erhärtete.

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