Kinder der Sonne
- Автор: Горький Максим
- Год: 1905
- Язык: немецкий
- Переводчик: Alexander von Huhn
- Жанр: Русская классическая проза
Электронная книга - «Kinder der Sonne». Краткое содержание книги:
Roman: Kann schon sein, daß er ein Hexenmeister ist … Die Herrschaften können ja alles …
Luscha: Ich fürchte mich … Sie sind alle viel zu freundlich … so freundlich, als wären sie gar nicht die Herrschaft.
Roman: Es gibt auch Herrschaften, die falsches Geld machen …
Luscha: Ja? - nun und ?
Roman: Nun - nichts -- dafür wird man nach Sibirien geschickt. Protassow und Lisa treten aus dem Hause heraus.
Protassow: Nun, das ist ja herrlich - trink deine Milch …
Lisa mit einer Grimasse, müde: Warum trägt der Bauer ein rotes Hemd?
Protassow: Nun, weil es ihm so gefällt … weißt du - Jelena ist so eine prachtvolle, kluge Frau …
Lisa rührt mit einem Löffel im Glase um: Ja?
Protassow geht auf der Veranda auf und ab: Ja, Lisa, ja! Glaube mir … Aha, hier ist das neue Stubenmädchen … sieh mal an! Wie heißen Sie?
Luscha furchtsam: Wir? Lukerja …
Protassow: Aha, Lukerja … hm. Können sie lesen und schreiben?
Luscha: Nö … Die Gebete kann ich …
Protassow: Und … sind Sie verheiratet?
Luscha: Noch nicht. Wir sind noch frei.
Protassow: Sie kommen offenbar gerade vom Lande?
Luscha: Ja, grad vom Land, grad vom Land …
Protassow: Das ist gut … Nun, Sie werden sich bei uns schon einleben … Wir sind einfache Leute … Bei uns, wissen Sie, ist es ganz lustig!
Lisa lächelnd: Du bist immer so komisch, Pawel.
Protassow: Komisch? … Vielleicht … Weißt du, Lisa: , auch Jelena behauptet es … Übrigens, du hast im allgemeinen recht … Zwischen uns und den gewöhnlichen Leuten ist in der Tat eine weite Kluft … und es muß etwas geschehen, um das Volk uns näherzubringen. Jelena hat darüber sehr schön gesprochen … So einfach und überzeugend … ich war ganz starr …, Einen solchen Schatz an Geist und Gefühl hatte ich bei mir, ohne es zu wissen und ohne davon Nutzen zu ziehen. Ich bin offenbar stumpf und beschränkt.
Lisa: Genug - die Schuld liegt daran, daß du die Menschen nicht genug beachtest …
Protassow: Ja, ja! Irgend etwas muß es sein … Nachdem wir dich gestern zu Bett gebracht hatten, habe ich drei Stunden mit Jelena gesprochen … Darauf ließen wir Dimitrij holen … Du weißt … er hat … aber darüber braucht man nicht zu sprechen …
Lisa: Worüber?
Protassow: Ja … so … Dimitrij soll sich in Jelena verliebt haben, das heißt, das hat er selbst gesagt … Ich glaube ihm aber nicht … und sie auch … Jelena hat herrlich mit ihm gesprochen … weißt du, wie eine kluge, liebende Mutter … Es war rührend … so daß wir alle weinen mußten … Weißt du - Lisa: - wie leicht und schön es ist, zu leben, wenn die Menschen einander verstehen und achten. Wir werden alle drei gute Freunde sein.
Lisa bitter: Alle drei - und ich?
Protassow: Und du auch, natürlich, selbstverständlich - du auch … Lisa: , wir alle werden Freunde sein, werden arbeiten für unsere Mitmenschen, und für sie die Schätze der Gefühle und Gedanken zusammentragen, und mit Stolz wird uns das Bewußtsein erfüllen, daß wir viel Wichtiges und Nützliches für die Menschheit geleistet haben, und dann werden wir in sanfter Ermüdung aus dem Leben scheiden, versöhnt mit dem Gedanken, daß dieses Scheiden eine unvermeidliche Notwendigkeit ist … wie herrlich ist das … Lisa … wie klar … wie einfach!
Lisa: Ich höre dich gern so reden … ich habe dich so lieb, und das Leben erscheint mir dann so, wie du es ausmalst - einfach und schön … aber wenn ich allein bin … und ich - bin immer allein …
Protassow: Laß den Kopf nicht hängen, Lisa, das war eine Einbildung gestern … Das kommt aber nur von deinen angegriffenen Nerven.
Lisa erschrickt: Sprich nur nicht von meiner Krankheit … Sprich nur nicht davon … laßt es mich vergessen … das tut mir not … unbedingt … Genug … auch ich will leben .., auch ich habe ein Recht zu leben.
Protassow: Reg dich nicht auf … Jelena kommt. Hier ist auch Jelena, mein braver, nur etwas - rauher und strenger Freund.
Jelena: Nun, laß nur … Es ist nicht nötig … Weist mit den Augen auf Lisa: .
Lisa nervös: Jelena, du liebst ihn doch, nicht wahr?
Jelena verwirrt: Nun, gewiß!
Lisa: Wie mich das freut … Und mir schien es …
Jelena: Mir war es eine Zeitlang sehr schwer ums Herz, unvernünftig schwer, denn dieser Herr kann, ohne jede Absicht und ganz ahnungslos, die schwersten Kränkungen zufügen …
Lisa mit Überzeugung: Du, das kann ich auch … Ich liebe Boris Nikolajewitsch … gestern habe ich seine Hand ausgeschlagen … für immer! Aber am Abend fühlte ich, daß ihm ein Unglück widerfahren ist … etwas Entsetzliches … Er steht mir ja doch näher als irgend jemand, näher als ihr alle … Gestern abend habe ich gefühlt, daß ich ihn liebe, daß er mir notwendig ist … und daß ich ohne ihn nicht sein kann.
Nasar schreit auf dem Hof: Roman: !
Roman halblaut: Was gibt es?
Lisa: Er ist ein Starrkopf … aber ein prächtiger Mensch … nicht wahr?
Jelena küßt Lisa: : Meine liebe Lisa: … Ich wünsche dir viel Glück … Etwas Glück … das können wir alle brauchen …
Lisa: Wie heiß deine Lippen sind!
Protassow: Auch ich wünsche dir viel Glück! Das wird, du wirst es sehen, einen vorzüglichen Einfluß auf dich ausüben! Ein normales Leben - das ist von großer Wichtigkeit, und Tschepurnoi … der gefällt mir. Er ist geistig seiner Schwester weit überlegen …
Nasar schreit: Roman: ! Zum Donnerwetter!
Roman: Ja, ja doch!
Lisa: Jetzt bin ich ruhig. Ich werde mit ihm irgendwohin in die steppe fahren … er liebt die Steppe … Wir werden allein sein - ganz allein - wir werden durch die grüne Einöde gehen … mit dem freien Blick nach allen Seiten … alles und - nichts!
Nasar erscheint an der Ecke des Hauses: Roman! Ich rufe dich, hörst du mich nicht?, oder bist du nicht da?
Roman: Ich hör ja … was gibt es?
Nasar: Schließ das Tor, du Faulpelz, und die kleine Tür … Meine Hochachtung, Pawel Fjodorowitsch! … Wie geht es Ihnen?
Protassow: Vorzüglich. Warum schließen Sie das Tor?
Nasar: Haben Sie nicht gehört? Das Volk ist in großer Aufregung … wegen dieser Krankheit … Das Volk behauptet, daß es überhaupt keine Seuche gibt … aber daß die Herren Doktoren … der Praxis wegen … vorgeben …
Protassow: Diese Narren!
Nasar: Gewiß … man weiß ja, wie das Volk ist. - Man nennt es nicht umsonst »das gemeine Volk«. - Es setzt sich allerhand Sachen in den Kopf - aus Dummheit - Ärzte gibt es viele - sagen sie - aber zu tun haben sie wenig. Und nun möchten sie … Auf alle Fälle habe ich befohlen - zur Sicherung des Eigentums und der Ordnung, das Tor und die Türen zu schließen.
Protassow: Nein, ich muß gestehen, ein solcher Unsinn ist nur bei uns möglich.
Nasar: Gewiß … Gestern abend haben sie einen Doktor abgefangen und ein wenig massiert -
Lisa: Wie heißt er … kennen Sie seinen Namen?
Nasar: Ich weiß nicht …
Jelena: Lisa, was fällt dir ein. Boris Nikolajewitsch ist doch kein Arzt!
Lisa: Nein … er ist kein Doktor …
Jelena: Wollen wir gehen … Führt sie in das Zimmer.
Nasar: Habe ich das Fräulein erschreckt? … Pawel Fjodorowitsch! Hat Herr Tschepurnoi nicht mit Ihnen gesprochen?
Mischa kommt aus der Ecke: Papa, der Kommissionär ist gekommen. Ich habe die Ehre.
Protassow: Guten Tag.
Nasar: Und: angenehmes Wiedersehen. Ab.
Mischa: Ein schöner Tag … nicht zu heiß …
Protassow: Ja, es ist sehr angenehm …
Mischa: Entschuldigen sie, gütigst eine Frage, Sie hatten ein Dienstmädchen - ist sie fort?