Kinder der Sonne
- Автор: Горький Максим
- Год: 1905
- Язык: немецкий
- Переводчик: Alexander von Huhn
- Жанр: Русская классическая проза
Электронная книга - «Kinder der Sonne». Краткое содержание книги:
Protassow ein wenig beunruhigt: Hm … nach meinem Dafürhalten solltest du verreisen. Dimitrij … verreisen! … Und dann wird alles vergehen …Mache dir darüber keine Sorgen …
Wagin: Ich werde auch verreisen … obgleich ich weiß, daß es nicht vergehen wird … Beunruhige du dich nicht deswegen …
Protassow: Ich - durchaus nicht … nur ein gewisses Unbehagen -
Wagin: Glücklich sein schafft Unbehagen? Das macht dir vielleicht Ehre … obgleich es dumm ist …
Protassow: Ärgere dich nicht über mich, Dimitrij … Es war ja Jelena … Ich trage keine Schuld daran … Was kann ich tun, wenn sie mich liebt und nicht dich …
Wagin lächelnd: Oh, wie nett!
Protassow: Nein, Dimitrij, gestern hast du mich entsetzlich niedergedrückt … Du bist besser als ich … Ich bin so ein Planet mit unbekannter Flugbahn … Ich drehe mich um mich selbst und fliege irgendwohin und - basta! Aber du kreisest um die Sonne … Du stehst in Harmonie mit dem System. Lisa kommt aus dem Garten; hinter ihr Melanija. Jelena kommt aus dem Zimmer.
Wagin: Nun, wie ich mich drehe und wende, das weiß ich nicht … aber dir gebe ich den Rat … dreh du dich um deine Frau … Verlier sie nicht aus den Augen.
Protassow: Wie sind doch die Menschen gut!
Lisa betrübt und beklommen: Noch nicht?
Jelena: Nein, meine Liebe … soll man ihn holen lassen?
Lisa: Das ist nicht nötig … nein - Geht in das Zimmer.
Melanija leise und besorgt: Meine Herrschaften! Sie beginnt mit sich selbst zu reden. Die ganze Zeit spricht sie von Steppen und Wüsten …
Lisa aus dem Zimmer: Melanija Nikolajewna, wo sind Sie denn?
Melanija rasch ab: Ich komme, ich komme!
Jelena: Pawel, sie macht mir ernstlich Sorge … Man muß einen Arzt rufen lassen …
Protassow: Nun gut … ich hole einen …
Antonowna tritt ein: Dimitrij Sergejewitsch! Hier ist ein Brief an Sie.
Wagin: Woher?
Antonowna: Aus Ihrer Wohnung … soll sofort abgegeben werden. Ab.
Wagin: Was ist denn da los? Reißt das Kuvert auf,. Liest, gerät in große Erregung. Um Gottes willen, meine Herrschaften … Tschepurnoi … hören Sie! …
Jelena: Leiser!… Leiser! … Lisa, was gibt's?
Wagin: Als er gestern von Ihnen fortging … scherzte er … lachte … Ehrenwort, und jetzt … Liest, unwillkürlich die Sprechweise Tschepurnois nachahmend, »Hier haben Sie noch eine Anekdote: Ein Tierarzt, der - sich aufgehängt hat. Er wollte auch die Ehre des Standes wahren, wie jener Engländer. Ich danke Ihnen für die Falte. Es ist doch immerhin angenehm zu wissen, daß irgendwo von einem wenigstens ein Runzel übriggeblieben ist. Schenken Sie der Farbe Ihrer Krawatten größere Aufmerksamkeit, das ist sehr wichtig … Tschepurnoi …«
Protassow: Das ist doch nicht ernst?
Jelena: Leise! Was war das für eine Anekdote? Was heißt das? Vielleicht ist es ein Scherz?
Wagin: Nein … Schwerlich … Er lachte … weiß Gott …
Lisa kommt schnell auf die Bühne, sieht alle an: Ist er gekommen? Wo ist er?
Jelena: Er ist nicht gekommen …
Lisa: Aber die Stimmer? Seine Stimme! Ich habe ihn eben sprechen gehört? … Was schweigt ihr? Wo ist er?
Wagin: Das war ich … ich habe gesprochen …
Lisa: Nein, nein, es war seine Stimme …
Wagin: Ich habe seine Sprache nachgeahmt und mich ein wenig über ihn lustig gemacht.
Lisa: Warum?
Wagin: Ach - so …
Protassow: Siehst du, wir plauderten hier … plötzlich …
Lisa: Was plötzlich?
Jelena: Beruhige dich, Lisa …
Wagin: Ich erinnerte mich an seine Art zu sprechen und sprach ein paar Worte … mit seiner Stimme …
Lisa: So? Sagen Sie die Wahrheit? Ab er warum schweigt ihr? Pawel, was ist dir? Etwas ist vorgefallen, nichts? -- Lieber Pawel, du verstehst nicht zu lügen … nicht wahr? … was ist geschehen? Wagin entfernt sich unbemerkt ins Haus.
Protassow: Nein. Lisa: … Siehst du, die Sache ist die … ist wahr … das heißt, Dimitrij hat gesprochen …
Jelena: Hör einmal, liebe Lisa: …
Lisa: Jelena, rühr mich nicht an … Pawel, du mußt mir alles sagen …
Protassow: Aber ich weiß nichts …
Lisa: Was muß man wissen? Jelena, schicke nach ihm … nach Boris … aber gleich …
Jelena: Ja, ja, sofort, beruhige dich nur.
Lisa: Nein … ihr lügt … Wo ist Wagin geblieben? … Er spricht mit seiner Schwester - und sie macht ein Gesicht - ein Gesicht -
Protassow leise zu Jelena: Was tun?
Jelena leise: Zum Arzt, so schnell wie möglich …
Lisa: Ich falle ,,, halte mich, Jelena … ich falle … was habt ihr da zu tuscheln?
Jelena: Wie soll ich dich nur beruhigen? … Pawel! …
Lisa: Wohin ist er gelaufen? Jelena … um Gottes willen. Sieh mir in die Augen … Lüge nicht, Jelena, ich flehe dich an! Melanija kommt aus dem Zimmer, hinter ihr Wagin. Wohin? Wo ist ihr Bruder Boris?
Melanija: ich weiß nicht …
Lisa: Sagt es - auf einmal … Alles, schnell, alles … Er ist tot?
Melanija: Ich weiß nicht … ich weiß es nicht … Geht zur Pforte.
Lisa: Nein, nein, nein! So sagt mir doch etwas … das Herz zerbricht mir ja! Wenn er tot ist, dann hab ich ihn getötet … Nein, nein …
Wagin: Was machen Sie sich für Gedanken …
Mischa kommt auf die Veranda gelaufen und schreit mit einer Lebhaftigkeit, die der Freude sehr nahe kommt: Meine Herrschaften! Wissen Sie schon! Der Veterinär Tschepurnoi hat sich …
Wagin droht ihm mit der Faust: Schweigen Sie.
Mischa: … erhängt.
Lisa reißt sich aus Jelenas Armen, ruhig und deutlich: Gestern abend - gegen neun? …
Mischa: Ja, ja … an der Silberweide beim Flüßchen … Und ich dachte, Sie wüßten es nicht! Ab.
Lisa öffnet die Augen weit, sieht alle an, mit eigenartigem Ausdruck der Stimme: Ich habe es gewußt … Erinnerst du dich, Jelena! … Ich habe es gefühlt … Leise, mit Entsetzen. Nein? Nein! Ich bin es nicht gewesen … Sagt, daß ich ihn nicht getötet habe … Nein! Schreit auf. Ich habe es nicht gewollt … Nein! Sie ist im Begriff zu fallen; Wagin und Jelena heben sie auf und tragen sie ins Haus. Sie schreit, schlägt um sich und ruft in beständig beschleunigtem Tempo. Nein, nein, nein, nein … Hinter der Ecke der Veranda erscheint Roman: langsamen Schrittes und blickt in die Zimmer. Von dort kommt Luscha herausgelaufen, ganz erschreckt.
Luscha: Höre mal … du … wie heißt du? … du aus dem Rjasanschen … was machen die da?
Roman: Wieso?
Luscha: Sie schleppen das Fräulein herum und sie schreit - »nein!«
Roman: War sie es, die so geschrien hat?
Luscha: Ja, sie … und die anderen schleppten sie hinein … ich fürchte mich … huh! …
Roman philosophierend: Warum hat sie denn eigentlich geschrien?
Luscha: Weiß ich nicht … das wollen Herrschaften sein!
Roman: Das Geschrei war vielleicht nicht nötig … das soll nicht sein …
Mischa kommt eilends aus der Ecke: Wer hat geschrien?
Roman mit dem Kopf nach Luscha weisend: das war bei ihren …
Luscha abwinkend: Warum zeigst du auf mich? Das war bei den Herrschaften.
Mischa streng zu Luscha: Wer hat geschrien?
Luscha: Das Fräulein.
Mischa mustert sie mit den Augen: Warum?
Luscha: Sie haben sie hineingeschleppt …
Mischa: Wer?
Luscha: Sie … die … dort …
Mischa klopft sie auf die Schulter: Ach du … dumm wie Bohnenstroh! Betritt die Veranda, Antonowna tritt ihm entgegen. Was ist denn hier passiert, Antonowna?