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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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»Dann gibt es einen Weg herauszukommen?«

Faron nickte. »Meine Brüder haben einen unterirdischen Stollen bis zu einem stillgelegten Teil der Minen getrieben. Aber wir können ihn nicht so einfach benutzen, da wir gar nicht bis ganz heran kommen. Vorhin gelang es uns, weil alle abgelenkt waren, aber da es keinen weiteren Aufstand dieser Art geben kann, werden wir auf andere Art Unruhe stiften. Dann, wenn die Wirkung am größten sein wird. Während der Spiele.«

»Aber gerade dann werden auch die Sicherheitsvorkehrungen am schärfsten sein«, wandte Torian ein. »Man wird die zehnfache Zahl an Soldaten nach Moran-Dur schicken, als normalerweise hier sind.«

»Sie werden zu beschäftigt sein, um sich um uns zu kümmern«, erklärte Faron grinsend. »Da viele meiner Brüder seit langer Zeit in den Höhlen unter dem Berg leben, kennen wir ihn genau. Moran-Dur war früher ein Vulkan, wie du gesehen hast. Er gilt seit Jahrtausenden als erloschen, aber das ist er nicht. Wir sind auf unterirdische Lavaströme gestoßen, manche nur durch kaum einen halben Meter breite Felswände von den Minen getrennt.«

Torian zuckte zusammen, als hätte man ihn geschlagen. Er begann zu ahnen, was Faron andeuten wollte, aber etwas in ihm weigerte sich, wirklich daran zu glauben. »Ihr seid verrückt«, keuchte er. »Ihr könnt nicht wirklich vorhaben, den Vulkan wieder ausbrechen zu lassen. Es würde Tausende Tote geben.«

»Es geht nicht darum, den Vulkan ausbrechen zu lassen«, berichtigte Faron. »Das wäre unmöglich. Was wir erreichen können sind allenfalls ein paar Erdstöße und leichte Eruptionen, aber das reicht schon. Es wird zu einer Panik kommen, niemand wird sich mehr um uns kümmern. In dem ausbrechenden Chaos können wir dann unbemerkt fliehen. Es ist unsere einzige Chance.«

»Trotzdem ist es Wahnsinn«, beharrte Torian. »Es kann einfach nicht gelingen. Wir werden alle sterben.«

Das Gesicht des Norks verfinsterte sich, und plötzlich lag ein so harter und entschlossener Zug darin, wie ihn Torian bei seinem Gegenüber noch nie bemerkt hatte. Farons Augen glitzerten auf eine Art, die ihm ganz und gar nicht gefiel. Er hatte dieses Glitzern schon oft bei anderen entdeckt. Die meisten von ihnen waren mittlerweile tot. Mit einemmal begriff er, daß er sich auf etwas eingelassen hatte, das auch ihm selbst leicht zum Verhängnis werden konnte. Faron war ein Fanatiker, der seine Ziele unter allen Umständen durchsetzen wollte, und ebensowenig, wie er dabei auf sein eigenes Leben Rücksicht nahm, interessierte es ihn, wie viele andere sterben mußten. Er konnte sich mit aller Kraft für einen anderen aufopfern, solange es seinen Plänen dienlich war – aber er würde notfalls auch seinen besten Freund skrupellos umbringen und behaupten, es wäre seine Pflicht gewesen. Und was das Schlimmste war: Er würde wirklich daran glauben.

Diese Gedanken schössen Torian blitzartig durch den Kopf. Nervös knetete er seine Hände, als ihm auf einmal bewußt wurde, daß er bereits zuviel wußte, um so zu tun, als ginge ihn das alles nichts an.

»Es war wohl ein Fehler, dir davon zu erzählen«, sagte Faron kalt. »Anscheinend habe ich dich falsch eingeschätzt. Feiglinge können wir nicht gebrauchen.«

»Unsinn«, schnaubte Torian. »Darum geht es überhaupt nicht. Vernunft hat nichts mit Feigheit zu tun. Natürlich will ich auch von hier weg, aber das Risiko ist so einfach zu groß. So etwas wie einen begrenzten Vulkanausbruch gibt es nicht. Ihr werdet Moran-Dur vernichten.«

»Und wenn«, warf Faron ein. »Tut es dir vielleicht leid darum? Oder um die Zuschauer? Sicherlich wird es Opfer geben, auch auf unserer Seite, aber das läßt sich nicht vermeiden. Es wird jedoch nicht zu einer Katastrophe kommen. Irgendwann in den nächsten Jahren wird der Vulkan ohnehin wieder aktiv werden, und dann werden alle sterben. Wir sorgen für einen kleinen Ausbruch, um das Schlimmste zu verhindern. Ein bißchen Rauch, einige Erdstöße, damit hat es sich. Wahrscheinlich wird die Lava nicht einmal bis zur Erdoberfläche steigen. Wir sind schließlich keine Dummköpfe.«

Torian war sich da zwar längst nicht mehr so sicher, wie noch vor ein paar Minuten, aber das behielt er lieber für sich. »Hoffentlich«, knurrte er deshalb nur. »Wie soll denn das Ganze überhaupt ablaufen? Die anderen Gefangenengruppen wissen doch von nichts, oder?«

»Nur wenige. Ich habe einige Vertraute in anderen Blöcken, aber sie brauchen ein Zeichen, um alle zur gleichen Zeit zuschlagen zu können. Genau dafür brauchen wir dich. Wenn du in der Arena kämpfst, können dich alle sehen.«

»Aber ja«, erwiderte Torian spöttisch. »Vor allem die Soldaten. Ich schätze, die werden sich beim kleinsten Zwischenfall sehr freuen, mich direkt vor ihren Pfeilspitzen zu haben.« Er schüttelte den Kopf. »Wenn du einen Märtyrer suchst, dann schau dich woanders um. Hier zu leben gefällt mir nämlich immer noch besser, als gar nicht zu leben.«

»Keiner der Soldaten wird mehr auf dich achten«, widersprach Faron. »Im gleichen Moment, in dem du das Zeichen gibst, werden wir uns auf die Wächter stürzen. Du hast vorhin bei Kawilas erlebt, wie wenige ausreichen, um die anderen mitzureißen. Unsere Brüder werden gleichzeitig die Felswände zu den unterirdischen Lavaadern zerschlagen. Du bist nicht mehr gefährdet als jeder andere von uns auch. Wir brauchen dich, Torian, und du brauchst uns, um von hier zu entkommen.«

»Ich könnte auch bei den Spielen gewinnen und auf diesem Weg von Moran-Dur entkommen«, wandte Torian ohne große Überzeugung ein.

Faron lachte nur und spie aus.

»Mach dir da keine Illusionen. Die Spiele sind nicht mehr als eine Farce, ein riesiges Spektakel für die Ehrengäste. In Wahrheit stehen die Sieger von Anfang an fest. Man mischt ihnen stärkende Drogen ins Essen. Du bist mit Sicherheit nicht dabei, und selbst wenn, so müßtest du Shyleen zurücklassen, und du machst nicht den Eindruck, als ob du dir deine Freiheit auf Kosten deiner Freunde erkaufen würdest. Nein, die Spiele sind nicht mehr als ein einziger gigantischer Betrug. Sicher, ein paar Gefangene kommen frei, aber auch sie überleben die nächsten Tage nicht, weil man sie in irgendein Selbstmordkommando hetzt, bevor sie vielleicht einmal fliehen können. Alles ist so klug ausgetüftelt, daß es nicht einmal etwas nutzen würde, wenn ich es allen sagen würde. Man würde mir nicht glauben, weil niemand mir würde glauben wollen, um nicht alle Hoffnungen zu verlieren.« Faron schnaubte verächtlich. »Nein, Torian. Entweder schließt du dich uns an, oder du wirst für den Rest deines Lebens hierbleiben. Du hast die Wahl. Anfangs haben wir dir nicht voll vertraut, aber Garth hat unsere Bedenken zerstreut und uns versichert, daß wir uns auf dich verlassen könnten.«

»Wo ist er jetzt?« fragte Torian. Bei der Aufregung über den wahnwitzigen Fluchtplan hatte er Garth fast vergessen. Jetzt, nachdem sich seine erste Freude gelegt hatte, erwachte auch wieder sein Mißtrauen. »Woher soll ich wissen, daß du die Wahrheit sagst und wirklich mit ihm gesprochen hast?«

»Ich sagte schon, daß sich Garth bei meinen Brüdern befindet, gar nicht weit von hier entfernt. Er hilft ihnen bei den Vorbereitungen und wird auch mithelfen, heimlich Waffen durch den Stollen nach Moran-Dur zu bringen, für den Fall, daß es während der Flucht doch zu Kämpfen kommen sollte. Du wirst ihn dann treffen. Und falls du mir nicht glaubst, soll ich dir folgendes ausrichten.« Er überlegte einen Moment, schloß die Augen, um sich besser konzentrieren zu können, und zitierte dann: »Der tausendjährige Traum, der in einer vergessenen Stadt in der Wüste begann, ist ausgeträumt, doch die Zeit holt sich zurück, was ihr zusteht. Du wüßtest angeblich, was dieser Unsinn zu bedeuten hat.«

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