Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
»Nein, werden wir noch nicht«, schoß Rand zurück. »Jeder muß mal sterben. Das Rad dreht sich. Aber ich werde mich nicht hinlegen und darauf warten.«
»Du hörst dich an wie Meister al'Vere«, brummte Mat, doch in seine Stimme kehrte ein klein wenig Kampfgeist zurück. »Gut«, sagte Rand. »Gut.« Licht, wenn es nur den anderen gut geht. Laß uns nicht ganz allein sein.
Er fragte mehrere Passanten nach dem Weg zu Der Königin Segen. Die Reaktionen waren äußerst unterschiedlich. Am häufigsten fluchte man über Leute, die nicht blieben, wohin sie gehörten, oder man zuckte die Achseln und hatte keine Ahnung. Einige stolzierten auch einfach vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen. Ein Mann mit breitem Gesicht, beinahe so groß wie Perrin, neigte den Kopf zur Seite und sagte: »Der Königin Segen, eh? Ihr Bauernburschen seid also Männer der Königin?« Er trug eine weiße Kokarde am breitrandigen Hut und ein weißes Armband um den Ärmel seines langen Mantels. »Also, da kommt ihr zu spät.«
Er ging weiter und lachte schallend dabei. Mat und Rand sahen sich entgeistert an. Rand zuckte die Achseln. In Caemlyn trieben sich die seltsamsten Typen herum, Leute, wie er sie nie zuvor erlebt hatte.
Einige hoben sich von der Menge ab. Ihre Hautfarbe war zu dunkel oder zu blaß, die Mäntel ungewohnt geschnitten oder in leuchtenden Farben gehalten, die Hüte liefen oben spitz zu oder waren mit langen Federn geschmückt. Es gab Frauen, die einen Schleier vor dem Gesicht trugen, Frauen in aufgebauscht steifen Kleidern, die ebenso breit waren, wie die Trägerin groß, und Frauen in Kleidern, die mehr von ihrem Körper enthüllten, als er je zuvor selbst bei freizügigen Kellnerinnen gesehen hatte. Gelegentlich zwängte sich eine in lebhaften Farben bemalte und mit Goldrändern verzierte Kutsche durch die belebten Straßen, gezogen von einem Gespann mit vier oder sechs Pferden, deren Geschirr mit Zierfedern geschmückt war. Überall waren Sänften zu sehen. Ihre Träger schoben sich einfach durch die Menge, ohne Rücksicht auf die zu nehmen, die sie beiseite drückten.
Rand beobachtete, wie aus diesem Grund eine Schlägerei begann. Ein Haufen wüst schreiender Männer schwang die Fäuste, während ein blaßhäutiger Mann im rotgestreiften Mantel aus der Sänfte kletterte, die am Straßenrand umgekippt auf der Seite lag. Zwei Männer in grober Kleidung, die scheinbar nur zufällig vorbeigekommen waren, stürzten sich auf ihn, bevor er ganz ausgestiegen war. Die Stimmung unter den vielen Zuschauern wurde langsam giftig. Die Leute schrien erregt und schwangen drohend die Fäuste. Rand zog Mat am Ärmel weiter, und sie hasteten davon. Mat benötigte keine zweite Aufforderung. Der Lärm eines kleineren Aufruhrs folgte ihnen die Straße hinunter.
Mehrmals wurden die beiden von anderen Männern angesprochen, anstatt umgekehrt. Ihre verstaubte Kleidung zeigte, daß sie Neuankömmlinge waren, und sie schienen wie Magnete auf manche Typen zu wirken. Heimlichtuerische Kerle boten Andenken an Logain zum Kauf an. Ihre Blicke huschten unruhig hin und her, und ihre Füße schienen allzeit zum Rennen bereit. Rand schätzte, daß man ihm genug Fetzen vom Umhang des falschen Drachen und Bruchstücke seines Schwertes anbot, um daraus zwei Schwerter und ein halbes Dutzend Umhänge zu machen. Mats Gesicht hellte sich voller Interesse auf, jedenfalls beim ersten Mal, aber Rand beschied alle nur mit einem kurz angebundenen Nein, und sie nahmen es mit einem Kopfnicken und einem schnellen ›Das Licht leuchte der Königin, guter Herr‹ hin und verschwanden. In den meisten Geschäften lagen Teller und Pokale aus, die mit phantasievollen Bildern geschmückt waren, auf denen man sah, wie der falsche Drache in Ketten der Königin vorgeführt wurde. Und man sah Weißmäntel auf der Straße. Jeder von ihnen schritt innerhalb eines Freiraums einher, wie es schon in Baerlon der Fall gewesen war.
Rand dachte viel darüber nach, wie sie wohl unbemerkt bleiben konnten. Er behielt den Umhang über dem Schwert, aber das würde nicht mehr lange ausreichen. Früher oder später würde sich jemand fragen, was er da verbarg. Er würde aber Bunts Ratschlag nicht befolgen -konnte ihn nicht befolgen -, das Schwert nicht mehr zu tragen. Sein Bindeglied zu Tam. Zu seinem Vater.
Viele andere in der Menge trugen Schwerter, aber keines mit einem aufsehenerregenden Reiherzeichen. Alle Männer aus Caemlyn aber und auch einige der Fremden hatten ihre Schwerter, Scheide wie Griff, mit Stoffstreifen umwickelt, mit roter und weißer Schnur umwunden oder in Weiß und Rot eingebunden. Unter diesen Umhüllungen konnte man hundert Reiherzeichen verbergen, und niemand würde sie bemerken. Außerdem wäre es günstig, einer solchen örtlichen Sitte zu folgen, um besser angepaßt zu erscheinen.
Vor einer ganzen Reihe der Läden standen Tische mit solchen Stoffbahnen und Schnüren, und Rand blieb bei einem stehen. Der rote Stoff war billiger als der weiße, obwohl er außer der Farbe keinen Unterschied entdecken konnte, also kaufte er diesen und die dazugehörige weiße Schnur. Mat beklagte sich, wie wenig Geld sie noch übrig hätten. Der Ladeninhaber blickte sie mit zusammengepreßten Lippen von oben bis unten an und verzog dann den Mund doch etwas, als er Rands Kupfermünzen annahm. Er fluchte, als ihn Rand auch noch darum bat, sein Schwert im Inneren des Ladens umwickeln zu dürfen. »Wir sind nicht gekommen, um Logain zu sehen«, sagte Rand geduldig. »Wir sind nur gekommen, um uns Caemlyn anzusehen.« Er dachte an Bunt und fügte hinzu: »Die großartigste Stadt der Welt.« Die Grimasse des Ladeninhabers veränderte sich nicht. »Das Licht leuchte der guten Königin Morgase«, sagte Rand hoffnungsvoll.
»Wenn ihr mir irgendwelche Schwierigkeiten macht«, sagte der Mann mürrisch, »dann wird meine Stimme hundert Männer herbeirufen, die euch fertigmachen, wenn es die Garde nicht schon tut.« Er unterbrach sich, um auszuspucken, und verfehlte ganz knapp Rands Fuß. »Kümmert euch um eure schmutzigen Geschäfte, und haut ab.«
Rand nickte, als habe der Mann ihnen freundlich Lebewohl gesagt, und zog Mat weg. Mat schaute sich noch weiter zum Laden hin um und grollte in sich hinein, bis ihn Rand in eine leere Einfahrt schleifte. Mit dem Rücken zur Straße, so daß kein Passant sehen konnte, was sie machten, nahm Rand den Schwertgürtel ab und machte sich daran, Scheide und Griff zu umwickeln.
»Ich wette, er hat dir den doppelten Preis für diesen dummen Stoff abverlangt«, sagte Mat. »Oder den dreifachen.«
Es war nicht so leicht, wie es ausgesehen hatte, die Stoffstreifen und die Schnur so zu befestigen, daß das Ganze nicht wieder herunterfiel.
»Sie werden alle versuchen, uns übers Ohr zu hauen, Rand. Sie glauben, wir seien wie alle anderen gekommen, um den falschen Drachen zu sehen. Wir haben Glück, wenn uns nicht irgendeiner über den Kopf haut, während wir schlafen. Das ist kein Ort für uns. Es sind zu viele Leute hier. Machen wir uns doch gleich jetzt auf den Weg nach Tar Valon. Oder nach Süden, nach Illian. Ich hätte nichts dagegen, zuzusehen, wie sie sich versammeln, um auf die Jagd nach dem Horn zu gehen. Wenn wir schon nicht heim können, dann laß uns jetzt gehen.«
»Ich bleibe«, sagte Rand. »Wenn sie nicht schon hier sind, dann kommen sie früher oder später und suchen uns.«
Er war nicht sicher, daß er das Schwert so umwickelt hatte wie die anderen, aber die Reiher auf der Scheide und dem Knauf waren verborgen, und er hielt es so für sicher genug. Als er zur Straße zurückging, hatte er keinen Zweifel daran, daß er sich um ein Problem weniger Gedanken machen mußte. Mat ging an seiner Seite so zögernd einher, als ziehe er ihn an einer Hundeleine voran.