Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
1 ... 185 186 187 188 189 190 191 192 193 ... 356
Перейти на страницу:

Er war hier allein, aber nicht einsam gewesen. Er hatte nicht gelitten, sondern durchgehalten, eine grimmige Verwandtschaft mit den Felsen und dem Himmel entdeckt. Und einen rauhen Frieden gefunden, der stärker war als die körperlichen Unannehmlichkeiten, und stattdessen die Wunden der Seele heilte.

Möglicherweise hatte er die Höhle nicht als Kerker, sondern als Zufluchtsort empfunden; aus ihren Felsen Kraft gezogen wie Antaeus aus der Erde. Dieser Ort war genauso ein Teil von ihm, der hier geboren war, wie er Teil von ihr war, die ihn noch nie zuvor gesehen hatte.

Ian saß immer noch geduldig unten; er hatte die Hände über den Knien gefaltet und blickte über das Tal. Sie streckte die Hand aus und brach vorsichtig einen Ginsterzweig ab, wobei sie sich vor den Stacheln in Acht nahm. Sie legte ihn in den Höhleneingang, beschwerte ihn mit einem kleinen Stein und machte sich dann vorsichtig auf den Rückweg nach unten.

Ian musste gehört haben, wie sie näher kam, doch er wandte sich nicht um. Sie setzte sich neben ihn.

»Ist es jetzt ungefährlich für dich, das anzuziehen?«, fragte sie und wies kopfnickend auf seinen Kilt.

»Oh, aye«, sagte er. Er blickte nach unten und rieb mit seinen Fingern über den weichen, abgetragenen Wollstoff. »Es ist schon ein paar Jahre her, seit die Soldaten das letzte Mal hier waren. Was gibt es hier schließlich noch?« Er deutete auf das Tal unter ihnen.

»Sie haben alles mitgenommen, was sie an Wertvollem finden konnten. Was sie nicht tragen konnten, haben sie zerstört. Es ist nicht viel übrig außer dem Land, oder? Und ich glaube nicht, dass sie sich dafür besonders interessiert haben.« Sie konnte sehen, dass ihm irgendetwas Sorgen bereitete; sein Gesicht konnte die Gefühle seines Besitzers nicht verbergen.

Sie beobachtete ihn einen Augenblick lang und sagte dann: »Du bist immer noch hier. Du und Jenny.«

Seine Hand kam zur Ruhe und legte sich auf das Plaid. Er hatte die Augenlider gesenkt und sein gutmütiges, verwittertes Gesicht der Sonne zugewandt.

»Aye, das stimmt«, sagte er schließlich. Er öffnete die Augen wieder und sah sie an. »Und du auch. Wir haben uns letzte Nacht ein bisschen unterhalten, deine Tante und ich. Wenn du Jamie siehst und ihr euch gut versteht – dann frag ihn doch bitte, was wir tun sollen?«

»Tun? In welcher Hinsicht?«

»Mit Lallybroch.« Er schwenkte den Arm und wies auf das Tal und das Haus. Er wandte sich ihr mit einem sorgenvollen Blick zu.

»Du weißt vielleicht – vielleicht auch nicht –, dass dein Vater vor Culloden einen Schenkungsbrief geschrieben hat, um das Gut auf den kleinen Jamie zu überschreiben, falls alles misslang und er umkam oder als Verräter verurteilt wurde. Aber das war, bevor du geboren wurdest; bevor er wusste, dass er selbst ein Kind haben würde.«

»Ja, das wusste ich.« Plötzlich erkannte sie, worauf er hinauswollte. Sie legte ihm die Hand auf den Arm, und bei ihrer Berührung schrak er auf.

»Ich bin nicht deswegen gekommen, Onkel Ian«, sagte sie leise. »Lallybroch gehört mir nicht – und ich will es nicht. Ich will nur meinen Vater sehen und meine Mutter.«

Ians Gesicht entspannte sich, und er legte die Hand auf seinem Arm über die ihre. Einen Augenblick lang sagte er nichts; dann drückte er sanft ihre Hand und ließ sie los.

»Aye, gut. Aber du sagst es ihm trotzdem; falls er es möchte …«

»Er möchte es nicht«, unterbrach sie ihn bestimmt.

Ein schwaches Lächeln nistete verborgen in Ians Augen.

»Dafür, dass du ihm noch nie begegnet bist, weißt du ja sehr gut, was er möchte.«

Sie lächelte ihn an, die Frühlingssonne warm auf ihren Schultern.

»Vielleicht tue ich das.«

»Aye, deine Mutter hat dir sicher von ihm erzählt. Und sie hat ihn gekannt, Sassenach oder nicht. Aber sie ist auch immer … etwas Besonderes gewesen, deine Mutter.«

»Ja.« Sie zögerte einen Augenblick, denn sie wollte mehr über Laoghaire hören, war sich aber nicht sicher, wie sie ihre Frage formulieren sollte. Ehe sie sich etwas überlegen konnte, stand er auf, strich seinen Kilt glatt, machte sich auf den Weg und zwang sie damit, aufzustehen und ihm zu folgen.

»Was ist ein Schattenbild, Onkel Ian?«, fragte sie seinen Hinterkopf. Mit den Schwierigkeiten des Abstiegs beschäftigt, drehte er sich nicht um, doch sie sah, wie er leicht stolperte, als sein Holzbein in den lockeren Boden einsank. Am Fuß des Hügels wartete er auf seinen Stock gestützt auf sie.

»Du denkst an das, was Laoghaire gesagt hat?«, fragte er. Ohne ihr Nicken abzuwarten, wandte er sich um und humpelte am Fuß des Hügels entlang zu dem kleinen Bach, der durch die Felsen herabgeflossen kam.

»Ein Schattenbild ist, wenn man einen Menschen sieht, obwohl dieser weit weg ist«, sagte er. »Manchmal ist es jemand, der in der Ferne gestorben ist. Es bringt Unglück, ein solches Bild zu sehen, aber noch größeres Unglück, seinem eigenen zu begegnen – wenn das passiert, dann stirbt man.«

Es war die absolute Nüchternheit seines Tonfalls, die ihr einen Schauer über den Rücken jagte.

»Ich hoffe, es passiert mir nicht«, sagte sie. »Aber sie hat gesagt, Laoghaire …« Sie stolperte über den Namen.

»L’hiery«, verbesserte Ian. »Aye, stimmt. Es war bei ihrer Hochzeit mit Jamie, als Jenny das Bild deiner Mutter gesehen hat, das ist wahr. Da wusste sie, dass sie kein gutes Paar waren, aber es war zu spät, um es rückgängig zu machen.«

Er kniete sich umständlich auf sein gesundes Knie und spritzte sich Wasser aus dem Bach ins Gesicht. Brianna tat es ihm gleich und trank mehrere Hände voll kaltem, nach Torf schmeckendem Wasser. Da sie kein Handtuch hatte, zog sie sich den Hemdschoß aus dem Hosenbund und wischte sich das Gesicht ab. Sie erhaschte Ians schockierten Blick angesichts ihres nackten Bauches und ließ abrupt den Hemdschoß fallen, wobei ihre Wangen rot anliefen.

»Du wolltest mir erzählen, warum mein Vater sie geheiratet hat«, sagte sie, um ihre Verlegenheit zu verbergen.

Ians Wangen hatten rote Flecken bekommen, und er wandte sich hastig ab und redete, um seine Verwirrung zu überspielen.

»Aye. Es war so, wie ich gesagt habe – als Jamie aus England kam, war es, als sei sein Lebensfunke verloschen, und es gab hier nichts, womit man ihn hätte wieder anfachen können. Ich weiß nicht genau, was in England geschehen ist, doch irgendetwas Schreckliches hat sich dort zugetragen, so wahr ich lebe.«

Er zuckte mit den Achseln, und seine Wangen nahmen wieder die normale, sonnenverbrannte Bräune an.

»Nach Culloden war er tief verletzt, doch wir hatten hier immer noch unseren eigenen Kampf auszufechten, und das hat ihn am Leben erhalten. Als er aus England zurückkam – da gab es hier nichts mehr für ihn.« Er sprach leise, die Augen zu Boden gerichtet, weil er auf dem felsigen Untergrund darauf achten musste, wohin er trat.

»Also hat Jenny ihn mit Laoghaire verkuppelt.« Er sah sie mit leuchtenden Augen an.

»Du bist vielleicht alt genug, es zu wissen, auch wenn du noch nicht verheiratet bist. Was eine Frau für einen Mann tun kann – oder er für sie, nehme ich an. Ihn zu heilen, meine ich. Die Leere in ihm zu füllen.« Er berührte geistesabwesend sein verstümmeltes Bein. »Jamie hat Laoghaire aus Mitleid geheiratet, glaube ich – und wenn sie ihn wirklich gebraucht hätte – aye, na ja.« Er zuckte erneut die Achseln und lächelte sie an.

»Es hat keinen Zweck, darüber zu sinnieren, was hätte geschehen können oder sollen, nicht wahr? Aber er war schon einige Zeit vor der Rückkehr deiner Mutter aus Laoghaires Haus ausgezogen, das solltest du wissen.«

Brianna spürte einen schwachen Sog der Erleichterung.

»Oh. Das ist gut zu wissen. Und meine Mutter – als sie zurückkam …«

»Er war sehr glücklich, sie zu sehen«, sagte Ian schlicht. Diesmal erhellte das Lächeln sein ganzes Gesicht wie Sonnenschein. »Und ich auch.«

Kapitel 35

Bon Voyage

Sie fühlte sich unangenehm an das städtische Tierheim von Boston erinnert. Ein großer, dunkler Raum, von dessen Dachsparren es winselnd widerhallte und dessen Luft voller Tiergerüche hing. Das riesige Gebäude auf dem Marktplatz in Inverness beherbergte viele Unternehmen – Essensverkäufer, Viehmakler, Versicherungsagenten, Schiffsausrüster und Rekrutierungsoffiziere der Königlichen Marine, doch es war die in einer Ecke zusammengedrängte Gruppe von Männern, Frauen und Kindern, die der Illusion die größte Kraft verlieh.

1 ... 185 186 187 188 189 190 191 192 193 ... 356
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)