Kinder der Sonne
- Автор: Горький Максим
- Год: 1905
- Язык: немецкий
- Переводчик: Alexander von Huhn
- Жанр: Русская классическая проза
Электронная книга - «Kinder der Sonne». Краткое содержание книги:
Wagin: Aber schließlich ist das doch nicht Ihre Sache!
Jelena: Wieso nicht? Wenn ich etwas tun will, so ist das eben meine Sache geworden …
Wagin: Sie … und … der Teufel hol mich, wenn ich das verstehe!
Protassow: Nein, sie ist ein Prachtkerl! Das muß ich sagen, wenn ich mich auch ihretwegen geängstigt habe. Hast du die Tropfen eingenommen?
Wagin hat seine Zeichnung beendet: Das ist alles … besten Dank! Dieser Zug ist bei Ihnen prächtig …
Tschepurnoi: Sehr schmeichelhaft.
Lisa tritt aus dem Speisezimmer: Bitte, zum Tee.
Wagin: Wollen wir gehen. Schiebt seinen Arm unter den Tschepurnois. Beide ab.
Protassow halblaut: Jelena, ich habe dir etwas zu sagen …-
Jelena: Muß es gleich sein?
Protassow eilig: Ja. Weißt du, da ist eine dumme Geschichte passiert! Melanija Nikolajewna … ist sie fortgegangen?
Jelena lächelnd: Sie ist fortgegangen.
Protassow: Warte. Die Sache ist aber nicht zum Lachen! Weißt du, ich glaube, sie hat sich in mich verliebt! Auf ganz gewöhnliche Weise. Wie gefällt dir das? Bei Gott - ich habe ihr keine Veranlassung dazu gegeben. Jelena … was lachst du? Das ist eine Sache, die ernst genommen werden muß … Es ist so peinlich. Wenn du wüßtest! Sie hat hier geweint, hat meine Hose geküßt … und meine Hände, diese …
Jelena lachend: Pawel, hör auf …
Protassow ein wenig geärgert: Du setzest mich in Erstaunen! Ich sage dir, sie hat es ganz ernst gemeint … Sie hat mir ihr ganzes Vermögen angeboten … »Ich will mit dir leben«, sagte sie! Verstehst du wohl, sie nannte mich Du! Glaube nur nicht, bitte, daß ich ihr dazu ein Recht eingeräumt habe. Ich weiß nicht warum, aber sie riecht nach Salpeter … Was ist dir?
Jelena lacht herzlich; Ich kann nicht anders … das ist zu komisch … Du bist zu komisch …
Protassow ein wenig gekränkt: Warum? Die Sache ist sehr peinlich und nicht lächerlich … Es ist albern, und ich bin so erschrocken … ich habe ihr etwas geantwortet, aber in meinem Kopf ging alles drunter und drüber. Glaub nur, es war ihr sehr ernst mit dem, was sie sagte - sie sprach auch, daß du von allem wü0ßtest, aber wovon .-.. habe ich nicht verstanden. Zuerst wollte ich dir davon nichts erzählen …
Jelena zärtlich: Ich weiß alles … Du Lieber! Guter!
Protassow: Du weißt es? Wieso denn? Warum hast du mich nicht darauf vorbereitet?
Jelena als hätte sie sich an etwas erinnert, trocken: Lassen wir das bis zum Abend …
Protassow: Ja, gut … ich möchte Tee haben … Aber wenn du es gewußt hast, so freut es mich. So wirst du wohl selbst diesen Knäuel entwirren? Ja?
Lisa aus dem Speisezimmer: Jelena, komm doch her …
Jelena: Ich komme.
Protassow: Dann übernimmst du alles das? …
Jelena: Jawohl … Beunruhige dich nicht! Laß uns gehen.
Protassow: Weißt du, als ich sie vom Boden aufhob, da bemerkte ich unter den Achselhöhlen … Fährt im Flüstertone fort.
Jelena: Pfui, Pawel, wie häßlich … Die Bühne bleibt einige Sekunden leer. Aus dem Speisezimmer tönen Stimmen und das Klirren der Teller und Bestecke herüber. Dann tritt Tschepurnoi mit den Worten heraus:
Tschepurnoi: Ich werde hier ein wenig rauchen … Geht ans Fenster, indem er die Hände auf dem Rücken hält. Nimmt dann die Zigarette aus dem Mund und singt halblaut. »Eine goldne Wolke in der Nacht …«
Wagin eintretend: »Auf der Brust des steilen Berges lag« … Mich haben sie auch hinausgejagt … man soll drinnen nicht rauchen …
Tschepurnoi: Sie sind also ein Freund von Anekdoten?
Wagin: Sie wollen wohl noch eine langweilige loswerden?
Tschepurnoi: Ich werde mir für Sie noch eine zurechtlegen … Aber jetzt gehe ich nach hause.
Wagin: Wann kommt dann die Anekdote?
Tschepurnoi: Morgen. Es regnet … Sucht nach seinem Schirm. Schirm oder nicht Schirm, wie Hamlet, der Dänenprinz zu sagen pflegte … Leben Sie wohl!
Wagin hält ihn am Arm zurück: Sie verreisen, wie ich gehört habe …
Tschepurnoi lachend: Ja, ich verreise … muß verreisen …
Wagin lächelt gleichfalls: Nun denn: Glückliche Reise! Aus irgendeinem Grunde haben Sie mir heute sehr gut gefallen.
Tschepurnoi: Danke für das Kompliment ,,,
Wagin: Sie sahen so verliebt aus … Sagen Sie mal, waren sie schon einmal verliebt? …
Tschepurnoi: Als Student hatte ich eine kleine Schwäche für meine Wirtin, und eines schönen Tages gestand ich ihr's sogar.
Wagin: War sie hübsch?
Tschepurnoi: Schwer zu sagen … Sie war damals schon fünfzig Jahre alt … Nachdem ich ihr meine Liebe gestanden hatte, steigerte sie mich um drei Rubel monatlich.
Wagin lachend: Ist das wahr?
Tschepurnoi: Ja, das hat sie getan. Nun … leben Sie wohl! Geht lachend in den Speisesaal. Wagin blickt ihm nachdenklich nach und geht dann rauchend im Zimmer auf und ab. Brummt etwas vor sich hin und schüttelt den Kopf. Antonowna kommt aus Jelenas Zimmer.
Antonowna mürrisch für sich: Ich dachte, der andere wäre fortgegangen …
Wagin: Welcher »andere«?
Antonowna: Der Kleinrusse - wo ist er?
Wagin: Er ist nach Hause gegangen …
Antonowna: Das ist alles, was er kann;: Kommen, Tee trinken und weglaufen,. Und das Mädchen verzehrt sich um ihn … Schläft ganze Nächte nicht … wenn sie ihm nur sagen wollten ,,,
Wagin: Welches Mädchen? Warum schläft sie nicht? Und was soll man ihm sagen?
Antonowna: Ach Sie … Bei uns im Haue gibt's doch nur ein Mädchen … Sie ist in den Jahren … Wozu sie ohne Grund beunruhigen. Sie ist ohnehin schon krank. Und Sie laufen alle hier herum und reden, und niemand denkt daran, daß es einem Menschen so schwer ums Herz sein kann, daß er am liebsten Hand an sich legen würde.
Wagin reibt sich kräftig die Stirn, versinkt in Gedanken, wirft dann den Kopf zurück, als habe er einen Entschluß gefaßt: Pawel!
Protassow mit einem Buch in der Hand: Hier bin ich.
Wagin feindselig: Was machst du für ein selbstzufriedenes Gesicht!
Protassow erstaunt: Hast du mich gerufen, um mir das zu sagen?
Wagin: Ich muß dich sprechen …
Protassow gähnend: Ach … Heute wollen mich alle sprechen. Ich habe schon viel Ungewöhnliches, aber kein vernünftiges Wort gehört.
Wagin: Ich werde dir etwas Vernünftiges sagen …
Protassow sieht in das Buch: Sei nicht so selbstbewußt.
Wagin: Leg doch einmal das Buch fort.
Protassow: Wohin, das heißt … warum?
Wagin: Irgendwohin … Die Sache ist die … Ich liebe Jelena Nikolajewna …
Protassow ruhig: Damit setzt du mich nicht in Erstaunen! Wie sollte man sie nicht lieben?
Wagin: Ich liebe sie, versteh mich … als Frau …
Protassow ruhig: Nun, und was weiter? Rafft sich zusammen und springt auf. Und sie? Weiß sie es? Hast du es ihr je gesagt? Was hat sie erwidert?
Wagin: Ja, sie weiß es …
Protassow beunruhigt;: Nun -? was denn … Was hat sie geantwortet?
Wagin verwirrt: Bis jetzt - nichts Bestimmtes … …
Protassow freudig: Nun, selbstverständlich! Ich habe es ja gewußt … Das versteht sich ja von selbst …
Wagin zurückhaltend: Warte … Die Sache ist vor allem die - daß du dich schlecht gegen sie benimmst …
Protassow erstaunt: Ich? Wieso? wann?
Wagin: Du ignorierst sie. Du hast ihre Liebe zu dir getötet …
Protassow erschrocken: Hat sie das gesagt?
Wagin: Ich sage es …
Protassow beleidigt: Erlaubt mal, Herrschaften! Was habt ihr denn heute? Hat denn alles den Kopf verloren? Der eine wirft mir vor, daß ich Jelena nicht liebe, ein anderer behauptet, sie liebe mich nicht … was soll denn das heißen? Ihr seid ganz unzurechnungsfähig. Das ist ja, um verrückt zu werden! Und sie schweigt … sie spricht nicht. Was wollt ihr also? Ich verstehe nichts mehr.