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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
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»Es geht ihr gar nicht gut«, murmelte Teresa mir zu und warf kopfschüttelnd einen argwöhnischen Blick auf das ihr anvertraute Mädchen. »Sie hat bis jetzt weder ein Wort gesagt noch eine Träne geweint.«

Phaedres schönes Gesicht hätte aus Obstholz geschnitzt sein können; ihre Hautfarbe, normalerweise ein zarter Zimtton, war zu einem blassen, hölzernen Braun verblichen, und ihre Augen starrten blind durch die offene Tür der Kammer auf die kahle Wand.

Ich legte ihr eine Hand auf die Schulter; sie war warm, aber so reglos, dass sie ein Stein in der Sonne hätte sein können.

»Es tut mir leid«, sagte ich leise zu ihr. »Furchtbar leid. Dr. Fentiman hat ihr beigestanden; er hat getan, was er konnte.« Das stimmte; überflüssig, meine Meinung in Bezug auf Fentimans Fähigkeiten zu äußern – das spielte jetzt keine Rolle mehr.

Keine Antwort. Sie atmete; ich konnte sehen, wie sich ihre Brust schwach hob und senkte, doch das war alles.

Ich biss mir von innen auf die Unterlippe und dachte verzweifelt nach, wer oder was ihr Trost spenden könnte. Jocasta? Wusste Jocasta überhaupt schon von Bettys Tod? Duncan wusste es natürlich, aber es war möglich, dass er beschlossen hatte, es ihr nicht zu sagen, solange die Gäste nicht fort waren.

»Der Priester«, fiel es mir plötzlich ein. »Hättest du gern, dass Vater LeClerc den – den Körper deiner Mutter segnet?« Für die Letzte Ölung war es wohl etwas spät – vorausgesetzt, dass Phaedre überhaupt wusste, was das war –, doch ich war mir sicher, dass der Priester bereitwillig jeden möglichen Trost spenden würde. Er war noch nicht fort; ich hatte ihn vor ein paar Minuten im Esszimmer gesehen, wo er einen Teller Schweinekoteletts mit Spiegeleiern und Sauce verputzte.

Ein schwaches Zittern durchlief die Schulter unter meiner Hand. Das reglose, schöne Gesicht wandte sich mir zu, die dunklen Augen verschleiert.

»Was soll das nützen?«, flüsterte sie.

»Äh … nun ja …« Ich suchte verlegen nach einer Antwort, doch sie hatte sich bereits abgewandt und starrte einen dunklen Fleck im Holz des Tisches an.

Am Ende hatte ich ihr eine kleine Dosis Laudanum verabreicht – eine Ironie, die ich resolut ignorierte – und Teresa gebeten, sie dort zu Bett zu bringen, wo sie normalerweise schlief, im Ankleidezimmer, das sich an Jocastas Boudoir anschloss.

Jetzt drückte ich die Tür des Ankleidezimmers auf, um nachzusehen, wie es ihr ging. Das kleine Zimmer war fensterlos und dunkel und roch nach Stärke, verbranntem Haar und dem schwachen Blumenduft von Jocastas Eau de Toilette. Ein riesiger Kleiderschrank nebst passender Chiffoniere stand an der einen Wand, eine Ankleidekommode an der anderen. Eine spanische Wand trennte eine Ecke ab, und dahinter stand Phaedres schmales Bett.

Ich konnte sie langsam und tief atmen hören, und das beruhigte mich. Ich bewegte mich leise durch das dunkle Zimmer und zog die Wand ein wenig zurück; Phaedre lag zusammengerollt von mir abgewandt und hatte die Knie angezogen.

Brianna war hinter mir in das Ankleidezimmer getreten; sie blickte mir über die Schulter, ihr Atem warm in meinem Ohr. Ich zeigte ihr mit einer kleinen Geste an, dass alles in Ordnung war und schob die Wand wieder an ihren Platz.

Kurz vor der Tür des Boudoirs blieb Brianna stehen. Sie drehte sich plötzlich zu mir um, legte die Arme um mich und drückte mich fest. Jemmy, der sich in dem hell erleuchteten Zimmer hinter ihr befand, vermisste sie und begann zu schreien.

»Mam! Ma-MA!«

Eigentlich hätte ich etwas essen sollen, doch da mir der Geruch des Speichers und der Parfumduft nach wie vor in der Nase hingen, hatte ich keinen Appetit. Ein paar Gäste hielten sich noch im Speisezimmer auf; gute Freunde Jocastas, die ein oder zwei Tage bleiben würden. Ich nickte und lächelte im Vorübergehen, ignorierte jedoch die Einladungen, mich zu ihnen zu gesellen, und hielt stattdessen auf die Treppe zur ersten Etage zu.

Das Schlafzimmer war leer, die Matratzen abgezogen und die Fenster geöffnet, um das Zimmer zu lüften. Der Kamin war gefegt und das Zimmer war kalt – aber wunderbar still.

Mein Umhang hing immer noch im Schrank. Ich legte mich auf die nackte Matratze, zog den Umhang über mich und schlief augenblicklich ein.

Kurz vor Sonnenuntergang erwachte ich hungrig mit einer seltsamen Gefühlsmischung aus Ruhe und Beklommenheit. Woher die Ruhe kam, verstand ich sogleich; der Geruch nach Blut und Blumen war den Düften von Rasierseife und körperwarmem Leinen gewichen, und das blassgoldene Licht, das zum Fenster hereinfiel, beleuchtete das Kissen neben mir, wo ein langes, rotgoldenes Haar in der Mulde glänzte, die jemand mit seinem Kopf erzeugt hatte. Jamie war da gewesen und hatte neben mir geschlafen.

Als hätten meine Gedanken ihn herbeigerufen, öffnete sich die Tür, und er lächelte mich an. Er war rasiert, gekämmt und trug frische Kleider, seine Augen waren klar, und er schien alle Spuren der vergangenen Nacht verwischt zu haben – abgesehen von dem Ausdruck, mit dem er mich ansah. Zerzaust und ungekämmt, wie ich im Gegensatz zu seiner ordentlichen Erscheinung war, ließ ich mich trotz der Kühle des Zimmers von der Zärtlichkeit in seinen Augen wärmen.

»Endlich erwacht. Hast du gut geschlafen, Sassenach?«

»Wie eine Tote«, erwiderte ich automatisch und spürte einen kleinen Stich, als ich das sagte.

Er sah es meinem Gesicht an und kam schnell herbei, um sich neben mir auf das Bett zu setzen.

»Was ist denn? Hattest du einen bösen Traum, Sassenach?«

»Nicht ganz«, sagte ich langsam. Ich konnte mich gar nicht erinnern, überhaupt geträumt zu haben. Und doch schien mein Verstand in den Schatten des Unterbewusstseins vor sich hin getickt zu haben, sich Notizen gemacht und seine Schlüsse gezogen zu haben. Auf das Stichwort »tot« hatte er mir diese Schlussfolgerungen jetzt präsentiert – sie waren es, die an meinem Gefühl der Beklommenheit beim Erwachen schuld waren.

»Diese Frau – Betty. Hat man sie schon beerdigt?«

»Nein. Sie haben die Leiche gewaschen und sie in einen Schuppen gelegt, aber Jocasta wollte mit der Beerdigung bis morgen warten, um ihre Gäste nicht damit zu belasten. Ein paar von ihnen bleiben noch eine Nacht.« Er runzelte leicht die Stirn und beobachtete mich. »Wieso?«

Ich rieb mir mit der Hand durch das Gesicht, weniger, um mich wach zu rütteln als vielmehr, um mir meine Worte zurechtzulegen.

»Es ist etwas faul. An ihrem Tod, meine ich.«

»Faul … inwiefern?« Er zog eine Augenbraue hoch. »Es war natürlich ein grauenhafter Tod – aber das ist es nicht, was du meinst, oder?«

»Nein.« Meine Hände waren kalt; ich griff automatisch nach den seinen, und er ergriff sie und umfing meine Finger mit Wärme. »Ich meine, ich glaube nicht, dass es ein natürlicher Tod war. Ich glaube, jemand hat sie umgebracht.«

Nun war es heraus, und die Worte hingen kalt und nackt zwischen uns in der Luft.

Er zog die Augenbrauen zusammen und spitzte nachdenklich die Lippen. Doch ich nahm zur Kenntnis, dass er den Gedanken nicht gerade heraus zurückwies, und das bestärkte mich in meiner Überzeugung.

»Wer?«, fragte er schließlich. »Und bist du dir sicher, Sassenach?«

»Ich habe keine Ahnung. Und es ist unmöglich, es mit Bestimmtheit zu sagen«, räumte ich ein. »Es ist nur –« Ich zögerte, doch er drückte mir zur Ermunterung leicht die Hand. Ich schüttelte den Kopf. »Ich bin schon sehr lange Krankenschwester, Ärztin – Heilerin –, Jamie. Ich habe schon furchtbar viele Menschen sterben sehen, durch alle möglichen Ursachen. Ich kann nicht konkret in Worte fassen, was mich hier stört – aber jetzt, nachdem ich darüber geschlafen habe, weiß ich einfach – glaube ich –, es stimmt etwas nicht«, schloss ich schwach.

Das Licht ließ nach; die Schatten senkten sich aus den Ecken des Zimmers herab, und ich erschauerte plötzlich und klammerte mich an seine Hände.

»Ich verstehe«, sagte er leise. »Aber es gibt keine Möglichkeit, es zu beweisen, oder?«

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