Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Krieg und Frieden
1 ... 205 206 207 208 209 210 211 212 213 ... 486
Перейти на страницу:

Die Jäger, auf deren Gesichtern sich ihre Ermüdung und zugleich ihre hohe Freude ausprägte, legten den alten Wolf in diesem Zustand lebend auf ein scheuendes, schnaubendes Pferd und brachten ihn, von den ihn umwinselnden Hunden begleitet, nach dem Platz, wo sich alle wieder zusammenfinden sollten. Alle kamen herbeigeritten und herbeigelaufen, um den Wolf zu besehen, der seinen breitstirnigen Kopf mit dem zaumartig im Maul befestigten Stock herabhängen ließ und mit seinen großen, glasigen Augen auf diese ganze Menge von Hunden und Menschen blickte, die ihn umringte. Wenn man ihn berührte, zuckte er mit den zusammengebundenen Beinen und sah alle wild und zugleich einfältig an. Auch Graf Ilja Andrejewitsch kam herbeigeritten und faßte den Wolf an.

»Oh, was für ein gewaltiges Tier!« sagte er. »Ein gewaltiges Tier, nicht wahr?« fragte er den neben ihm stehenden Daniil.

»Jawohl, Euer Erlaucht«, antwortete Daniil und nahm eilig die Mütze ab.

Der Graf dachte daran, wie er den Wolf hatte durchkommen lassen, und was er dabei für ein Rekontre mit Daniil gehabt hatte.

»Aber hör mal, lieber Freund, was kannst du ärgerlich werden!« bemerkte der Graf.

Daniil antwortete nicht und verzog nur verlegen den Mund zu einem kindlich-sanften, freundlichen Lächeln.

VI

Der alte Graf fuhr nach Hause; Natascha und Petja versprachen, ebenfalls bald heimzukehren. Die Jagd wurde fortgesetzt, da es noch früh war. Gegen Mittag wurden die Hetzhunde in eine mit dichtem, jungem Gehölz bewachsene Schlucht hineingeschickt. Nikolai, der auf einem Stoppelfeld hielt, konnte alle seine Jäger übersehen.

Ihm gegenüber lag ein Feld mit Wintersaat, und dort hielt ein Jäger Nikolais für sich allein, in einer Grube hinter einem daraus hervorragenden Haselnußstrauch. Sobald die Hunde in die Schlucht hineingelassen waren, hörte Nikolai das vereinzelte Jagdgebell eines ihm wohlbekannten Hundes, Woltorn; dann schlossen die andern Hunde sich ihm an, indem sie abwechselnd bald sich still verhielten, bald laut jagten. Eine Minute darauf ertönte aus dem ringsum von Feldern umgebenen Buschwald das Signaclass="underline" »Fuchs gefunden!«, und die ganze Meute jagte in dichtem Schwarm den Abhang hinauf nach dem Wintersaatfeld zu, von Nikolai weg.

Er sah die Hundewärter mit ihren roten Mützen, wie sie an den Rändern der buschigen Schlucht dahinsprengten; er sah sogar die Hunde und erwartete jeden Augenblick, daß der Fuchs auf jener Seite, auf dem Wintersaatfeld, ihm werde sichtbar werden.

Nun setzte sich der Jäger, der in der Grube hielt, in Bewegung und ließ seine Hunde los, und Nikolai erblickte einen Rotfuchs, der eigentümlich niedrig aussah und mit gesträubtem Schwanz eilig über das Wintersaatfeld lief. Die Hunde stürmten zu ihm hin. Nun waren sie ihm nahe, und der Fuchs begann zwischen ihnen kunstvolle Kreise zu beschreiben, immer schneller und schneller, und mit dem buschigen Schweif um sich zu schlagen. Da warf sich ein weißer Hund, welchen Nikolai nicht kannte, auf ihn und nach diesem ein schwarzer, und alles mischte sich durcheinander, und dann standen die Hunde sternförmig, mit den Hinterteilen nach außen, da, fast ohne sich zu rühren. Zu den Hunden sprengten zwei Jäger hin: der eine mit roter Mütze, der andere, ein fremder, in einem langschößigen, grünen Rock.

»Was ist da los?« dachte Nikolai. »Wo kommt dieser Jäger her? Zum Onkel gehört er nicht.«

Die Jäger nahmen den Hunden den Fuchs ab und standen längere Zeit zu Fuß da, ohne ihn an den Sattelriemen zu binden. Neben ihnen standen, an den Zügeln gehalten, die Pferde mit ihren hohen Sattelbögen; die Hunde hatten sich hingelegt. Die Jäger machten heftige Bewegungen mit den Armen und nahmen mit dem Fuchs irgend etwas vor. Da erscholl von dort ein Ton des Jagdhorns, das übliche Signal einer Rauferei.

»Da hat ein Jäger des Herrn Ilagin einen Streit mit unserm Iwan«, sagte Nikolais Leibjäger.

Nikolai schickte den Leibjäger ab, um die Schwester und Petja herbeizurufen, und ritt im Schritt nach dem Platz hin, wo die Piköre die Hunde sammelten. Einige der Jäger sprengten nach dem Ort hin, wo die Schlägerei stattfand.

Nikolai stieg vom Pferd und blieb mit Natascha und Petja, die auch herbeigeritten kamen, bei den Hunden stehen, um auf Nachrichten zu warten, welchen Ausgang die Sache dort nehme. Hinter dem Waldsaum hervor erschien zu Pferd der Jäger, der an der Schlägerei beteiligt gewesen war; den Fuchs hatte er am Sattelriemen hängen; er ritt auf den jungen Herrn zu. Schon von weitem nahm er die Mütze ab und versuchte, respektvoll etwas zu sagen; aber er war blaß und außer Atem, und sein Gesicht hatte einen grimmigen Ausdruck. Das eine Auge war ihm blaugeschlagen; aber das wußte er wahrscheinlich gar nicht.

»Was habt ihr denn da gehabt?« fragte Nikolai.

»Na, so was! Er wird da unsern Hunden ihre Beute wegnehmen! Und gerade meine mausgraue Hündin hatte den Fuchs gegriffen. Komm an, wenn du Streit suchst! Er greift nach dem Fuchs. Ich schlage ihn dem Fuchs um die Ohren. Da hängt er am Sattelriemen. Aber den hier willst du wohl nicht kosten …?« sagte der Jäger, indem er auf seinen Dolch wies; er hatte offenbar die Vorstellung, daß er immer noch mit seinem Feind spräche.

Ohne sich in ein weiteres Gespräch mit dem Jäger einzulassen, bat Nikolai seine Schwester und Petja, hier auf ihn zu warten, und ritt nach der Gegend hin, wo sich diese feindlichen Ilaginsche Jagdgesellschaft befand.

Der Sieger in der Schlägerei ritt in den Schwarm der übrigen Jäger hinein und erzählte diesen, die ihn voll Interesse und Neugier umringten, seine Heldentat.

Die Sache war die, daß Herr Ilagin, mit welchem Rostows eine Menge Streitigkeiten und Prozesse hatten, an Orten jagte, die nach alter Tradition der Familie Rostow gehörten, und jetzt, anscheinend absichtlich, seine Leute nach dem freiliegenden Buschwald hatte reiten lassen, wo Rostows jagten, und seinem Jäger erlaubt hatte, unter widerrechtlicher Mitbenutzung fremder Hunde zu hetzen.

Nikolai hatte Herrn Ilagin nie gesehen; aber da er es überhaupt nicht verstand, in seinen Ansichten und Gefühlen den Mittelweg innezuhalten, so haßte er ihn aufgrund der Gerüchte von seiner Frechheit und Eigenmächtigkeit von ganzer Seele und betrachtete ihn als seinen ärgsten Feind. In zorniger Erregung ritt er jetzt zu ihm hin, die Hand fest um den Griff der Hetzpeitsche pressend und völlig bereit, gegen seinen Feind in der energischsten Weise vorzugehen.

Kaum war er um einen vorspringenden Teil des Waldes herumgeritten, als er einen wohlbeleibten Herrn erblickte, der ihm entgegengeritten kam; er trug eine Bibermütze, saß auf einem schönen Rappen und war von zwei Leibjägern begleitet.

Statt eines Feindes fand Nikolai in Herrn Ilagin einen stattlichen, höflichen Herrn, der den lebhaften Wunsch hegte, die Bekanntschaft des jungen Grafen zu machen. Zu Rostow heranreitend lüftete Ilagin seine Bibermütze und sagte, er bedauere das Vorgefallene außerordentlich; er werde Befehl geben, den Jäger zu bestrafen, der sich erlaubt habe, sich in eine fremde Hetzjagd hineinzumischen; er bitte den Grafen um seine Bekanntschaft und biete ihm sein eigenes Terrain zur Jagd an.

Natascha, welche fürchtete, ihr Bruder könne irgend etwas Schreckliches anrichten, war ihm in großer Aufregung in einiger Entfernung nachgeritten. Als sie nun sah, daß die beiden Feinde sich freundlich begrüßten, ritt sie zu ihnen heran. Ilagin hob vor Natascha seine Bibermütze noch mehr in die Höhe und bemerkte mit einem angenehmen Lächeln, die Komtesse gleiche der Göttin Diana sowohl hinsichtlich ihrer Leidenschaft für die Jagd als auch hinsichtlich ihrer Schönheit, von der er schon viel gehört habe.

1 ... 205 206 207 208 209 210 211 212 213 ... 486
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)