Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Пост-апокалипсис » Leben ohne Ende [Earth Abides - de]
Leben ohne Ende [Earth Abides - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Leben ohne Ende [Earth Abides - de]

Электронная книга - «Leben ohne Ende [Earth Abides - de]». Краткое содержание книги:

»… und die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wird hiermit ihres Amtes enthoben …«
Dies war die Botschaft, die ein paar Stunden vor dem unabwendbaren Ende die Welt erschütterte.
Die Viruspest raffte neunundneunzig Prozent aller Menschen hinweg. Die wenigen, welche die Weltkatatastrophe und den Zusammenbruch der Zivilisation überlebten, unternahmen den verzweifelten Versuch, zu retten, was zu retten war.
Der vorliegende Roman erschien erstmals 1950 in England. Er wurde vom Science Fiction-Buchclub zum Buch des Jahres erwählt und erhielt kurz darauf den internationalen Fantasy-Preis. Inzwischen wurde der Roman in England viermal neu aufgelegt und in fast alle Weltsprachen übersetzt.
1 ... 15 16 17 18 19 20 21 22 23 ... 92
Перейти на страницу:

Dann überquerte er eines Morgens den Delaware-Strom, fuhr nach New Jersey hinein und meinte, daß er am frühen Nachmittag in New York sein könne.

4

Gegen Mittag kam er auf den Pulaski Skyway. Früher, als Fünfzehnjähriger, war er hier einmal mit seinen Eltern entlanggefahren. Damals hatte der strömende Verkehr ihn erschreckt; Last- und Personenwagen waren aus allen Richtungen, wie es schien, geräuschvoll herangekommen und dann plötzlich dem Blicke entschwunden, wenn sie in die Zubringerstraßen eingebogen waren. Er wußte noch, daß sein Vater ängstlich nach dieser und jener Richtung hin Ausschau gehalten hatte, der Verkehrszeichen wegen, während seine Mutter nervös dazwischenredete. Jetzt indessen schlief Prinzeß neben ihm auf dem freien Sitz, und er fuhr ganz allein den Skyway hinab.

In weiter Ferne vor sich sah er die hohen Türme der Wolkenkratzer, die sich perlgrau vom bewölkten Himmel abhoben; es hatte geregnet, und für die Mittsommerzeit war der Tag kühl.

Beim Anblick jener Türme wurde ihm seltsam zumute. Jetzt wußte er, was er vorher nicht hinreichend deutlich hätte erklären können, nämlich warum es ihn unbewußt nach New York getrieben hatte. Für jeden Amerikaner war diese Stadt der Mittelpunkt der Welt. Was in New York geschehen war, das mußte über kurz oder lang überall geschehen, dachte er. »Fällt Rom, so fällt die Welt.«

Als er an die Kleeblatt-Kreuzung oberhalb von Jersey City kam, hielt er mitten auf dem Skyway an, um die Wegbezeichnungen zu lesen. Keine Bremsen kreischten jäh hinter ihm auf; keine Hupen quäkten; keine Lastwagenführer brüllten ihm Schimpfworte zu, weil er die Straße versperrte; kein Polizist rief ihn durch Lautsprecher an.

»Wenigstens«, dachte er, »ist das Leben ruhiger geworden.«

In einiger Entfernung, so daß er es gerade noch hören konnte, rief zweimal ein Vogel, vielleicht eine Möwe. Das einzige andere Geräusch war das nahezu lautlose Brummen seines leerlaufenden Motors, das einschläfernd war wie Bienengesumm.

Im letzten Augenblick schreckte er vor der Einfahrt in einen der Tunnels zurück. Sie wurden nicht mehr in Ordnung gehalten und waren vielleicht allmählich voll Wasser gelaufen, und er hatte eine unbestimmte Furcht, in eine Falle zu geraten. So bog er denn nach Norden ab, überquerte die leere George-Washington-Brücke und gelangte nach Manhattan.

Hingedehnt zwischen ihren Strömen wird die Stadt lange überdauern. Stein und Ziegel, Beton und Asphalt, Glas — damit geht die Zeit behutsam um. Wasser hinterläßt schwarze Flecken, Moos grünt, ein bißchen Gras sprießt in den Ritzen. (Das ist nur die Oberfläche.) Ein Fensterrahmen lockert sich, wackelt, ein kräftiger Windstoß reißt ihn los. Der Blitz fährt nieder und lockert die Backsteine eines Gesimses. Eine Mauer neigt sich, wenn lange Regengüsse die Fundamente unterwühlen; Jahre vergehen; sie stürzt um und streut Ziegel über die Straße. Der Frost wirkt sich aus, und im Märztauwetter bröckeln Steinflocken ab. (All das vollzieht sich sehr langsam.) Der Regen fließt ruhig durch die Rinnen in die Abflußröhren, und wenn die Abflußröhren sich verstopfen, fließt der Regen über die Rinnen in die Abzugskanäle. Der Schnee türmt sich an den Straßenecken; niemand schafft ihn weg. Im Frühling schmilzt er und fließt ebenfalls in die Abzugskanäle. Wie in der Wüste ist ein Jahr gleich einer Nachtstunde, ein Jahrhundert gleich einem Tage.

Ja, die Stadt ähnelt in vielem der Wüste. Von der Straße rinnt der Regen nach beiden Seiten in die Abzugskanäle. Hier und dort wächst in einem schmalen Riß feines Gras oder kräftiges Unkraut; aber weder Baum noch Rebe noch größere Grasarten schlagen Wurzeln. Die schattenspendenden Bäume an den Promenaden, denen die Pflege durch den Menschen mangelt, sterben in ihren zu kleinen Erdgruben. Rehe und Kaninchen meiden die leeren Straßen; nach einer Weile verziehen sich sogar die Ratten. Einzig die geflügelten Geschöpfe finden hier Zuflucht; die Vögel nisten in dem hohen Gebälk, und morgens und abends flattern die Fledermäuse durch die zerbrochenen Fensterscheiben ein und aus. So wird die Stadt lange, sehr lange Zeit hindurch überdauern.

Er fuhr den Broadway in südlicher Richtung hinab; er beabsichtigte, geradeaus bis Battery zu fahren. Indessen kam er bei der 170. Straße an ein sehr amtlich aussehendes Schild »Gesperrt!« mit einem Pfeil, der ihm einen östlichen Umgehungsweg wies. Er hätte einfach, trotz der Zeichen, geradeaus weiterfahren können; aber er machte sich einen Spaß daraus, gehorsam der Weisung zu folgen. So fuhr er denn zur Amsterdam Avenue hinüber, und dann wieder südwärts.

Auch die Amsterdam Avenue war völlig leer. Irgendwo in diesen weitläufigen Anhäufungen von Beton und Backstein und Mörtel und Stuck, irgendwo in all diesen höhlenähnlichen Löchern, die der Mensch Wohnräume nannte, irgendwo mußten wohl noch ein paar Leute wohnen. Die Katastrophe hatte nahezu alles erfaßt, und in dem übervölkerten Manhattan hatte sie wahrscheinlich noch heftiger gewütet als anderswo. Das, was er den Zweiten Tod genannt hatte, mußte sich unter einer völlig verstädterten Bevölkerung noch weit schrecklicher ausgewirkt haben. Nichtsdestoweniger hatte er die Erfahrung gemacht, daß überall ein paar Leute übriggeblieben waren, und so würde es sich auch bei der Millionenbevölkerung von Manhattan verhalten. Aber er ließ seine Hupe nicht ertönen; Herumtreiber, die er hier und dort gesehen, waren für ihn von wenig Interesse.

Er fuhr weiter.

Am Lewisohn-Stadion endlich waren zwei am Eingang herumschnuppernde magere Hunde das erste Zeichen des Lebens. Beim nächsten Block sah er ein paar Tauben umherflattern; viele waren es nicht.

Er fuhr weiter, an den roten Backsteingebäuden der Columbia-Universität vorüber, und hielt vor der mächtigen, noch unvollendeten Kathedrale. Sie war unvollendet und würde es bleiben.

Er rüttelte an der Tür; sie sprang auf; er trat ein. Er ging in das Seitenschiff und durchschritt die kleinen Kapellen der Apsis, eine nach der andern — alle jene Kapellen, die die Engländer und die Franzosen und die Italiener und alle die andren der vielsprachigen Stadt zu Gebet und Gottesdienst eingeladen hatten. Das Sonnenlicht strömte durch die bunten Glasfenster; es war alles genauso schön, wie er es von früher her in der Erinnerung trug.

Er ging zurück in das Hauptschiff. Er schaute empor und ließ sich von der Größe dieses Kircheninnern erschüttern. Er hatte ein würgendes Gefühl in der Kehle. Dies also war das Ende des höchsten Strebens und Verlangens der Menschheit … Er ging hinaus in die leere Straße und stieg wieder in seinen Wagen.

Am Cathedral Parkway bog er nach Osten ab, fuhr, allen Verkehrszeichen zum Hohn, in den Central Park ein und dann südlich die Ost-Promenade hinab, in der Meinung, daß an einem Sommertage die Leute wohl in den Park gehen würden, wie sie es von jeher getan hatten. Doch er sah niemanden. Von seinem damaligen Besuch als Junge her erinnerte er sich der Eichhörnchen; aber jetzt sah er kein einziges; hungernde Hunde und Katzen hatten sie wohl gefressen. Auf einer Rasenfläche sah er einen Bisonbullen weiden, und nicht weit von ihm ein Pferd. Er fuhr an der Rückfront des Metropolitan-Museums vorüber und sah die »Nadel der Kleopatra«, die nun doppelt verwaist dastand. Beim Sherman-Denkmal bog er in die Fünfte Avenue ein, und es glitt ihm ein Vers durch den Sinn:

»Jetzt sind vergebens alle eure Siege.«

Das grüne Rechteck des Parks wird eine Insel auf einer Insel bleiben. Er ist freies Land, in das der Regen hineinsickern kann. Die Sonne scheint darauf. Im ersten Sommer schießt das Gras hoch, die Samen fallen von Busch und Baum, die Vögel tragen andern Samen heran. Laß zwei Sommer vorübergehen, und es sprießen überall junge Schößlinge. Laß zwei Jahrzehnte vorübergehen, und der Park ist ein Dschungel von nachgewachsenen Gewächsen, darin jeder Baum sich über die Nachbarn zu erheben trachtet, um zum Licht zu gelangen, und die zähen Einheimischen, die rasch wachsenden Eschen und Ahornbäume, überwuchern die zarten Exoten, die der Mensch hier vormals angepflanzt hatte. Man kann den Reitweg kaum noch sehen; auf den schmalen Pfaden liegt dick moderndes Laub. Laß ein Jahrhundert vorübergehen, und du durchwanderst einen dichten, üppigen Wald und merkst kaum noch, daß der Mensch je hier gewesen ist, abgesehen von dem steinernen Bogen, der nach wie vor die Unterführung überspannt und jetzt ein seltsames Gewölbe bildet. Das Reh zieht durch den Wald, und die Wildkatze lauert den Kaninchen auf, und im See schnellt der Barsch hoch.

1 ... 15 16 17 18 19 20 21 22 23 ... 92
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)