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Indiana Jones Die Gefiederte Schlange

Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:

Als Indiana Jones einen verschollenen Freund in einem Andendorf endlich findet, ist dieser dem Tod nahe und übergibt ihm ein mysteriöses goldenes Amulett. Bald stellt sich heraus, daß dieser Anhänger zum rituellen Schmuck des Oberpriesters der Maya gehört und seinem Träger gewaltige magische Kräfte verleihen kann. Doch das Geschenk bringt Indiana Jones kein Glück: Einige Indios heften sich an seine Fersen, die zu allem entschlossen scheinen …
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Ein neuerliches Nicken.»Genau der. Und er ging, als liefe er auf Eiern.«

Indiana ließ sich in den Sitz zurücksinken und schloß die Augen. Für einen Moment hatte er das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Irgend etwas stimmte hier nicht. Der Indio konnte schließlich schlecht an zwei Orten zugleich sein. Davon abgesehen, daß sein Maßanzug mittlerweise bestimmt nicht mehr wie ein Maßanzug aussah …

«Sind Sie sicher, daß die zum Hafen gefahren sind?«fragte er.

«Hundertprozentig. Ich war noch wütend, wissen Sie? War eigentlich meine Fuhre. «Der Taxifahrer machte eine erklärende Handbewegung und ließ den Wagen auf zwei Rädern um die nächste Kurve schliddern, während Indiana sich verzweifelt am Türgriff festklammerte.»Das geht bei uns alles schön der Reihe nach. Der erste in der Reihe bekommt auch den ersten Fahrgast, der zweite den zweiten und so weiter«, sagte der Fahrer.»Aber dieser große Tölpel ist einfach in den Wagen hinter mir gesprungen und hat dem Fahrer einen Zehner hingehalten, und schon waren sie weg.«

Indiana begriff.

Zähneknirschend langte er in die Tasche und zog einen weiteren Geldschein heraus.»Den Zehner kriegen Sie von mir auch«, sagte er,»wenn Sie Ihren Kollegen einholen. «Der Fahrer grinste und trat das Gaspedal bis zum Boden durch, und Indiana fügte hastig hinzu:»Und einen weiteren Zehner, wenn wir es lebend schaffen.«

Sie schafften es. Indiana wußte hinterher selbst nicht, wie, aber irgendwie kamen sie lebendig und beinahe unversehrt am Hafen an. Er hörte irgendwann auf, mitzuzählen, aber bevor er einhielt, registrierte er ungefähr zweiundvierzig Verkehrsübertretungen und mindestens sieben, wahrscheinlich aber acht oder neun Situationen, in denen sie sich in akuter Lebensgefahr befanden — die, die er gar nicht mitbekam, nicht einmal mitgerechnet. Aber die Götter schienen an diesem Tag auf seiner Seite zu sein, wenigstens was diese Fahrt anging. Nicht einmal zehn Minuten später hielt der Wagen mit kreischenden Bremsen vor der Hafenmeiste-rei, und Indiana torkelte mit zitternden Knien und grüner Nase ins Freie.

Er verschwendete noch einmal kostbare zwei Minuten darauf, sich eine Toilette zu suchen und sich wenigstens den schlimmsten Schmutz von den Händen zu waschen. Dann fragte er den Erstbesten nach dem Büro des Hafenmeisters und stürmte die drei Treppen hinauf. Er rannte durch die Tür, ohne anzuklopfen — und blieb wie vom Donner gerührt stehen.

Der Raum bot einen Anblick fast vollkommener Verwüstung. Mehrere Stühle und ein Schreibtisch waren zertrümmert, und einer der großen Aktenschränke war umgeworfen worden, so daß sich sein Inhalt im ganzen Raum verteilt hatte; Tausende von engbeschriebenen, weißen Blättern, die ein heilloses Chaos auf dem Fußboden, den Möbeln und sogar den Fensterbrettern bildeten. Inmitten dieses Tohuwabohu hockte ein kleiner, grauhaariger Mann in weißem Hemd, Weste und Ärmelschonern, der sich stöhnend den Kopf hielt und aus der Nase blutete. Ein zweiter Mann, auf eine ähnliche Art gekleidet, der zwar nicht grauhaarig, dafür aber vor Schreck grau im Gesicht war, saß auf den Knien neben ihm und tastete mit spitzen Fingern seine Schneidezähne ab, als wäre er nicht ganz sicher, ob sie noch da waren.

Als Indiana hineinstürmte, blickten beide hoch, und zumindest im Gesicht des Grauhaarigen erkannte er einen Ausdruck abgrundtiefen Schreckens, der sich erst nach einigen Sekunden in vorsichtige Erleichterung wandelte.

«Was ist denn hier passiert?«fragte Indiana — obwohl er glaubte, die Antwort schon zu wissen.

«Ein Verrückter«, nuschelte der Graugesichtige.»Kam einfach hereingestürmt und hat hier alles kurz- und kleingeschlagen, nur weil er eine Auskunft haben wollte.«

«Ein riesiger Kerl mit schwarzem Haar, der ein Mädchen mit sich schleifte?«vergewisserte sich Indiana.

Der Schrecken im Gesicht des Grauhaarigen flackerte neu auf, und auch der andere sah ihn mit mehr Mißtrauen als Überraschung an.»Genau der«, sagte er.»Woher wissen Sie das?«

«Ich brauche auch eine Auskunft«, antwortete Indiana, die Frage des Mannes ignorierend.»Heute morgen ist ein Freund von mir auf ein Schiff gegangen. Ich muß wissen, wie es hieß und wohin es ausgelaufen ist.«

«O nein«, stöhnte der Graugesichtige,»nicht schon wieder. «Er sah ihn verwirrt an.

«Es ist die Santa Roga«, sagte er sehr hastig.»Sie ist nach Kuba ausgelaufen, um fünf Minuten nach sieben.«

«Aber das dürfen wir Ihnen eigentlich gar nicht …«

Indiana blickte den Grauhaarigen drohend an, und der Mann verstummte mitten im Satz.

«Schon gut«, sagte er.»Wenn das alles ist, was Sie möchten …«

«An welchem Pier hat sie gelegen?«fragte Indiana.

«Siebenundzwanzig«, antwortete der Grauhaarige hastig.»Und bevor Sie fragen, das nächste Schiff in diese Richtung geht in vier Tagen.«

Indiana bedankte sich mit dem freundlichsten Lächeln, das er zustande bringen konnte, drehte sich auf der Stelle herum und verließ das Büro. So leise er konnte, zog er die Tür hinter sich zu, ging, um nicht aufzufallen, mit gemessenen Schritten über den Flur bis zur Treppe — und rannte dann los. Den Worten des Taxifahrers und vor allem dem Zustand des Büros und seiner beiden unglücklichen Bewohner zufolge konnten Joana und der Indio nur noch wenige Minuten Vorsprung haben. Hätten sie den Hafen bereits wieder verlassen, dann hätte er sie gesehen, denn es gab nur diese eine Straße hier, über die ihn der amoklaufende Taxifahrer kutschiert hatte.

Und außerdem hatte er verdammt wenig Zeit. Die beiden dort oben würden früher oder später ihren Schrecken überwinden und das einzig Logische tun, nämlich die Polizei alarmieren, und Indiana hatte keine Lust, schon wieder Dutzende von neugierigen Fragen zu beantworten; oder gar einfach auf Verdacht erst einmal eingesperrt zu werden, was nach allem, was sich in den letzten vierundzwanzig Stunden in seiner unmittelbaren Umgebung zugetragen hatte, die wahrscheinlichste Reaktion der Polizei war.

Er rannte aus dem Haus, wandte sich nach rechts dem Hafenbecken zu und sah sich im Laufen um, ohne sein Tempo herabzusetzen. Pier 27 — das lag fast am anderen Ende des Hafens. Wenn Joana und der Indio dorthin unterwegs waren, dann hatte er eine gute Chance, sie einzuholen. Obwohl er Joana noch nicht besonders gut kannte, konnte er sich einfach nicht vorstellen, daß Swansons Tochter sich so völlig widerstandslos mitzerren lassen würde.

Es sei denn, flüsterte eine dünne, böse Stimme hinter seiner Stirn, sie gehört mit dazu. Letztendlich hatte er keinen Beweis, daß der Überfall in Martens Büro wirklich Joana gegolten hatte und nicht ihm. Schließlich hatte der Indio zweimal versucht, ihn umzubringen, nicht sie.

Er verscheuchte den Gedanken und lief noch schneller, wobei er die irritierten Blicke ignorierte, die ihm von Hafenarbeitern und Passanten zugeworfen wurden. Indiana war sich darüber im klaren, daß er auffallen mußte. Seine Kleidung war völlig zerrissen und voller Schmutz und Blut, und sein Gesichtsausdruck war wahrscheinlich auch alles andere als heiter.

Er näherte sich der Kaimauer und damit dem ersten Pier, warf einen raschen Blick in die Runde und hetzte weiter. Sein Mut sank, als er sah, wie viele Schiffe hier im Hafen lagen. Es waren nur drei oder vier wirklich große, aber dafür Dutzende, wenn nicht Hunderte von kleinen Yachten, Kähnen und Motor- und Ruderbooten, und auf jedem einzelnen konnten sich der Indio und Joana mühelos verstecken und ihn einfach an sich vorüberlaufen lassen.

Doch er hatte gar keine andere Wahl, als blindlings weiterzusu-chen. Wenn er Joana verlor, dann war alles aus. Kuba war groß, entschieden zu groß, um einen einzelnen Indio dort aufzuspüren, noch dazu, wenn dieser sich nicht aufspüren lassen wollte.

Aber er hatte auch diesmal Glück. Er rannte noch ein paar hundert Meter, und sein Atem wurde bereits knapp, als er plötzlich stehenblieb. Er sah Joana und den riesigen, schwarzhaarigen Indio.

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