The Vampire Journals - Geliebt: Band 2 (German Edition)
- Автор: Rice Morgan
- Серия: The Vampire Journals #2
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Жанр: Городское фэнтези
Электронная книга - «The Vampire Journals - Geliebt: Band 2 (German Edition)». Краткое содержание книги:
Mit klopfendem Herzen griff Caitlin hinein und zog vorsichtig eine kleine Schriftrolle heraus. Das Papier war vergilbt und brüchig. Die alte Schnur, mit der die Rolle zusammengebunden war, zerbröselte unter ihren Fingern.
Behutsam reichte sie Caleb das Dokument, dann rollten sie es gemeinsam auseinander.
Es war eine handgezeichnete Karte – offensichtlich Hunderte von Jahren alt.
Am oberen Rand war eine handschriftliche Notiz zu erkennen: Elizabeths Cottage.
»Ihr Cottage«, flüsterte Caleb atemlos. »Das hier ist eine Landkarte, die zeigt, wo Elizabeth gelebt hat.«
Ehrfürchtig starrte Caitlin den Plan an.
»Wer auch immer diese Karte hier versteckt hat, wollte, dass du sie findest. Deine Halskette war der Schlüssel. Und das Geheimfach wurde bis jetzt noch nie geöffnet. Ganz offensichtlich solltest nur du diesen Plan finden und Elizabeths Cottage suchen. Dort wirst du ganz bestimmt auf etwas stoßen, das für dich bestimmt ist.«
Die Nachricht war für sie bestimmt. Für Caitlin, ganz allein für Caitlin. Der Gedanke überwältigte sie. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie das Gefühl, dass sie erwünscht war. Sie fühlte sich geliebt und wichtig. Es gab eine Verbindung zwischen ihr und etwas Großem, das Hunderte von Jahren alt war. Denn sie war der Mittelpunkt dieses ganzen Puzzles. Es fiel ihr schwer, ihre Emotionen zu zügeln.
Doch dann passierte es. Ganz plötzlich krampfte sich ihr Magen zusammen – die Schmerzen waren unerträglich. Verstört krümmte sie sich zusammen und schnappte nach Luft.
»Bist du in Ordnung?«, fragte Caleb besorgt und legte ihr die Hand auf die Schulter.
Die Hungerattacke war zurückgekehrt. Diesmal waren die Schmerzen so intensiv, dass sie kaum atmen konnte.
Der nächste Stich durchfuhr sie so heftig, dass sie zusammenzuckte. Dann stieß sie ein schauerliches Knurren aus und lief quer durch den Raum, als könnte sie den Schmerz dadurch abschütteln. Dabei stieß sie eine große Infotafel um, deren Glas klirrend zu Bruch ging.
Doch es gelang ihr nicht, sich wieder in den Griff zu bekommen. Völlig außer Kontrolle drehte sie sich im Kreis. Wenn das so weiterging, würde sie das komplette Inventar zerstören.
Auf einmal tauchte Caleb neben ihr auf und hielt sie fest.
»Caitlin«, sagte er eindringlich. »Caitlin, hör mir zu!«
Mit seiner ganzen Kraft packte er ihre Schultern, doch er war kaum in der Lage, sie zu bändigen.
»Alles wird gut. Du hast bloß Hunger. Hörst du mich? Alles wird gut. Du brauchst nur Nahrung. Wir müssen sofort hier raus«, sagte er laut und deutlich. »Sofort!«
Gepeinigt sah sie zu ihm auf. Sie konnte ihn zwar hören, wenn auch undeutlich, doch die Schmerzen waren so stark, dass sie sie überwältigten. Das Verlangen nach Nahrung und die blinde Zerstörungswut wurden übermächtig.
Offensichtlich ahnte Caleb, was gleich geschehen würde, denn er packte ihren Arm mit festem Griff. Noch bevor sie reagieren konnte, hatte er sie die Treppe hinuntergezerrt und zur Tür hinausgeschoben.
Es war schon fast dunkel, als sie Hawthornes Haus verließen und durch den Garten zur Straße eilten. In ihrer Hast blickten sie nicht auf und bemerkten gar nicht, dass sie geradewegs in eine Falle liefen.
»Stehen bleiben!«, rief plötzlich jemand.
Vor ihnen standen mehrere Polizisten und richteten ihre Waffen auf sie.
»Hände hoch! Ganz langsam!«
Caitlin befand sich immer noch in einer Art Nebel. Die stechenden Schmerzen peinigten sie, außerdem wurde sie von Wellen der Wut überrollt. Daher hatte sie Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und zu verstehen, was gesprochen wurde. Sie sah die Polizisten zwar, doch sie fürchtete sich nicht. Im Gegenteil, sie wollte sich auf sie stürzen.
Calebs fester Griff an ihrer Schulter war das Einzige, was sie noch zurückhielt.
»Hände hoch, habe ich gesagt!«, brüllte ein Polizist, während die anderen beiden langsam näher kamen.
»Ruhig, Caitlin, ganz ruhig!«, flüsterte Caleb und hob ganz langsam die Hände. Mit der Schriftrolle in der Hand stupste er Caitlin an, damit sie seinem Beispiel folgte. »Sie können uns nichts tun.«
Caitlin fühlte sich jedoch alles andere als ruhig. Plötzlich sah sie rot. Als der Schmerz erneut zuschlug, konnte sie sich nicht länger beherrschen und verlor endgültig die Kontrolle. Mit starrem Blick zoomte sie die Kehle eines Polizisten heran und sah das Blut pulsieren. Sie brauchte sein Blut. Sofort.
Sie setzte zum Sprung an. Der Polizist in der Mitte war ihr Opfer – bevor er überhaupt reagieren konnte, hatte sie ihn bereits erreicht und umklammerte ihn. Sie warf den Kopf zurück, bleckte die Zähne und näherte sich seinem Hals.
Doch dann fiel auf einmal ein Schuss.
11.
Kapitel
Die Uhr schlug gerade Mitternacht, als Kyle – flankiert von zwei Dutzend Vampiren – die Marmortreppe hinunterstieg. Es war eine lange Nacht gewesen, doch alles war viel besser gelaufen, als er es sich je erträumt hatte. Trotzdem fürchtete er sich davor, Rexus gegenüberzutreten, dem obersten Meister des Blacktide Clans. Da sie schon seit Tausenden von Jahren zusammen waren, wusste Kyle ganz genau, dass Rexus Dummköpfe nicht ertragen konnte. Er tolerierte keinen noch so kleinen Fehler, weshalb Kyle seit dem Tag, an dem er diese Caitlin hatte entkommen lassen, immer nervöser wurde. Rexus bestrafte selbst die geringste Verfehlung – daher war Kyle darauf vorbereitet und fragte sich nur, wann er wohl bestraft werden würde. Mit Sicherheit wartete Rexus nur auf den richtigen Zeitpunkt, denn er vergaß nie etwas.
Doch weil Kyles Arbeit in jeder Ecke der Stadt heute Abend so hervorragend funktioniert hatte, konnte er sich nicht vorstellen, dass sein Meister immer noch unzufrieden mit ihm sein würde. Seine gute Arbeit sollte den Fehler mehr als wettgemacht haben. Schließlich war das hier ein historischer Moment, und Kyle war ein wichtiger General in dem kommenden Krieg. Wie könnte sein Meister ihn ausgerechnet jetzt bestrafen?
Je mehr Kyle darüber nachdachte, desto mehr freute er sich auf die Begegnung mit seinem Meister. Es würde ihm das größte Vergnügen bereiten, über die Macht der Seuche zu berichten, über die Schnelligkeit, mit der sie sich ausbreiten würde, und über die Effizienz, mit der seine Männer und er die Erreger verbreitet hatten. Außerdem freute er sich auf Rexus’ Anerkennung und auf ihre gemeinsame Freude über den Krieg, auf den sie schließlich schon seit Jahrtausenden gewartet hatten.
Kyle fühlte sich wie berauscht, als er seinen Weg unter die Erde fortsetzte, tief unter die City Hall. Immer weiter ging es durch einen mit Marmor ausgekleideten Gang und durch riesige mittelalterliche Türen. Nach diesem Tag hatte er sich jahrelang gesehnt. Wie er es liebte, seine Vampire hinter sich zu spüren – und wie unbändig er sich auf den bevorstehenden Krieg freute! Ein derart schwindelerregendes Glücksgefühl hatte er nicht mehr empfunden, seit er die Enthauptungen während der Französischen Revolution hatte miterleben dürfen.
Als Kyle schließlich die Räumlichkeiten seines Meisters erreichte und die Doppeltüren passierte, traten unvermittelt mehrere hochrangige Vampire hinter ihn und hinderten seine Begleiter daran, ihm zu folgen. Mit einem Knall schlugen sie die Türen zu, sodass Kyle allein eintreten musste. Das gefiel ihm überhaupt nicht. Aber man hatte ohnehin keine andere Wahl, wenn man es mit Rexus zu tun hatte. Und man konnte nie wissen, was er als Nächstes tun würde.
Der riesige Raum hatte Ähnlichkeit mit einer Höhle. Überrascht stellte Kyle fest, dass Hunderte von Vampiren schweigend in Reihen an beiden Seiten standen. Unter ihnen waren viele, die Kyle nicht kannte.
Trotz ihrer großen Anzahl war es der Meister, der den Raum dominierte – die schweigenden, regungslosen Gestalten bildeten lediglich eine Art Mauer. Rexus. Er saß wie immer auf seinem mächtigen Marmorthron im Zentrum des Raumes und starrte auf Kyle hinunter. Genauso wollte der Meister es haben.