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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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»Ich hätte wenigstens versuchen können, etwas zu unternehmen, statt dem Morden einfach nur zuzusehen.«

»Das sind die Lasten des Herrschens«, sagte er lakonisch. Obwohl er Shaya nun schon viele Jahre kannte, war sie ihm immer noch ein Rätsel. Er wusste nicht, warum sie sich in Asugar den Namen Shaya gegeben hatte. Als sie zum ersten Mal in Aarons Palast erschienen war und als Küchengehilfin gearbeitet hatte, hatte sie sich Kirum genannt. Als Aaron sich in sie verliebte, hatte er ihr die Verantwortung über die königlichen Ställe übertragen. Eine Arbeit, die sie ausgezeichnet gemeistert hatte. Später, in der Eiswüste, war sie eine Heilerin gewesen, ebenso wie in Asugar. In den letzten sieben Jahren aber war sie immer wieder als Kriegerin in die Schlacht gezogen, während Aaron sich mehr und mehr von den Kämpfen zurückzog.

Ashot hatte den Verdacht, dass keins der vielen Gesichter die wirkliche Shaya zeigte, wer immer sie auch sein mochte. Sie war eine mörderische Kämpferin, ritt wilde Hengste ohne Decke und Zaumzeug und vermochte Streitwagen mitten im Schlachtgetümmel zu lenken. Sogar Bogenschießen konnte sie so gut, dass sie sich den Respekt Ormus verdient hatte, und das gelang nicht vielen. Als Frau an der Seite des Unsterblichen war sie anfangs bei Hof unter den Satrapen und bei der Priesterschaft des Reiches auf Ablehnung gestoßen, aber die meisten ihrer Widersacher hatte sie mit den Jahren von sich überzeugt. Einige sogar mit Fäusten. Bei ihrer überraschenden Rückkehr war sie von etlichen noch Kirum genannt worden, doch mit den Jahren hatte sich ihr anderer Name durchgesetzt. Nun kannte alle Welt sie als Shaya.

Das einfache Volk war von Anfang an von der Küchenmagd, die Herrscherin wurde, fasziniert gewesen. Es gab unzählige Geschichten über sie. Und die Mehrheit davon war nicht im Auftrag Aarons verbreitet worden. Aber nicht eine erzählte auch nur annähernd die Wahrheit über sie, da war er sich ganz sicher.

Ashot stand in seinem Streitwagen. Neben ihm der Wagenlenker. Er zog dies dem Reiten vor, obwohl inzwischen mehr als die Hälfte seiner Männer vom Streitwagen auf Pferderücken gewechselt war. »Sie haben uns bemerkt, Herrin. Vielleicht wäre es klug, wenn wir uns zurückziehen würden.«

Shaya bedachte ihn mit einem Lächeln. »Sie haben uns schon vor mehr als einer Stunde bemerkt, Ashot. Schon bevor sie den Angriff begonnen haben. Sie mögen zwar allesamt Pferdeärsche haben, aber Trottel sind diese Daimonen deshalb nicht. Sie haben überall im Grasland ihre Späher.«

»Warum haben sie uns dann nicht angegriffen? Sie sind in der Überzahl …«

»Tja, sie haben uns wohl nicht als würdige Gegner befunden. Ich weiß, wie diese Bastarde denken.«

Ashot fragte sich, woher sie das wusste. Aber er hütete lieber seine Zunge. Wer sich bei Shaya unbeliebt machte, der hatte auch einen schweren Stand bei Aaron. Das hatte er schon mehrfach miterlebt.

»Wir hätten trotzdem ein paar dieser Pferdeärsche erlegen sollen.«

Der Feldherr sah beunruhigt, wie etliche der Männer, die ihrem Gespräch lauschten, beifällig grinsten.

»Der Unsterbliche Subai hat schon mit deutlicher Übermacht im Kampf gegen die Pferdedaimonen verloren.«

»Ich bin nicht Subai!«, sagte sie überraschend verärgert und spuckte aus, um ihre Worte zu unterstreichen. »Ein kluger Feldherr findet einen Weg, die vermeintlichen Stärken seines Feindes gegen ihn einzusetzen.«

War das auch eine Spitze gegen ihn? Shaya war sich sicherlich bewusst, dass er an ihrer Seite war, um sie von Dummheiten abzuhalten, die sie in ihrem Ungestüm vielleicht begehen würde.

Sie hob den rechten Arm und winkte den Reitern, ihr die Bergflanke hinab zu folgen. »Begraben wir die Toten!«, rief sie. »Beim nächsten Mal werden es die Daimonen sein, die mit ihrem Leben bezahlen, das schwöre ich euch. Wir werden nicht noch einmal nur zusehen!«

Ashot befürchtete, dass sie das ernst meinte.

Von Reisenden und Trinkern

Sekander sah vom Hügel herab auf die große Herde, die vor ihm auf dem weiten Grasland weidete. Es war jedes Mal ein langwieriger Kampf, die völlig verängstigten Tiere über den Goldenen Pfad zu treiben. Dutzende waren ausgebrochen und ins Nichts gestürzt. Aber jetzt war es geschafft, und der Kentaur frohlockte. Als Fürst von Uttika war er immer schon ein reicher Mann gewesen, aber jetzt war er … Er stutzte. War er eigentlich mehr als reich? Es war die fünfte Herde, die er dieses Jahr schon geraubt hatte, und der Sommer hatte noch nicht einmal die Mitte erreicht. Er konnte es sich leisten, das Vieh mit vollen Händen zu verschenken. Jede Sippe, die ihm Krieger gestellt hatte, bekam fünfzig Stück Vieh als Lohn. Sein Ruf reichte bis zum Königsstein in der Snaiwamark und Alvemer im fernen Osten des Graslands. Selbst Trolle hatten schon an seiner Seite in den Kampf ziehen wollen, doch er hatte sie zurückgewiesen.

Vor fünf Jahren hatte er vor den Himmelsschlangen durchgesetzt, dass ihn nichts mehr begleitete, das nicht mindestens vier Hufe hatte. Er lächelte selbstbewusst. Das war die beste Entscheidung seines Lebens gewesen. Nach dem Feldzug in der Eiswüste und einem zweiten Feldzug in irgendeinem namenlosen Sumpfland, wo seine Männer zu Hunderten verreckt waren, hatte er die alten Drachen davon überzeugen können, dass Kentauren Krieg in der Steppe führen mussten. Dafür waren sie geschaffen. Dort konnten die Menschenkinder sie nicht besiegen.

Trafen sie auf ein Heer, das größer war als sie, konnten sie ihm davonlaufen – denn kein Menschenpferd konnte sich in langer Verfolgung mit der Ausdauer eines Kentauren messen. Trafen sie aber auf eine Streitmacht, die kleiner war, wurde diese eingekreist und gnadenlos niedergemacht. Es sei denn, sie hatten eine Herde davonzutreiben, so wie vorgestern. Sollten die Menschenkinder auf Knien vor ihren Göttern herumrutschen und ihnen danken, bis ihnen die Stimme erstarb, dass es so gewesen war.

Er war der unumschränkte Herrscher der Messergrassteppe. Er konnte sich nehmen, was immer er wollte. Sekander bedauerte zutiefst, dass die Menschenkinder es so schnell aufgegeben hatten, gegen ihn zu kämpfen. In den fünf Jahren, die er mit seinen Mannen das weite Grasland durchstreifte, hatte es nur sieben größere Schlachten gegeben. Jedes Mal hatten sie triumphiert. Es wurde ein wenig langweilig, zumal ihm für jeden Streifzug mehr Krieger zur Verfügung standen.

Selbstzufrieden sah er über die Herde, die sie erbeutet hatten. Es war unzweifelhaft eine äußerst angenehme Art, sich zu langweilen. Vielleicht sollte er beim nächsten Überfall nur tausend Kentauren mitnehmen. Dann trauten sich die Menschenkinder womöglich noch einmal, ihn zur Schlacht zu stellen.

Der Gedanke gefiel Sekander. Schließlich konnte ihnen nichts geschehen. Sollten die Menschen eine eindeutig überlegene Streitmacht aufstellen, könnten sie ihr ja leicht ausweichen.

»Junge?«

Der Kentaurenfürst straffte die Schultern. Es gab nur einen, der es wagte, ihn so anzureden, und das auch nur, wenn sie allein waren. Doch selbst dann störte es ihn. Er war kein Junge mehr! »Parmenion?«

Der alte Waffenmeister seines Vaters kam den Hügel hinauf. Er war ein prächtiger Schimmel und einer der wenigen in der Herde, die sich den Bart abrasierten. Einst hatte er ihm den Kampf mit dem Doppelschwert gelehrt.

»Shanadeen ist für die Kaufherren von Uttika gekommen, Sekander. Er wird dir einen guten Preis machen, wenn du ihm die Herde für seine Schlachthäuser überlässt. Er ist der Wortführer aller Kaufherren.«

Sekander zuckte mit den Schultern. »Gold. Was soll ich mit noch mehr Gold? Wenn ich die Rinder an meine Gefolgsleute verschenke, wächst mein Name. Was bringt es mir, wenn ich noch eine mit Gold gefüllte Kiste in meinen Palast stelle? Mein Name hingegen wird mich überdauern.«

»Wird es dich in deinem Grabhügel lebendiger machen, wenn in hundert Jahren irgendwelche Kentauren Lieder über dich grölen, während sie sich besaufen?« Parmenion stieg die Zornesröte ins Gesicht. »Du musst ans Hier und Jetzt denken!«

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