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Indiana Jones Die Gefiederte Schlange

Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:

Als Indiana Jones einen verschollenen Freund in einem Andendorf endlich findet, ist dieser dem Tod nahe und übergibt ihm ein mysteriöses goldenes Amulett. Bald stellt sich heraus, daß dieser Anhänger zum rituellen Schmuck des Oberpriesters der Maya gehört und seinem Träger gewaltige magische Kräfte verleihen kann. Doch das Geschenk bringt Indiana Jones kein Glück: Einige Indios heften sich an seine Fersen, die zu allem entschlossen scheinen …
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Sie befanden sich in einem kleinen Ruderboot, das genau in diesem Moment vom Kai ablegte, nicht einmal besonders weit von Indiana entfernt. Joana lag vornübergesunken im Bug des Schiffchens — wahrscheinlich hatte der Indio sie gefesselt oder bewußtlos geschlagen —, während der Maya pullte, daß sich das Schiffchen fast mit der Geschwindigkeit eines Motorbootes bewegte. Indiana versuchte, seinen Kurs in Gedanken zu verlängern und fuhr überrascht zusammen, als er sah, wohin er sich wandte.

Es war kein Schiff, sondern ein kleines Flugzeug, das auf zwei gewaltigen Schwimmkufen im Hafenbecken dümpelte. Der Motor lief bereits, und hinter der Kabinenscheibe konnte Indiana einen verzerrten Schatten wahrnehmen.

Er rannte los, so schnell er konnte. Er wußte, daß er keine Chance hatte, den Indio auf dem Wasser einzuholen. Selbst wenn er innerhalb von Sekunden ein Motorboot gefunden hätte, hätte der Lärm den Maya aufgeschreckt, und Indianas erste Erfahrungen aus dem Faustkampf mit diesem Riesen waren nicht derart, daß er Lust auf eine zweite Runde hatte. Aber es gab einen schmalen Landungssteg, der bis auf dreißig oder vierzig Meter an die Position des Wasserflugzeugs heranreichte, aber so lag, daß der Mann hinter dem Steuer ihn kaum einsehen konnte.

Indiana raste los, vergrößerte sein Tempo noch einmal und stieß sich mit einem gewaltigen Satz ab, als er das Ende des Steges erreicht hatte. Mit einem eleganten Hechtsprung landete er im Wasser, tauchte unter und legte gute zehn oder fünfzehn Meter unter Wasser zurück, bis er prustend wieder auftauchte und mit raschen, kraftvollen Zügen zu schwimmen begann. Das Ruderboot hatte sich auf der anderen Seite dem Wasserflugzeug jetzt auf ungefähr die gleiche Distanz genähert. Er hatte keine Ahnung, ob man ihn bereits entdeckt hatte oder nicht, aber darauf mußte er es einfach ankommen lassen. Indiana atmete noch einmal tief ein, tauchte unter und legte den Rest der Strecke abermals unter Wasser zurück.

Mit kreischenden Lungen und klopfendem Herzen tauchte er zwischen den Kufen der Cessna wieder auf, rang einen Moment würgend nach Luft und streckte die Hand aus. Seine Finger fanden festen Halt an einem der Schwimmkörper, während hinter ihm das Ruderboot mit einem dumpfen Laut gegen die andere Kufe prallte. Indiana hörte Worte in einer ihm unverständlichen Sprache und dann ein rauhes Lachen. Entdeckt hatte man ihn also offensichtlich noch nicht. Wenigstens hoffte er, daß das Lachen nicht der Tatsache seines Hierseins galt …

Vorsichtig arbeitete er sich auf die Oberseite des Schwimmkörpers hoch, sah sich noch einmal um und richtete sich auf, so gut er konnte. Die Tür auf der linken Seite der Cessna war geschlossen, aber nicht verriegelt. Ganz behutsam zog Indiana sich hoch, warf einen raschen Blick durch das Fenster ins Innere der Maschine und sah, daß der Pilot sich auf der anderen Seite durch die geöffnete Tür herabgebeugt hatte, um eine sich heftig wehrende und um sich schlagende Joana in die Kabine zu ziehen.

Mit einem Ruck riß er die Tür auf und schwang sich ins Innere des Flugzeuges. Der Pilot richtete sich überrascht auf und drehte den Kopf — freundlicherweise ganz genau im richtigen Moment und im richtigen Winkel, daß Indianas Faust sein Kinn mit aller Kraft treffen konnte.

Der Mann verdrehte die Augen und brach lautlos zusammen. Gleichzeitig ließ er Joana los, die mit einem spitzen Schrei wieder nach hinten kippte.

Indiana warf sich über den Sitz und den reglosen Piloten, ergriff im letzten Moment Joanas Hand und zog sie mit einem derben Ruck wieder in die Höhe und halbwegs in die Kabine hinein. Der Indio unten im Boot rief irgend etwas, aber seine Tonlage verriet Indiana, daß er noch gar nicht mitbekommen hatte, was überhaupt geschah. Während Joanas Augen groß vor Staunen wurden, legte Indiana den Zeigefinger warnend auf die Lippen und zerrte sie hastig ganz in die Kabine hinein.

Einen Augenblick später erschien eine gewaltige Hand an der Unterkante der Flugzeugtür und klammerte sich fest, dann eine zweite und dann ein Paar ehrfurchtgebietend breite Schultern, über denen ein braungebranntes Aztekengesicht mit schwarzem Haar thronte.

Indiana placierte seinen rechten Stiefelabsatz zielsicher genau eine Handbreit unter diesem schwarzen Haar und hörte zufrieden, wie das Nasenbein des Indios unter dieser groben Behandlung nachgab. Der Maya brüllte vor Schmerz und Wut, riß instinktiv beide Hände ans Gesicht und kapierte einen Sekundenbruchteil zu spät, daß er keine dritte hatte, um sich damit festzuhalten. Hilflos kippte er nach hinten und verschwand mit einem gewaltigen Platsch im Wasser.

Indiana zerrte Joana hastig vollends zu sich hinein, warf die Tür zu und legte den Riegel um. Fast in der gleichen Bewegung fuhr er herum, beugte sich über den bewußtlosen Piloten und hievte ihn ächzend und mit letzter Kraft auf der anderen Seite ins Freie. Auch bei diesem Mann handelte es sich um einen Indio. Und er ähnelte dem, der Joana entführt hatte, wie ein eineiiger Zwilling, nur daß er keinen Maßanzug, sondern einen einfachen blauen Overall trug. Er schien Tonnen zu wiegen. Es kostete Indiana jedes bißchen Kraft, den reglosen Körper aus der Kabine herauszuschieben und zu — schubsen, bis er sich zu seinem Bruder ins Wasser des Hafenbeckens gesellte. Mit einer letzten Anstrengung zog er auch die linke Kabinentür zu und verriegelte sie.

«Das war knapp«, sagte er keuchend, während er sich zu Joana umwandte.»Verdammt, was fällt dir ein, mir nachzuspionieren? Um ein Haar hätten sie dich erwischt!«

Joana schien ihm gar nicht zuzuhören. Nach vorn gebeugt und mit konzentriertem Gesichtsausdruck saß sie hinter dem Steuer des Flugzeuges und musterte die Instrumente.

«Was tust du da?«fragte Indiana unwillig.»Wir müssen weg. Die beiden kommen gleich zurück.«

Er machte sich nichts vor. Er hatte zwar die Türen verriegelt, aber der Indio war durchaus stark genug, um sie einfach aus dem Rahmen zu reißen. Und seine Aussichten, ihn ein zweites Mal zu überraschen, waren alles andere als gut.

«Hör mit dem Unsinn auf!«sagte er, als Joanas Finger über die Kontrollen der Cessna zu huschen begannen. Joana reagierte auch jetzt nicht auf seine Worte. Aber ihr Gesichtsausdruck hellte sich plötzlich auf. Ohne ihn auch nur eines Blickes zu würdigen, beugte sie sich vor, betätigte rasch hintereinander einige Schalter und Hebel und legte beide Hände auf das Steuerruder.

«Was tust du da?«wiederholte Indiana seine Frage. In seiner Stimme war ein leichter, fast hysterischer Unterton.»Du hast doch nicht etwa vor …«

Aber genau das hatte sie. Und sie tat es.

Der Motor der Cessna brüllte auf, als Joana den Gashebel nach vorn schob und gleichzeitig am Steuer drehte. Das Flugzeug setzte sich schwerfällig in Bewegung, vollführte einen zitternden Halbkreis und entfernte sich, immer schneller werdend, von den beiden Mayas, die heftig hinter ihnen im Wasser planschten.

Indianas Zorn verflog wie weggeblasen. Und plötzlich konnte er sich eines schadenfrohen Grinsens nicht mehr erwehren. Auf die Idee, den beiden einfach mit Hilfe ihres eigenen Flugzeuges davonzufahren, hätte er auch selbst kommen können.

Schadenfroh beobachtete er, wie die beiden wütend im Wasser die Fäuste schüttelten. Aber das Flugzeug war mittlerweile schon gut dreimal so schnell wie auch der schnellste Schwimmer, und es beschleunigte immer weiter.

«Mein Kompliment«, sagte er.»Das war keine schlechte Idee. «Er sah sich suchend um und deutete auf einen Punkt auf der anderen Seite des Hafens, vielleicht drei oder vier Meilen entfernt. Der dünne weiße Streifen dort drüben mußte ein Sandstrand sein, an dem sie bequem an Land gehen und aus dem Flugzeug steigen konnten.

«Dort drüben«, sagte er.»Bis sie dorthin geschwommen sind, sind wir schon am anderen Ende der Stadt.«

Joana ignorierte ihn auch jetzt, und zu Indianas Entsetzen machte sie auch keinerlei Anstalten, die Nase des Flugzeuges auf den Strand auszurichten, sondern drehte die Cessna im Gegenteil weiter, bis vor ihnen nur noch das offene Meer lag — und schob den Gashebel mit einem Ruck bis zum Anschlag durch.

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