Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Die spannenden Schilderungen vom Leben auf den russischen Landgütern und in der Stadt, mit seinen Familienfesten, Bällen, Jagden und Schlittenfahrten, wechseln mit Kampfhandlungen, Märschen oder Lagebesprechungen der Schicksalsschlachten von Schöngraben, Austerlitz oder Borodino.
Der atemberaubende Monumentalroman über die schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege. Das vielleicht bedeutendste Meisterwerk russischer Erzählkunst in meisterhafter Übersetzung. Über 1600 Seiten voll dramatischer historischer Schilderung.
1 ... 150 151 152 153 154 155 156 157 158 ... 458
Перейти на страницу:

»Meine Husaren schon seit vierzehn Tagen nichts«, antwortete Denissow.

»Das ist Räuberei, Sie werden sich zu verantworten haben, mein Herr!« wiederholte der Infanterieoffizier mit erhobener Stimme.

»Was belästigen Sie mich denn noch? Wie?« schrie Denissow, der plötzlich in Zorn geriet. »Die Verantwortung übernehme ich und nicht Sie, und damit Maul gehalten, wenn Ihnen Ihre Knochen lieb sind! Machen Sie, daß Sie weiterkommen!« schrie er den Offizieren zu.

»Das ist gut!« schrie der kleine Offizier, ohne sich einschüchtern zu lassen oder wegzureiten. »Zu rauben und zu plündern, das werde ich Ihnen …«

»Scheren Sie sich zum Teufel, aber mit Eilmarschgeschwindigkeit, wenn Ihnen Ihre Knochen lieb sind!« Und Denissow riß sein Pferd nach den Offizieren herum.

»Auch gut«, brummte der Offizier drohend, wandte sein Pferd um und ritt im Trabe davon, wobei er etwas im Sattel schwankte.

»Wie der Hund auf dem Gartenzaun, wie der leibhaftige Hund auf dem Gartenzaun!« schrie ihm Denissow noch den ärgsten Spott eines Kavalleristen über einen reitenden Infanteristen nach. Dann ritt er auf Rostow zu und brach in lautes Gelächter aus.

»Das habe ich der Infanterie aus den Zähnen gezogen, habe ihr den Transport mit Gewalt weggenommen«, sagte er. »Soll ich etwa meine Leute vor Hunger verrecken lassen?«

Die Fuhren, die soeben bei den Husaren anlangten, waren für ein Infanterieregiment bestimmt gewesen, aber Denissow hatte mit ein paar Husaren den Transport mit Gewalt weggenommen, nachdem er durch Lawruschka erfahren hatte, daß der Transport ohne Deckung war. Nun wurde Zwieback in Hülle und Fülle an die Soldaten verteilt und auch den anderen Schwadronen davon abgegeben.

Am nächsten Tag ließ der Regimentskommandeur Denissow rufen und sagte zu ihm, indem er die auseinandergespreizten Finger vor die Augen hielt: »Ich werde die Sache so ansehen: ich weiß von nichts und werde nicht davon anfangen, aber ich rate Ihnen, zum Stabe zu reiten und dort beim Proviantamt die Sache zu regeln und womöglich gleich eine Quittung auszuschreiben, daß Sie soundsoviel Proviant erhalten haben, sonst wird diese Anforderung dem Infanterieregiment angeschrieben, der Sache kann nachgegangen werden, und die Geschichte könnte übel ablaufen.«

Denissow ritt vom Regimentskommandeur geradewegs zum Stabe, von dem aufrichtigen Wunsch beseelt, seinen Rat zu befolgen. Gegen Abend kehrte er in einer Verfassung in seine Erdhöhle zurück, wie Rostow seinen Freund noch nie gesehen hatte. Denissow konnte kein Wort hervorbringen und atmete schwer. Als Rostow ihn fragte, was er denn habe, stieß er mit matter, heiserer Stimme nur ein paar unverständliche Schimpfworte und Drohungen aus.

Rostow war über diesen Zustand Denissows nicht wenig erschrocken, schlug ihm vor, sich auszukleiden und ein Glas Wasser zu trinken, und schickte nach dem Arzt.

»Mich wegen Raubes verurteilen zu wollen – oh! Gib mir noch Wasser! Mögen sie mich richten, ich werde immer, immer zuhauen, wenn ich einen Halunken sehe, und das werde ich auch dem Kaiser sagen. Gebt mir Eis, Eis!« stieß er hervor.

Der Regimentsarzt kam und meinte, man müsse einen Aderlaß vornehmen. Ein tiefer Teller voll schwarzen Blutes kam aus Denissows behaartem Arm, und erst dann war er imstande, alles zu erzählen, was mit ihm geschehen war.

»Ich komme also hin«, erzählte Denissow, »und frage: ›Na, wo ist denn hier euer Chef?‹ Man wies mich hin. Ich möchte gefälligst warten. ›Ich habe Dienst, komme dreißig Werst weit hergeritten, habe keine Zeit zum Warten, melde mich.‹ Schön, da kommt dieser Oberspitzbube herein und nimmt sich ebenfalls heraus, mich zu belehren: ›Das ist Raub‹ – ›Nicht der begeht einen Raub‹, sage ich, ›der Proviant wegnimmt, um seine Soldaten zu verpflegen, sondern der, der ihn wegnimmt, um das Geld in seine eigne Tasche zu stecken.‹ Ich möchte doch gefälligst schweigen. ›Schön.‹ – ›Quittieren Sie‹, sagt er, ›beim Intendanten, und dann werden wir Ihre Sache vorschriftsmäßig weitergeben.‹ Ich gehe also zum Intendanten. Ich trete ein – und wer sitzt am Tisch? Nein, denke dir nur! Der, der uns alle verhungern läßt!« schrie Denissow und schlug mit der Faust des verbundenen Armes so derb auf den Tisch, daß dieser beinahe zusammengebrochen wäre und die Gläser darauf nur so tanzten. »Teljanin!! ›Was, du bist es also, der uns verhungern läßt?!‹ Und klatsch, klatsch haue ich ihm eins in die Fresse, mir juckte nur so die Hand … ›Du gottverdammter Lumpenhund du‹, und ich mache mich daran, ihn gründlichst zu verhauen. Das tat mir gut, kann ich dir sagen«, schrie Denissow und fletschte schadenfroh und grimmig unter seinem schwarzen Schnurrbart die Zähne. »Kalt hätte ich ihn gemacht, wenn sie ihn mir nicht entrissen hätten.«

»Aber was schreist du denn so, beruhige dich doch«, sagte Rostow. »Dein Arm blutet ja wieder. Warte, wir müssen das noch einmal verbinden.«

Denissow wurde nochmals verbunden und aufs Bett gelegt, damit er schlafe. Am nächsten Morgen wachte er ruhig und heiter wieder auf.

Aber gegen Mittag kam der Regimentsadjutant mit ernstem, bekümmertem Gesicht in Denissows und Rostows gemeinsame Hütte und wies mit bedauernder Miene ein dienstliches Schreiben vom Regimentskommandeur an den Major Denissow vor, das Fragen über den gestrigen Vorfall enthielt. Der Adjutant teilte mit, die Sache werde wohl eine recht üble Wendung nehmen, es sei eine kriegsgerichtliche Kommission zusammenberufen worden, und bei der jetzt gehandhabten Strenge, was Marodieren und unbotmäßiges Verhalten beträfe, könne die Angelegenheit im günstigsten Fall mit einer Degradation enden.

Die Sache war von seiten der Beleidigten folgendermaßen dargestellt worden: Major Denissow sei, nachdem er den Transport weggenommen habe, ohne jede Aufforderung in betrunkenem Zustand beim Oberproviantmeister erschienen, habe ihn einen Spitzbuben genannt und ihm mit Schlägen gedroht, und als man ihn hinausgeführt habe, sei er in die Kanzlei gestürzt, habe dort zwei Beamte verprügelt und dem einen den Arm ausgerenkt.

Auf Rostows wiederholte Fragen sagte Denissow lachend, es könne schon sein, daß ihm da wirklich noch ein zweiter unter die Hände geraten sei, aber das sei ja alles nur dummes Zeug und nicht der Rede wert, er denke gar nicht daran, sich vor irgendwelchen Kriegsgerichtsverhandlungen zu fürchten, und wenn diese Wichte wirklich die Stirn haben sollten, Krach zu machen, werde er ihnen schon eine Antwort geben, die sie nicht so bald vergessen würden.

Denissow sprach von der ganzen Sache nur verächtlich, aber Rostow kannte ihn zu gut, um nicht zu bemerken, daß er sich im Grund seiner Seele, obgleich er es vor anderen verbarg, doch vor dem Kriegsgericht fürchtete und quälende Gedanken über diese Sache machte, die allem Anschein nach für ihn doch üble Folgen haben sollte. Alle Tage kamen Fragebogen und Vorladungen zu Gerichtssitzungen, und am ersten Mai erhielt Denissow den Befehl, seine Eskadron dem dienstältesten Offizier zu übergeben und sich selbst beim Divisionsstab zu stellen, damit die Verhandlungen über sein unbotmäßiges Verhalten beim Proviantamt zum Abschluß gebracht werden könnten. Am Tag vorher unternahm Platow mit zwei Kosakenregimentern und zwei Schwadronen Husaren einen Erkundungsvorstoß gegen den Feind. Denissow ritt, wie immer seine Tapferkeit stolz zur Schau stellend, über die Vorpostenlinie hinaus. Da traf ihn die Kugel eines französischen Schützen in die Weichteile seines Oberschenkels. Zu anderer Zeit hätte Denissow wahrscheinlich wegen einer so leichten Verwundung sein Regiment nicht im Stich gelassen, jetzt aber benutzte er diese Gelegenheit und begab sich ins Lazarett, um seinem Stellungsbefehl zu entgehen.

17

Im Juni wurde die Schlacht bei Friedland geschlagen, an der die Pawlograder jedoch nicht teilnahmen, und gleich darauf der Waffenstillstand erklärt. Rostow lag die Abwesenheit seines Freundes schwer auf der Seele, und da er seit Denissows Fortgehen keinerlei Nachricht von ihm erhalten hatte, fühlte er sich einigermaßen über den Gang seiner Angelegenheit und den Stand seiner Verwundung beunruhigt. Deshalb benutzte er den Waffenstillstand, erbat sich Urlaub und begab sich ins Lazarett, um Denissow zu besuchen.

1 ... 150 151 152 153 154 155 156 157 158 ... 458
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)