Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]
- Автор: Виндж Вернор (Вернон) Стефан
- Серия: Qeng Ho (de) #2
- Год: 2003
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-87063-8
- Переводчик: Erik Simon
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]». Краткое содержание книги:
›Eine Tiefe am Himmel‹ wurde mit dem Hugo Gernsback Award und dem John W. Campbell Award als bester Roman des Jahres ausgezeichnet.
Sobald sich Silipan abwandte, wurde Phams lässiger Griff, mit dem er Anne hielt, sacht, vorsichtig. Herrgott, das hat so echt geklungen, nicht wie ein Lähmpfeil und ein Krachmacher. Es war ein halbes Leben her, dass er den Trick zum letzten Mal benutzt hatte; was, wenn er es vermasselt hatte? Zum ersten Mal seit Beginn der Aktion sickerte Panik durch den Adrenalin-Andrang. Er ließ eine Hand an die Seite ihrer Kehle gleiten — und fand einen starken, gleichmäßigen Puls. Anne war gründlich gelähmt und weiter nichts.
Pham setzte wieder das raubtierhafte Lächeln auf und folgte Trud in den Gruppenraum der Blitzköpfe.
Vierundfünfzig
Es waren doch die Nachrichtengesellschaften gewesen, die zuletzt lachten. Was machte es also, dass der Geheimdienst von Einklang die Szene ausgeblendet hatte, als Mama aus dem Dolchflügler stieg? Minuten später war sie auf dem Territorium von Südland, und die dortigen Nachrichtensender waren nur allzu bereit, Viktoria Schmid und jede Person in ihrem Gefolge zu zeigen. Ein paar Minuten lang waren die Kameras so nahe, dass sie den inneren Ausdruck der Esshände der Generalin sehen konnte. Mama sah so ruhig und militärisch wie immer aus… doch ein paar Minuten lang fühlte sich Viktoria Lichtberg eher wie ein kleines Kind als wie ein Leutnant beim Geheimdienst. Das war so schlimm wie der Tag, an dem Gokna gestorben war. Mama, warum gehst du dieses Risiko ein? Aber Viki kannte die Antwort darauf. Die Generalin war nicht mehr wesentlich für die große Gegenlauer, die sie und Papa geschaffen hatten; jetzt konnte sie denen helfen, die sie in größte Gefahr gebracht hatte.
Der Unteroffiziersclub war voll von Kupps, die sonst geschlafen hätten oder anderen Vergnügungen nachgegangen wären. Es war der Ort, der dem Dienst am nächsten kam. Und diesmal war ›der Dienst‹ offensichtlich das Wichtigste, was jeder Kupp tun konnte.
Viktoria schlenderte zwischen den Spielkonsolen umher und signalisierte ihren Leuten diskret, dass alles glatt lief. Schließlich sprang sie auf das Sitzgitter neben Brent. Seine Hände waren in ständiger Bewegung überall auf der Konsole. Sie klopfte ihm auf die Schulter. »Mama wird jetzt jeden Moment reden«, sagte sie leise.
»Ich weiß«, sagte Brent nur. »Wesen Neun sieht unsere Aktion, wird aber immer noch getäuscht. Es glaubt, es sei ein lokales Problem.«
Fast hätte Viki ihrem Bruder den Helm vom Kopf gerissen. Verdammt, ich könnte ebenso gut blind und taub sein. Stattdessen nahm sie ein Telefon aus der Jacke und tippte eine Nummer ein. »Hallo, Papa? Mama hat zu reden begonnen.«
Die Rede war kurz. Sie war gut. Sie blockierte die Drohung von Süden. Ja und? Dort hinunter zu fliegen, war immer noch viel zu riskant. Auf den Bildschirmen über der Sprusselbar sah Viki, wie die Generalin ihr förmliches Angebot Tim überreichte, damit er es an das Parlament weitergab. Vielleicht würde dieser Teil der Angelegenheit funktionieren. Vielleicht war es die Reise wert. Etliche Minuten vergingen. Die Kameras in der Parlamentshalle strichen über zunehmenden Tumult hin und her. Mama hatte mit Onkel Hrunk die Plattform verlassen. Eine verlotterte kleine Kupp in dunkler Kleidung trat an sie heran. Pedure. Sie stritten…
Und plötzlich war das alles nicht mehr wichtig. Brent rüttelte an ihr. »Schlechte Neuigkeiten«, sagte er, noch immer ohne den Datenhelm des Spiels vom Kopf zu nehmen. »Ich habe sie alle verloren. Sogar unsere alte Freundin.«
Lichtberg sprang von ihrem Gitter und winkte ihrem Team. Ihre Geste hätte ebenso gut ein schrilles Pfeifen sein können, so, wie sie wirkte. Ihr Team war auf den Füßen, Seitentaschen übergehängt, und alle gingen zur Tür. Brent setzte seinen Spielhelm ab und eilte unmittelbar vor Lichtberg hinaus.
Hinter sich sahen sie neugierige Blicke, doch die meisten Clubbesucher waren zu sehr aufs Fernsehen fixiert, um sie sonderlich zu beachten.
Ihr Team war zwei Stockwerke abwärts gesprungen, als die Alarmsirenen zu heulen begannen.
»Was soll das heißen, wir haben keine Blitzkopf-Unterstützung mehr? Ist die Faser durchgetrennt worden?« Trinli hatte irgendwie alle Fasern gefunden?
»N-nein, Herr Hülsenmeister. Ich glaube jedenfalls nicht.« Hülsenkorporal Marli war schon ganz fähig, aber kein Kal Omo. »Wir können noch Rufzeichen senden, aber die Steuerkanäle reagieren nicht. Herr Hülsenmeister… es ist, als ob jemand einfach die Blitzer abgeschaltet hätte.«
»Hm. Ja.« Das konnte eine weitere Überraschung Trinlis sein, oder vielleicht gab es im Obergeschoss einen Verräter. So oder so… Nau schaute quer durchs Zimmer zu Ezr Vinh hin. Die Augen den Krämers waren glasig vor Schmerz, doch Vinh war so ein zäher Brocken wie nur irgendeiner von den vielen, die er und Ritser zu Tode verhört hatten. Es würde Zeit erfordern oder einen besonderen Hebel, um Informationen aus ihm herauszuholen. Zeit hatten sie nicht. Er wandte sich wieder Marli zu. »Kann ich noch mit Ritser reden?«
»Ich denke schon. Wir haben Fasern zur Laserstation draußen.« Er tippte zögernd etwas auf dem Pult ein. Nau unterdrückte den Impuls, wegen seiner Ungeschicktheit in Wut auszubrechen. Aber ohne Blitzkopf-Unterstützung ging alles ungeschickt. Wir könnten ebenso von der Dschöng Ho sein.
Plötzlich grinste Marli. »Unsere Sprechverbindung zur Unsichtbare Hand steht noch, Herr Hülsenmeister! Ich habe sie gerade auf Ihr Halsbandmikro geschaltet.«
»Sehr gut… Ritser! Ich weiß nicht, wie viel Sie von alledem mitbekommen haben, aber…« Nau umriss kurz das Debakel und schloss mit den Worten: »Die nächsten paar hundert Sekunden werde ich nicht zu erreichen sein; ich wechsle nach L1-A hinüber. Entscheidende Frage: Ohne unsere Blitzköpfe, können Sie da noch die Planetenoperation fortführen?«
Es würde mindestens zehn Sekunden dauern, bis darauf die Antwort kam. Nau warf einen Blick auf seinen zweiten überlebenden Wachmann. »Ciret, hol Tung und den Blitzkopf. Wir gehen nach L1-A.«
Vom Arsenalbunker aus würden sie direkte Gewalt über Leben und Tod von allen im L1-Raum haben, ohne dass Automatik zwischengeschaltet wäre. Nau öffnete das Schränkchen hinter sich und berührte eine Steuerung. Ein Abschnitt des Parkettfußbodens glitt beiseite und gab den Blick auf eine Tunnelluke frei. Der Tunnel führte direkt durch Diamant Eins zum Arsenalbunker, und er war niemals mit Ortern automatisiert oder von anderen Tunneln gekreuzt worden. Die Sicherheitsschlösser an beiden Enden waren auf seinen Fingerabdruck codiert. Er berührte das Lesegerät. Die winzige Zutrittslampe blieb rot. Wie konnte Trinli das sabotieren? Nau zwang seine Panik nieder und drückte den Daumen abermals gegen die Fläche. Immer noch rot. Wieder. Das Licht wechselte zögernd zu grün, und die Luke unterm Fußboden drehte sich in die Offen-Stellung. Die Software musste wohl seinen Blutdruck prüfen und zu dem Schluss kommen, er stehe unter Zwang. Wir könnten immer noch am anderen Ende ausgesperrt werden. Er drückte den Daumen für die andere Luke. Es brauchte zwei Versuche, doch endlich zeigte auch dort Grün, dass die Luke entriegelt war.
Ciret und Tung waren wieder da und stießen Ali Lin vor sich her. »Sie verletzen die Regeln«, schalt sie der alte Mann. »Wir sollen gehen, so, mit den Füßen am Boden.« Alis Gesicht zeigte eine Mischung aus Verwirrung und Staunen. Blitzköpfe mochten es nie, wenn man sie von ihrer Aufgabe wegholte, auf die sie gerade fokussiert waren. Höchstwahrscheinlich war das Jäten im Garten des Hülsenmeisters in Alis Geist ebenso wichtig gewesen wie das feinste Gen-Flechten. Jetzt wurde er plötzlich nach drinnen gezwungen, und die ganze Etikette der falschen Schwerkraft in seinem Park wurde ignoriert.