Der Erbe des Radscha
- Автор: Guben Berndt
- Серия: der pfeifer #3
- Язык: немецкий
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Der Erbe des Radscha». Краткое содержание книги:
»Ein gutes Korn macht einen verfaulten Haufen Weizen noch nicht genießbar.«
»Falsch, Diaz. Ein Häuflein verfaulten Weizens wird mit Sicherheit aus dem großen Lagerhaus mit gutem Korn ausgelesen. Die hier sind Abenteurer. Aber England ist keine Nation von Abenteurern.«
»Bueno, Senor Doktor, sind wir nicht auch Abenteurer?«
»Das schon. Aber wir sind Abenteurer, in deren eigenem Ermessen es steht, was sie tun und was sie lassen. Das ist bei den anderen nicht so. Sie werden vom Hof der Direktoren dirigiert. Man nützt dort lediglich ihre Fähigkeiten und Kräfte aus und setzt sie für Ziele ein, die nur durch Skrupellosigkeit erreicht werden können.«
»Ich will mich nicht mit Euch streiten, Senor Doktor; aber was ich gesehen habe, reicht mir.« »Nun, mein Freund, vielleicht denkst du dann einmal an die Entdeckung Amerikas und daran, wie die Spanier dort gehaust haben. Denke an Cortez und Pizarro und deren Horden. Die Geschichte der Conquistadores ist ein blutiges Kapitel. Aber sind deshalb alle Spanier schlecht?«
»Hm. Wenn Ihr die Sache so seht! Hm.«
Ihr Gespräch wurde unterbrochen. Die Tür öffnete sich und herein kam — Jardin. Das heißt, er wurde hereingestoßen. Dann klappte die Tür wieder zu.Die beiden sprangen auf und starrten den Ankömmling an. »Ole!« schrie Ojo. »Du auch?«
Jardin ließ sich auf eine Pritsche nieder und meinte: »Ich wollte euch warnen, amigos, bin aber um ein paar Minuten zu spät gekommen.«
Er berichtete die Einzelheiten, die den beiden noch unbekannt waren.
»Das war Pech«, sagte Michel. »Und Abu Hanufa wartet mit der »Dimanche« vergebens. In acht Tagen ist die Frist abgelaufen. Wir sitzen aber wenigstens für ein halbes Jahr hier drin. Und danach wird man uns mit einem englischen Schiff abschieben, irgendwohin. Was weiß ich? — Wie ist das Urteil über Euch ausgefallen?« »Ebenso. Haft, Beschlagnahme des Eigentums, Deportation.«
»Und was wird, wenn wir Abu Hanufa nicht erreichen? Was wird Marina tun, wenn sie noch unter den Lebenden weilt? Ob sie nach Diamond Harbour kommt?«
»Dort wird man sie genauso festnehmen wie uns. Unter Umständen wendet man gegen sie sogar
das britische Piratengesetz an«, meinte Michel nachdenklich.
»Kaum«, sagte Jardin, »sie hätten es auch gegen mich und Ojo anwenden können.« »Sie wissen nicht so genau über die Einzelheiten Bescheid. Und es wäre immerhin sonderbar, wenn es herauskäme, daß man mit einem ehemaligen Piraten einen Vertrag geschlossen hat. Bei Marina ist das anders. Man kann die ganze »Trueno« als Flibustier betrachten, hängt alle auf und beruft sich dabei auf Marinas eigenmächtige Jagd auf fremde Schiffe.« »Wir müssen hier heraus«, meinte Ojo weise. »Na, dann geh doch«, spottete Jardin.