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Der Erbe des Radscha

Электронная книга - «Der Erbe des Radscha». Краткое содержание книги:

Indien heißt das neue Ziel der Abenteurer. Hier treten sie in die Dienste der berüchtigten Ostindien-Kompanie und geraten mitten in die politischen Wirren des hart heimgesuchten Landes. Tscham, ein junger Eingeborener, will den unterdrückten Bauern helfen: sein Mordpfeil gilt dem reichen Radscha von Bihar. Doch dann erfährt er am eigenen Leibe, wer die eigentlichen Unterdrücker im Lande sind und daß es gegen sie kein Aufkommen gibt. Zusammen mit seinem Freund, dem Pfeifer, flieht er aus dem brennenden Palast, mit dem die Freiheit Bihars in Schutt und Asche versinkt.
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»Bei Allah, schick ihn fort«, gähnte der Rejs Serdar.

»Er geht nicht, Effendim. Er sagt, er käme im Auftrag des Serdariekrem.«

»Was? Warum sagst du das erst jetzt, du Sohn eines Esels! Der Serdariekrem ist mein Freund.

Seine Abgesandten können mich jederzeit sprechen — — wenn es nicht zu anstrengend ist«, setzte er nach einer Weile hinzu und wischte sich den Schweiß unter dem Turbanrand von der Stirn. »Laß ihn herein.«

Michel trat ein und verbeugte sich höflich.

»Es Salam alejkum, Kapudan Pascha[9].«

»W'alejkum es Salam«, antwortete der Admiral, erstaunt über die Höflichkeit des Fremden. »Was kann ich für dich tun, Kapudan?«

»Ich komme in geheimem Auftrag«, sagte Michel und blickte sich um, als befürchte er einen Lauscher.

Der Admiral verwunderte sich sehr. Wie kam man ausgerechnet auf ihn, wenn es um Geheimaufträge ging? War sein Stern etwa wieder im Steigen? Seine Gestalt straffte sich. Er richtete sich auf und meinte dann:

»Wer schickt dich?«

»Der Serdariekrem, Kapudan Pascha.«

»Hm. Mein Freund schickt dich zu mir. Nun, er weiß meine Fähigkeiten zu schätzen. Mein Ruhm ist schließlich groß genug.«

Michel nickte ernsthaft Zustimmung. Er hatte sich gerade diesen alten Dummkopf für sein Vorhaben ausgesucht. Wenn er es richtig anfing, würde er leichtes Spiel haben. Er hätte natürlich ebensogut zu jedem anderen Admiral gehen können. Sein Firman würde ihm Tür und Tor geöffnet haben. Aber vielleicht wäre ein Klügerer als dieser Alte hier mißtrauisch geworden. »Du möchtest zweihundert gute Soldaten aussuchen«, fuhr der Pfeifer fort, »um sie meinem Kommando zu unterstellen. Der Serdariekrem hat Auftrag von Seiner Majestät, dem erhabenen Sultan, einen großen Schlag gegen die russische Flotte vorzubereiten, die sich im Marmarameer bewegt, als gehöre es ihr. Das Kommando führe ich. Die zweihundert Männer sollst du selbst auswählen. Ferner sollst du jederzeit alarmbereit sein, um im geeigneten Augenblick die Führung der ganzen Flotte zu übernehmen.«

Michel senkte seine Stimme. »Ich kann dir vom Serdariekrem noch persönlich mitteilen, daß er dich zur Beförderung zum Kapudan Seraskier2 vorgeschlagen hat.«

Der Admiral fiel aus allen Wolken. Er riß die Augen auf und starrte Michel an. Was hatte man mit ihm vor? Und weshalb beauftragte man einen einfachen Hauptmann des Artilleriekorps mit der Ausführung so umwälzender politischer Unternehmungen? Er wurde doch ein wenig mißtrauisch. Nicht gegen Michel, sondern einfach weil er das Gesagte nicht fassen konnte. »Hast du irgend etwas Schriftliches über deinen Auftrag, Effendim?« fragte er. Michel schüttelte den Kopf.

»Nein. Das Unternehmen ist absolut geheim. Aber ich werde dir beweisen, daß ich im höchsten Auftrag handle, Kapudan Pascha.

Hier! Ist das Beweis genug?« Er hielt ihm den roten Firman unter die Nase. Der Admiral sackte förmlich zusammen vor Respekt. Denn obwohl der Serdariekrem sein Freund war, hatte er ihn nur sehr selten zu Gesicht bekommen. Jeder Offizier in der Osmanischen Armee und Marine kannte die Bedeutung des roten Firman. Der Admiral wurde geschäftig.

»Wir werden gleich darangehen, die zweihundert Männer herbeizurufen.«

Er klatschte in die Hände und gab der eintretenden Ordonnanz den Befehl, die Offiziere der ihm unterstellten Marineeinheiten zu rufen. Aber Michel unterbrach ihn.

»Ich bitte dich, Kapudan Pascha, die zweihundert Mann direkt zu befehlen. Vielleicht stellst du mir einfach eine Wachkompanie zur Verfügung. Die Sache duldet keinen Aufschub. Und die Vorbereitungen werden den ganzen Nachmittag in Anspruch nehmen. Am Abend muß alles fertig sein.«

Der Admiral zuckte die Schultern.

»Wie du willst, Effendim. — Laß die Wachkompanie anrücken«, wandte er sich an den Ordonnanzoffizier.

Als der erstaunte Offizier das Zimmer verlassen hatte, meinte Micheclass="underline"

»Ich glaube sagen zu dürfen, daß es nur von der Schnelligkeit der Vorbereitungen abhängt, ob du morgen früh bereits den Oberbefehl erhältst, Kapudan Pascha. Übrigens sollte ich dir noch ausrichten, daß du dich morgen früh ins Seraskierat begeben möchtest, um weitere Befehle entgegenzunehmen.« Der Admiral verbeugte sich höflich.

»Wirst du mir die Ehre tun, eine Tasse Mokka mit mir zu trinken, Effendim?« »Verzeih, daß ich das ausschlagen muß; aber ich darf mich nicht aufhalten, Kapudan Pascha.« »Nun, nun, bis die Kompanie kommt, bist du doch frei. Die wird noch ein Viertelstündchen auf sich warten lassen.«

»Ich danke dir, Kapudan Pascha. Ich nehme deine Einladung an.« —

Auf der »Trueno« wurde letzte Hand angelegt. Die aufgerollten Segel hingen in den Rahen. Das Schiff blitzte wie neu in allen Teilen. Nur noch wenige Handwerker waren an Bord.

Der Vorarbeiter wunderte sich nicht schlecht, als plötzlich eine ganze Karawane Eselskarren vor den Docks hielt. Ein Hauptmann kam an Bord und zeigte den roten Firman.

Der Vorarbeiter verbeugte sich tief und küßte das Pergament.

»Allah beschütze dich, o Herr.«

»Ich komme im direkten Auftrag des Oberbefehlshabers der Osmanischen Armeen zu Wasser und zu Lande«, sagte Michel, und sein Herz klopfte. Würde auch dieser einfache Mann, unverdorben von militärischer Servilität, auf seine Sprüche hereinfallen?

»Ich habe den Auftrag, die Kisten dort von den Eselsrücken an Bord bringen zu lassen. Die Soldaten werden diese Arbeit verrichten, da es eine geheime Angelegenheit ist.«

»Bei Allah, weshalb sollen Soldaten zu Lasttieren werden, wo doch Hunderte von Arbeitern hier am Hafen herumlungern? Aber ich gehorche natürlich.«

Michel rief ein paar Befehle nach unten. Die Ladearbeit über den Laufsteg begann. Lebensmittel, Wasserfässer und Munition wurden an Bord gebracht.Michel suchte zwei Leute aus, die Kanoniere waren, und befahl ihnen, die Kanonen schon jetzt mit Kugeln zu versehen, da heute abend an Bord alles einsatzbereit sein müsse.

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Anrede für einen Admiral

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Сюжет
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Главный герой
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