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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Er mußte all seine Kraft aufbieten, um nicht abermals dem Wahnsinn zu verfallen, und diesmal endgültig. Er ballte die Fäuste, preßte die Kiefer so fest aufeinander, daß seine Zähne zu schmerzen begannen, und spannte jeden einzelnen Muskel in seinem Körper an, so fest er nur konnte!

Es half.

Langsam, ganz langsam zogen sich die grauen Spinnweben aus seinem Geist zurück. Sein Herz hörte auf, wie ein außer Kontrolle geratenes Hammerwerk zu arbeiten, und die Geräusche, die er hörte, waren jetzt nur noch das Rauschen seines eigenen Blutes und seine eigenen, schnellen Atemzüge. Länger als zehn Minuten saß er so da, angespannt bis zum Zerreißen, aber wieder in der Wirklichkeit zurück, und je mehr sich sein aufgewühltes Inneres beruhigte, desto lauter wurde auch die dünne, gehässige Stimme in seinen Gedanken, die ihm zuflüsterte, daß er sich – nicht unbedingt zum ersten Mal – wie ein kompletter Idiot benommen hatte. Bei Ch’tuon, dies hier war die Schattenburg! Das Herz der Macht der Schwarzen Magier, das nun Cathar kontrollierte! Und Cathar war ein Magier, dessen Macht Torian sich nicht einmal im Traume vorzustellen vermochte!

Und er hatte sich wirklich eingebildet, ihn mit seinen bescheidenen eigenen Fähigkeiten auf diesem Gebiet übertölpeln zu können! Natürlich wußte Cathar um sie, und ebenso natürlich hatte er Vorsorge getroffen, daß sie sich als nutzlos erwiesen. Er hatte Torian ja sogar indirekt gewarnt, keinerlei Magie anzuwenden, solange er sein ›Gast‹ war. Wahrscheinlich, dachte Torian düster, hatte er Glück, daß er überhaupt noch lebte.

Aber das war auch nicht die Wahrheit, zumindest nicht die ganze, wurde ihm klar, und er schauderte.

Die Wahrheit war, daß es ihm viel zu leicht gefallen war, Macht über den Willen der Tiere zu erlangen. Und daß er noch niemals zuvor eine solch grausame Freude am Töten verspürt hatte wie heute. Ein winziges Stückchen von ihm war im Geist der fünf Tiere gewesen, die den Schattenkrieger getötet hatten.

Und er hatte es genossen!

Bei Ch’tuon dachte er. Was geschieht mit mir?

Aber er bekam keine Antwort.

Nur tief, sehr sehr tief in sich glaubte er ein dunkles, böses Lachen zu hören, und dann drang ein leises Scharren in seine Gedanken.

Er sah auf, blickte sich suchend um, konnte aber nichts Verdächtiges oder Außergewöhnliches erkennen und wollte sich schon zurückfallen lassen, als er den Laut ein zweites Mal vernahm, ein wenig deutlicher jetzt, so daß er die Richtung auszumachen vermochte, aus der er kam; von der Tür her nämlich. Mißtrauisch setzte er sich ganz auf, schwang die Beine vom Bett – und erstarrte mitten in der Bewegung.

Die Tür schwang lautlos auf, und ein massiger – sehr massiger – Schatten huschte in sein Gefängnis. Einen Moment lang blieb die Gestalt stehen, als überzeuge sie sich davon, nicht bemerkt worden zu sein, dann drückte sie die Tür hinter sich zu und wandte sich zu Torian um. Für einen ganz kurzen Moment lag das Gesicht der Gestalt im silbernen Licht des Mondes, das durch die schmalen Fenster hereinströmte.

Torian unterdrückte im allerletzten Moment einen Schrei.

Es war Garth!

»Garth!« keuchte er. »Du? Du bist frei! Aber wieso –?«

Beinahe kam er sich bei diesen Worten selbst albern vor – und nicht unbedingt zu Unrecht –, aber es war einfach das einzige, was er im Moment hervorbringen konnte. Er war wie gelähmt vor Freude und Erleichterung. Es war ein Gefühl, das sich nicht in Worte kleiden ließ.

Garth legte warnend den Zeigefinger über die Lippen und machte mit der anderen Hand eine erschrockene Geste. »Nicht so laut«, flüsterte er. »Wenn Cathar merkt, daß ich hier bin, ist alles verloren!«

Torian verstummte gehorsam – was allerdings mehr an seiner Überraschung lag als etwa daran, daß er in diesem Moment etwa begriffen hätte, was Garth sagte. Und dem Dieb schien es kein bißchen anders zu ergehen.

Er blickte noch einmal zur Tür zurück, dann trat er vollends auf Torian zu, blickte ihn einen Moment lang auf seine unnachahmlich spöttische Art an, aber dann lachte er und streckte die Arme aus, und für endlose Augenblicke taten sie nichts anderes, als sich gegenseitig zu umarmen und auf die Schultern zu klopfen, zwei alte Freunde, die sich nach einer Ewigkeit – wie es Torian vorkam – wiedergefunden hatten.

Aber wie meist war Garth derjenige von ihnen, der zuerst auf den Boden der Realität zurückfand. Sanft, aber sehr entschlossen löste er sich aus der Umarmung, schob Torian ein Stück weit von sich und deutete auf die Tür. »Wir haben nicht viel Zeit«, murmelte er.

»Und was sollen wir tun?« fragte Torian. »Cathar wird uns kaum freiwillig gehen lassen. Und ein offener Kampf gegen seine Krieger wäre Selbstmord. Wir sind hier im Zentrum seiner Macht, aber das weißt du wohl selbst besser als ich. Er kann uns mit einer Handbewegung vernichten.«

»Und er würde es tun, wenn er wüßte, daß ich hier bin«, fügte Garth hinzu. »Aber ich habe einen Plan. Morgen früh, wenn – «

Er brach erschrocken ab und blickte zur Tür, und auch Torian sah auf, denn in diesem Moment wurden draußen auf dem Gang harte, polternde Schritte laut, und eine Stimme begann in einer ihm fremden Sprache Befehle zu erteilen.

»Cathar!« keuchte Garth. »Er… er kommt hierher!«

Wie um seine Worte zu bestätigen, brachen die Schritte mit einem Male ab, und dann ertönte ein dumpfes Poltern und Knirschen, als der mächtige Riegel auf der anderen Seite der Tür zurückgeschoben wurde – ohne daß Torian sich vorstellen konnte, wie er nach dem Eintreten des Diebes überhaupt wieder in seine Halterung geglitten war.

»Halte ihn auf!« flüsterte Garth entsetzt. »Wenn er mich hier findet, tötet er uns beide. Schnell!« Und damit versetzte er Torian einen Stoß, der ihn in die Höhe und auf die Tür zutaumeln ließ, noch ehe er überhaupt begriff, wie ihm geschah.

Die Tür wurde aufgestoßen, noch ehe er sie erreichte. Zwei von Cathars schwarzgekleideten Schattenkriegern stürmten in den Raum, beide mit gezückten Klingen. Der eine versetzte ihm einen Stoß, der ihn zur Seite und gegen die Wand prallen ließ, während der andere mit zwei, drei raschen Schritten das Zimmer durchquerte und mit gespreizten Beinen hinter Torian Aufstellung nahm.

Dann trat Cathar selbst ein.

Anders als am Tage zuvor trug er ein einfaches, schwarzes Gewand aus Seide, dessen einziger Schmuck eine barbarische Gürtelschließe aus Silber war. Er sah müde aus. Unter seinen Augen lagen dunkle, tief eingegrabene Ringe, und seine Haut hatte einen ungesunden grauen Schimmer. Er wirkte wie ein Mann, der unvermittelt aus dem Schlaf gerissen worden war.

Und entsprechend war auch seine Laune.

Ohne Torian mehr als eines einzigen, allerdings alles andere als freundlichen Blickes zu würdigen, ging er an ihm vorbei, hielt in der Mitte des Zimmers inne und drehte sich einmal im Kreis. Torians Herz machte einen schmerzhaften Hüpfer bis direkt in seinen Hals hinauf, als er sah, wie der Blick des Magiers auf dem Bett haften blieb. Von Garth war keine Spur zu entdecken, aber die Auswahl an Verstecken war nicht sonderlich groß – er mußte sich entweder unter dem Bett verkrochen haben, oder hinter dem Vorhang stehen, der einen Teil der Wand verdeckte.

Cathar wandte sich wieder an Torian. Sein Blick war hart wie Stahl und das Lächeln in seinen Augen eine reine Farce. »Verzeih mir die Störung«, sagte er kalt. »Ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt.«

»Nicht direkt«, antwortete Torian nervös. Sein Herz raste wie ein Hammerwerk. Cathar mußte schon blind und taub sein, um nicht zu merken, daß hier etwas nicht stimmte! »Was ist geschehen?«

»Mir scheint, das Bett ist nicht ganz bequem«, gab der Magier vor. Er drehte sich um, trat ganz dicht an das Bett heran, streckte die Hand danach aus, führte die Bewegung aber nicht zu Ende, sondern sah Torian über die Schulter hinweg an und lächelte dünn. »Du gestattest, daß ich kurz prüfe, ob auch wirklich alles damit in Ordnung ist?« fragte er.

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