Kinder der Sonne
- Автор: Горький Максим
- Год: 1905
- Язык: немецкий
- Переводчик: Alexander von Huhn
- Жанр: Русская классическая проза
Электронная книга - «Kinder der Sonne». Краткое содержание книги:
Fima: Ich bin doch eine Waise. Wollen Sie nicht meine Brautmutter sein?
Melanija macht ihr eine »Feige«, streckt zum Spott den Daumen zwischen den Fingern vor: Hm … Für wieviel haben Sie mich an Jelena Nikolajewna verraten?
Fima verwirrt: Ich?
Melanija: Ja, Sie! Was?
Fima hat sich von ihrem Schrecken erholt: Das tut mir leid … aber ich dachte, weil Sie sich selbst an so 'n alten Kerl verkauft haben …
Melanija getroffen: Wie, wie du …
Fima: Ja, ich dachte, daß Sie mir helfen würden, dasselbe zu tun …
Melanija dumpf: Was erlaubst du dir …
Fima Ruhig und hart: Sie müssen selbst einsehen, daß es immer noch besser ist, als auf die Straße zu gehen … so ist's wenigstens einer und nicht Hunderte …
Melanija entsetzt: Geh … Geh hinaus … Ich werde dir Geld geben … Geh! Geh fort … Ich werd dir geben.
Fima: Danke schön. Wann werden Sie es mir geben?
Melanija: Geh fort! Ich hab nichts bei mir!
Fima: Heute abend werde ich zu Ihnen kommen … Lassen Sie mich nicht sitzen …
Melanija: Nein! … Um Christi willen - nur fort! Fima ab, ohne sich zu übereilen. Melanija wirft sich in den Lehnstuhl, bricht in Tränen aus und stöhnt wie vor Schmerzen.
Protassow aus seinem Zimmer: Sie ist noch nicht zurück? Nein - Sie sind's! Was fehlt Ihnen?
Melanija fällt auf die Knie: Heiliger Mann, rette deine Sklavin!
Protassow verwirrt: Was haben Sie gesagt? … Stehen Sie auf! Was wollen Sie?
Melanija umschlingt mit ihren Armen seine Knie: Ich verkomme im Schlamm … ich verkomme in meiner Niedrigkeit … reiche mir die Hand! Wer ist auf Erden besser als du?
Protassow erschrocken: Gestatten Sie. Ich falle … Küssen Sie doch nicht meine Hose … Was machen Sie denn?
Melanija: Ich hab Niedriges getan, ich hab meine Seele beschmutzt - mach sie wieder rein - wer außer dir kann das tun?
Protassow bemüht sich, sie zu verstehen: Sie - setzen Sie sich …! das heißt … stehen Sie auf. So - setzen Sie sich! Was wollen Sie eigentlich?
Melanija: Nimm mich zu dir, erlaube mir, in deiner Nähe zu leben, dich nur jeden Tag zu sehen … dich zu hören … ich … bin reich, nimm alles! Bau dir ein Laboratorium für deine Wissenschaft … bau einen Turm! Steige hinauf - und lebe dort! Und ich werde Tag und Nacht unten vor der Türe stehen und niemanden zu dir lassen … Verkaufe alles, meine Häuser, meine Güter, und behalte alles für dich!
Protassow lächelnd: Erlauben Sie mal, das ist ein Gedanke! Donnerwetter, was könnt ich mir da für ein Laboratorium bauen!
Melanija erfreut: Ja, ja! Nimm mich, damit ich dich immer sehen kann; sprich nicht mit mir, das ist nicht nötig! Sieh mich nur hin und wieder einmal an und lächle … Hättest du einen Hund, so würdest du ihm doch auch zulächeln … und ihn bisweilen streicheln? Laß mich diesen Hund sein …
Protassow besorgt: Warten Sie … Was soll das - das ist merkwürdig … das ist nicht nötig … ich bin ganz starr, wissen Sie … Konnte ich mir denken, daß es Sie so aufregen würde?
Melanija ohne auf ihn zu hören: Ich weiß, ich bin dumm wie ein Stück Holz. Deine Bücher … versteh ich nicht … Glaubst du, daß ich sie gelesen habe?
Protassow enttäuscht: Nein? - Was haben Sie dann damit …?
Melanija: Geliebter! Abgeküßt hab ich die Bücher! … ich habe hineingeguckt, aber da stehen Worte drin, die außer dir niemand versteht … Und da hab ich sie abgeküßt …
Protassow verwirrt: Ach! Daher die Flecken auf den Einbänden … Wozu denn Bücher küssen? Das ist ja schon Fetischismus …
Melanija: Versteh mich doch, ich liebe dich! Es ist bei dir so schön, so rein, so hell! Du göttlicher Mensch, ich liebe dich …
Protassow leise, ergriffen: Erlauben sie … das heißt … wie meinen Sie das?
Melanija: Wie ein Hund. Reden kann ich nicht … nur schweigen kann ich. Jahrelang habe ich geschwiegen, die Haut hat man mir von der Seele gerissen!
Protassow hoffend, daß er sich getäuscht hat: Sie … entschuldigen mich! Ich kann Ihre Grundidee nicht erfassen … Vielleicht wäre es Ihnen lieber, über diese Angelegenheit mit Jelena zu sprechen …
Melanija: Ich habe schon mit ihr gesprochen … Sie ist herrlich … Sie weiß, daß du sie nicht liebst …
Protassow aufspringend: Was heißt das, nicht lieben?
Melanija: Sie weiß alles, fühlt alles … Sie ist so gut! Aber wozu zwei Feuer auf einmal? - Sie ist stolz …
Protassow aufs neue verwirrt: Wissen sie, alles das ist so eine verwickelte, konfuse Geschichte … das heißt … Ich bin mir noch niemals so unbeholfen vorgekommen …
Melanija: Wie werd ich mit dir umgehen … wenn du erst mein sein wirst …
Protassow etwas gereizt: Was - was soll das heißen »mein«? Blickt auf sie, halblaut, fast mit Schrecken. Melanija Nikolajewna … wir müssen uns aussprechen! Entschuldigen Sie … ich muß Sie direkt fragen: Sind Sie vielleicht in mich verliebt?
Melanija sieht ihn mehrere Minuten lang schweigend an, mit gedämpfter Stimme: Wovon hab ich denn gesprochen … Geliebter! Davon red ich ja.
Protassow: Ja … entschuldigen Sie … ich dachte … ich dachte, es wäre nicht so …
Melanija leise: So, daß ich ganz wahnsinnig bin …
Protassow geht erregt im Zimmer auf und ab: Ich bin Ihnen natürlich sehr dankbar … bin sehr gerührt … zu meinem Bedauern aber … ich bin doch verheiratet … Nein, das ist es nicht! Sehen Sie mal … so plötzlich läßt sich das nicht entscheiden … ja! Aber wissen Sie, es ist nicht notwendig, daß Jelena etwas davon erfährt, wir werden uns schon irgendwie auseinandersetzen.
Melanija: Sie weiß es aber.
Protassow fast in Verzweiflung: Was? Sie weiß? Tschepurnoi und Lisa kommen von oben die Treppe herab, gehen schweigend durch das Zimmer auf die Veranda. Tschepurnoi ist verstimmt, aber ruhig, Lisa in großer Aufregung.
Melanija leise: Oh, man kommt, leise, es ist mein Bruder.
Protassow zu Lisa: Ah … hm … ihr geht?
Tschepurnoi dumpf: Wir gehen. Pause.
Protassow sehr aufrichtig und einfach: Melanija Nikolajewna, gestehen Sie - die Verhältnisse liegen hier so außergewöhnlich … die Lage ist so ganz unmöglich … ich erscheine Ihnen wohl lächerlich, und das kränkt Sie … aber, Liebste, Beste, es ist merkwürdig … ich brauch gar nicht …
Melanija: Sie brauchen es nicht?
Protassow: Nein … entschuldigen Sie … ich muß nach Jelena sehen, und … darum muß ich gehen, sie ist noch immer dort … das beunruhigt mich … ich muß es ihr sagen … Sie dürfen mir deshalb nicht böse sein. Er geht auf sein Zimmer. Melanija leise hinter ihm her; darauf kehrt sie um, sie ist vollkommen verwirrt und niedergeschlagen.
Melanija für sich: Es hat ihn nicht gerührt … welche Schmach … Jelena kommt durch die Verandatür. Melanija fortfahrend: Teuerste, haben Sie Mitleid mit einer Närrin!
Jelena: Was heißt das? Haben Sie es Pawel gesagt?
Melanija: Ich habe ihm alles gesagt …
Melanija: Nun, und er? Was denn?
Melanija: Alle meine Worte … alle meine Liebe, alles fiel wie Staub ins Wasser …
Jelena aufrichtig: Es schmerzt mich um Ihretwillen … was sagte er?
Melanija: Ich weiß es nicht. Nichts machte Eindruck auf ihn … Nichts berührte sein Herz -- das Feuer läßt sich eben nicht beschmutzen. Auf den Knien habe ich vor ihm gelegen und … er versteht nicht …
Jelena: Ich hatte Ihnen gesagt: Warten Sie. Ich hätte zuerst mit ihm sprechen sollen.
Melanija: Ich dachte, Sie würden mich täuschen … Alles hab ich ihm angeboten, all mein Geld, den Preis für meine verkaufte und beschimpfte Seele … er hat nichts angenommen - wer hätte das ausgeschlagen außer ihm. Er allein konnte das tun …