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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Unruhig ging er in dem schmalen Gang auf und ab, bis ein Fanfarenstoß ertönte und das Fallgitter von außen geöffnet wurde. Gebückt trat er in die Arena hinaus und kniff gegen das grelle Sonnenlicht die Augen zusammen. Von den Zuschauerrängen drangen Schmährufe herab. Man erkannte ihn und hatte den angeblichen Mord an Fürst Limahrt nicht vergessen. Vielleicht war ein Teil der Gäste sogar nur seinetwegen gekommen. Nur kurz blickte Torian zu den Tribünen hinauf. Der größte Teil der Ränge wurde von den Ehrengästen belegt, nur auf der linken Seite hatte man die Gefangenen zusammengepfercht, eingekesselt durch mehrfach hintereinander gestaffelte Ringe schwerbewaffneter Soldaten. Nach Torians flüchtiger Schätzung mußten es annähernd tausend sein, aber schnell wandte er den Kopf wieder ab und bemühte sich, auch die Rufe zu ignorieren. Er durfte sich nicht nervös machen lassen und versuchte darum, sich auch weiterhin nur auf den bevorstehenden Kampf zu konzentrieren. Die Geräusche wurden zu einem fernen Rauschen, und außer dem Oval der Arena schien nichts anderes mehr zu existieren. Einige dunkle Flecken im Sand bewiesen, daß die bisherigen Kämpfe nicht ganz so unblutig verlaufen waren, wie sie eigentlich sollten.

Auch auf der anderen Seite der Arena öffnete sich ein Gitter, durch das sein erster Gegner den Kampfplatz betrat. Torian sah sich einem Nork gegenüber, einem wahren Giganten, der ihn um mehr als einen Kopf überragte. Sein Fell war verfilzt und glänzte mindestens ebenso speckig wie seine dunkle Ledermon-tur. Bewaffnet war er mit einem armlangen, dicken Schlagstock, den er fast spielerisch in der Hand wog. Torian packte den Schild mit der linken und das Messer mit der rechten Hand fester und trat ihm entgegen. Ein weiterer Fanfarenstoß eröffnete den Kampf. Die Rufe der Zuschauer verstummten, gespanntes Schweigen breitete sich aus. Lauernd umkreisten sich Torian und der Nork. Beide versuchten, eine Schwachstelle des anderen zu entdecken.

Der Nork griff als erster an. Er gab sich gar nicht erst die Mühe, seinen Angriff anzutäuschen. Mit einem lauten Brüllen riß er seine Waffe hoch, überwand die trennende Distanz mit zwei gewaltigen Sätzen und schlug zu.

Torian riß den Schild hoch und hielt ihn gleichzeitig so, daß der Schlag seinen Schutz nicht voll traf, sondern abgelenkt wurde und beinahe wirkungslos an dem Schild abglitt. Dennoch zuckte ein feuriger Schmerz durch seinen linken Arm und seine Schulter. Er taumelte und hätte den Schild unter der Wucht des Hiebes beinahe fallen gelassen. Der Nork verfügte über ungeheure Kräfte, die er keinesfalls unterschätzen durfte. Auch wenn er gespürt hatte, daß der Schlagstock etwas elastisch und seine Oberfläche gedämpft war, so war die Waffe doch alles andere als ein Spielzeug. Ein allzu leichtfertiger Kampf konnte gut sein letzter sein.

Die Überraschung über die unerwartete Härte des Schlages kostete ihn wertvolle Sekundenbruchteile. Als er sich von dem Schrecken erholte und mit dem Messer zustieß, war der Nork längst wieder zurückgesprungen.

Trotzdem hatte Torian die Schwäche seines Gegners erkannt. Seine große Chance lag in seiner Beweglichkeit. Bei seiner Größe und Masse war der Nork schwerfälliger und wesentlich langsamer als er selbst. Torian startete den nächsten Angriff von sich aus. Er täuschte mit der linken Hand an, wich blitzschnell zur Seite und stach zu, doch die Finte war zu durchsichtig. Mühelos wehrte der Nork den Stich mit seinem Schlagstock ab. Torian ließ seinen Schild fallen, packte den Arm seines Gegners und hebelte ihn herum. Benommen stürzte der Nork zu Boden.

Sofort warf sich Torian mit zum Stoß erhobenem Messer auf ihn, doch es gelang dem Nork, sich zur Seite zu rollen. Dicht neben seinem Oberkörper hackte die Messerklinge wirkungslos in den Sand des Kampfplatzes.

Ohne zu zögern griff der Nork wieder an, und diesmal so schnell, daß Torian die Bewegung kaum sah. Er wußte selbst nicht, wie er es schaffte, dem blitzartigen Hieb auszuweichen. Wo gerade noch sein Kopf gewesen war, traf der Schlagstock mit solcher Wucht den Boden, daß Sand aufspritzte. Im ersten Moment war Torian vor Schrecken wie gelähmt, so daß er reglos liegenblieb. Der Hieb hätte ihm glatt den Schädel gespalten, wenn er getroffen hätte. Entgegen den Regeln ging es dem Nork nicht darum, ihn nur zu betäuben.

Er –wollte ihn töten!

»Du bist verrückt!« keuchte er. »Verdammt, wir –«

Das behaarte Gesicht des Norks verzerrte sich zu einer haßerfüllten Grimasse, und Torian schluckte den Rest seiner Worte hinunter. War der Nork nur ein wahnsinniger Amokläufer, der einfach nur Spaß am Töten hatte, oder steckte mehr dahinter? Hatte man ihm möglicherweise befohlen, seinen Gegner zu töten? Torian warf einen flüchtigen Blick zu den Zuschauertribünen, und obwohl er genau wußte, daß das absolut unmöglich war, glaubte er doch, Barul-Konos’ grinsendes Gesicht in der Menge zu sehen. Bei allen Göttern, was ging hier vor?

Torian war einen Sekundenbruchteil lang abgelenkt, und dieser Moment der Unachtsamkeit wäre ihm um ein Haar zum Verhängnis geworden. Wieder sauste der Schlagstock heran, und diesmal blieb ihm keine Zeit zum Ausweichen mehr. Er ließ sich nur noch von seinen Instinkten leiten, warf sich nicht, wie sein Gegner wohl erwartet hatte, nach hinten, sondern sprang im Gegenteil mit größter Kraftanstrengung nach vorne, genau auf den Nork zu. Er tauchte unter dem Schlagstock durch, wechselte das Messer blitzschnell in die andere Hand und rammte dem Nork den Knauf der Waffe mit aller Kraft ins Gesicht. Mit einem erstickten Schrei taumelte das Affenwesen zurück. Seine wulstige Lippe war aufgeplatzt; Blut rann ihm über das Kinn.

Torian sprang auf die Beine. Wieder wechselte er das Messer in die andere Hand und stieß den Arm vor. Der Stich war auf die Schulter des Norks gezielt, und wenn die Klinge ihn auch nicht schwer verletzt hätte, so hätte sie seinen rechten Arm zumindest gelähmt und ihn fast wehrlos gemacht, was ein paar Sekunden später das Ende des Kampfes bedeutet hätte.

Erst im letzten Moment begriff Torian, daß genau das nicht passieren durfte. Fast hätte er vergessen, daß es für ihn um Wichtigeres ging, als zu gewinnen. Faron hatte ihm immer noch kein Zeichen gegeben, und deshalb durfte er den Kampf nicht beenden. Gerade noch rechtzeitig gelang es ihm, den Stich zu verreißen, so daß das Messer die Schulter seines Gegners nicht mit voller Wucht traf, sondern nur streifte und ihm trotz der stumpfen Klinge eine blutende Schnittwunde zufügte.

Er tat, als ob er stolperte, um nicht zu deutlich zu zeigen, daß er seinen Gegner bewußt schonte, und wich ein paar Schritte zurück. Wieder umkreisten sie sich gegenseitig lauernd. Hastig schaute sich Torian um. Weder von Faron war etwas zu entdecken noch von irgendeinem Zeichen. Wie lange sollte dieser verdammte Kampf denn noch dauern? Torian merkte, daß seine Kräfte allmählich nachließen, und er hatte keine Lust, sich noch weiter im Kampf gegen diesen hirnlosen Fanatiker zu schwächen, der es sich – aus welchen Gründen auch immer – in den Kopf gesetzt hatte, ihm unbedingt den Schädel einzuhauen.

»Hör auf!« beschwor er seinen Gegner, obwohl er sich reichlich albern dabei vorkam. »Es nutzt niemandem, wenn wir uns umbringen.«

Der Nork schien nicht einmal zuzuhören. Wie ein Spielzeug schwang er den schweren Schlagstock, ließ ihn mit einem widerlichen Geräusch mehrmals in seine freie Hand klatschen. Der Haß in seinem Gesicht war blanker Mordlust gewichen. »Vor allem nutzt es Faron nichts«, stieß der plötzlich hervor. »Man hat mir gesagt, ich soll nicht mit ganzer Kraft gegen dich kämpfen, weil ihr irgend etwas vorhabt, aber ich habe euren Plan durchschaut. Ich soll verlieren, damit du freikommst, aber darauf falle ich nicht herein.«

»Nein!« keuchte Torian. »Darum geht es —«

Der Nork ließ ihm nicht einmal Zeit zum Ausreden. »Ich erschlage dich wie einen tollwütigen Hund!« schrie er und griff gleichzeitig an. Er ließ den Schlagstock heranpfeifen, und es gelang Torian gerade noch rechtzeitig, mit einem raschen Satz zurückzuweichen. Der Schlagstock verwandelte sich in einen dunklen, flirrenden Schemen. Wieder und wieder schlug der Nork zu, so schnell, daß Torian die einzelnen Bewegungen kaum sah. Ihm blieb nichts anderes übrig, als immer weiter zurückzuweichen. Der Nork trieb ihn vor sich her, ohne daß Torian auch nur die kleinste Gelegenheit zu einem Gegenangriff fand. Er war vollauf damit beschäftigt, die nächsten Sekunden lebend zu überstehen. Jeder einzelne der Hiebe war kraftvoll genug, ihn zu töten, und er hatte nichts, womit er sich verteidigen konnte. Der Schild lag unerreichbar weit entfernt, fast am anderen Ende der Arena, und sein Messer war nicht mehr als ein Zahnstocher gegen den Schlagstock; ein Spielzeug, das beim ersten Treffer wie Glas zersplittern mußte.

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