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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Aber Torian hatte sie.

Er hatte sogar die Frechheit, auf ihn zuzuspringen und ihm mit aller Wucht in den Leib zu treten, und dann brachte er noch dazu die Unverschämtheit auf, seinen Ellbogen mit aller Gewalt in seinen Nacken krachen zu lassen, als der Mann sich krümmte. Das alles hätte er vielleicht noch hingenommen, aber das, was Torian sich dann leistete, traf ihn wohl doch ernstlich – Torian riß nämlich das rechte Knie in die Höhe, als der Krieger japsend zu Boden fallen wollte, und das war wohl etwas, was sowohl dem Faß den Boden als auch diesem ein paar Zähne ausschlug. Ohne einen weiteren Laut stürzte er nach hinten und blieb regungslos liegen. Nein, dachte Torian in einem Anflug von Galgenhumor, die feine Art war das nicht gewesen. Aber dafür eine äußerst wirksame.

Er beugte sich zu dem Bewußtlosen herab, überzeugte sich davon, daß er für mindestens eine Stunde außer Gefecht gesetzt war, und drehte ihn vorsichtshalber auf die Seite, damit er nicht an seiner eigenen Zunge erstickte, bevor er wieder zu sich kam.

Die Burg schien so gut wie verlassen zu sein. Er fand den Weg hinauf ans Licht leichter, als er befürchtet hatte, auf die gleiche Weise, auf die er den Weg aus Ch’tuons Höhle gefunden – indem er einfach nach oben ging. Er traf nur noch auf einen einzigen von Cathars Kriegern. Der Mann blieb nicht lange genug bei Bewußtsein, ihn auch nur mit einem erschrockenen Schrei zu verraten.

Über der Burg herrschte heller Tag, als Torian endlich wieder aus dem Bauch der Erde hervorkam und auf den Hof hinaustrat. Das ungewohnte Licht schmerzte in seinen Augen, im ersten Moment war er fast blind. Er blinzelte, blieb stehen und sah sich aus tränenden Augen um. Der Anblick hatte nichts von seiner bedrückenden Fremdartigkeit verloren, aber alle Schatten kamen ihm ein wenig härter vor, die Linien noch etwas fremdartiger, der Odem des Bösen, der über dieser verfluchten Burg hing, ein wenig deutlicher.

Er verscheuchte den Gedanken, drehte sich einmal um seine eigene Achse und entdeckte den Turm, von dem Garth gesprochen hatte – ein korkenzieherartig gedrehtes, vollkommen absurdes Ding, das in einer obszön geformten Spitze endete. An seinem Fuß befand sich eine Treppe mit unterschiedlich hohen Stufen, die zu einer einladend offenstehenden Tür von der Form eines aufgerissenen Drachenmaules führte.

Als er sie hinaufstieg, vertrat ihm ein weiterer graugekleideter Krieger den Weg. Torian packte ihn, brach seine Hand, die das Schwert hob, warf ihn gegen die Wand, nahm seine eigene Waffe auf und tötete ihn. Es ging so rasch und mühelos, daß er fast selbst erschrak – nicht über die Leichtigkeit, mit der er mit dem Schattenkrieger fertig geworden war. Er hatte nichts anderes erwartet. Er befand sich in diesen Momenten in einem Zustand, der nicht mehr normal war; jene Art von kalter, berechnender Raserei, in dem die Berserker der Frühzeit mit bloßen Händen Ochsen getötet hatten, oder in dem manche Soldaten noch weiterkämpften, während sie schon längst zu Tode verwundet waren. Er hätte den Krieger auch besiegt, wenn dieser ihm sein Schwert durch die Brust gebohrt hätte. Aber was ihn erschreckte, war die Kälte, die er dabei verspürte. Er tötete ein denkendes, menschenähnliches Wesen mit der Beiläufigkeit, mit der man eine Mücke erschlug. Dann ging er weiter.

Der Turm war dunkel. Durch absurd geformte Fenster fiel zwar Licht auf die eng gewundene Treppe, die sein Inneres ausfüllte, aber irgend etwas schien die Helligkeit aufzusaugen, wie finsterer Nebel, der in der Luft hing. Trotzdem setzte er seinen Weg fort, ohne auch nur im Schritt zu stocken, erreichte rasch den ersten Treppenabsatz und trat gebückt durch eine niedrige Tür.

Eine Sekunde später sah er sich dem nächsten Schattenkrieger gegenüber, der in der winzigen Kammer dahinter an einem Tisch saß und offensichtlich auf seinen Kameraden wartete, dem er unten begegnet war. Bei seinem Eintreten fuhr er zusammen, griff nach seinem Schwert und versuchte aufzuspringen.

Torian half ihm ein wenig dabei, und noch bevor der Krieger zwanzig Stufen unter ihm auf der Treppe aufschlug, hatte er die Kammer bereits durchquert und nahm den nächsten Treppenabsatz in Angriff. An seinem Ende befand sich eine weitere, etwas größere Kammer – und in ihr wartete nicht nur eine, sondern gleich drei von Cathars grauvermummten Kreaturen.

Und sie waren nicht annähernd so überrascht wie die, auf welche er bislang gestoßen war. Ganz im Gegenteil.

Er sah einen Schatten vor sich aufragen, riß instinktiv die Fäuste in die Höhe und spürte, daß er traf. Der Mann torkelte zurück und prallte gegen den Tisch, aber fast im gleichen Moment griff eine Hand nach Torians Arm und drehte ihn auf den Rücken, eine zweite, erbarmungslos starke Faust krallte sich in sein Haar und riß seinen Kopf zurück. Eine halbe Sekunde später tauchte ein grauverhülltes Gesicht vor ihm auf. Dunkle, grausame Augen musterten ihn ohne eine Spur von Gefühl. Metall blitzte.

Zum ersten Mal, seit er die unterirdische Höhle verlassen hatte, spürte er wieder Angst, als sich die rasiermesserscharf geschliffene Klinge seiner Kehle näherte. Panische Angst. Plötzlich begriff er, daß er sterben würde. Hier und jetzt. Er hatte verloren. In seiner Raserei war er Cathars Männern direkt in die Arme gelaufen.

Ganz genau, wie Garth es ihm prophezeit hatte.

Doch dann geschah… irgend etwas.

Der Schattenkrieger bewegte sich unglaublich schnell. Er hatte nicht vor, lange mit seinem vermeintlichen Opfer zu spielen, sondern schien entschlossen, der Sache ein rasches Ende zu bereiten, mit einem blitzartigen Schnitt durch Torians Kehle. Aber wie oft, wenn einen echte Todesangst gepackt hat, schien die Zeit plötzlich stehenzubleiben. Aus der rasenden Bewegung des Dolches wurde ein ganz langsames Gleiten, der helle Kampfschrei des Kriegers wurde zu einem unerträglichen Grölen und Dröhnen in Torians Ohren – und irgendwo tief in ihm erwachte etwas.

Etwas Böses und ungeheuer Mächtiges, das er aus der Höhle mit sich geschleppt hatte.

Es war wie eine Eruption aus schwarzem Schlamm, die plötzlich irgendwo in den finstersten Tiefen seiner Seele erfolgte, eine lautlose, aber unglaublich kraftvolle Explosion pechschwarzer Energie, tausendmal stärker als das lächerliche Etwas, das bisher in seiner Schulter gelebt hatte.

Kraft strömte durch seinen Körper, eine unglaubliche, unwiderstehliche Kraft. Irgend etwas ergriff Besitz von ihm, rasch und lautlos. Der Dolch raste heran, schnitt mit einem widerwärtigen Geräusch durch sein Wams und ritzte seine Kehle, aber seine Bewegung schien mit einem Male lächerlich langsam. Torian packte die Klinge mit bloßen Händen, zerbrach sie und tötete den Angreifer noch in der gleichen Bewegung, so schnell, daß dieser wohl nicht einmal begriff, was ihm widerfuhr. Dann riß er seinen Arm aus der Umklammerung des anderen los, schoß herum und versetzte ihm einen Stoß, der ihn aus der Tür und rücklings die Treppe hinunterfliegen ließ.

Der dritte Schattenkrieger versuchte ihn anzuspringen. Seine Bemühungen erschienen Torian fast albern. Beinahe gemächlich wicher aus, schlug die vorgestreckten Beine des Kriegers zur Seite und sah zu, wie der Mann auf dem Boden aufschlug und sich das Genick brach.

Dann wandte er sich um und trat auf die Tür zu, welche die drei Krieger zu bewachen gehabt hatten. Mit einem einzigen Tritt sprengte er sie auf und stand vor einer weiteren, allerdings sehr kurzen Treppe. An ihrem oberen Ende lag eine wuchtige Tür, mit Eisen verstärkt und mit fremdartigen Zeichen gesichert. Er spürte den finsteren Einfluß der magischen Schutzformeln, aber sie prallten von ihm ab, beiseitegefegt von dem schwarzen Etwas, das in seiner Seele brodelte und ihm Kraft gab. Jeden anderen Menschen – auch unter normalen Umständen – hätte der bloße Anblick dieser Symbole getötet oder um den Verstand gebracht, aber in diesem Augenblick, geschützt von der ungeheuren magischen Kraft Ch’tuons, nötigten sie ihm nicht einmal ein Lächeln ab. Ohne auch nur innezuhalten, stürmte er los, auf die Tür zu. Dahinter war Cathar. Er wußte es mit solcher Gewißheit, als wäre sie aus Glas.

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