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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
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Jamie hatte die Wasserflasche geleert und sie mit Ziegenmilch gefüllt, aber ich hielt es für besser, Schutz zu suchen, bevor wir noch einmal versuchten, das Baby zu füttern. Am besten würde es sein, wenn es eine Mutter gab, die dem Kind ihre Milch zur Verfügung stellen würde – doch wenn nicht, würden wir die Ziegenmilch erhitzen müssen; angesichts der Kälte draußen konnte es sein, dass kalte Milch die Körpertemperatur des Babys gefährlich senkte.

Mrs. Piggy schnaubte und verbreitete eine große Dampfwolke, und plötzlich beschleunigte sie ihr Tempo. Sie erkannte den Geruch der Zivilisation – und den anderer Pferde. Sie warf den Kopf hoch und wieherte durchdringend. Gideon fiel ein, und als der Lärm aufhörte, konnte ich zu meiner Ermutigung in der Ferne eine Anzahl Pferde antworten hören.

»Sie sind hier!« Ich atmete erleichtert dampfend aus. »Die Miliz – sie haben es geschafft!«

»Das will ich doch hoffen, Sassenach«, erwiderte Jamie und hinderte Gideon mit festem Griff am Durchgehen. »Wenn unser Roger nicht einmal ein Dorf am Ende eines geraden Pfades finden könnte, würde ich nicht nur an seiner Sehschärfe, sondern auch an seinem Verstand zweifeln.« Aber er lächelte ebenfalls.

Als wir dann um eine Wegkurve bogen, konnte ich sehen, dass Brownsville tatsächlich ein Dorf war. Schornsteinrauch stieg in sanften, grauen Säulen von einem Dutzend Hütten auf, die zu unserer Rechten auf dem Berghang verstreut lagen, und an der Straße stand eine Ansammlung von Gebäuden, die eindeutig auf Kundschaft eingerichtet waren, zumindest dem Durcheinander aus weggeworfenen Fässern, Flaschen und anderen Abfällen nach, die am Straßenrand in den abgestorbenen Unkräutern lagen.

Gegenüber dieses Wirtshauses hatten die Männer auf der anderen Straßenseite einen groben Unterstand für die Pferde errichtet, der mit Kiefernzweigen bedeckt war und an der einen Seite zum Schutz vor dem Wind eine Wand aus weiteren Ästen hatte. Die Pferde der Milizionäre standen an den Beinen gefesselt darunter in einem gemütlich schnaubenden Haufen beisammen, eingehüllt in die Wolken ihres gemeinsamen Atems.

Angesichts dieses Refugiums legten unsere eigenen Pferde ein gutes Tempo an den Tag, und ich musste fest an den Zügeln ziehen, um zu verhindern, dass Mrs. Piggy antrabte, denn dann wäre mein Passagier ordentlich durchgeschüttelt worden. Als ich sie wider Willen zum Schritt durchpariert hatte, löste sich eine schlanke Gestalt aus dem Schutz einer Kiefer und trat winkend vor uns auf die Straße.

»Milord«, begrüßte Fergus Jamie, und Gideon blieb wiederstrebend stehen. Fergus lugte unter einer indigofarbenen Strickmütze zu Jamie auf, die er bis zu den Augenbrauen herunter gezogen hatte. Dies verlieh seinem Kopf das Aussehen eines Torpedos, dunkel und gefährlich. »Geht es Euch gut? Ich dachte, Ihr wärt vielleicht in Schwierigkeiten geraten.«

»Och.« Jamie winkte vage in meine Richtung und deutete auf die Auswölbung unter meinem Umhang. »Eigentlich keine Schwierigkeiten; es ist nur –«

Fergus glotzte über Gideons Widerrist hinweg perplex auf die Kugel unter meinem Umhang.

»Quelle virilité, monsieur«, sagte er im Tonfall tiefsten Respekts zu Jamie. »Meinen Glückwunsch.«

Jamie strafte ihn mit einem verächtlichen Blick und einem schottischen Geräusch, das sich anhörte wie unter Wasser entlangrollende Felsen. Das Baby fing wieder an zu weinen.

»Immer der Reihe nach«, sagte ich. »Gibt es hier Frauen mit Babys? Dieses Kind hier braucht Milch, und zwar sofort.«

Fergus nickte, die Augen vor Neugier weit aufgerissen.

»Oui, Milady. Mindestens zwei, nach dem, was ich gesehen habe.«

»Gut. Bring mich zu ihnen.«

Er nickte erneut, ergriff Piggys Trense und wandte sich der Siedlung zu.

»Was ist denn passiert?«, erkundigte sich Jamie und räusperte sich. In meiner Sorge um das Baby hatte ich gar nicht darüber nachgedacht, warum Fergus wohl hier war. Doch Jamie hatte Recht; schlichte Sorge um unser Wohlbefinden hätte ihn bei diesem Wetter nicht vor die Tür gelockt.

»Äh. Wir scheinen ein kleines Problem zu haben, Milord.« Er beschrieb die Ereignisse des gestrigen Nachmittags und schloss mit einem Achselzucken und einem Atemwölkchen. »… und so hat Monsieur Morton bei den Pferden Zuflucht gesucht –« Er wies kopfnickend auf den improvisierten Unterstand, »– während wir anderen Brownsvilles hospitalité genießen.«

Bei diesen Worten machte Jamie ein etwas grimmiges Gesicht; wahrscheinlich dachte er darüber nach, was die hospitalité für über vierzig Männer kosten würde.

»Mmpfm. Ich nehme an, die Browns wissen nicht, dass Morton dort ist?«

Fergus schüttelte den Kopf.

»Warum ist Morton denn dort?«, fragte ich, nachdem ich das Baby vorübergehend zum Schweigen gebracht hatte, indem ich es mir selbst an die Brust legte. »Ich hätte gedacht, dass er über alle Berge ist, daheim in Granite Falls, und froh ist, noch am Leben zu sein.«

»Er will nicht gehen, Milady. Er sagt, er kann nicht auf das Handgeld verzichten.« Die Nachricht hatte uns kurz vor dem Aufbruch aus Fraser’s Ridge erreicht; der Gouverneur bot jedem Mann, der in der Miliz diente, vierzig Shilling an; eine beträchtliche Summe, vor allem für einen frisch gebackenen Siedler wie Morton, dem ein trostloser Winter bevorstand.

Jamie rieb sich langsam mit der Hand über das Gesicht. Dies war in der Tat ein Dilemma; die Milizkompanie brauchte die Männer und Vorräte aus Brownsville, doch Jamie konnte wohl kaum diverse Browns verpflichten, die auf der Stelle versuchen würden, Morton zu eliminieren. Und er konnte es sich genauso wenig leisten, Mortons Handgeld aus eigener Tasche zu bezahlen.

Jamie machte ein Gesicht, als sei er versucht, Morton persönlich umzubringen, aber ich ging nicht davon aus, dass dies eine denkbare Alternative war.

»Möglicherweise könnte man Morton bewegen, das Mädchen zu heiraten?«, schlug ich taktvoll vor.

»Daran habe ich auch schon gedacht«, sagte Fergus. »Bedauerlicherweise besitzt Monsieur Morton aber bereits eine Gattin in Granite Falls.« Er schüttelte den Kopf, der unter seiner Mütze auszusehen begann wie ein kleiner, schneebedeckter Hügel.

»Warum sind die Browns Morton denn nicht gefolgt?«, fragte Jamie, der offenbar einem eigenen Gedankengang folgte. »Wenn ein Feind mein Land betritt und ich meine Verwandten dabeihabe, lasse ich ihn doch nicht einfach davonlaufen; ich setze ihm nach und bringe ihn um.«

Fergus, dem diese Art der Highlandlogik offenbar vertraut war, nickte.

»Ich glaube, das war auch ihre Absicht«, sagte er. »Allerdings hat le petit Roger sie abgelenkt.«

Ich konnte einen deutlich amüsierten Unterton in seiner Stimme hören; Jamie ebenso.

»Was hat er getan?«, fragte er argwöhnisch.

»Für sie gesungen«, sagte Fergus, und die Belustigung wurde deutlicher. »Er hat fast die ganze Nacht gesungen und auf seiner Trommel gespielt. Das ganze Dorf ist gekommen, um ihn zu hören – es gibt sechs Männer im geeigneten Alter für die Miliz«, fügte er praktisch denkend hinzu, »– und die beiden Frauen avec lait, die ich schon erwähnte, Milady.«

Jamie hustete, wischte sich mit der Hand die Nase ab und nickte Fergus mit einer Kopfbewegung in meine Richtung zu.

»Aye. Nun, die Kleine muss etwas essen, und ich kann mich nicht abseitshalten, sonst werden sich die Browns sofort denken, dass Morton hier ist. Geh und sag ihm, dass ich mich so bald wie möglich mit ihm unterhalten werde.«

Er lenkte sein Pferd auf das Wirtshaus zu, und ich trieb Mrs. Piggy hinter ihm her.

»Was willst du in Bezug auf die Browns unternehmen?«, fragte ich.

»Himmel«, sagte Jamie mehr an sich selbst gerichtet als an mich. »Woher zum Teufel soll ich das wissen?« Und hustete erneut.

Kapitel 32

Mission erfüllt

Unser Eintreffen mit dem Baby sorgte für eine solche Sensation, dass es jedermann in Brownsville von seinen persönlichen Anliegen ablenkte, ob sie nun praktischer oder mörderischer Natur waren. Ein Ausdruck immenser Erleichterung überzog Rogers Gesicht bei Jamies Anblick, wenn er ihn auch sofort wieder unterdrückte und durch eine verbindliche Miene breitschultrigen Selbstbewusstseins ersetzte. Ich drehte den Kopf zur Seite, um mir mein Lächeln nicht anmerken zu lassen, und sah Jamie an, weil ich mich fragte, ob er diese rapide Verwandlung auch bemerkt hatte. Er wich meinem Blick dienstbeflissen aus, was mir anzeigte, dass dies in der Tat so war.

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