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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Die Götterdrachen sahen ihn verwundert an, aber sie ließen ihn gewähren, ja, ein Rothaariger trat sogar aus der Phalanx seiner Brüder und sprach: »Ich komme mit dir!«

Gefährten

Ein letzter Hieb, und die schwere Eichentüre gab endgültig nach und stürzte in den Kerker. Übler Gestank schlug Hornbori entgegen.

Galar und Nyr lagen am Boden inmitten von blutdurchtränktem Stroh. Vier Wunden quer über die Brust des Schmiedes waren mit Eisenringen zugeklammert. Nyr lag neben Galar. Er hatte sich mit einem Eisenring eine Arterie am Arm aufgestochen und offensichtlich versucht, Galar durch einen Strohhalm Blut von sich zukommen zu lassen. Und ebenso offensichtlich war es gründlich schiefgegangen.

Hornbori stürzte in die Kerkerzelle. Er fasste an den Hals des Schmieds. Da war kein Puls. Er legte die Linke auf Nyrs Hals. Auch bei dem Richtschützen konnte er keinen Puls mehr fühlen. Ihre Körper waren kalt, die wettergegerbten Gesichter blass wie Marmor.

Hinter Hornbori drängten andere Zwerge in den Kerker. Der dicke Ulur kniete als erster neben ihm. Auch er fühlte nach dem Puls der beiden. Leises Gemurmel ertönte.

»Es sieht nicht gut aus«, sagte jemand zu all denen, die im schmalen Gang vor der Kerkertür warteten.

Hornbori hörte, wie die geflüsterte Botschaft den Gang hinab zu den Zwergen im Haupttunnel wanderte. Hunderte waren ihm gefolgt, als er den Amethystsaal verlassen hatte. Und es waren nicht nur Krieger gewesen, die unter ihm gedient hatten, auch Bergleute aus den Ehernen Hallen, Leibwächter, die mit den Alten aus der Tiefe gekommen waren, Schiffer, die sich in den Aalen abstrampelten, und Lastenträger, die das taube Gestein aus den Minen hinausschleppten.

Ulur drückte den beiden Toten die Augen zu. Wie stets trug er kein Hemd, um all die rätselhaften Karten, die er sich in seine Haut hatte stechen lassen, zur Schau zu stellen. Sein mächtiger Brustkorb bebte, und er rang mit den Tränen. So hatte Hornbori ihn noch nie gesehen. »Bringen wir sie hier fort«, sagte der Bootsführer mit belegter Stimme.

Hornbori konnte nicht anders, als auf die beiden Toten zu starren. Er konnte nicht glauben, was er sah. Noch einmal fühlte er nach dem Puls der zwei. Nichts! Galar, der Mann, der ihm seine Drachenfaust verschafft hatte, der ihn hatte ermorden wollen, der ihn so voller Inbrunst verabscheut hatte und doch immer in seiner Nähe geblieben war, und Nyr, der immer um Ausgleich bemüht gewesen war, der ihm vor ein paar Tagen erst das Leben gerettet hatte. Sie beide tot – das konnte nicht sein. So viele Gefahren hatten sie gemeinsam überlebt. Die beiden konnten nicht einfach in einem schmutzigen Kerker verreckt sein. Hätte er Amalaswintha noch in der Nacht verlassen, um zu ihnen zu gehen, dann hätte er sie noch gerettet.

»Du kannst nichts mehr für sie tun, Heermeister«, sagte Ulur.

Das war wahr. Aber Galar und Nyr konnten noch etwas für ihn tun. Ein letztes Mal. Er musste schnell und entschlossen handeln, dann würden die beiden ihn zum Herrn aller Tiefen machen.

»Ich will Gerechtigkeit«, rief er mit volltönender Stimme. Er sah den bartlosen Ginnar inzwischen im Eingang des Kerkers stehen. »Helft mir!«, forderte er entschieden. »Du, Ginnar, und du, Ulur, und all die anderen. Wir wollen die beiden Helden auf unseren Schultern in den Amethystsaal tragen. Und dort fordern wir, was ihnen im Leben genommen wurde: Gerechtigkeit!«

Gerechtigkeit

»Gerechtigkeit!« Das war ihr Schlachtruf. Hunderte Kehlen schrien ihn heraus, und die glitzernden Wände des Amethystsaals hallten wider von diesem Ruf, als Nyr und Galar auf die Tribüne gehoben wurden.

»Dorthin!«, befahl Hornbori und deutete auf den langen Tisch, an dem die Alten aus der Tiefe noch immer saßen.

Hornbori hatte den Marsch zurück zum Festsaal genutzt, um seine Gedanken zu ordnen. Er musste Eikin loswerden. Der Fürst konnte ihn vernichten, und er würde es tun, wenn er ihm die Gelegenheit dazu ließ. Doch noch saß er zusammengesunken auf seinem Lehnstuhl.

»Packt den Mörder!«, befahl der Heermeister harsch.

Es war Ginnar, der als Erster dem Befehl nachkam. Kalter Hass lag in den Augen des Kriegers aus Ishaven. Er zerrte Eikin hoch, der benommen blinzelte, und drückte ihn auf den Tisch.

»Dies ist der Mann, der verwundete Helden wegsperrt!«, rief Hornbori und deutete auf den Fürsten. »Der Mann, der sie in ihrem Kerker verbluten lässt.« Er machte eine Pause, und es geschah, worauf er gehofft hatte. Das Geschrei nahm wieder zu.

»Gerechtigkeit! Gerechtigkeit!«, skandierte die aufgeputschte Menge.

»Welche Gerechtigkeit kann einen Mord sühnen?«, rief Hornbori von der Tribüne herab. »Was erwartet einen Mann als Strafe für zu Unrecht vergossenes Blut?«

»Das ist nicht wahr …« Eikin versuchte, sich aufzubäumen, doch Ginnar drückte ihn erbarmungslos auf die Tischplatte zurück.

»Welche Strafe fordert ihr?«, rief Hornbori erneut.

»Den Tod!« Es war nur eine einzige Stimme, die dies rief, doch sie hob sich deutlich von all den anderen ab. Amalaswintha. Die Zwergin stand inmitten der aufgebrachten Menge. Sie trug ein scharlachrotes Kleid, war ganz die Fleisch gewordene Verführung. Die Krieger um sie herum hielten Abstand zu ihr, als scheuten sie vor ihrer unnahbaren Schönheit zurück. Es wurde ein wenig stiller im Saal, und ein zweites Mal war laut und deutlich ihre Stimme zu hören. »Ich fordere den Tod für Eikin, den Alten aus der Tiefe der Ehernen Hallen. Für Eikin, den feigen Meuchler von Helden!«

»Töte ihn!«, schrie noch jemand in der Menge.

»Töte ihn!«, erklang in der vordersten Reihe vor der Tribüne der tiefe Bass von Ulur.

»Töte ihn!« Der Ruf griff um sich. Immer mehr Krieger stimmten ein.

Hornbori zog die Axt Schädelspalter aus der Lederschlinge auf seinem Rücken. Er wandte sich zum Tisch um. Ginnar hielt den Fürsten weiterhin auf die schwere Eichenplatte niedergedrückt.

»Das ist nicht wahr …«, protestierte Eikin, doch seine Worte gingen in den wilden Schreien der aufgebrachten Menge unter.

»Töte ihn!«

Besser hätte es nicht laufen können, dachte Hornbori, hob die Axt und ließ das schwere Blatt niedersausen. Ohne Mühe durchtrennte er den Hals. Die anderen Fürsten sprangen von ihren Stühlen auf.

»Töte ihn!«, stammelte der Herrscher von Ishaven opportunistisch.

Hornbori griff Eikin ins weiße Haar und hielt den Kopf hoch, sodass die Menge das Haupt deutlich sehen konnte. »Dies ist die Gerechtigkeit des Volks!«, rief Hornbori.

Die Drachen in Elfengestalt hatten die ganze Zeit über am Rand der Bühne gestanden und dem grausigen Treiben mit unbewegter Miene zugesehen. Nur der Rote, der ihn auch zum Verlies begleitet hatte, wirkte aufgewühlt. Er nickte ihm zu, als wollte er ihm zeigen, dass dieses Urteil gerecht gewesen war.

Plötzlich löste sich der Goldene aus der Gruppe der Drachen und trat an den langen Tisch, von dem in Strömen Eikins Blut spritzte. Er legte Nyr und Galar je eine Hand auf die Brust.

Langsam erstarben die Wutschreie der Menge. Verwundert sahen sie der Lichtgestalt zu, denn es sah aus, als wolle die strahlende Aura, die den Goldenen umgab, auch auf die beiden Toten übergreifen.

Hornbori stellte den Kopf des Fürsten neben dessen Rumpf ab. Es war nicht gut, dass die Himmelsschlange die Toten betatschte. Der Heermeister kannte seine Zwergenbrüder gut. Die meisten von ihnen würden das übelnehmen.

»Sie sind nicht tot!«, verkündete der lichtumflorte Elf, gerade als Hornbori einschreiten wollte.

»Das kann nicht sein«, stammelte er. »Sie hatten keinen Puls mehr. Sie …« Er blickte hinab zu Ulur in der vordersten Reihe. »Du hast es auch gespürt. Sie hatten keinen Puls. Sie waren tot!«

»Das stimmt«, bekräftigte der Bootsführer. »Auch ich habe meine Hand an ihre Kehle gelegt. Das Blut in ihren Adern stand still. Sie waren von uns gegangen.«

»Sie hatten nur noch so wenig Blut im Leib, dass ihr es nicht fließen spüren konntet.« Die Stimme des Goldenen hatte allen Lärm in der weiten Halle verstummen lassen. »Doch glomm in ihnen beiden noch ein Funke Leben, den ich wieder zu einem Feuer entfachen konnte. Sie werden wieder genesen!«

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