Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Kinder der Sonne - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Kinder der Sonne

Электронная книга - «Kinder der Sonne». Краткое содержание книги:

Kinder der Sonne
1 ... 9 10 11 12 13 14 15 16 17 ... 25
Перейти на страницу:

Protassow:  Hol's der Teufel, was soll denn das heißen? … Ich gebe ihm keine Arbeit mehr … Mir zittern sogar die Hände … Sieh mal, Jelena!

Wagin:  Er wäre imstande, einen totzuschlagen …

Tschepurnoi  lächelnd:  Nun, Kollege? Dieses Gesindel … sind das auch Kinder der Sonne?

Lisa  einer plötzlichen Eingebung folgend:  Du hast gelogen, Pawel! Nichts wird sein … Die Welt ist voller Bestien! Warum sprecht ihr von den Freuden der Zukunft, warum? Warum betrügt ihr euch selbst und andere? Die Menschen sind weit, weit von euch … ihr Einsamen, Kleinen, Unglücklichen … Habt ihr denn alle keine Empfindung für die Schrecken des Lebens? … Seht ihr nicht, daß ihr von Feinden umringt seid? Überall Bestien! … Man muß die Grausamkeit aus der Welt schaffen … den Haß besiegen … Versteht mich doch endlich! Versteht mich! Bekommt einen hysterischen Anfall.

Dritter Aufzug

Szene wie im ersten Aufzug

Trüber Tag. Auf dem Lehnstuhl an der Wand sitzt Jelena. Lisa geht aufgeregt im Zimmer auf und ab.

Jelena:  Du - rege dich nicht auf …

Lisa:  Ich bin krank, aber meine Gedanken sind gesund.

Jelena:  Sagt denn jemand was anderes?

Lisa:  Ich weiß, meine Worte sind trüb und schmecken schlecht, es langweilt euch, sie anzuhören, ihr wollt nicht die tragische Wahrheit des Lebens fühlen.

Jelena:  Du übertreibst.

Lisa:  Nein. Sieh doch nur den Abgrund, der dich von deiner Köchin trennt, von …

Jelena:  Wird er verschwinden, wenn ich weinend an seinem Rande stehe und vor Furcht zittere?

Lisa:  Kannst du denn ruhig leben, wenn deine Mitmenschen deine Seele nicht verstehen? Ich kann es nicht; ich fürchte mich vor denen, die mich nicht verstehen, das ist es, was mich krank macht. Jelena, es sind Opfer nötig; verstehst du? Man muß sich selbst opfern.

Jelena:  Ja, frei, freudig, in besinnungsloser Begeisterung - aber sich dazu zwingen - nein, Lisa, das ist des Menschen unwürdig.

Antonowna  aus dem Speisezimmer:  Jelena Nikolajewna!

Lisa  verdrießlich:  Was gibt's denn schon wieder?

Antonowna:  Nun, nun. Es betrifft nicht dich … der Hauswirt ist gekommen.

Jelena:  Ach, er soll warten. Antonowna ab.

Lisa:  So habe ich also unrecht?

Jelena:  Das habe ich nicht gesagt.

Lisa:  Fühlst du nicht, wie vereinsamt wir alle sind?

Jelena:  Nein … das fühl ich nicht.

Lisa:  Du willst eben nicht mit mir sprechen … ich bin allen lästig. Ihr wollt alle leben und genießen, als ob es überhaupt nichts Schreckliches und Rohes gäbe.

Jelena:  Kann man jemanden zu einer Empfindung zwingen?

Lisa:  Und du … dir fällt das Leben auch nicht leicht. Du bist zu stolz, um dir das selbst einzugestehen … Ich durchschaue doch dein Verhältnis zu Pawel …

Jelena:  Lassen wir das …

Lisa  freudig:  Aha - siehst du, das schmerzt dich … ja?

Jelena:  Nein … aber unangenehm ist es mir.

Lisa:  Doch, es schmerzt dich! Umso besser, das wird dich aufrütteln … Du bist einsam, Jelena … du bist unglücklich …

Jelena:  Lisa, deine Freude ist keine gute Freude. Was willst du denn eigentlich?

Lisa:  Was ich will? Pause. Mit Entsetzen.  Ich weiß nicht, ich weiß es wirklich nicht … Ich möchte gerne leben und versteh es nicht … kann es nicht! Ich glaube, ich habe nicht das recht, so zu leben, wie ich leben möchte … Ich hätte gern eine verwandte Seele … eine verwandte Seele … Ich muß von der Angst ausruhen, und ich habe keinen Menschen.

Jelena  faßt Lisas Hand:  Verzeih mir! Ist denn Tschepurnoi …

Lisa:  Wie dürfte ich - ich bin doch krank, nicht wahr? Ihr sagt's doch alle … Oh, ihr sagt es oft! Zu oft … Laß mich … ich kann darüber nicht … Geh! Laß mich … Geht rasch in ihr Zimmer. Jelena seufzt tief, geht im Zimmer auf und ab, indem sie die Hände über dem Kopf faltet, bleibt vor dem Porträt ihres Mannes stehen, sieht es an und beißt sich in die Lippen, läßt die Hände fallen.

Jelena  halblaut:  Leb wohl …

Antonowna  tritt auf:  Darf der Wirt jetzt kommen?

Jelena:  Ja … gut.

Antonowna  im Abgehen:  Treten Sie ein, Nasar Awdejewitsch.

Nasar  lächelt verlegen:  Sehen Sie, wenn sie Pawel Fjodorowitsch …

Jelena:  Er ist beschäftigt …

Nasar:  Hm, aber ich weiß nicht, wie ich mit Ihnen …

Jelena:  Sagen Sie es mir, ich will's bestellen.

Nasar:  Die Sache, um die es sich handelt, ist etwas heikel …

Jelena:  Wie Sie wünschen …

Nasar:  Nun - jetzt ist's schon einerlei … Sehen Sie, die Polizei war da, verzeihen Sie, wegen des Gestanks … wegen der Müllgruben und sonstigen Orte.

Jelena  mit zusammengezogenen Brauen:  Was hat denn mein Mann damit zu tun?

Nasar:  Selbstredend, nicht mehr als die anderen … wir sind alle schuld daran … aber wegen der Cholera verlangt die Polizei, daß der Gestank beseitigt wird. Sie kann nicht begreifen, daß Dinge, deren Bestimmung es ist zu stinken, auch stinken müssen, und droht mit Strafen bis dreihundert Rubel.

Jelena  mit Widerwillen:  Aber was wollen Sie eigentlich?

Nasar:  Ich - ich wollte mir einen Rat holen, vielleicht gibt es etwas Chemisches gegen den Gestank.

Jelena  erregt:  Hören Sie mal, wie können Sie … Beherrscht sich.  Im übrigen … Ich will's bestellen. Adieu.

Nasar:  Werden Sie es gleich bestellen?

Jelena  im Abgehen:  Ich lasse Ihnen Bescheid sagen …

Nasar  hinter ihr her:  Ich bin Ihnen außerordentlich verbunden … Sieh mal an, wie hochnäsig! Wart du nur, dir kneif ich noch mal in den Schwanz. Geht ab. Durch die Portiere treten Protassow und Jelena auf.

Protassow:  Und noch etwas, Lena, sei so gut, schick nach Jegor …

Jelena:  Schon wieder Jegor?

Protassow:  Nun, wie soll man denn ohne ihn auskommen, Lena? Er ist so geschickt, er begreift alles so schnell … Ich werde dir mal zeigen: er hat mir einen Schmelztiegel gemacht - geradezu künstlerisch, eine prachtvolle Sache. - Was ist das heute für ein trauriger Tag! Sitzest du heute dem Maler nicht?

Jelena:  Nein … So kann ich mit dir sprechen?

Protassow:  Laß es, bitte, bis zum Abend …. am Abend bin ich frei. Du langweilst dich? Wo ist denn Dimitrij?

Jelena:  Wahrscheinlich hat er noch etwas anderes zu tun, als mich zu unterhalten …

Protassow  hat sie nicht verstanden:  Ja … hm … wahrscheinlich … weißt du, wenn ich dich in letzter Zeit ansehe, scheint es mir immer, daß in deinem Gesicht … irgend etwas Neues liegt … etwas Bedeutendes.

Jelena:  So?

Protassow:  Ja, ja … aber jetzt verduft ich. Geht in sein Zimmer.

Fima  erscheint:  Gnädige Frau, bitte, lassen Sie mich fortgehen.

Jelena:  Am Tage? Wer soll denn die Arbeit tun?

Fima:  Nein, ich möchte aus dem Dienst und bitte um den Lohn.

Jelena:  Ach so? Gut, aber vorher möchte ich Sie noch bitten, Jegor zu holen.

Fima  nachdrücklich:  Zu Jegor werd ich nicht gehen.

Jelena:  Warum nicht?

Fima:  So - ich geh nicht.

Jelena:  Rufen Sie Antonowna.

Fima:  Sie ist spazierengegangen; auf den Friedhof …

Jelena:  Ich lasse Sie gehen, wenn Antonowna zurückkommt … Jetzt rufen Sie den Portier. Können Sie das?

Fima:  Das kann ich … Ich bekomme also noch heute meinen Lohn … Ab.

Jelena:  Gut.

Tschepurnoi  erscheint in der Verandatür:  Warum sind bei Ihnen die Türen nicht geschlossen? Guten Tag.

Jelena  reicht ihm die Hand:  Ich weiß nicht … die Dienstboten sind heute so zerstreut …

Tschepurnoi:  Sie haben wohl Angst vor der Cholera …

1 ... 9 10 11 12 13 14 15 16 17 ... 25
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)