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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Mit einem einzigen Ruck hob er das Bettgestell an, stemmte es in die Höhe und kippte es um. Der Boden darunter war leer.

Während sich der Raum ganz allmählich um Torian herum zu drehen begann, blickte Cathar einen Moment lang mit zornig zusammengepreßten Lippen auf den kahlen Steinboden hinab, fuhr plötzlich herum und starrte den Vorhang an, das einzige Versteck im Zimmer, das groß genug war, mehr als einen kleinen Hund zu verbergen. Wieder sah er Torian an, und wieder erschien dieses kleine, böse Lächeln auf seinen Lippen. Dann ging er auf den Vorhang zu und hob die Hand.

»Cathar!«

Der Magier blieb stehen. Torian sah, wie sich seine linke Hand fast unmerklich bewegte. Hinter ihm waren plötzlich ganz leise Schritte.

»Ja?« fragte er lauernd. »Wolltest du mir etwas sagen, oder habe ich mich getäuscht?«

Torians Kehle war wie zugeschnürt. Nervös fuhr er sich mit der Zungenspitze über die Lippen. Er war sich durchaus der Tatsache bewußt, daß er sich so auffällig benahm, wie es überhaupt nur möglich war. Aber wenn Cathar diesen Vorhang herunterriß, dann würde er Garth entdecken!

»Was willst du hier?« fragte er. »Warum kommst du mitten in der Nacht hierher und weckst mich auf?«

»Reine Gastfreundschaft, Torian, reine Gastfreundschaft«, erwiderte Cathar lächelnd. »Ich möchte mich nur persönlich davon überzeugen, daß du auch gut untergebracht bist. Sieh mal, dieser Vorhang hier zum Beispiel – wie leicht könnte sich irgendwelches Ungeziefer dahinter verbergen? Eine Spinne oder eine Ratte – oder gar ein Einbrecher?« Und damit zerrte er den Vorhang samt einem Teil der Messingstange, die ihn hielt, herunter.

Aber dahinter war nur die Wand. Garth war fort.

Cathar wechselte kein Wort mehr mit ihm, bis sie den Thronsaal erreicht hatten, aber das Benehmen des Magiers und seiner beiden Begleiter ließen keinen Zweifel an der Tatsache, daß Torian nun wirklich sein Gefangener war. Torian hatte ein paarmal versucht, die Ursache für diesen plötzlichen Sinneswandel herauszufinden, aber keine Antwort erhalten.

Nicht daß er sich den Grund nicht denken konnte. Cathar mußte Garths Verschwinden bemerkt haben. Und es gehörte sicherlich nicht allzu viel Phantasie dazu, sich auszurechnen, wo er den Dieb zu suchen hatte. Der Magier mußte reichlich frustriert sein, ihn nicht im Zimmer gefunden zu haben. Warum das allerdings so war, konnte sich Torian in diesem Moment wohl am allerwenigsten erklären. Garths so spurloses Verschwinden war ihm schlichtweg rätselhaft. Und er war auch nicht sehr sicher, ob er die Erklärung dafür wirklich wissen wollte. Wenn es Garth gelang, binnen einer einzigen Sekunde aus einem vollkommen verschlossenen Zimmer zu verschwinden, dann mußten sich während der Zeit, die er in der Schattenburg verbracht hatte, eine Menge Dinge verändert haben. Dinge, vor denen selbst Torian sich fürchtete.

Sie erreichten einen weiteren langen Gang, wo sich ihnen ein halbes Dutzend grau vermummter Krieger anschloß, aber sie blieben nicht dort, sondern gingen gemeinsam mit Torian weiter, bis sie die Halle erreichten, in der Garth am Nachmittag noch gelegen und Cathar sein verrücktes Angebot gemacht hatte.

Sie war nicht leer. Mehrere Dutzend Fackeln verbreiteten rotes Licht, und am Fuße der schwarzen Empore, auf welcher der gläserne Sarg stand, hielten sich gute zwei Dutzend weiterer Schattenkrieger auf.

Zusammen mit Shyleen. Auf dem Gesicht des Mädchens erschien ein erschrockener Ausdruck, als es Torian erblickte, wie er zwischen Cathars Männern einherstolperte, halbnackt und mehr von den grauvermummten Kriegern gestoßen als aus eigenem Antrieb gehend.

Cathar machte eine befehlende Geste, und einer seiner Männer antwortete mit einem groben Stoß zwischen Torians Schulterblätter darauf, der ihn haltlos nach vorne stolpern und direkt vor Shyleens Füße auf Hände und Knie fallen ließ. Mühsam rappelte er sich auf, warf dem Schattenkrieger einen zornigen Blick zu und wandte sich an Shyleen.

»Was ist geschehen?« fragte sie.

»Dasselbe wollte ich dich gerade fragen«, gab er zurück. »Wieso bist du hier?«

»Vielleicht kann ich diese Frage beantworten?« mischte sich Cathar ein.

Torian drehte sich herum, blickte ihn an und zauberte den ärgerlichsten Ausdruck auf seine Züge, zu dem er im Augenblick noch fähig war. »Das wäre außerordentlich zuvorkommend«, entgegnete er böse. »Oder ist das deine normale Art, Gäste zu behandeln?«

Cathar verzog abfällig die Lippen. »Mitnichten, mein lieber Torian. Aber normalerweise habe ich auch keine Gäste, die mich hintergehen.« Er brach ab, starrte erst Shyleen, dann Torian an und machte eine zornige Handbewegung, als dieser abermals zu einer Antwort ansetzte.

»Spar dir die Mühe, deine Unwissenheit zu beteuern«, fuhr er ihn wütend an. »Ich habe euch ein Angebot gemacht, euch beiden, und ich habe es ehrlich gemeint. Aber irgendwer von euch hat mich betrogen.«

»Verdammt noch mal – was soll das?« fauchte Torian. Er begriff überhaupt nichts mehr. Und genau das gab er dem Magier auch zu verstehen.

Cathar seufzte. »Bitte. Wenn du beliebst, Spielchen zu spielen…« Er deutete auf den gläsernen Sarg vor sich. »Irgend jemand hat im Laufe der Nacht diesen Raum betreten und meinen Gefangenen befreit«, hielt er ihm vor.

»Garth?« murmelte Torian mit gespielter Verblüffung. »Er ist…«

»Er ist wach«, bestätigte Cathar und nickte voller Zorn. Er starrte Torian an und hob die Hand, schlug ihn jedoch nicht, sondern ergriff seine Schulter. Seine dürren Finger krallten sich so fest in den Stoff seines Gewandes, daß Torian vor Schmerz zusammenzuckte. Cathar zerrte ihn die Stufen hoch und drehte ihn herum, so daß er das niedrige Podest anschauen mußte. Der Glassarg war zerborsten. Das obere Drittel des Deckels war schlichtweg verschwunden, als wäre es unter einem ungeheuren Hieb regelrecht pulverisiert worden. Breite, wild gezackte Risse zogen sich durch den Rest des kristallenen Gebildes, und auf dem blauen Samt, mit dem es ausgeschlagen gewesen war, waren häßliche braunrote Flecke. »Ich glaube, ich täusche mich nicht, wenn ich dich für den Verantwortlichen dafür halte«, fauchte der Magier.

»Du bist verrückt, Cathar«, verwahrte sich Torian. »Wie hätte ich das wohl bewerkstelligen sollen? Ich war eingeschlossen! Und bewacht von deinen Prügelknaben!«

Cathar seufzte. »Spiel doch nicht den Narren, Torian«, entgegnete er. »Aber bitte – wenn es dir Freude macht… Spielen wir ein Spielchen, das du sicher auch kennst.« Er lächelte, aber es wirkte nicht besonders humorvoll. »Ich will wissen, wo Garth ist. Stellt sich der Schuldige freiwillig, wird er bestraft, und dem anderen geschieht nichts. Schweigt er, töte ich euch alle beide. Alle drei, besser gesagt«, fügte er mit einem süffisanten Grinsen in Torians Richtung hinzu. »Wir wollen deinen geschätzten Freund schließlich nicht vergessen. Irgendwann finde ich ihn schon.«

»Das wagst du nicht!« keuchte Torian.

»Nein?« fragte Cathar harmlos. »Und was sollte mich daran hindern? Oder wer, besser gesagt? Ich glaube nicht, daß – «

Er kam nicht weiter. Draußen auf dem Gang erscholl ein lautstarkes Gebrüll, Metall klirrte, und plötzlich wurde die Tür so heftig aufgestoßen, daß Cathar mitten im Wort abbrach und herumfuhr.

Ein Schattenkrieger stolperte herein, fiel zwei Schritte vor ihm auf die Knie und senkte den Kopf. Sein Atem ging so schnell, als wäre er eine Meile aus Leibeskräften gerannt.

»Was fällt dir ein, Kerl?« fauchte Cathar. »Wer hat dir erlaubt, hier einzudringen?«

»Feinde, Herr!« keuchte der Schattenkrieger. Er sah auf. Sein Gesicht glänzte vor Schweiß, und in seinen Augen flackerte die pure Angst. »Es sind Feinde in der Burg!«

Cathar erstarrte. Eine Sekunde lang starrte er den Krieger ungläubig an, dann schrie er auf, packte ihn an der Schulter und riß ihn grob in die Höhe. »Was sagst du da?« brüllte er.

»Aber es ist wahr, Herr!« wimmerte der Krieger. »Ich habe es mit eigenen Augen gesehen!«

»Was hast du gesehen?!« schrie Cathar.

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