Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Die spannenden Schilderungen vom Leben auf den russischen Landgütern und in der Stadt, mit seinen Familienfesten, Bällen, Jagden und Schlittenfahrten, wechseln mit Kampfhandlungen, Märschen oder Lagebesprechungen der Schicksalsschlachten von Schöngraben, Austerlitz oder Borodino.
Der atemberaubende Monumentalroman über die schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege. Das vielleicht bedeutendste Meisterwerk russischer Erzählkunst in meisterhafter Übersetzung. Über 1600 Seiten voll dramatischer historischer Schilderung.
1 ... 195 196 197 198 199 200 201 202 203 ... 458
Перейти на страницу:

»Aber so essen Sie doch nur, Fräulein Komteßchen«, sagte sie immer wieder und wieder und reichte Natascha bald dieses, bald jenes.

Natascha aß von allem, und ihr schien, als habe sie solche Pfannkuchen in Buttermilch mit so delikatem Eingemachten und Nüssen in Honig und ein solches gebratenes Huhn noch nie und nirgends gesehen und gegessen. Anisja Fjodorowna ging hinaus.

Rostow und der Onkel tranken nach dem Abendessen einen Kirschlikör und unterhielten sich über die heutige und die nächste Jagd, über Rugaj und die Ilaginschen Hunde. Natascha saß mit strahlenden Augen aufrecht auf dem Sofa und hörte ihnen zu. Ein paarmal machte sie den Versuch, Petja aufzuwecken, damit auch er etwas esse, aber er murmelte nur etwas Unverständliches vor sich hin, anscheinend ohne zu sich zu kommen. Natascha war so lustig zumute, sie fühlte sich in dieser für sie neuen Umgebung so wohl, daß sie nur immer Angst hatte, daß der Wagen schon zu bald kommen und sie holen werde. Nachdem einmal zufällig eine Pause in der Unterhaltung eingetreten war, wie das bei Leuten, die ihre Bekannten zum erstenmal im eigenen Haus empfangen, manchmal vorkommt, sagte der Onkel, gewissermaßen als Antwort auf die Gedanken, die seinen Gästen durch den Kopf gingen: »So lebe ich nun mein Leben hin … Sterbe ich einmal, dann bleibt mir ja doch nichts von Geld und Gut, klare Sache, und damit hopp! Wozu also sündiges Geld zusammenscharren?«

Des Onkels Gesicht war sehr ausdrucksvoll und sogar schön, als er das sagte. Unwillkürlich mußte Nikolaj dabei an all das Gute denken, das er vom Vater und von den Nachbarn über den Onkel gehört hatte. Im ganzen Umkreis des Gouvernements stand dieser im Ruf des edelsten, uneigennützigsten Sonderlings. Man rief ihn herbei, um Familienstreitigkeiten zu schlichten, machte ihn zum Testamentsvollstrecker, vertraute ihm Geheimnisse an, wählte ihn als Richter und übertrug ihm andre Ehrenämter, aber ein festes Amt in der Gesellschaft anzunehmen, weigerte er sich hartnäckig: er streifte im Herbst und im Frühling auf seinem hellbraunen Wallach auf den Feldern umher, saß im Winter zu Hause und lag im Sommer in seinem verwachsenen Garten.

»Warum treten Sie nicht in den Staatsdienst ein, Onkel?«

»Ich habe einmal gedient, habe es aber dann aufgegeben. Ich tauge nicht dazu, klare Sache, und damit hopp! Habe mich in all den Kram niemals hineinfinden können. Das ist eure Sache, bei mir langt’s dazu nicht mit dem Verstand. Siehst du, mit der Jagd, da ist es etwas anderes, klare Sache, und damit hopp! Aber macht doch die Tür auf!« rief er. »Weshalb habt ihr sie zugemacht?«

Die Tür am Ende des Korridors, den der Onkel »Kolidor« nannte, führte in die »Jägerstube«, wie man den Gesinderaum für die Jäger nannte.

Nackte Füße patschten über die Dielen, und eine unsichtbare Hand öffnete die Tür zur Jägerstube. Vom Korridor her hörte man deutlich die Klänge einer Balalaika, auf der augenscheinlich ein Meister in dieser Kunst spielte. Natascha hatte schon lange nach diesen Klängen hingelauscht und trat jetzt auf den Korridor hinaus, um sie deutlicher hören zu können.

»Das ist mein Kutscher Mitka … Ich habe ihm eine gute Balalaika gekauft, ich höre es gern«, sagte der Onkel.

Der Onkel hatte eingeführt, daß Mitka immer in der Jägerstube auf der Balalaika spielen mußte, wenn er von der Jagd nach Hause kam. Er hörte diese Musik sehr gern.

»Wie hübsch! Wirklich ganz nett!« sagte Nikolaj unwillkürlich etwas lässig, als schäme er sich einzugestehen, daß ihm diese Klänge gefielen.

»Ganz nett?« erwiderte Natascha vorwurfsvoll, die das Lässige aus dem Ton ihres Bruders herausgehört hatte. »Das ist gar nicht ›ganz nett‹, sondern einfach wunderbar!«

Und ebenso wie ihr die Pilze, der Honig und die Schnäpse des Onkels als das Leckerste auf der ganzen Welt vorgekommen waren, so erschien ihr auch dieses Lied in diesem Augenblick als Gipfel aller musikalischen Genüsse.

»Noch mehr, bitte, noch mehr!« rief Natascha in der Tür, als die Balalaika schwieg. Mitka stimmte die Saiten und spielte forsch und dröhnend »Die Frau vom Hause« mit klangvollen Akkorden und Übergängen. Der Onkel saß da und hörte zu; er hatte den Kopf ein wenig zur Seite geneigt und lächelte kaum merkbar. Die Melodie der »Frau vom Hause« wiederholte sich wohl an die hundertmal. Mitunter mußte die Balalaika dazwischen gestimmt werden, dann aber ertönten wieder dieselben Klänge, und das wurde den Zuhörern nicht etwa langweilig, sondern sie wünschten nur immer und immer wieder diese Klänge zu hören. Anisja Fjodorowna kam herein und lehnte sich mit ihrem wohlbeleibten Körper an den Türpfeiler.

»Sie sind so freundlich und hören zu?« sagte sie zu Natascha mit einem Lächeln, das außerordentlich an das Lächeln des Onkels erinnerte. »Ja, wir haben an ihm einen feinen Musikanten«, fügte sie hinzu.

»An dieser Stelle stimmt etwas nicht!« rief plötzlich der Onkel mit einer energischen Handbewegung. »Das muß auseinandergezogen werden, klare Sache, und damit hopp!«

»Können Sie denn auch spielen?« fragte Natascha.

Der Onkel lächelte und gab keine Antwort.

»Sieh doch mal nach, Anisjuschka, ob auf der Gitarre noch alle Saiten ganz sind. Habe sie lange nicht in der Hand gehabt, habe es ganz aufgegeben, klare Sache, und damit hopp!«

Anisja Fjodorowna lief mit ihrem leichten Gang bereitwillig fort, um den Befehl ihres Herrn auszuführen, und holte die Gitarre herbei.

Der Onkel blies, ohne jemanden anzusehen, den Staub von der Gitarre, beklopfte mit seinen knochigen Fingern deren Decke, stimmte die Saiten und setzte sich auf seinem Stuhl zurecht. Mit etwas theatralischer Pose hielt er den linken Ellenbogen vom Körper ab, faßte die Gitarre oben am Halse, blinzelte Anisja Fjodorowna zu, griff einen klangvollen, reinen Akkord und spielte dann langsam und gemessen, aber sicher in ganz ruhigem Tempo nicht die »Frau vom Hause«, sondern das bekannte Lied: »Über die Straße, nach dem Quell, sprang ein Mädel nach Wasser schnell.«

Und in demselben Takt, mit derselben gemessenen Heiterkeit, die das ganze Wesen Anisja Fjodorownas ausstrahlte, klang die Melodie des Liedes in Nikolajs und Nataschas Herzen wider. Anisja Fjodorowna wurde rot, barg das Gesicht in ihrem Tuch und lief lachend aus dem Zimmer. Der Onkel spielte mit reinen, sorgfältigen und energisch festen Griffen das Lied weiter und blickte nun mit ganz veränderten, begeisterten Augen nach der Stelle hin, wo Anisja Fjodorowna gestanden hatte. Kaum merklich lachte er auf der einen Seite seines Gesichts unter dem grauen Schnurrbart, lachte besonders dann, wenn die Melodie in Schwung kam, die Takte schneller wurden und nach Stellen des Überganges etwas Neues auftauchte.

»Himmlisch, himmlisch, Onkel! Weiter, weiter!« rief Natascha, als er eben geendet hatte. Sie sprang von ihrem Platz auf, umarmte den Onkel und küßte ihn. »Nikolenka, Nikolenka!« rief sie ihrem Bruder zu, als frage sie ihn, was er dazu sage.

Nikolaj hatte das Lied auch sehr gefallen. Der Onkel mußte es noch einmal spielen. Das lächelnde Gesicht Anisja Fjodorownas zeigte sich wieder in der Tür, und über ihre Schulter lugten noch andere Gesichter herein …

Und er ruft am kalten Quelclass="underline" »Halt, mein Mädel, nicht so schnell!«

spielte der Onkel, wählte wieder einen geschickten Übergang, brach dann ab und machte mit den Schultern im selben Takt noch ein paar tanzende Bewegungen.

»Ja, komm, Onkelchen, Herzensonkelchen«, flehte Natascha mit einer Stimme, als hinge davon ihr ganzes Leben ab.

Der Onkel stand auf, und es schien, als steckten zwei Menschen in ihm: der eine lächelte ernsthaft über den lustigen Bruder, der lustige Bruder aber machte ganz unbewußt und akkurat ein paar einleitende Bewegungen zum Tanz.

»Na, mein Nichtchen!« rief der Onkel und schwenkte die Hand, mit der er soeben den Akkord abgerissen hatte, auf Natascha zu.

Natascha warf das Tuch ab, in das sie sich eingehüllt hatte, lief auf den Onkel zu, stemmte die Arme in die Seiten, wiegte die Schultern hin und her und blieb dann stehen.

Wie, wo und wann hatte diese kleine Komtesse, die von einer französischen Emigrantin erzogen worden war, aus der russischen Luft, die sie einatmete, jenen Geist in sich aufgesogen? Woher nahm sie diese Art zu tanzen, die von dem pas de châle schon lange hätte verdrängt sein müssen? Denn dieser Geist und diese Art zu tanzen waren so unnachahmbar, so unerlernbar russisch und gerade eben so, wie sie der Onkel von ihr erwartet hatte. Kaum stand sie da mit ihrem feierlich stolzen und zugleich verschmitzt heiteren Lächeln, da war es auch schon mit der ersten Angst vorbei, die Nikolaj und alle Anwesenden empfunden hatten, mit der Angst, daß sie es nicht richtig machen könnte, und alle sahen sie voll Bewunderung an.

1 ... 195 196 197 198 199 200 201 202 203 ... 458
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)