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Die Suche nach dem Auge der Welt

Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:

In dem abgeschiedenen Dorf Emondsfelde erzählt man sich noch immer die alten Geschichten um den Dunklen König und die Magierinnen der Aes Sedai, die das Rad der Zeit drehen. Niemand ahnt, auch der junge Bauernsohn Rand al'Thor nicht, wieviel Wahrheit in diesen Legenden steckt. Dann jedoch berfallen blutrnstige Trollocs, die Häscher des Dunklen Königs, das Dorf und brennen den Bauernhof von Rands Familie nieder. Die Magierin Moiraine verhilft dem Jungen in letzter Minute zur Flucht. Eine phantastische Reise beginnt, während der Rand in sein Schicksal hineinwachsen wird, der Wiedergeborene Drache und der Retter der Welt zu sein ... Dieser Band vereint — wie in der Originalausgabe — den kompletten Auftakt zu Robert Jordans Meisterwerk Das Rad der Zeit.
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Rands Gedanken waren bei Mat. Ein Dolch. Ein verdammtes Messer, das ihn vielleicht umbringt, nur, wen er es trägt. Licht, ich habe genug von allen Abenteuern. Falls sie ihn heilen kann, sollten wir alle... nicht heimgehen, aber... wir können nicht heim... irgendwohin. Wir gehen alle irgendwohin, wo man niemals etwas von Aes Sedai oder dem Dunklen König gehört hat. Irgendwo.

Die Tür ging auf, und einen Augenblick lang glaubte Rand, der Anblick sei noch seinen Gedanken entsprungen. Da stand Mat, blinzelte unter dem um seine Stirn gewickelten Schal ins Licht und trug seinen Mantel bis oben hin zugeknöpft. Dann erblickte Rand Moiraine, die ihre Hand auf Mats Schulter gelegt hatte, und Lan kam hinter ihnen her. Die Aes Sedai beobachtete Mat genau, wie man jemanden beobachtet, der sich gerade von seinem Krankenbett erhoben hat. Wie immer beobachtete Lan alles, gab sich aber den Anschein, als gehe ihn das alles nichts an.

Mat sah aus, als sei er noch nicht einmal einen Tag lang krank gewesen. Sein erstes zögerndes Lächeln beim Eintreten umfaßte alle. Allerdings blieb ihm dann vor Überraschung der Mund beim Anblick Loials offen stehen, als sehe er den Ogier zum ersten Mal. Er schüttelte sich, zuckte die Achseln und wandte seine Aufmerksamkeit wieder seinen Freunden zu. »Ich... äh... das heißt... « Er holte tief Luft. »Es... äh... es scheint, als habe ich mich... äh... ein bißchen eigenartig benommen. Ich kann mich aber wirklich kaum an etwas erinnern.« Er sah Moiraine unsicher an. Sie lächelte ihm Mut zu, und er fuhr fort: »Alles nach Weißbrücke ist verschwommen. Thom und der... « Er schauderte und sprach hastig weiter:

»Je weiter weg von Weißbrücke, desto verschwommener wird es. Ich erinnere mich überhaupt nicht mehr daran, in Caemlyn angekommen zu sein.« Er beäugte Loial mißtrauisch. »Wirklich nicht. Moiraine Sedai sagt, daß ich oben... daß ich... äh... « Er grinste, und plötzlich war er wirklich wieder ganz der alte Mat. »Man kann doch einen Menschen nicht für das verantwortlich machen, was er tut, wenn er verrückt ist, oder?«

»Du warst doch schon immer verrückt«, sagte Perrin, und in diesem Moment klang auch er wieder ganz wie früher.

»Nein«, sagte Nynaeve. Tränen ließen ihre Augen glänzen, aber sie lächelte. »Keiner von uns macht dich verantwortlich.«

Rand und Egwene begannen dann gleichzeitig zu sprechen und sagten Mat, wie glücklich sie seien, daß er sich so erholt habe und wie gut er aussehe, und sie streuten lachend ein paar Kommentare ein, wie: Sie hofften, daß er jetzt keine Streiche mehr spielen werde, nachdem ihm ein so häßlicher gespielt worden war. Mat blieb ihnen nichts schuldig, nachdem er sich einen Stuhl gesucht und sich mit seiner alten Großspurigkeit draufgesetzt hatte. Doch beim Hinsetzen, wobei er immer noch grinste, berührte er unbewußt seinen Mantel, als wolle er sichergehen, daß etwas immer noch am richtigen Fleck war, wo er es in seinen Gürtel gesteckt hatte. Rand stockte der Atem.

»Ja«, sagte Moiraine leise, »er hat den Dolch immer noch.« Das Gelächter und Geschwätz der anderen Emondsfelder ging weiter, doch sie hatte sein plötzliches hastiges Einatmen bemerkt und auch den Grund dafür. Sie trat näher an seinen Stuhl heran, damit sie nicht lauter sprechen mußte und er sie doch deutlich verstand. »Ich kann ihn ihm nicht wegnehmen, ohne ihn zu töten. Die Verbindung besteht schon zu lange und ist zu stark geworden. Das muß in Tar Valon getrennt werden; ich kann es nicht und auch keine andere einzelne Aes Sedai, selbst mit Hilfe eines Angreals.«

»Aber er sieht gar nicht mehr krank aus.« Er mußte an etwas denken und sah zu ihr auf. »Solange er den Dolch hat, wissen die Blassen, wo wir sind. Auch ein paar der Schattenfreunde. Das hast du selbst gesagt.«

»Ich habe das auf gewisse Art abgeblockt. Wenn sie jetzt nahe genug kommen, um ihn zu spüren, dann stehen sie praktisch schon vor uns. Ich habe ihn von der Befleckung gereinigt, Rand, und alles getan, was in meiner Macht steht, daß sie so langsam wie möglich zurückkehrt, aber mit der Zeit wird es wieder so wie zuvor, es sei denn, ihm wird in Tar Valon geholfen.«

»Gut, daß wir gerade dorthin ziehen, nicht wahr?« Er glaubte, es sei vielleicht der resignierende Tonfall seiner Stimme und die Hoffnung auf eine andere Lösung, daß sie ihm einen so scharfen Blick zuwarf, bevor sie sich abwandte.

Loial stand vor ihr und verbeugte sich. »Ich heiße Loial, Sohn des Arent, Sohn des Halan, Aes Sedai. Das Stedding bietet den Dienerinnen des Lichts seinen Schutz.«

»Ich danke dir, Loial, Sohn des Arent«, antwortete Moiraine trocken, »doch ich wäre mit diesem Gruß nicht so freigiebig, falls ich an deiner Stelle wäre. In diesem Augenblick befinden sich vielleicht zwanzig Aes Sedai in Caemlyn, und jede außer mir gehört zu den Roten Ajah.« Loial nickte weise, als verstehe er. Rand konnte nur verwirrt den Kopf schütteln. Er wäre vom Licht geblendet, wenn er verstünde, was sie meinte. »Es ist seltsam, dich hier anzutreffen«, fuhr die Aes Sedai fort. »Nur wenige Ogier haben in den letzten Jahren die Steddings verlassen.«

»Die alten Geschichten haben mich gepackt, Aes Sedai. Die alten Bücher füllten meinen unwürdigen Kopf mit Bildern. Ich will die Haine sehen. Und auch die Städte, die wir bauten. Es scheinen von beiden nicht mehr viele zu existieren, aber auch wenn Gebäude ein schlechter Ersatz für Bäume sind, so sind sie doch wert, gesehen zu werden. Die Ältesten glauben, ich sei wunderlich, da ich reisen will. Ich wollte das immer schon, und sie glaubten das immer schon. Keiner von ihnen glaubt, daß es außerhalb des Stedding etwas Sehenswertes gibt. Vielleicht werden sie ihre Meinung ändern, wenn ich zurückkomme und ihnen erzähle, was ich gesehen habe. Ich hoffe. Mit der Zeit.«

»Vielleicht sehen sie es ein«, sagte Moiraine verbindlich. »Nun, Loial, du mußt mir vergeben, daß ich so kurz angebunden bin. Es ist ein typischer Fehler der Menschen, das weiß ich. Meine Begleiter und ich müssen unbedingt und schnell unsere Weiterreise planen. Wenn du uns entschuldigen würdest?«

Nun war es an Loial, verwirrt dreinzublicken. Rand rettete ihn. »Er kommt mit uns. Ich habe es ihm versprochen.«

Moiraine stand da und sah den Ogier an, als habe sie nicht richtig verstanden, doch schließlich nickte sie. »Das Rad webt, wie das Rad will«, murmelte sie. »Lan, paß auf, daß wir nicht überrascht werden.« Der Behüter verschwand lautlos, bis auf das Klicken der sich schließenden Tür, aus dem Raum.

Lans Verschwinden wirkte wie ein Signaclass="underline" Alle Gespräche erstarben. Moiraine ging zum Kamin, und als sie sich wieder dem Raum zuwandte, ruhten alle Blicke auf ihr. Obwohl sie so zierlich war, beherrschte sie den Raum. »Wir können nicht lang in Caemlyn bleiben und sind selbst hier in Der Königin Segen nicht sicher. Die Augen des Dunklen Königs sind bereits in der Stadt. Sie haben bisher nicht gefunden, wonach sie suchen, sonst würden sie nicht mehr weitersuchen. Das ist unser Vorteil. Ich habe Amulette ausgelegt, um sie fernzuhalten, und wenn der Dunkle König schließlich bemerkt, daß es einen Teil der Stadt gibt, den die Ratten nicht mehr betreten, sind wir schon weg. Stärkere Amulette jedoch, die auch einen Menschen abschrecken könnten, würden sich einem Myrddraal wie ein Leuchtfeuer zeigen, und dann sind ja auch noch Kinder des Lichts in Caemlyn, die nach Perrin und Egwene suchen.« Rand stieß einen Laut aus, und Moiraine hob eine Augenbraue in seiner Richtung.

»Ich glaubte, sie suchen nach Mat und mir«, sagte er.

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