Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]
- Автор: Виндж Вернор (Вернон) Стефан
- Серия: Qeng Ho (de) #2
- Год: 2003
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-87063-8
- Переводчик: Erik Simon
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]». Краткое содержание книги:
›Eine Tiefe am Himmel‹ wurde mit dem Hugo Gernsback Award und dem John W. Campbell Award als bester Roman des Jahres ausgezeichnet.
Es gab vereinzelte Spottrufe — die Partisanen der Sinnesgleichen. Unnerbei fragte sich, ob die alle wohl Tickets hatten, um Südland zu verlassen. Gewiss musste ihnen klar sein, dass sie bei jeder geringeren Bezahlung schließlich ebenso tot sein würden wie das von ihnen verratene Land, wenn erst einmal die Bomben fielen.
Die Generalin hatte ihm gesagt, dass Pedure selbst hier unten war. Ich möchte wissen… Unnerbei schaute, während die Generalin sprach, in alle Richtungen, besonders aufmerksam in die Schatten und zu den Wachposten. Da. Pedure saß auf dem Podium, keine dreißig Meter von Schmid entfernt. Nach all den Jahren war sie selbstsicherer denn je. Warte nur ein Weilchen, liebe Geehrte Pedure. Vielleicht kann dir die Generalin eine Überraschung bereiten.
»Ich habe einen Vorschlag. Er ist einfach, aber gehaltvoll — und er kann sehr schnell ausgeführt werden.« Sie bedeutete Tim Niederer, die Datenkarten an den Assistenten des Parlamentssprechers weiterzureichen. »Ich glaube, Sie kennen meine Position in der Struktur der Streitkräfte des Einklangs. Selbst die misstrauischsten von Ihnen werden zugeben, dass, während ich hier bin, der Einklang die Zurückhaltung üben muss, die er öffentlich versprochen hat. Ich bin ermächtigt, eine Fortsetzung dieses Zustandes anzubieten. Sie vom Parlament von Südland können drei beliebige Personen aus dem Einklang — einschließlich des Königs und meiner Person — auswählen, dass sie auf unbestimmte Zeit ihren Wohnsitz in unserer Botschaft hier in Südende nehmen.« Es war die primitivste Strategie der Friedenssicherung, großzügiger als jemals in der Vergangenheit, da sie die Wahl der Geiseln der anderen Seite überließ. Und in größerem Maße als jemals in der Geschichte war es praktikabel. Die Botschaft von Einklang in Südende war mehr als groß genug, um einer kleinen Stadt Raum zu bieten, und bei den modernen Kommunikationsmitteln würden nicht einmal die wichtigen Aktivitäten der Geiseln nachhaltig beeinträchtigt. Wenn das Parlament nicht vollkommen korrumpiert war, dann warf es der heraneilenden Katastrophe vielleicht einen Stock zwischen die Füße.
Die Gewählten schwiegen, sogar Pedures Kumpels. Waren sie schockiert? Sahen sie den einzigen Möglichkeiten ins Auge, die sie tatsächlich hatten? Lauschten sie Anweisungen ihrer Chefin? Etwas war im Gange. In den Schatten hinter Schmid sah Hrunkner, wie Pedure eindringlich zu einem Adjutanten sprach.
Als Viktoria Schmids Rede zu Ende war, hallte Bennys Salon von Beifall wieder. Es hatte einen krassen Schock gegeben, als die Rede begann, als alle sahen, wie lebendige Spinnen wirklich aussahen. Doch die Worte der Rede hatten zur Persönlichkeit von Viktoria Schmid gepasst, und mit der waren die meisten Menschen vertraut. Es würde ziemlich viel Mühe kosten, sich an den Rest zu gewöhnen, aber…
Rita Liao erwischte Benny am Ärmel, als er mit Getränken für die Decke vorbeischwebte. »Du solltest Qiwi nicht die ganze Zeit vorn für dich allein behalten, Benny. Sie kann hier noch ein Plätzchen finden und trotzdem zu allen sprechen.«
»Hm, in Ordnung.« Es war der Hülsenmeister, der den Einzelplatz in der vordersten Reihe vorgeschlagen hatte, aber das spielte sicherlich keine Rolle, wenn alles so gut lief. Benny servierte die Getränke und hörte mit einem Ohr auf die frohen Spekulationen.
»… zwischen dieser Rede und unserem Eingreifen müssten sie so sicher wie Temps bei Triland sein…«
»He, wir könnten in weniger als vier Megasek auf dem Planeten sein! Nach all den Jahren…«
»Raum oder Planet, wenn kümmert’s? Wir werden genug Ressourcen besitzen, um die Geburtsverbote abzuschaffen…«
Ja, die Geburtsverbote. Unsere eigene, menschliche Version des Unzeit-Tabus. Vielleicht kann ich endlich Gonle fragen… Bennys Geist schreckte vor dem Gedanken zurück. Es hieß, das Schicksal zu versuchen, wenn er zu früh handelte. Dennoch war ihm auf einmal glücklicher zumute als seit langer Zeit. Benny wich den Tische aus, indem er durch die zentrale Lücke tauchte, ein kurzer Abstecher zu Qiwi hin.
Sie nickte zu dem, was Rita gesagt hatte. »Das wäre schön.« Ihr Lächeln war zögerlich, und den Blick hatte sie kaum von den Bildschirmen im Salon gewandt. General Schmid kletterte gerade von der Sprecherplattform herab.
»Qiwi! Es läuft alles genau so, wie es der Hülsenmeister geplant hat. Alle wollen dir gratulieren!«
Qiwi tätschelte sanft das Kätzchen auf ihrem Arm, doch auf eine ausgesprochen beschützende Art. Sie schaute zu ihm auf, und ihr Gesichtsausdruck war merkwürdig verwirrt. »Ja, es läuft alles.« Sie erhob sich vom Tisch und folgte Benny durch den freien Raum zu Ritas Tisch.
»Ich muss mit ihm reden, Korporal. Unverzüglich.« Rachner straffte sich, während er sprach, und legte fünfzehn Jahre Dienst als Oberst in seine Haltung.
Einen Augenblick lang wurde der junge Korporal unter seinem strengen Blick klein. Dann musste der Unzeit-Kuppli die Spuren von Sprusselerbrochenem an Thrakts Schlund und den ramponierten Zustand seiner Uniform bemerkt haben. Er zuckte die Achseln, sein Blick war wachsam und abweisend. »Tut mir Leid, Herr Oberst, Sie stehen nicht auf der Liste.«
Rachner fühlte, wie ihm die Schultern sanken. »Korporal, rufen Sie ihn einfach an. Sagen Sie ihm, es ist Rachner und es geht um… um Leben und Tod.« Und sobald die Worte heraus waren, wünschte Thrakt, er hätte sich diese veraltete Wahrheit erspart. Der Kuppling starrte ihn eine Sekunde lang an — erwog er, ob er ihn hinauswerfen sollte? Dann schien so etwas wie makaberes Mitleid in ihm aufzukommen; er aktivierte eine Sprechverbindung und sagte etwas zu jemandem im Haus.
Eine Minute verging. Zwei. Rachner ging im Besuchervorbau auf und ab. Wenigstens war er nicht mehr dem Wind ausgesetzt; er hatte sich die Spitzen von zwei Händen erfroren, nur als er die Treppe von Unterbergs Hubschrauberplatz hochgestiegen war. Aber… ein Außenwachposten und ein Besuchervorbau? Irgendwie hatte er so viel Sicherheitsvorkehrungen nicht erwartet. Vielleicht hatte, dass er seinen Posten verloren hatte, wenigstens etwas Gutes. Es hatte den anderen die Notwendigkeit von Schutz vor Augen geführt.
»Rachner, sind Sie das?« Die Stimme, die aus dem Sprechgerät des Wachpostens kam, war schwach und missmutig. Unterberg.
»Ja, Herr Professor. Bitte, ich muss mit Ihnen reden.«
»Sie… Sie sehen schrecklich aus, Oberst. Tut mir Leid, ich…« Seine Stimme verebbte. Jemand murmelte im Hintergrund. Jemand sagte: »Die Rede war gut… jede Menge Zeit jetzt.« Dann war er wieder dran und klang viel konzentrierter. »Oberst, in ein paar Minuten bin ich so weit.«
Dreiundfünfzig
»Eine hervorragende Rede. Sie hätte nicht besser sein können, wenn wir sie verfasst hätten.« Auf dem Flachbild aus der Hand plapperte Ritser weiter, sehr mit sich zufrieden. Nau nickte nur und lächelte. Schmids Friedensangebot war stark genug, um die Militärapparate der Spinnen pausieren zu lassen. Das würde den Menschen Zeit verschaffen, sich zu melden und Zusammenarbeit vorzuschlagen. Das war die offizielle Version, ein riskanter Plan, der die Hülsenmeister in eine zweitrangige Position bringen würde. In Wahrheit würden in etwa sieben Kilosekunden Annes Blitzköpfe einen hinterhältigen Angriff durch Schmids eigene Armee auslösen. Der darauf folgende ›Gegenangriff‹ der Sinnesgleichen würde die geplante Zerstörung vollenden. Und wir werden uns einschalten und die Bruchstücke aufsammeln.
Nau schaute hinaus über die nachmittägliche Helligkeit von Nordpfote, doch seine Datenbrille füllte ein Bild von Trinli und Vinh aus, die selber nur ein paar Meter von ihm entfernt saßen. Trinlis Gesichtsausdruck war ganz leicht amüsiert, doch seine Finger hörten nicht auf, hin und her zu huschen und an seinem Auftrag zu arbeiten — die Kernmunition auf dem Territorium der Sinnesgleichen zu überwachen. Vinh? Vinh wirkte nervös; die Diagnose-Kennungen, die neben seinem Gesicht schwebten, zeigten: Er wusste, dass etwas im Gange war, hatte aber noch nicht recht herausgefunden, was. Es war Zeit, ihn aus dem Weg zu rücken, ein paar kurze Botengänge. Wenn er zurückkam, würden die Ereignisse im Gang sein… und Trinli würde die Geschichte des Hülsenmeisters bekräftigen.