Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Пост-апокалипсис » Leben ohne Ende [Earth Abides - de]
Leben ohne Ende [Earth Abides - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Leben ohne Ende [Earth Abides - de]

Электронная книга - «Leben ohne Ende [Earth Abides - de]». Краткое содержание книги:

»… und die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wird hiermit ihres Amtes enthoben …«
Dies war die Botschaft, die ein paar Stunden vor dem unabwendbaren Ende die Welt erschütterte.
Die Viruspest raffte neunundneunzig Prozent aller Menschen hinweg. Die wenigen, welche die Weltkatatastrophe und den Zusammenbruch der Zivilisation überlebten, unternahmen den verzweifelten Versuch, zu retten, was zu retten war.
Der vorliegende Roman erschien erstmals 1950 in England. Er wurde vom Science Fiction-Buchclub zum Buch des Jahres erwählt und erhielt kurz darauf den internationalen Fantasy-Preis. Inzwischen wurde der Roman in England viermal neu aufgelegt und in fast alle Weltsprachen übersetzt.
1 ... 17 18 19 20 21 22 23 24 25 ... 92
Перейти на страницу:

Doch während des Spieles konnte Ish aus gelegentlichen Nebenbemerkungen bis zu einem gewissen Grade die Situation erkennen. Milt war Mitinhaber eines kleinen Juweliergeschäfts gewesen und Ann die Frau eines gewissen Harry, und sie waren so wohlhabend gewesen, daß sie die Sommer an der Küste von Maine hatten verbringen können. Die einzige bezahlte Arbeit, die Ann je hatte leisten müssen, war der Verkauf von Parfüm in einem der exklusiven Geschäfte gewesen; das hatte sie mehr zum Spaß in der Weihnachtszeit getan. Nun lebten die beiden in einer hübschen Wohnung, die sehr viel besser war, als Harry sie sich hatte leisten können. Der elektrische Strom hatte sofort ausgesetzt, da die Dynamos, die New York versorgten, Dampfantrieb hatten; die Wasserversorgung blieb einstweilen normal, und so gab es noch keine sanitären Schwierigkeiten.

Gegenwärtig wohnten sie in der Riverside-Promenade. Da sie gewöhnliche New Yorker waren, hatten sie nie ein Auto besessen, und so konnten sie beide nicht fahren. Autos waren für sie etwas Geheimnisvolles. Seit alle öffentlichen Verkehrsmitte; ausgefallen waren, waren sie völlig auf ihre Beine angewiesen, und beide waren, was Alter, Temperament und Körperbeschaffenheit betraf, nicht gerade freudige Fußwanderer. Der Broadway mit seinen noch wohlversehenen Lebensmittel- und Alkoholgeschäften bildete für sie die Ostgrenze; im Westen lag der Strom; sie wanderten die Promenade auf und ab, etwa eine halbe Meile nördlich und südlich. Das war ihre Welt.

Sie glaubten nicht, daß innerhalb dieses kleinen Bereichs noch jemand am Leben war. Was in den übrigen Teilen der Stadt vor sich ging, wußten sie genausowenig wie Ish. Für sie war es nach East Side genauso weit wie nach Philadelphia; Brooklyn hätte auch Saudi-Arabien sein können.

Einmal indessen hatten sie Autos die Riverside-Promenade entlangfahren hören, und dann und wann, wenngleich sehr selten, hatten sie auch eins gesehen. Doch hatten sie sich gehütet, einem der Autos ein Zeichen zu geben, denn in ihrer Einsamkeit und im Gefühl ihrer Hilflosigkeit waren sie in ständiger Angst; sie lebten in einer Art Kinderschreck-Furcht vor räubernden Gangstern.

»Aber alles blieb so ruhig, daß mich tatsächlich verlangte, mal jemand zu treffen. Sie fuhren nicht allzu schnell«, sagte Milt beinahe schüchtern, »ich sah, daß Sie allein waren und nicht bösartig, und außerdem war Ihr Nummernschild nicht von hier.«

Ish hätte beinahe vorgeschlagen, ihnen seine Pistole dazulassen; doch er tat es nicht. Schußwaffen waren stets die Ursache von Schwierigkeiten. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatte Milt nie im Leben einen Schuß abgefeuert, und er sah, was das betraf, nicht gerade gelehrig aus. Und Ann sah aus, als sei sie eine jener reizbaren Frauen, die als Freundin wie als Feindin gleich gefährlich waren, wenn sie eine Pistole in der Hand hatten.

Obwohl sie kein Heimkino und kein Radio hatten und obwohl sie den Anblick der vorüberflutenden Menge in der großen Stadt entbehren mußten, schienen Milt und Ann nicht weiter bedrückt zu sein. Sie spielten zu zweit Karten, bei hohen, aber natürlich nur fingierten Einsätzen. Das Ergebnis war, daß Ann jetzt Milt mehrere Millionen Dollar schuldete. Sie spielten endlos Schallplatten — Jazz, Volkslieder, Tänze — auf dem kleinen Grammophon. Sie lasen ungezählte Bände geheimnisvoller Geschichten, die sie sich aus den Leihbüchereien am Broadway holten und dann in der Wohnung herumliegen ließen.

Aber obwohl sie nicht bedrückt waren, schien beiden das Leben nicht allzuviel Freude zu machen. Nach dem Schock schienen sie in einer Art Dumpfheit umherzugehen. Sie waren Menschen ohne Hoffnung. New York, ihre Welt, war dahin; zu ihren Lebzeiten würde es nicht wieder auferstehen. Sie bezeigten keinerlei Anteilnahme, als Ish ihnen zu erzählen versuchte, was in den übrigen Teilen der Vereinigten Staaten geschehen sei. »Fällt Rom, so fällt die Welt!«

Am nächsten Morgen trank Ann wieder einen warmen Martini zum Frühstück und jammerte abermals, daß es in New York-City kein einziges Stückchen Eis gebe. Sie baten ihn inständig, er möge noch länger bei ihnen bleiben; sie baten ihn sogar, er möge für immer dableiben. Sie waren die reizendsten Leute, denen er seit der Katastrophe begegnet war. Doch er empfand keinerlei Verlangen, bei ihnen zu bleiben. Nein, er war entschlossen, wieder gen Westen zu fahren.

Doch als er davonfuhr und die beiden in der Tür des Mietshauses standen und ihm nachwinkten, hätte er beinahe kehrtgemacht und wäre noch ein Weilchen dageblieben. Er mochte die beiden gern, und sie taten ihm leid. Ihm graute bei dem Gedanken, was geschehen würde, wenn es Winter wurde, wenn der Schnee hoch zwischen den Schluchten der Häuser lag und der Nordwind den Broadway entlangpfiff. In diesem Winter würde die Zentralheizung in New York-City nicht in Betrieb sein; aber es würde sehr viel Eis geben, und man brauchte keinen warmen Martini zu trinken.

Er bezweifelte, daß die beiden den Winter überleben würden, selbst wenn sie zertrümmerte Möbelstücke im Kamin verheizten. Irgendein Unfall würde sie hinwegraffen oder eine Lungenentzündung. Sie waren wie die überzüchteten Spaniels oder Pekinesen, die an der Leine über die Straßen der Stadt geführt worden waren. Auch Milt und Ann waren Stadtbewohner, und wenn die Stadt starb, würden sie schwerlich ohne sie leben können. Sie würden die Strafe zahlen, die in der Weltgeschichte, wie Ish wußte, stets allen zu einseitig entwickelten Organismen auferlegt wird. Milt und Ann, der Juwelierladenbesitzer und die Parfümverkäuferin, hatten sich so einseitig entwickelt, daß sie sich keinen neuen Daseinsbedingungen anpassen konnten. Sie befanden sich sozusagen am andern Ende der Stufenleiter wie jene Neger in Arkansas, die sich ohne weiteres darein schickten, auf primitive Weise auf dem Lande zu leben.

Die Promenade machte eine Biegung, und er wußte, daß sie ihn jetzt nicht mehr sehen konnten, auch wenn er zurückschauen würde. Er spürte Tränen in seinen Augen — lebt wohl, Milt und Ann!

5

Sein Kühler war westwärts gerichtet; er fuhr heim, wie er es bei sich noch immer nannte; und es war ihm bisweilen dabei zumute als befinde er sich auf einer müßiggängerischen Wanderfahrt. Ein Mann und ein Hund saßen in einem Auto, und die Tage glitten ereignislos vorüber.

Er durchquerte das reiche Bauernland des östlichen Pennsylvania, wo der reife, ungemähte Weizen goldbraun, wo der Mais mannshoch stand. Als er durch das leere Turnpike kam, gab er kräftig Gas und steuerte wie ein Irrsinniger durch die überhöhten Kurven, berauscht von der Freude an der Geschwindigkeit. Er brauste nach Ohio hinein.

Inzwischen hatte der Gasdruck fast überall ausgesetzt, aber er verschaffte sich einen Gasolin-Kocher mit Doppelbrenner, der großartig funktionierte. Bei gutem Wetter kampierte er einfach im Walde und machte sich ein offenes Feuer. Konserven, die er aus den Läden geborgen hatte, bildeten nach wie vor den Hauptbestandteil seiner Ernährung; aber er holte sich auch Maiskolben und nahm Gemüse, wo er es fand.

Er hätte dann und wann gern ein paar Eier genossen; aber die Hühner schienen gänzlich verschwunden zu sein. Auch Enten sah er nicht. Wiesel, Katzen und Ratten, so meinte er, hatten unter dem kleineren Geflügel aufgeräumt, das während der langen Haustierzeit zu stumpfsinnig geworden war, um ohne Schutz leben zu können. Einmal indessen hörte er den heiseren Ruf eines Perlhuhns, und zweimal sah er Gänse, die ruhig im Tümpel eines Bauernhofs schwammen. Er schoß die eine, aber dann merkte er, daß er leider einen alten Ganter erwischt hatte, der zu zäh war, um, am Lagerfeuer gebraten, eine genießbare Mahlzeit zu ergeben. Oft sah er Truthühner in den Wäldern, und gelegentlich schoß er eins. Wenn Prinzeß für die Geflügeljagd abgerichtet gewesen wäre, hätte er es mit Rebhühnern und Fasanen versuchen können. Zwar stürzte sie sich wie wild auf jede Kaninchenfährte, trieb ihm aber nie eins vor die Flinte.

Er vermied die großen Städte und fuhr westwärts.

1 ... 17 18 19 20 21 22 23 24 25 ... 92
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)